Freitag, 13. Juli 2018

KW 28, 2018: Die luserlounge selektiert!

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/28_(number)
(ms/sb) Zwei der größten Festivalwochenenden sind ja schon passé. Hurricane/Southside und Rock am Ring/im Park sind abgehakt und abgebaut.
Dabei geht es gefühlt jetzt erst so richtig los. Und eines der absoluten Höhepunkte wird das zweite Augustwochenende, wie seit Jahren. Da findet endlich wieder das Open Flair in Eschwege statt (ja, gleichzeitig auch das wunderbare Taubertal Openair und das Rokko del Schlacko). Wenn das ganze kleine Städtchen wieder Festival macht. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Die Bauern helfen mit, die Bevölkerung hat Spaß, die Anwohner verkaufen Bier und lecker Essen und die ein oder anderen lassen einen auch rein, um das zuletzt getrunkene Bier auf natürlichem Wege wieder loszuwerden. Große Klasse und große Unterhaltung wird dann auch wieder die Gänsekapelle sein. Es ist so einfach, wie es klingt. Vorne ein Mensch mit einem Xylophon, dazwischen ein Dutzend Gänse, hinten ein Mensch mit Pauken und Percussion. Fertig ist das Schmunzeln auf dem Gesicht. Und dieses wunderbare Festival durfte diese Woche voller stolz verkünden, dass es ausverkauft ist. Gut, dass wir seit letztem August Karten haben.
Und diese Musik und Infos kann Euer Wochenende verschönern:

Neonschwarz
Sie sind wieder da. Sie haben wieder Bock. Sie sind wieder unterwegs. Wenn Marie Curry, Spion Y, Johnny Mauser und Captain Gips, dann ist der neonschwarze Block da und weiß ordnungsgemäß einzuheizen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass es ein Fest wird, wenn die vier Hamburger auf der Bühne stehen und loslegen. Es kommen Gutelaunelieder genauso zur Geltung wie bitter notwendige politische und aktuelle Ansagen! Denn wenn wer was mit seinen Liedern zu sagen hat, dann sind es Neonschwarz. Die Tour nennt sich "40 Grad Fieber"; ob das ein Wink zu einem neuen Album ist, bleibt abzuwarten. Wir freuen uns ohnehin riesig drauf, die Schwizzys wieder live zu sehen:

09.11.2018 - Lüneburg - Kneipe im Anna&Arthur Lüneburg
10.11.2018 - Husum - Speicher Husum
23.11.2018 - Münster - Gleis 22
24.11.2018 - Heidelberg - halle02
07.12.2018 - Dresden - Club Tante JU
08.12.2018 - Wien (AT) - FLEX
24.01.2019 - Zürich (CH) - Dynamo Zürich (offiziell)
25.01.2019 - Bern (CH) - Dachstock Reitschule
08.02.2019 - Wiesbaden - Schlachthof Wiesbaden
09.02.2019 - Düsseldorf - zakk Düsseldorf
22.02.2019 - Stuttgart - Im Wizemann
23.02.2019 - München - Feierwerk
22.03.2019 - Nürnberg - Z-Bau
23.03.2019 - Hannover - Kulturzentrum Faust
05.04.2019 - Dortmund - FZW
06.04.2019 - Bremen - Kulturzentrum Schlachthof
13.04.2019 - Berlin - Festsaal Kreuzberg
27.04.2019 - Hamburg - Grosse Freiheit 36



Orph
Sie haben ein neues Video ins Internet geblasen. Das hochgradig spannende Künstler-Musik-Kollektiv Orph hat den Song Heart Of A Window aus ihrem aktuellen Album The Pyramid Tears Of Simba verbildlicht. Das Video legen wir Euch weiterhin sehr ans Herz! Die Idee zum Video ist so einfach wie genial. Lange bevor es Knuddels oder Tinder gab, gab es anscheinend Dating-Videos. Wie das so genau funktioniert haben soll, ist schleierhaft, zumindest haben Leute sich via VHS vorgestellt und warteten auf Antwort. Genau das ist im Video zu sehen. So herrlich anachronistisch und dadurch extrem sympathisch. Orph sind auch bald wieder live zu sehen:

27.07.18 - Jena - Kulturarena (mit Tocotronic)
26.09.18 - Hamburg, Nochtwache
27.09.18 - Berlin - ArtStalker
28.09.18 - Chemnitz -Aaltra
04.10.18 - Dresden - Groovestation
05.10.18 - Leipzig - Noch Besser Leben
06.10.18 - Vogtland - Kunsthaus Eigenregie
12.10.18 - Hatzenweier - Grüner Baum
13.10.18 - Aachen - Raststätte
24.10.18 - Bad Sulza - Toscana Therme
02. & 03.11.18 Bad Orb - LS Festival



