Mittwoch, 16. Januar 2019

Yassin - Ypsilon

Das Cover von Chehad Abdallah
(ms) Rap, wir müssen reden. Wir sind nun keine Experten auf dem Gebiet wie die KollegInnen bei backspin, splash! mag oder Visa Vie etcetcpp. Aber wir hören wirklich sehr gerne Rap!
Daher stellt sich ganz automatisch die Frage: Was soll der dämliche Hype um die Nutzung von Autotune?
Es ist ja nicht nur ein billiges Stilmittel sondern implizit auch die Erklärung, dass man keine besonders sichere oder gute Stimme braucht, um Musik zu machen. Jeder Ton, jede Sequenz wird zum Grauen verzerrt und derzeit ist es die Modeerscheinung Nummer eins im Rap. So erfolgreich zum Beispiel Trettmann derzeit ja ist, ich erkenne die teils gute Qualität seiner Texte, aber wozu Autotune?! Wenn man sich dann Standard mit Ufo361, Gringo und Gzuz anhört, schwillt die Halsschlagader bedrohlich an. Intern nennen wir soetwas Turboscheißdreck3000. Eine bessere Bezeichnung fällt mir persönlich auch gar nicht mehr ein.
Nun gibt es auch wesentlich sympathischere Rapper als diese vier. Von uns verehrt werden beispielsweise Fatoni und Juse Ju. Doch als die beiden auf dem Im Modus-Mixtape auch Autotune nutzten, wurde ich stutzig. Die gleiche Frage: Wozu?! Weil es cool ist?! Aufgrund großen Fan-Seins verzeihe ich es den beiden.
Und jetzt springt ein weiterer bärenstarker Interpret auf diesen Zug auf und die bereits gestellte Frage wird automatisch wieder aufgeworfen und in einem Zug beantwortet: Yassin, das hast Du nicht nötig.



Und auch Yassin verzeihe ich das. Denn sein erstes Solo-Album Ypsilon, das diesen Freitag (18. Januar) auf dem eigenen Label Normale Musik erscheint, ist ein wahres Brett geworden.
Nachdem ich ihn zusammen mit Audio88 vor zwei Jahren auf einem Festival live gesehen habe, verfolge ich beide mit Begeisterung. Der Mix aus bösesten Zeilen, guten Beats und astreinen Texten und dem bewussten Ausbleiben eines Reims ließ mich schnell überzeugen.
Zum Glück setzt Yassin Autotune nicht auf jedem der elf Lieder von Ypsilon ein.

Zuerst erschien letztes Jahr als Vorbote Abendland und ich war total begeistert, trotz des Stilmittels. Denn in gut dreieinhalb Minuten zeigt er, was gutes Songwriting ausmacht. Der Song zeigt zwei wegweisende Eckpfeiler für das Album: Yassin klingt solo anders als mit Audio88 zusammen - breiter, größer, nicht so minimalistisch - und textet auch anders. Man darf Abendland schon als persönliches Lied mit klarem politischem Einschlag sehen. Insbesondere das Video arbeitet ganz stark mit der Verbindung von Bild, Text und Beat. Klasse!
Dann erschien Haare Grau und es wurde klar, dass Autotune prominent eingesetzt wird, es lustig statt nur zynisch zur Sache geht und dennoch mit qualitativ hohen Texten gearbeitet wird. Das etwas gaga wirkende Video lässt darauf schließen, dass Yassin sich hier selbst nicht ernst nimmt und ganz profan seine Haarfarbe zum Thema macht.
Als dritte Auskopplung wurde 1985 gewählt. Erinnert halt stark an die gemeinsame Veröffentlichung von Casper und Marteria; unsere Ablehnung diesem furchtbaren Album gegenüber müssen wir eigentlich nicht noch mal wiederholen. Yassin hat die autobiographische Sicht auch viel besser drauf. Die Aufarbeitung der eigenen Kindheit und der Liebe zur Musik, die bis heute alles - wirklich alles - übersteigt, gelingt bestechend gut. Und siehe da: Kein Autotune!



Und dann warten noch acht weitere Songs auf den aufmerksamen Hörer. Samthandschuhe spielt mit Rollenklischees und einem abwechslungsreichen Beat. Junks thematisiert wahnsinnig eindrücklich, fast schon einschnürend die eigene Geschichte im Umgang mit Drogen.Okay, wir können auch direkt Sucht sagen. Dass Koks scheiße ist, muss man ja keinem sagen. Das so zu hören ist ein weiteres gutes, überzeugendes Argument davon weg zu bleiben.
Natürlich hat er sich auch ein paar Gäste mit auf die Platte gehört. Ohne Audio88 geht es nicht, zusammen mit Casper ist das mehr oder weniger als Dis-Track einzustufende Eine Kugel, das durchaus auch schmunzeln lässt.
Für Nie So holt er sich Mädness dazu. Auch ein alter Bekannter, denn mit Döll und Audio88 haben sie kürzlich erst zwei Tracks veröffentlicht. In dem Lied geht es um den Vergleich mit sich und den eigenen Eltern, der Familie. Als Einwandererkind keine leichte Sache. Darüber kann man sich gut Beiträge von Aladin El-Mafaalani anhören oder durchlesen, der beschreibt nämlich sehr genau, welche Herausforderungen auf die unterschiedlichen Generationen von Zugewanderten einprasseln.

