Freitag, 18. September 2026

KW 38, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / shohanur.rahman13
Vergangenen Sonntag wurde hier in Niedersachsen gewählt. BürgermeisterInnen, Kreis- und Gemeinderäte. Auch bei dieser Kommunalwahl haben die hier als gesichert rechtsextremen Menschen von der AfD viele Stimmen bekommen. Zugleich ließ diese Wahl tief blicken in die Partei und ihre WählerInnen. Die Wählenden zu erst: Es war hier möglich, bei einer Gemeinderatswahl beispielsweise der Partei bis zu drei Stimmen zu geben oder diese drei Stimmen auf einzelne KandidatInnen zu verteilen oder wie man halt mag. Hauptsache drei Stimmen. Dies ließ sich am Ende einsehen. Und bei der AfD hat in allen Wahlergebnissen, die ich sah, die Partei etwa 90% der Stimmen und kaum gingen Stimmen an die Menschen, die für ihre antidemokratische Partei stehen. Heißt ja: Wer da steht, ist völlig egal, Hauptsache menschenverachtende Politik. Und das geht direkt in den zweiten Part über: was diese Wahl über die Partei aussagt. Denn zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass über 300 Sitze bei der Wahl im ganzen Bundesland frei bleiben, weil es schlicht und einfach keine Menschen gibt, die sie einnehmen würden. Bei circa 250 dieser Sitze handelt es sich um die AfD. Ihre Sitze bleiben frei, die Gewichtung bei Abstimmung verschiebt sich zugunsten der demokratischen Parteien. Das ist ja die Krux: Laut ist die Partei mit ihrem ganzen menschenverachtenden Scheiß. Auf lokaler Ebene lässt sich sowas überhaupt nicht durchsetzen. Und machen will es wohl auch keiner.

Lambrini Girls
(Ms) Bock auf rohen, schnellen Punkrock?! Herzlich willkommen bei Lambrini Girls! Das Duo aus Großbritannien veröffentlichte zuletzt mit Bang Bang Bang einen Track, der seinem Namen mehr als gerecht wird. Schnell und voll auf die Fresse und schön unter zweieinhalb Minuten. Es erinnert schon sehr an Amyl And The Sniffers. Doch, was dort gut funktioniert, klappt ja auch woanders. Eben. Ein düsterer, treibender Sound, der sich da die Bahnen bricht. Ein Song, der erlebt werden will. Und das dazugehörige Video seht hervorragend Pate dafür. Genial, wie die Bilder die Stimmung des Stückes wiedergibt und untermalt. Ein Rausch, ein Knall, zerberstende Gläser. Am 15. Januar erscheint mit No Refunds ihr neues Album und könnte richtig stark werden!

08.05. - Hamburg, Fabrik
14.05. - Berlin, Astra
18.05. - Wien, Arena
20.05. - München, Muffathalle
25.05. - Köln, Live Music Hall


Tiny Doris
(Ms) Na, ist der Kopf schon wieder voll?! Zu viel Schrott auf dem Handy gesehen? Zu viele dämliche Vorgaben und Änderungen bei der Arbeit? Schon wieder Schienenersatzverkehr? Schon wieder gruselige Wahlergebnisse? Schon wieder hohe Spritpreise? Und wieso ist Butter eigentlich so günstig geworden? Und: schon beim Weihnachtsgebäck im Supermarkt zugeschlagen?! Puh. Overload. Das Hirn braucht dringend eine Pause. Zu viel. Zu blöd. Zu viel Energie raubend. Gut, dass es Tiny Doris gibt. Denn auf ihrem Album In Den Dosen, das heute (!) erschienen ist, macht der Denkapparat mal schön Pause. Hier passiert gar nichts. Und doch alles. Hier wird Sinn gegebenenfalls mal klein geschrieben. Hier lebt der Moment in extremer Reinform. Hier geht es um ein schiefes Gitarrenriff, Tiere und die Frage, wer die ganzen Maden aufisst. Eben. Das ist wichtig. Punkt.


Investment
(Ms) Der Groove dieses Tracks ist ansteckend. Mitreißend. Hypnotisierend. So schön eingängig. Es kitzelt gar ein wenig. Hach, macht das Spaß. Es geht um Parlament Der Liebe von Investment. Die Gruppe ist im Grunde genommen die selbe wie Der Mann oder Die Türen. Nur mit noch einem dritten Namen und einem bald neuen Album. Da steckt so viel subkulturelle Popmusik der 80er und 90er Jahre drin, das ist ja frech. Und das in einem so frischen Gewand. Mit sanftem, aber bestimmendem Bass und einer Querflöte, die einen hinfort trägt. Wenn es im Parlament der Liebe keine Mehrheit gibt, wird es kalt in Deutschland. Diese Programmatik ist so genial - süchtig machend beinahe! Stark. Musik kann so so unfassbar viel Spaß machen. Klanglich und intellektuell. Wieder Nur Lieder erscheint am 2. Oktober. Understatement par excellence. 


Fjørt 
(Ms) Das aktuelle Album dieser Band erscheint bitte in drei Monaten auf allen Bestenlisten des Jahres ganz vorne. Was Fjørt mit belle époque geschaffen haben, ist schlicht großartig. Großartig in der Wucht, beeindruckend in der Intensität, packend in der Wut und mitreißend in der Energie. Unerbittlich laute, krachende Gitarren und schepperndes Gebrüll. An vielen Orten waren sie mit den neuen Stücken schon unterwegs. Vom kleinsten AJZ bis zu den großen Festivalbühnen. Sie spielen beiweitem nicht überall, sie suchen sich ihre Orte schon aus. Ein Glück, dass sie kommendes Jahr noch eine satte Rutsche an Konzerten nachschieben. Der Januar und Februar steht nochmal im Zeichen dieser brachialen Musik und lässt den Winter erzittern. Hin da:

26.01.27 Rostock, Peter Weiss Haus
27.01.27 Potsdam, Waschhaus
28.01.27 Braunschweig, Westand
29.01.27 Vechta, Gulfhaus
30.01.27 Kiel, Die Pumpe
11.02.27 Bielefeld, Forum
12.02.27 Schweinfurt, Stattbahnhof
13.02.27 Essen, Zeche Carl
16.02.27 Kaiserslautern, Kammgarn
17.02.27 Chemnitz, AJZ Talschock
18.02.27 Regensburg, Aurelium
19.02.27 Reutlingen, franz.K
20.02.27 Karlsruhe, Substage
27.02.27 Köln, Live Music Hall



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