Lässing
Wir haben Euch die Rocker Lässing letztens schon vorgestellt. Dass wir euch die Band erneut präsentieren, hat einen guten Grund. Nicht nur, dass Du nimmst die Liebe zu ernst mitsamt Video nun zu hören und sehen ist, sondern das Video hat eine durchaus einzigartige Geschichte: mit seinem frisch eingerichteten Tinder Gold-Profil veranstalteten sie eine virtuelle „Tinder-Tour“ durch über zehn Städte in Deutschland und konnten dabei über 400 Matches erzielen. Anschließend schickten sie an die Interessierten – wie vorab in der Profilbeschreibung angekündigt – das Video. Einige fanden das danach nicht mehr so lustig, andere haben bei dem Spaß gerne mitgemacht. Und über die Liebe nachzudenken, ist immer eine gute Idee! Bald hier live:

19.07. Cuxhaven - Deichbrand Festival
12.08. Eschwege - Open Flair Festival
17.08. Georgsmarienhütte - Hütte Rockt Festival



Gaika
Letztens haben ja alle mehr oder weniger zurecht über das Video von Childish Gambino gesprochen, geschrieben, diskutiert. Dabei ist das Lied musikalisch gar nicht mal so gut. Mit exzessiver Gewaltdarstellung kommt man halt überall in die Berichterstattung.
Ein wirklich gutes und total sehenswertes Video hat nun Gaika herausgebracht und wenn es nur ein Teil der Aufmerksamkeit bekommt, die Childish Gambino abbekommen hat, wird es dem mehr als gerecht. Das Bewegtbild zu Immigrant Sons (Pesos & Gas) sollte man am besten ohne vorherige Kommentare sehen. Es ist die erste Single aus dem Debütalbum Basic Volume, das am 27. Juli digital und am 28. September physisch via Warp Records erscheint. Dem Rap tut eine Hinwendung zum Text sehr gut, was nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist!




Masayoshi Fujita
Ganz ungewöhnliche Töne erreichen uns aus Berlin, wo Masayoshi Fujita den dritten Teil seiner Trilogie von Solo-Vibraphon-Alben vorlegt. Book Of Life (VÖ: 27.07.) heißt das gute Stück, verschafft dem Vibraphon, einem vergleichsweise jungen Instrument (einfach mal googeln!) eine Plattform und lässt den Hörer in sphärische Welten eintauchen, die man so bisher nicht kannte. Der japanische Komponist hat sein jüngstes künstlerisches Schaffen ganz dem Vibraphon verschrieben und diese Passion, diese Liebe zum Instrument ist spürbar. Das ist nichts, was man sich so nebenher anhören sollte, sondern vielmehr ein Album, das geradezu danach schreit (und das ohne Lyrics!), aufmerksam aufgesogen zu werden. Leider gibt's (noch) kein aktuelles Video, stattdessen präsentieren wir Euch Tears Of Unicorn vom Vorgängeralbum Apologues.




Moop Mama
Am 07.09. kommt das neue Album ICH von Moop Mama, seit heute gibt's das Video zu Molotow auf den bekannten Portalen. Gewohnt gut. Auch live sicher ein ordentliches Brett wie immer, wenn die Bläser-Rap-Formation zum Tanzen einlädt!




Bonaparte
Eines der größten Herausforderungen als MusikerIn ist sicherlich, sich neu zu erfinden, mit Überzeugung etwas Anderes am eigenen Klang oder der Vorgehensweise zu entdecken und dies umzusetzen. So geschieht es nun mit Bonaparte! Seit einiger Zeit etwas abgetaucht und nun auf Deutsch zurück. Zwischen Ironie und Ernst bewegt sich Das Lied von Tod und das ganz ohne Western-Romantik. An der Elfenbeinküste ließ sich Tobias Jundt ein bisschen inspirieren, das schlägt sich auf jeden Fall im Video nieder und vielleicht auch im Sound. Kommendes Jahr versetzt er die heimischen Clubs wieder in Ekstase:

Zurück nach Abidjan Tour 2019
04.04.19 Hannover - Glocksee
05.04.19 Erfurt - Kalif Storch
06.04.19 Nünberg - Desi
08.04.19 München - Rote Sonne
10.04.19 Mainz – Schon Schön
11.04.19 Köln - Artheater
12.04.19 Hamburg – Hafenklang
13.04.19 Berlin - Lido