Die Trap- und Autotune-Passagen gefallen mir nicht alle gleich gut. Da Yassin auf seinen Tracks jedoch inhaltlich wirklich zu überzeugen weiß, ist es ihm zu verzeihen. Ansonsten muss Linus Volkmann recht gegeben werden, der letztens gefordert hat, dass Autotune dieses Jahr aussterben muss.
Ypsilon ist ein textlich und klanglich breit aufgestelltes Album, das so nicht zu erwarten war, wenn man die gemeinsame Arbeit mit Audio88 verfolgt. Daher: Hut ab zu dem Mut und dem großen Können.

Bald geht Yassin auf eigene Tour und wir empfehlen den Besuch an diesen Orten:

18.01. - Berlin, Baumhaus Bar (Release Show)
26.03. - München, Strom
27.03. - Stuttgart, Schräglage
28.03. - Frankfurt, Zoom
29.03. - Berlin, Musik & Frieden
30.03. - Leipzig, Naumann's
31.03. - Hamburg, Prinzenbar
02.04. - Köln, Yuca

Montag, 14. Januar 2019

Heated Land - In A Wider Tone

Bild: www.facebook.com/heatedland
(sb) Das hab ich jetzt davon: PR-Info vorher nicht gelesen, tagelang gedacht, ich höre den neuesten heißen Folk-Scheiß aus Nordamerika und dann die Erleuchtung, dass Heated Land keineswegs aus Dallas, New York, Los Angeles, Seattle oder Toronto kommen, sondern aus heimischen Gefilden. Natürlich macht das das neue Album In A Wider Tone (VÖ: 01.02.2019) keinen Deut schlechter - ganz im Gegenteil!

Ende 2014, nach den Touren zum selbstbetitelten Debütalbum von Heated Land, verschwand Mastermind Andreas Mayrock in Richtung Mittelamerika. Zunächst kamen noch Grüße aus Kuba und Mexiko, doch je weiter es ihn in den Norden zog, desto stiller wurde es. Quasi aus dem Nichts dann ein Lebenszeichen: der Mitschnitt einer Livesession aus einer kanadischen Blockhütte. Und plötzlich war er zurück in Dresden, gedanklich aber noch (oder schon wieder) in Nordamerika und kurze Zeit später dann auch tatsächlich samt Arbeitsvisum über dem großen Teich.

Drei Jahre verbrachte Mayrock in British Columbia, ehe es ihn wieder nach Deutschland verschlug, diesmal nach Hamburg. Seine Band hatte sich in der Zwischenzeit in alle Winde zerstreut, für die Aufnahmen des neuen Albums rafften sich aber alle wieder im Studio an der nordfriesischen Nordseeküste zusammen. Ein Wochenende - mehr Zeit nahmen sich Heated Land für In A Wider Tone nicht, doch genau diese Vorgehensweise verleiht dem Album seine Authentizität, seinen Spirit.

Sehnsucht und Suche, Einsamkeit und Erneuerung - all das findet man in den neuen Songs der Band, zusammengefasst in einigen wenigen Zeilen und doch so raumgreifend, dass man sich dessen nicht entziehen kann. Der Blues vom Debütalbum ist als solcher kaum noch erkennbar, Folk ist nun angesagt, durchaus auch mal mit countryeskem Einschlag. In A Wider Tone ist von allem ein gutes Stück weit entfernt und nimmt einen doch wärmend in den Arm, lässt einen teilhaben an den Empfindungen, die den Songwriter in den vergangenen Jahren begleitet und gelenkt haben. Meine persönlichen Favoriten sind 0 0 0 und Off The Trees, Ihr dürft Eure auf der bevorstehenden Tour herausfinden:

04.02. Hamburg, Knust (Record Release Show)
15.02. Leipzig, Location steht noch nicht fest
16.02. Zittau, Emil
17.02. Hof, Dachbodenkonzerte
18.02. Dresden, Ostpol
19.02. Darmstadt, Schlosskeller
22.02. Köln, Weltempfänger
23.02. Hannover, Lister Turm
24.02. Offenbach, Hafen 2
Tour wird fortgesetzt!