Donnerstag, 12. Juli 2018

The Bamboos - Night Time People

Die Combo, die kein Bein still lässt: The Bamboos. Foto: She Is Aphrodite
(ms) Was haben The Bamboos und Asaf Avidan gemeinsam?
Auf den ersten Blick kann es gar nicht viel sein, denn musikalisch verbindet den Israeli und die australische Band nichts. Avidan tritt solo auf oder ehemals mit seiner Band The Mojos, The Bamboos sind neun Leute! Er hat sechs, die Band jetzt acht Alben veröffentlicht. Sicherlich unterscheiden sich auch die Musikhörer und Besucher der Konzerte voneinander. Die Stimmung könnte live - hier spekuliere ich nur - völlig verschieden sein. Bei Avidan gibt es viele ruhigere, melancholische Parts. The Bamboos machen so eine lockere und leichte Musik mit Herz, die unumwunden gute Laune schafft. Also, was ist jetzt nochmals die Gemeinsamkeit?
Beide wurden zu einem Zeitpunkt, als sie schon jeweils länger im Musikgeschäft aktiv waren, durch einen Remix eines anderen Akteurs richtig, richtig bekannt.
Bei Asaf Avidan war es der Song One Day, der durch den DJ Wankelmut extrem erfolgreich wurde. Bei The Bamboss ist es das Lied This Girl, das durch das Kollektiv Kungs vs Cookin’ on 3 Burners groß wurde. Beide Tracks verzeichnen bei YouTube Klickzahlen im schwindelerregenden Millionenbereich.
Das muss doch ein seltsames Gefühl sein, wenn man jahrelang Musik mit Leidenschaft und Hingabe macht und der Erfolg durchaus okay ist, man sich aber immer ein Stück mehr wünscht. Dann kommt wer, klopft einmal an, fragt, ob man aus diesem oder jenem Lied nicht etwas machen dürfe, natürlich sagt man zu und dann kommt der große Boom...

Die australische Band The Bamboos haben letzte Woche ihr neues, achtes Album Night Time People über BMG veröffentlicht. Das Kollektiv um den Gitarristen Lance Ferguson und die Sängerin Kylie Auldist haben auf der Platte elf Tracks untergebracht, die wirklich ein wunderbares Zusammenspiel ergeben. Der funkige Soul ist absolut ansteckend, kurzweilig, toll arrangiert und wird über die Spielzeit von einer guten Dreiviertelstunde nie langweilig. Dafür ist sicherlich die wundervolle Stimme von Auldist verantwortlich aber halt auch die Art und Weise wie sie ihre Instrumente nutzen. Der Bass ist genial und gibt manchmal Melodien vor. Das Klavier kann, muss sich aber nicht, zurück halten. Die Gitarre bringt ab und an Rockattitüde in die Takte und die Bläser... ja, die Bläser sind die Geheimzutat der Bamboos. Sie machen das Hören zu reinem Genuss und zu einem Erlebnis der guten, ungezwungenen Laune.

Genau so beginnt das Night Time People auch. Nach wenigen abwartenden Takten, steigt das Feuerwerk. Lit Up ist nicht nur die erste Singleauskopplung, sondern bei dem Lied bekomme ich enorm Lust das ganze Spektakel in einem kleinen Kellerclub zu sehen, wo man nah an den Musikern ist. Stranded überzeugt mit angezogenem Tempo und Streichern im Hintergrund. Wie funkig ihre Soulmusik ist, zeigen sie in Pony Up, spielerisch sind die Instrumente aufeinander abgestimmt und in einigen Momenten fühlt man sich musikhistorisch in eine andere Zeit hineinversetzt. Man darf auch guten Gewissens zugeben, dass es bei vielen Titeln lockere Musik für die breite Masse ist, was aber keinen negativen Beigeschmack haben soll. You Should've Been Mind ist dafür ein Beispiel, ein Lied, das niemand schlecht finden dürfte und das auch nicht langweilig ist.


Das neue Album von The Bamboos ist eine Dreiviertelstunde Auszeit vom Alltag und neben allzu viel verkopfter Musik ein hervorragender Ausgleich. Anhören, bitte!






Samstag, 7. Juli 2018

Ben Rector - Magic

Foto: Cameron Powell
Das Nach-Hause-Kommen sieht bei uns folgendermaßen aus, es gibt zwei wesentliche Varianten und beide finden im Dezember statt. Variante 1: In der frühen Adventszeit findet in der kleinen Heimatstadt, wo man groß wurde und zur Schule ging, ein kirmesartiger Weihnachtsmarkt statt mit Glühweinbuden ohne Ende, leckeren Schlemmereien und Fahrgeschäften, die das dann vorzüglich im Magen durchmischen. Dieses Fest ist eine Institution der Stadt, der gesamten Gegend. Man fährt da immer hin, obwohl man weiß, dass man sich wahnsinnig betrinken wird und es doch nicht soo super ist, egal. Variante 2: An Heilig Abend oder am ersten Weihnachtsfeiertag, nachdem alle Braten verschlungen, Geschenke verschenkt, Hände geschüttelt, Geschichten gehört und Tannenbaumkerzen ausgepustet worden sind, geht man noch in die Kneipe. Da sind dann, wie ein paar Wochen zuvor genau die Leute, die man zwar nicht mehr zwingend als Freunde bezeichnen würde, aber mit denen man viel verbindet und erlebt hat.

Was haben diese Kleinstadtgeschichten nun mit dem neuen Album Magic von Ben Rector zu tun, das vor zwei Wochen auf OK Kid erschienen ist? Ganz einfach: Auf einem Großteil der 13 neuen Lieder geht es um genau das: in Erinnerungen schwelgen, alte Geschichten raus holen, darüber lachen und das fern ab von aller Nostalgie gut finden.
Beim 31-jährigen Amerikaner, der seit einigen Jahren in Nashville wohnt, hat sich in letzter Zeit viel Magisches getan. Unter anderem ist er letztes Jahr zum ersten Mal Vater geworden; ein Ereignis, das schwer in Worte zu fassen ist und den Musiker staunen lässt. Davon erzählt bereits das erste Lied Extraordinary Magic, das er mit reiner Klavierbegleitung singt. Old Friends erzählt die obrigen Geschichten nur in anderem Gewand. Dazu gibt es ein wunderschönes Video (s.u.), in dem er den Song mit seiner alten Schülerband in der Garage spielt, die zu dem Haus gehört, in dem er aufgewachsen ist. Nein, das ist kein Kitsch, das ist einfach eine gute Idee.

Klar, Ben Rector macht große Radiopopmusik, die aber nicht nervt, der es aber ab und an an Raffinesse fehlt. Im Klang bewegt er sich zwischen Tom Odell (nicht ganz so groß und breit) und Rufus Wainwright (nicht ganz so melancholisch). Auch die beiden stellen das Klavier in den klanglichen Vordergrund ihrer Lieder. Was wiederum ein richtig toller Effekt ist, sind die spielerischen Kinderchöre, die später im Song Kids zu hören sind, das macht einfach richtig gute Laune. Auf Magic durchspielt er auch ein Gedankenspiel, das sicher jeder von uns mal gemacht hat im Song Sometimes: Was ist eigentlich aus der alten Jugendliebe geworden? Was wäre wenn...? Was wäre, wenn wir heute noch ein Paar wären? Kennen wir uns überhaupt noch?!

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat er schon eine beachtliche Karriere hingelegt. 2006 hat er den höchsten Preis beim John Lennon Songwriting Contest gewonnen und alle Alben, die er bislang veröffentlicht hat - Magic ist Nummer sieben! - sind in den amerikanischen Charts immer höher eingestiegen als ihr jeweiliger Vorgänger. Was in den kommenden Wochen also passiert, ist mehr oder weniger klar.

Am 22. Juni ist Magic auf OK Kid veröffentlicht worden.



Freitag, 6. Juli 2018

KW 27, 2018: Die luserlounge selektiert!

Quelle: number27.org
(ms) Es gibt sie noch, die guten Geschichten. Ach, wieso eigentlich dieses "noch"? Es gibt immer gute Geschichten, immer und überall. Man muss sie nur zulassen und nicht so tun, als ob die Zeiten wirklich so schlimm wären.
Letztens haben wir schon von der endlosen Suche des Musikers Ed S. nach einer passend großen Location für sein NRW-Konzert geschrieben. Nun ist er mit seinem Management fündig geworden. Es ist die Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Das ist gut, denn dann müssen keine Bäume gefällt und auch keine Tiere vertreiben werden. Zudem bleibt der schlimme Sound an dem Ort, wo schlimmer Fußball gespielt und schlimmes Bier getrunken wird. Irgendwie passt es dann doch ganz gut. Zudem - weil ja nicht so richtig Openair - schallen die schlimmen Töne dann auch nicht so weit übers schöne Ruhrgebiet. Am Dienstag war schon die Halbzeitpausensängerin Helene F. vor Ort, dabei dachte man, es könnte gar nicht mehr schlimmer werden.
Aber besser kann es werden mit wirklicher Musik, die mit Herz und Hand gemacht wird:

Fatoni
Der Gedanke, dass Rap derzeit das innovativste Musikgenre ist, lässt mich nicht los. Tendenziell wird mit neuen Liedern nicht mal auf eine neue CD/EP-Veröffentlichung hingearbeitet, was beim Indierock beispielsweise beinahe unvorstellbar ist. Fleißig dabei ist luserlounge-Favorit Fatoni, der letztes Jahr nicht nur extrem viel getourt ist sondern auch mit Mine ein Wahnsinnsalbum raus gebracht hat. Mit Calman hat er diese Woche Manchmal lüg ich meinen Arzt an herausgebracht, das mit einem ungemein minimalistischen Beat überzeugt. Wenige Wochen vorher erschien Dis is was ich mach mit Lux und Edgar Wasser mit einem ziemlich coolen Video. Wir sind halt Fan!