Freitag, 11. Januar 2019

KW 2, 2019: Die luserlounge selektiert!

logosfake.wikia.com
(ms/sb) Wir, die luserlounge, sind an zwei unterschiedlichen Orten stationiert. Während der eine im Süden im Schnee zu versinken droht, sehnt sich der andere im nieselregenverhangenen Westfalen nach etwas Weiß vom Himmel. Aber das kann man sich ja nicht aussuchen. Wenn ich mit meiner Oma telefoniere geht es auch häufig erst einmal ums Wetter, logisch. Und meistens wird sich beschwert, auch das ist klar. Da meine Oma aber eine kluge Frau mit viel Humor ist, sagt sie dann auch stets, dass man ja eh nichts ändern könne und das auch gut so ist. Wie recht sie hat!
Wir haben auch recht, wenn wir sagen: Hier warten ein paar Perlen auf euch!

Perez
Ja hallo, was haben wir denn da? Hip Hop aus Stuttgart? Da gab es ja mal eine ziemlich gute Phase (Freundeskreis, Massive Töne, Afrob), dann eine weniger gute (Cro & Konsorten) und jetzt lässt 0711 Perez los auf die Musikwelt. Und ja, das weiß über weite Strecken zu gefallen! Sowas Wie Ein Album (VÖ: 25.01.) balanciert zwischen Genie und Wahnsinn, sprich: es gibt darauf einige sehr, sehr geile Stücke (v.a. Fluchtpunkt), bei anderen Songs denke ich mir aber jedes Mal wieder, dass das nicht deren Ernst sein kann. Die beiden Rapper haben so viel Potenzial, versauen es aber an manchen Stellen durch völlig unnötigen Autotune-Einsatz - und das trübt das Hörerlebnis trotz eigentlich großartigem Songwriting durchaus. Textlich ist das Ganze nämlich überaus hörenswert und macht Lust auf mehr! Ich bin ja mal gespannt, ob der im PR-Stream enthaltene sehr, sehr tolle Bonustrack Zu Hause dann tatsächlich den Weg aufs Album schafft - es wäre überaus wünschenswert, weil Highlight!


Theodor Shitstorm
Ich bin ein großer Freund von klugen Texten, die auch einen spielerischen Charakter haben. Das bringen Theodor Shitstorm in Perfektion zusammen. Das aktuelle Album von Desiree Klaeukens und Dietrich Brüggemann heißt zudem Sie werden dich lieben. Wie toll ist das denn?! Nun haben sie ein weiteres Video veröffentlicht und fragen darin, wer an was Schuld ist: jeder und niemand. Ganz einfach, ganz gaga, ganz schön schlau. Herrlich, dass das Video auf eigentümliche Weise noch richtig schön geworden ist. Die beiden gehen in Kürze auf Tour und nehmen Flo Holoubek mit, den man am Schlagzeug von Tim Neuhaus kennt. Geht da hin, es wird gut!

16.01. Saarbrücken, Max Ophüls Preis
17.01. Köln, Weltempfänger
18.01. Kiel, Schaubude
19.01. Flensburgm Volksbad
22.01. Düsseldorf, zakk
23.01. Hamburg, Hafenklang
25.01. Leer, JUZ
26.01. Rostock, Wohnzimmerkonzert
27.01. Langenberg, KGB
30.01. Leipzig, Ratstonne
31.01. Helmbrechts, Filmwerk
01.02. München, Heppel & Ettlich
02.02. Schorndorf, Manufaktur
03.02. Dresden, Ostpol
06.03. Berlin, Badehaus
08.03. AT-Wien, Rhiz
09.03. Wasserburg, Club Leonhard festival
25.04. AT-Dornbirn, Dynamo Festival



Hi! Spencer
Es ist oft ein Trugschluss vom Namen einer Band auf die Musik, die sie machen, zu schließen. Es tut mir leid, aber Hi! Spencer ist irgendwie ein eigenwilliger Name, der nach Schülerband klingt. Doch das haben wir schnell vergessen, denn die Songs der Osnabrücker ist reif, hat die nötige Portion Gitarrenwumms dabei, ohne stumpfer Punk zu sein, sondern guter, alter, deutschsprachiger Indie-Rock. Es ist ein bisschen Madsen, ein bisschen Love A und eine richtige Menge an eigener Note. Am 15. Februar erscheint das neue Album Nicht raus, aber weiter über Uncle M Music. Dazu gehen sie auf Tour und hier könnt ihr dazu schwitzen:

16.02.19 Hagen a. T. W. – Gaststätte Stock
10.04.19 Hannover – Lux
11.04.19 Berlin – Musik & Frieden
12.04.19 Hamburg – Molotow
13.04.19 Bremen – Kulturzentrum Lagerhaus
03.05.19 Meppen – JAM
09.05.19 Wilhelmshaven – Pumpwerk
16.05.19 Köln – Artheater
17.05.19 Essen – Weststadthalle
23.05.19 Kassel – Schlachthof
24.05.19 Dresden – Groovestation