Public Service Broadcasting
Im Frühjahr haben sie die großartigen Editors auf ihrer Tour begleitet. Nun kommen Public Service Broadcasting im Herbst erneut auf Tour hierzulande und ein Besuch sei dringend ans Herz gelegt. Denn die drei sind nicht nur extrem gute Musiker, sondern haben auch noch eine Geschichte zu erzählen. In den Filmen, Beiträgen und Radiomitschnitten, die sie während der Show und in ihren Videos zeigen, geht es um den Niedergang der Kohlekraft in Südwales, die Raumfahrt oder den technischen Fortschritt generell. Das ist doch mal ein wirklich guter Grund, um Musik zu machen! Schaut Euch das hier an:

07.11. - Stuttgart - Kellerclub
08.11. - Bochum - Rotunde
13.11. - Berlin - Columbia Theater
14.11. - Leipzig - Werk 2
17.11. - Wien - B72
21.11. - Zürich - Bogen F



Rick Astley
Vor zwei Jahren hat Rick Astley die Definition von Comeback geschafft. Nach großen Erfolgen in den 80er und 90er Jahren hat er fast dreißig Jahre später wieder ein Album an die oberste Spitze der britischen Charts befördert. Das soll jetzt nochmal funktionieren: Beautiful Life heißt nicht nur das kommende Album (VÖ:13.07), sondern auch die erste Single daraus, die nun mit einem feinen Video erschienen ist. Der lockere, funkige Klang mag tatsächlich ein toller Radiosommerhit werden. Es ist einfach besser als dieses gewollte Latino-Zeug, was wieder durch die großen Rundfunkanstalten plärrt. Im Herbst geht er auch auf Tour, und zwar hier:

13.09.  -München - Tonhalle Kultfabrik
14.09. - Frankfurt - Batschkapp
16.09. - Köln - E-Werk
17.09. - Hamburg - Große Freiheit 36
18.09. - Berlin - Admiralspalast




Leto
Wir bekommen regelmäßig elektronische Post von Rookie Records. Und das freut mich immer, wenn sie als Absender von Mails erscheinen, denn deren Inhalt verspricht immer die neusten Tipps was Punkrock auf deutsch oder aus Deutschland und darüber hinaus angelangt. So ist es auch mit Leto, die am 31. August ihr erstes Album Vor Die Hunde auf eben jenem Label herausbringen. Into The Wild ist der erste Vorbote zum Erstling und ein extrem abwechslungsreiches Lied, das sich nicht zu schade ist, im Refrain englisch zu singen oder fantastische Chöre zum Ende hin mit einbezieht. Könnte also ein Topalbum werden! Das Quartett ist ab dem Sommer hier live zu bestaunen:

10.08. - Grindau/Schwarmstedt, Heimatzoo Festival
11.08. - Kiel, Kieler Bootshafensommer
17.08. - Soltau, Rock Im Hagen Open Air
18.08. - Stemwede, Stemweder Open Air
30.08. - Hamburg, Hafenklang (Release Show)
21.09. - Mönchengladbach, Blaues Haus
22.09. - Göttingen, Exil
04.10. - Hannover, Bei Chéz Heinz
05.10. - Chemnitz, Subway To Peter
10.10. - Kiel, Medusa
12.10. - Osnabrück, Dirty + Dancing
13.10. - Köln, Limes
27.10. - Oldenburg, UmBauBar
24.11. - Rüspel, Indoor Festival im "Kliemannsland"
01.12. - Celle, Cd-Kaserne



Peals
Manchmal ist es schon kurios, wie man auf einzelne Bands stößt. So geschehen bei Peals. Ich bin großer, alter Fan von Blackmail und der zweiten Band von Kurt Ebelhäuser, Scumbucket. Ebelhäuser betreibt in Koblenz das Tonstudio45, wo er diversen, großartigen Bands deren Alben produziert. Seiner Facebook-Präsenz folge ich und da war letztens von den Peals die Rede, die im Mai ihr selbstbetiteltes Album veröffentlicht haben. Es ist ordentlicher, schnörkelloser Gitarrenrock, der zu gefallen und überzeugen weiß. Doch hört am besten selbst mal rein:



Mittwoch, 4. Juli 2018

Hello Emerson - Above The Floorboards

Papierkrieg mit Sam Bodary
(ms) Sam Bodary hat vor Kurzem sein Literaturstudium an der Ohio State University beendet. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit der Verbindung von Kurzgeschichten von David Foster Wallace und J.D. Salinger. Spätestens da hat man mich!
Von Salinger las ich letztes Jahr den Fänger Im Roggen, Frédéric Beigbeder hat ein Buch über die Beziehung von Oona O'Neill und Salinger geschrieben, die spätere Frau von Charlie Chaplin hatte mit dem Schriftsteller eine intensive und kurze Beziehung. Von Wallace habe ich sowieso alles gelesen, was zu haben ist (natürlich auch Unendlicher Spaß!), inklusive einer Abhandlung über die Fatalismus-Theorie von Taylor (hab aber nicht alles verstanden).
Dieser Literaturstudent kennt sich nicht nur mit Intertextualität (so nennt man diese Querverweise in der Literatur) aus, sondern ist auch Musiker, nennt sich Hello Emerson und hat letzte Woche sein erstes Album Above The Floorboards veröffentlicht, das hierzulande über Kumpels & Friends Records erschien.

Sanft und warm beginnt das Album mit Streichern, die eine Begrüßung an den Hörer haben: Hello (so heißt das Intro), hier bin ich, die Platte, mit der Du jetzt mindestens die nächste Dreiviertelstunde verbringen wirst.
Dass Nebengeräusche vom Aufnahmeprozess zu hören sind, finde ich immer sehr sympathisch, als ob man ganz nah am Künstler und seinem kreativen Prozess dabei ist. Da darf es gerne knacken und rauschen, obwohl ausnahmsweise keine Vinylplatte sich dazu dreht.
Ruhig, unaufgeregt und doch mit klarer Richtung geht es weiter. Sams Stimme ist rein, doch eine gewisse Zerbrechlichkeit darin ist nicht zu leugnen, zum Glück hat es jedoch nichts Weinerliches. Der Sound bei Bridge ist breit und filigran: Aufgrund der Instrumentation ist es einleuchtend, dass über 20 Leute bei der Produktion von Above The Floorboards beteiligt waren. Herrlich, dass der Klang dennoch so fein bleibt, es ist beim zweiten Stück schon ein Album, für das man sich gerne Zeit nimmt.

Ein technisch schneller Start an der Gitarre leitet Straw ein, den man fast gar nicht bemerkt hätte, wenn die Tracknummer sich nicht von zwei auf drei gesprungen wäre. Die Lieder gehen geräuschlos ineinander über, eine Verfahrensweise, die man so bei dem minimalen Folk-Pop nicht erwartet hätte: sehr schön!
Die Stärke der Platte liegt weiterhin in der Ruhe und dass es nur selten man lauter wird, wenn man das so überhaupt nennen kann, es gibt ja gar kein Schlagzeug und keine verstärkten Gitarren. Doch das ewig kopierte Mumford-and-Sons-Konzept wird hier zum Glück nicht bedient. Doch eigentlich gibt es ja derzeit genügend Jungs-mit-Gitarre-um-den-Hals-Musiker. Hello Emerson sticht dennoch heraus, weil seine Lieder so leise allein mit dem Saiteninstrument funktionieren. Die einsetzenden Streicher, die Percussion-Arrangements machen diese Musik jedoch tiefer und stärker, müssen nicht zwingend sein und - das mag jetzt paradox klingen - erweitern den Klang auf wundersame Weise.
Und schon wieder... den Übergang von Travel zu Uncle habe ich gar nicht richtig realisiert, auch wenn ich total entspannt auf dem Sofa liege und diesem tollen Album lausche. Das Wort Eskapismus bahnt sich an.

Nebenbei ist es übrigens kaum zu glauben, dass Sam Bodary erst 23 Jahre jung ist. Die Arrangements der Tracks und das Gesamtbild klingen so rund, ausgefuchst und erwachsen, dass er locker auch fünfzehn Jahre älter sein könnte.
Flamenco ist ein weiteres schönes Beispiel für die Unaufgeregtheit des Albums. Einfache Elemente kommen und gehen, lassen die Ohren aufmerksam lauschen, wie alle Fassaden so gut zusammen gebaut sind. Ja, dieses Loblied hört nicht auf, das Genießen dieser Platte wird immer mehr zu einer Insel der Ruhe mit einem ganz sanften Lächeln auf dem Gesicht, bis Lake nochmal alles raushaut, was Bodary sich so ausgedacht hat, ein tolles Finale!
Das genaue Hinhören bei englischen Texten ist immer eine Facette, die sich mir persönlich tatsächlich nie so oft auftut. Sam hat jedoch was zu sagen, was man in einem sehr liebevollen und detailreichen Booklet nachlesen kann. Literatur am Anfang und Literatur am Ende; eine Analyse lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch hier gut durchführen.