Nicola Cruz
Spannend, spannend, was wir da aus Ecuador zu Hören bekommen! Die Musik von Nicola Cruz passt eigentlich so gar nicht ins Cluster der luserlounge, aber Siku (VÖ: 25.01.) ist einfach zu gut, um es zu ignorieren. Sein Interesse für die unterschiedlichsten Klangeinflüsse, Rhythmen und Kulturen der Welt steht dabei im Mittelpunkt - kombiniert mit seinem Hang zu elektronischen Sounds. Bekannt für diesen Brückenschlag zwischen Traditionellem und Electronica, zwischen Beats und mystischen, folkloristischen Klängen, setzt der Producer sogar noch einen drauf, indem er seinen Horizont erweitert, den Blick erstmals weit über die Grenzen Südamerikas hinaus öffnet und Sounds aus allen Ecken der Welt einbezieht. Der perfekte Lounge- und Aftershow-Soundtrack. Wer sich das live zu Gemüte führen möchte, der hat in Kürze die Gelegenheit dazu:

13.02.2019, Berlin - Astra
14.02.2019, Hamburg - Übel und Gefährlich




Blood Red Shoes
Es gibt einen Haufen an bekannter, erfolgreicher und beliebter Bands, die seit Jahren gut durch die Indie-Szene laufen, auf Festivals spielen, bei guten Partys zum Tanzen animieren und mir dennoch komplett unbekannt sind. Das ging mir letztens mit Two Door Cinema Club schon so. Bei Blood Red Shoes geht es mir eigenartiger Weise ebenso: Bekannt vom Namen und mehr auch nicht. Sie spielen dieses Jahr auf dem Deichbrand Festival, das ich besuche und in zwei Wochen (VÖ 25.01) erscheint das neue Album des Duos. Es heißt Get Tragic und klingt richtig stark. Da frage ich mich ab und an, wie das passieren konnte.
Laura Mary-Carter und Steven Ansell drehen auf der neuen Platte die Synthies und denn Bass gehörig auf und insbesondere die schöne Gesangsstimme von Laura lässt tolle Melodien erklingen. Sie erzeugen reichlich energiegeladenen Druck (Eye to Eye, Bangser, Howl, Elijah) und ich frage mich, wie das live klingt. Nachdem ich mal Wye Oak gesehen habe, weiß ich das und war total erstaunt, was für ein Sound ein Duo erzeugen kann. Wahnsinn! Und auch die ruhigeren Lieder wie Beverly wissen zu überzeugen. Ein hammerhartes Brett, große Empfehlung!




L'Impératrice
Diese französische Band haben wir Euch letztes Jahr schon präsentiert. Nun gibt es ein neues Video als Ankündigung zum Erstling, der am 5. April erscheinen wird. Là-Haut heißt das Stück, das der Vorbote für die Platte Namens Matahari ist. Der Track beginnt mir entspannten elektronischen Klängen und einem sanften Beat, der bebildert den stumpfen Alltag in einem Büro zeigt und diesem dann entflieht. Schön ist, dass das Video mit ganz unterschiedlichen Stil- und Kunstmitteln arbeitet, daher empfehlen wir dringend, euch dafür kurze vier Minuten zu nehmen. Ihr werdet belohnt mit catchy Musik und vielen bunten Farben!


Donnerstag, 10. Januar 2019

Side Effects - Some Other Day

Foto: Manne Wahlstrom
(ms) Sie haben definitiv ganz, ganz viel sehr richtig gemacht. Sie, das sind Billy Cervin, Elias Jungqvist, Hugo Martensson und Joacim Nilsson. Sie nennen sich side effects (ja, klein geschrieben), kommen aus Stockholm und sehen tatsächlich aus wie eine Mischung aus den jungen Mando Diao und den Killians. Tatsächlich ist die Musik, die sie machen auch nicht ganz so weit davon entfernt. Doch es ist wesentlich besser und nicht so eingebildet wie die älteren schwedischen Kollegen und sie pflegen einen gutem Umgang. Zum Beispiel sehr intensiv mit Ebbot Lundberg, dem ehemaligen Sänger von The Soundtrack Of Our Lifes, dem wunderbaren singenden Jesus. Der brauchte für sein Solo-Projekt nämlich eine Band, mit der er auftreten und die Lieder einspielen kann. Er fand die vier Jungs, heute alle 25 Jahre jung, und sie nannten sich The Indigo Children. Dass sie Lundbergs Art und Weise Musik zu machen, verstanden haben, ist dabei deutlich zu hören.
Nun sind sie unter eigenem Namen unterwegs und veröffentlichen an diesem Freitag (11. Januar) ihr zweites Album Some Other Day. Die elf darauf enthaltenden Tracks sind so voller Tempo, angenehmer Vielseitigkeit und darüber hinaus noch schön catchy, dass sie zudem die richtige Band sind, um Friska Viljor auf ihrer anstehenden Tour zu begleiten. Das gute, alte Vitamin B...