Live gibt es diese herrliche Musik ab August hier zu hören:

26.08.18 Offenbach – Hafen 2
27.08.18 Chemnitz – Inspire Chemnitz
28.08.18 Hamburg – Freundlich & Kompetent
29.08.18 Berlin – Ä
30.08.18 Berlin – Art Stalker (mit Wayne Graham)
01.09.18 Annaberg-Buchholz – Alte Brauerei
02.09.18 Dresden – The Sound of Bronkow Music Festival
04.09.18 Bayreuth – Sübkültür
05.09.18 Marburg – Q
06.09.18 Düsseldorf – Zakk
07.09.18 Karlsruhe – Nun Kaffehaus (mit Wayne Graham)
08.09.18 Freiburg – Swamp (mit Wayne Graham)
09.09.18 Hof – Dachbodenkonzert
10.09.18 Münster – Pension Schmidt




Freitag, 29. Juni 2018

KW 26, 2018: Die luserlounge selektiert!

Quelle: brewbound.com
(ms/sb) Was ist so richtig schön am Sommer? Unter anderem ist es eine relativ einfache Erkenntnis, die in jedem Kalender zu finden ist und eigentlich schon totgeleiert wurde und gar nicht mehr richtig zieht, weil es halt auch jedem klar ist.
Es sind im Wesentlichen die Abende und Nächte, an denen man bis spät in die Nacht mit kurzer Hose, Shirt, lockerem Schuhwerk, guten Freunden, leckeren Getränken und den großen und kleinen Themen der Welt draußen sitzen kann und einfach nur das genießt, was da ist.
Es muss ja noch nicht einmal spät werden, die reine Möglichkeit auch um halb zehn noch leicht bekleidet eine Runde durch den Park zu drehen, stimmt froh. Es ist absolut legitim, die sehr kleinen Dinge im Leben ausführlich zu zelebrieren!

Heinrich von Handzahm
Dieser Name macht sofort aufmerksam und neugierig. Und nicht nur das, sondern auch das wunderschöne schwarz/weiß-Video zur neuen Single Die Zeiten. Darin gibt es einen Haufen wahrer Zeilen, die man sich unumwunden auf die Kleidung, ins Gesicht oder auf die Instrumente malen lassen kann, wie das Bewegtbild eindrucksvoll zeigt. Das Lied ist die Ankündigung zum neuen Album Auf Anderer Frequenz, das kommende Woche Freitag (06. Juli) auf dem Label Bring Me Home erscheinen wird. Kaum zu glauben, dass Heinrich von Handzahm mal eine Pokershow für einen großen Privatsender erfunden oder als Rechtsanwalt gearbeitet hat, denn seine Musik ist wirklich gut und sehr sehr schön.



Feuerschwanz
Letztens haben wir Euch schon das neue Album von Saltatio Mortis angekündigt. Nun sind Feuerschwanz dran. Neben Pfeifen, Tröten, Dudelsäcken und anderen historischen Instrumenten, dominieren auch bei ihnen die verstärkten, elektrischen Gitarren. Doch sie sind hauptsächlich die Begleitung zu sehr unterhaltsamen Texten. So auch Schubsetanz, das als Vorbote zum neuen Album Methämmer, das am 17. August auf FAME Records erscheinen wird. Dass das Video jetzt nicht die allerhöchste Kunst ist, ist okay, da kann man sich eher auf die zum schmunzeln bringenden Zeilen konzentrieren. Live hat man in den kommenden Wochen und Monaten ausreichen Möglichkeit die Kombination zu sehen:

30.06. - Weil am Rhein, Mittelalterlich Phantasie Spectaculum
14.07. - Bückeburg, Mittelalterlich Phantasie Spectaculum
20.07. - Pförring, Open Air Pförring
27.07. - Trier, 1. Trierer Nacht der Spielleute
02.08. - Wacken, Wacken Open Air
04.08. - Köln, Mittelalterlich Phantasie Spectaculum
08.08. - Wunsiedel,1 0 Jahre Colllis Clamat
11.08. - Höchstadt a. d. Aisch, Schlosshof Festival
17.08 -  Hamburg, Hammaburg Fest
18.08. - Dinkelsbühl, Summer Breeze
23.11. - Bremen, Aladin
24.11. - Köln, Essigfabrik
29.11. - Frankfurt, Batschkapp
30.11. - Karlsruhe, Substage
01.12. - Pratteln, Z7
06.12. - Berlin, Columbia Theater
07.12. - Kiel, Pumpe
08.12. - Hannover, Musikzentrum
13.12. - Hamburg, Markthalle
14.12. - Leipzig, Hellraiser
15.12. - Bochum, Matrix
20.12. - Wien, Szene
21.12. - Graz, Explosiv
22.12. - München, Backstage
28.12. - Nürnberg, Hirsch