Seit zehn Jahren machen die vier Jungs zusammen Musik. Das heißt, sie waren schlanke fünfzehn, als sie damit angefangen haben. Nach Naivität, zu hohen Ambitionen oder Dilettantismus ist jedoch - oder zum Glück - keine Spur zu hören. Am besten kann man ihren Sound mit psychedelischem Gitarrenrock bezeichnen. Interessanterweise haben ihre norwegischen Kollegen von Great News letztes Jahr ein Album veröffentlicht, das in eine ähnliche Kerbe schlägt.
Groß klingt es schon im ersten Track Seasick. Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug tun das, was sie sollen: ordentlich Dampf! Auf den Stimmen liegt eine ordentliche Portion Hall, was aber richtig gut rüber kommt! Das treibende Schlagzeug macht auch auf Slip Away viel, viel Freude. An zweiter Stelle ist dies schon ein richtig, tolles Stück! Tatsächlich es eher die Musik, die live wohl richtig gut kommt; auf einer Party bin ich mir nicht so sicher. Hitpotential ist immer wieder vorhanden, jedoch liegt die hohe Qualität eher im konstant hörenswerten Gesamtwerk.
Toll ist, dass ein beständig hohes Tempo an den Tag gelegt wird. Es gibt kaum Pausen, kaum ruhigere Lieder, nur ab und an sanftere Phasen innerhalb der Songs. Das ist in sofern stark, weil Abwechslung auch dann garantiert sein kann, wenn es keine Ballade gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist Wanna Loose You, ein Track, der den Synthies mehr Raum gibt, super! Spätestens da ist der Zeitpunkt erreicht, in dem man sich fragt: Die sind erst 25?! Uhi, dafür klingt es aber enorm reif, überlegt und professionell!
Klar, es braucht ein paar weniger starke Lieder, B.N.H. kann man skippen, obwohl hier auf sehr hohem Niveau gemeckert wird. Doch schnell hinterher kommen mit Suffer & Smile und Hide Away zwei tolle, melodiegeführte Songs.
Und der Rausschmeißer Some Other Day schließt die gleichnamige Platte gebührend ab!



Das hier ist ein richtig tolles Album geworden. Temporeich, voller Abwechslung, mit vielen hörenswerten Details. Und sie sind genau die richtige Wahl als Vorgruppe zu Friska Viljor in den kommenden Tagen, deren Album ja eher melancholisch geworden ist.

Hier sind beide Bands demnächst unterwegs:

14.01. Hamburg - Uebel & Gefährlich
15.01. Berlin - Astra
16.01. Münster - Sputnikhalle
17.01. Köln – Gloria
18.01. Wiesbaden – Schlachthof
19.01. AT-Linz - Posthof
20.01. AT-Wien - Flex
21.01. AT-Salzburg - Rockhouse
22.01. AT-Dornbirn - Conrad Sohm
23.01. CH-Bern - Bierhübeli
24.01. CH-Winterthur - Salzhaus
25.01. München - Theaterfabrik
26.01. Dresden - Beatpol
27.01. Rostock - M.A.U. Club

Dienstag, 8. Januar 2019

Friska Viljor - Broken

Foto: Dennis Dirksen
(ms) Ein Bericht zum neuen Album von Friska Viljor kommt nicht ohne eine persönliche Einbettung des Ganzen aus.
Es begab sich am 2. Mai 2008 als ich die beiden Schweden mit Band das erste Mal live gesehen habe. Damals gab es in Bielefeld eine Partyreihe der Musikzeitschrift Visions. Das war immer klasse. Ein Mal im Monat traten zwei, drei Bands für einen geringen Preis auf und anschließend wurde wild getanzt. Es kostete schlanke sieben Euro, damit Daniel, Joakim und Band uns in Ekstase versetzten. Seitdem begleite ich die Band und ihre Songs mich. Viele haben sich richtig in mein Gedächtnis und einzelne, sehr private Situationen eingebrannt. Kein Wunder, dass sieben weitere Konzerte folgten. Die beiden großen Typen mit der Mandoline in der Hand an einem zu klein eingestellten Mikrophon-Ständer damals im Mai ist ein Bild, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Nun erscheint diesen Freitag (11. Januar) ihr siebtes Album, das Broken heißt. Wie erwachsen sie geworden sind. Denn: Als die beiden Freunde sich dazu entschlossen haben, gemeinsam zu musizieren, waren kurz vorher ihre beiden Beziehungen zerschmettert.
Die von Joakim war nun wieder vorbei. Das ist drei Jahre her. Daraus entsprangen allerdings auch Kinder, Vertrauen, Gemeinsamkeit. Ein Team zerbrach. Und Joakim auch. Die Geschichten aus dieser Zeit finden sich nun musikalisch untermalt. Keine Leichtigkeit mehr, kein Bravo.
Im Vorhinein gab es schon eine große Berichterstattung, viel Ungefähres, Vielversprechendes. Dann kam der vielzitierte Auftritt als Shotgun Sisters auf dem Reeperbahn Festival - ich war dabei. Ich stellte mich auf Party und angenehmen Biergenuss ein, doch durch ein Gespräch mit meinem Nachbarn, der in der Szene gut vernetzt und informiert ist, steckte der mir, dass die beiden ausschließlich neues Material spielen würden. Folgendes Bild ergab sich: Die zwei wundervollen, großen Typen an Gitarren und Keyboards, in Joakims Augen sah man den Schmerz, in Daniels viel Güte. Die Songs waren noch nicht fertig, aber in einem fruchtbaren Prozess.



Für Broken wurde der letzte Track im November geschrieben! An diesem Sonntag wurden die gemasterten Lieder fertiggestellt. Freitag erscheint das Album. Diese Schnelligkeit ist atemberaubend, aber Friska Viljor haben auch versprochen die Platte vor Tourstart zu veröffentlichen. Es sind zwar nur drei Tage, aber immerhin bliebt noch etwas Zeit, die Texte zu lernen!

Mit Unless You Love Me startet das Album. Bei aller Emotionalisierung der Umstände kann man zum Glück festhalten, dass der Sound der Alte geblieben ist: locker, unaufgeregt. Im Grunde genommen haben sie sich ja auch nie wirklich entwickelt und niemand hat das von Friska Viljor je verlangt. Oder doch?! Immerhin haben sie mir Is It Over zum ersten Mal ein reines Instrumentalstück dabei (belehrt mich, wenn ich hier falsch liegen sollte). Und zum Ende hin folgt mit Not The Same ein weiteres, das mit elektronischem Sound arbeitet.
Broken ist nicht nur inhaltlich ein Konzeptalbum, sondern auch von der Abfolge her. Denn die Lieder schildern nach und nach die persönliche Krise von Joakim. Es beginnt mit einer schlimmen Offenbarung. Zweifel und Niedergang folgen.
Doch die Traurigkeit ist meist in den Texten zu finden und nur ab und an in der musikalischen Stimmung. Wirklich melancholisch sind beispielsweise Failure und Trap geworden. In letzterem ist erstmals die immer etwas wackelige, unperfekte Gesangsstimme von Joakim unter einem neuen Gesichtspunkt zu hören. Eines der Höhepunkte ist sicherlich Regrets, der Song gleicht einem Spiegelbild seiner Seele.
Ab und an findet man sich auch selbst wieder in einzelnen Passagen. Wenn es in All Is Good heißt, dass schon alles in Ordnung sei, obwohl das definitiv nicht zutrifft, kennt man das. Gerne redet man sich Situationen schön oder will nicht aus mit dem Ballast, der auf einem liegt.



Nun ist Broken sicherlich das privateste Album, das die beiden je hervorgebracht haben. Den wahren Verdienst daran hat jedoch Daniel. Denn die Band stand kurz vor dem Aus. Joakim hat seine Gefühle und Stimmungen jedoch immer aufgeschrieben, kleine Liederfetzen entstanden, doch nie mit dem Ziel sie auf Platte zu bringen. Dafür war Daniel zuständig, der ihn stets ermutigt hat weiter zu machen, weiter zu schreiben und Melodien zu finden. So ist Broken nicht nur ein Trennungs-Album, sondern auch der Beweis einer großen Freundschaft.

Das Stärkste ist es nicht geworden. Dazu fehlen Hymnen wie Wohlwill Straße, Arpeggio oder In My Sofa I'm Safe. Aber es ist ein tolles Album geworden mit viel Herzschmerz und dem großen Versprechen, dass sie vorerst nicht aufhören ihre treuen Fans live zu begeistern. Das geschieht ab kommender Woche genau hier und wir raten Euch, dahin zu gehen:

14.01. Hamburg - Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
15.01. Berlin - Astra
16.01. Münster - Sputnikhalle
17.01. Köln – Gloria
18.01. Wiesbaden – Schlachthof
19.01. AT-Linz - Posthof
20.01. AT-Vienna - Flex
21.01. AT-Salzburg - Rockhouse
22.01. AT-Dornbirn - Conrad Sohm
23.01. CH-Bern - Bierhübeli
24.01. CH-Winterthur - Salzhaus
25.01. München - Theaterfabrik
26.01. Dresden - Beatpol
27.01. Rostock - M.A.U. Club


Montag, 7. Januar 2019

Turbostaat - Nachtbrot

(ms) Zwei Freunde von mir sind wirklich verrückte Fans der Flensburger Band Turbostaat. Unabhängig voneinander haben sie schon unzählige Konzerte besucht. Die Gruppe ist an mir immer ein bisschen vorbei gegangen. Einzelne Songs wie Haubentaucherwelpen oder Tut es doch weh finde ich ebenfalls sehr stark, doch ich habe sie tatsächlich nur ein Mal auf einem Festival gesehen. Und das nur im Vorbeigehen.
Ich kann mir nicht erklären, wie mir dieser folgenschwere Fehler unterlaufen konnte. Denn diesen Freitag (11. Januar) erscheint ihr erstes Live-Album, das auf den Namen Nachtbrot hört und ich darf schon seit ein paar Wochen reinhören und bin von der ersten Minute bis zum Schlusstakt vollends überzeugt, dass das hier ein ganz großer Wurf ist. Daher folgt nun der Versuch zu erklären, warum Nachtbrot das perfekte Live-Album ist.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Band ein Live-Album produziert und es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Im Weihnachtsgeschäft tümmeln sich allerhand Geldzähler, manchmal ist es ein Abschieds-Release, ab und an die Aufzeichnung eines besonderen Abends mit speziellem Ambiente. Turbostaat haben sich für einen anderen, triftigeren Grund entschieden: Sie feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Beachtlich: Stets in der gleichen Besetzung. Für diese Platte fuhren sie letztes Frühjahr nach Leipzig ins Conne Island, wo ein einzigartiges Publikum auf sie wartete.



So. Aus folgenden Gründen ist Nachtbrot das perfekte Live-Album: Erstens sind die Musiker dieser Band richtig, richtig gut an ihren Instrumenten. Das ist eine notwendige Voraussetzung für einen Live-Mitschnitt. Erhärtend kommt hinzu, dass es häufig Rhythmuswechsel innerhalb eines Liedes gibt, dass die beiden Gitarren scheinbar gegeneinander arbeiten. Dies funktioniert herausragend. Zudem wurde diese musikalische Dynamik bestechend gut eingefangen, man hat beim Hören wirklich den Eindruck vorne im Moshpit zu stehen.
Weiterhin gehört das Publikum dazu. Es ist in dem genau richtigen Maße zu hören. Es ist leise, wenn es leise sein soll (Wolter) und laut, wenn es laut sein soll (auch in Wolter und in den meisten anderen Liedern). Außerdem ist zu spüren, dass zwischen Band und Besuchern eine vertraute, ja beinahe freundschaftliche Atmosphäre herrscht. Man kennt sich. Das erklärt auch, warum die Menge so unheimlich textsicher ist. Diese Textsicherheit wird oft verlangt, wenn Sänger Jan es ihnen überlässt und dann, wenn das Publikum sich diesen Raum nimmt (Sohnemann Heinz).
Grund Nummer drei für die Stärke des Albums: Die Länge. Ein Live-Album mit zwölf Liedern ist unglaubwürdig. Es sind 21 Songs, die sich über 82 Minuten erstrecken. Es ist ein gefühlt volles Konzert, das an drei Abenden in einer Location aufgenommen wurde. Es harmoniert an allen Ecken und Enden, das passt saustark.
Grund Nummer vier: Die Dynamik, die Energie, die enorme Bereitschaft, die Kraft der Band. Wie sehr sie das provozieren ist nur ab und an und dann aber sehr deutlich zu hören. So ruft Sänger Jan Windmeier dem Publikum im Song Abalonia kurz vor dem Refrain einmal zu "Kommt!". Selbst wenn man nicht dabei war, weiß man ganz genau, was gemeint ist: alles geben, mitsingen so laut es geht, schwitzen was das Zeug hält, eins sein mit dem Augenblick.
Nummer fünf: Die generelle Qualität der Gruppe Turbostaat. Ich tue mich schwer damit, ihr Genre einfach mit Punkrock zu betiteln. Das wäre ihren Texten nicht gerecht, denn diese sind zu klug für Punkrock, teils zu verschachtelt. Sie sind nicht Schaum vorm Mund, sondern auch einfühlsam, ehrlich, bedacht. Die Dagegen-Mentalität, wie man sie eigentlich aus dem Punk kennt, ist zum Glück nicht zu vernehmen.



Heute, am 7. Januar, vor zwanzig Jahren kamen Jan, Rollo, Tobert, Peter und Marten das erste Mal zum Proben im Husumer Speicher zusammen, gründeten die Band mit allerhand Zweifeln und haben sich zurecht und beträchtlich etabliert in der deutschen Musiklandschaft und wuchsen zu einer überzeugenden, verlässlichen Größe heran.
Wer sich dieses Album nicht kauft, gehört ordentlich bestraft. Es sollte einen gebührenden Platz in der heimischen Plattensammlung finden und regelmäßig laut laufen.
Die beiden oben erwähnten Freunde kann ich nun mehr als gut verstehen.
Zum Glück kann man sich davon auch in den kommenden Wochen live überzeugen. Und zwar hier:

11.01. - Husum, Speicher (Ausverkauft)
12.01. - Flensburg, Volksbad (Ausverkauft)
14.02. - Hamburg, Markthalle
16.02. - Jena, Kassablanca
19.02. - Köln, Gloria
21.02. - Stuttgart, Universum
23.02. - Göttingen, Musa
13.03. - Münster, Sputnikhalle
16.03. - Hannover, Faust
19.03. - Berlin, SO36 (Ausverkauft)
21.03. - Dresden, Beatpol
22.03. - Erlangen, E-Werk

Freitag, 4. Januar 2019

KW 1, 2019: Die luserlounge selektiert!

Quelle: supercoloring.com
(ms/sb) Wir, die luserlounge, wünschen Euch natürlich ein glückliches, gesundes, lautes, taktvolles, neues Jahr! Was da nicht alles auf uns wartet. Wahrscheinlich wird die Berichterstattung hier etwas dünner werden, da sich beruflich neue Wege abzeichnen und für dieses wunderbare Hobby nicht mehr so viel Zeit vorhanden sein wird. Wir setzen selbstredend alles dafür an, Euch weiterhin mit Neuem und Hörenswertem zu versorgen. In den nächsten Wochen gibt es schon drei Neuerscheinungen, die uns jetzt schon aus den Schuhen reißen: das erste Solo-Album von Yassin, das bärenstarke Live-Album von Turbostaat und das Konzeptalbum von Friska Viljor, das immer noch kein Veröffentlichungsdatum hat, obwohl die Tour in wenigen Wochen startet. Das letzte Lied für die Platte wurde Ende November geschrieben! Langsam drängt die Zeit. Oder? Ach, quatsch. Gut Ding will weiterhin Weile haben. Live sind sie eh super.
Doch Achtung. Erstmal ist heute Freitag. Und das lassen wir euch nicht nehmen: Es wurde selektiert!

Dahlia Sleeps
Die Zeit zwischen den Jahren oder kurz nach dem Jahreswechsel bringt oft eine leicht melancholische Stimmung mit sich, oder? Latente Ängste zu dem, was kommt und ansteht. Aber auch Hoffnungen, dass das, was letztes Jahr nicht so rund lief, besser wird. Die britische Band Dahlia Sleeps hat dazu die passende Musik auf Lager und veröffentlicht am 18. Januar via Warner/Zebralution ihre EP Love, Lost. Im Vordergrund stehen sanfte Klaviertöne, die schnell mit treibenden Synthie-Elementen zu einem zarten aber energievollen Electropop fusionieren. Dafür sind Sängerin Lucy Hill und Produzent Luke Hester im wesentlichen verantwortlich. Die sieben Lieder überzeugen mit leichter Zerbrechlichkeit, schöner Harmonie. Überzeugungsarbeit gibt's hier:



Dodie
Wir haben direkt noch eine weibliche Künstlerin, die am gleichen Tag auch eine EP auf den Markt bringt. Sie kommt aus Essex, nennt sich Dodie (nicht zu verwechseln mit Dido), macht seit sieben Jahren Musik und ist 23 Jahre jung. Human ist ihre dritte EP, ihre ersten beiden hat sie unter eigener Regie veröffentlicht und dennoch Chart-Platzierungen in Großbritannien eingefahren, Hut ab! Ihre Songs sind ruhig, auf den Inhalt fokussiert und schlicht wunderschön. Beim Video zum titelgebenden Lied musste ich sofort an Real Humans (dieser Roboter-Serie aus Schweden) und den Film Her denken. Ich mag es, wenn Video und Text so passend Hand in Hand gehen:



Juse Ju
Es ist kein Geheimnis und wir geizen auch nicht damit: Wir danken Fatoni sehr, dass er Juse Ju mit nach vorne gepusht hat. Seitdem sind wir große Fans; spätestens jedoch seit Angst & Amor. Shibuya Crossing hat uns dann den Rest gegeben. Und da Juse das Handwerk des Rap sehr gut versteht, bringt er nun eine neue EP raus: sechs neue Tracks und sechs Instrumentals: Untertreib nicht deine Rolle. Das soll dann live entsprechend dargeboten werden und er geht ein weiteres Mal mit Curly auf Tour. Dazu gibt es auch einen gemeinsamen Song und seid getrost; der Track wird mit mehrmaligem Hören immer besser!

15.02. - Erfurt, Kalif Storch
16.02. - Würzburg, B-Hof
17.02. - Wien, Flex Café
18.02. - Dresden, Groovestation
21.02. - Lüneburg, Salon Hansen
22.02. - Dortmund, Junkyard
23.02. - Kirchheim, MGH Linde
07.03. - Potsdam, Waschhaus
08.03. - Rostock, Helgas Stadtpalast
09.03. - Bremen, Lagerhaus
10.03. - Kiel, Orange Club