Hannah & Falco
Über die bezaubernde Debüt-EP von Hannah & Falco haben wir Euch ja bereits berichtet, nun legen die beiden in Form einer Akustik-Session nach. Face In The Moon thematisiert den Verlust eines lieben Menschen und das Erinnern. Zwischen dem Versuch, zu vergessen, und schmerzlichen Momenten des Bewusstwerdens - wie es im Refrain des Songs vorkommt - scheint das bekannte Gesicht des Menschen immer bei Nacht, im Mond, wieder zu erscheinen.
Die Live-Session zum Song wurde am kühlsten Juni-Tag dieses Sommers in den Würzburger Weinbergen aufgenommen, mit der untergehenden Sonne im Rücken. Schön ist das.





L'aupaire & Phela
Und wo wir gerade schon bei Duetten und Sessions sind: manchmal braucht es nicht mehr als eine Frau, einen Mann und ein Klavier, um einem Tränen der Rührung in die Augen zu treiben. Danke L'aupaire, danke Phela. Ihr seid toll - in jeder erdenklichen Weise.


Adam Angst
In erster Linie muss man Felix Schönfuss gratulieren. Denn die Formation Adam Angst ist die erste, mit der ein zweites Album herausbringen wird. Mit Frau Potz oder Escapardo hat das irgendwie nicht so richtig funktioniert. Nun also Album Nummer zwei, das auf den Titel Neintology hört und am 28. September auf dem famos guten Label Grand Hotel Van Cleef erscheinen wird. Es ist davon auszugehen, dass die Texte erneut staunen lassen und direkt ins Knochenmark wandern werden. Wir sind sehr gespannt, freuen uns auf die neue Platte, hören bis dann Alexa rauf und runter und sind sicherlich bei einem der Konzerte anzutreffen:

06.07. - Straubenhart, Happiness Festival
13.-14.07. - Talge, Talge Open Air
03.-05.08. - Lustenau, Szene Open Air
17.-19.08. - Großpösna, Highfield Festival
31.08. - Losheim, Rockaway Beach Festival
15.11. - Wiesbaden, Kesselhaus
16.11. - Wien, Dreiraum
17.11. - München, Orangehouse
18.11. - Zürich, Dynamo21
20.11. - Köln, Gebäude 9
21.11. - Hannover, Musikzentrum
22.11. - Münster, Sputnikhalle
23.11. - Bremen, Tower
24.11. - Hamburg, Molotow
25.11. - Berlin, Musik & Frieden

Mittwoch, 27. Juni 2018

The Boys You Know - Two Lines That Never Touch

Bild: facebook.com/theboysyouknow/
(sb) Sie haben es schon wieder getan: bereits 2016 überraschten uns The Boys You Know mit einem
starken Album (Elephant Terrible) und nun legen die Österreicher noch eine Schippe drauf. Two Lines That Never Touch (VÖ: 29.06.) heißt das gute Stück und präsentiert die ganze Bandbreite, die die Pop- und Rockmusik zu bieten hat.

Es ist diese mehr oder weniger unterschwellige Melancholie in der Stimme von Sänger Thomas Hangweyrer, die die Musik von The Boys You Know trägt, mit der die Stimmung der Songs steht und fällt. Eine Tonalität, die mir schon vor zwei Jahren sehr zugesagt hat, die den Sound der Band prägt und die eine perfekte Symbiose mit der instrumentalen Begleitung eingeht.

An manchen Stellen fühlt man sich vom Songaufbau direkt an The Eels, die Meister der Melancholie, erinnert und besonders der Track You And Your Arcade Fire hätte durchaus aus der Feder von Mark Oliver Everett stammen können. Dazu sei angemerkt: ich bin großer Eels-Fan und dies ist folglich als riesiges Lob zu verstehen.

Bild. facebook.com/theboysyouknow/

Dass The Boys You Know nach wie vor nicht den Ruhm ernten, den sie eigentlich verdienen, ist zwar auf der einen Seite sehr schade, lässt ihnen andererseits aber abseits von Charts oder Airplay die Möglichkeit, sich weiter zu entfalten und die Musik zu produzieren, die ihnen selbst gefällt - und das ist nicht nur gut so, sondern womöglich sogar essentiell, um sich von Album zu Album konsequent so weiterzuentwickeln, wie es auf Two Lines That Never Touch der Fall ist.

Ganz unerkannt blieb die Band dabei freilich nicht: The Boys You Know hatten in der Zwischenzeit die Möglichkeit, sich als Support von Dinosaur Jr. und den Pixies einen Namen zu machen und überzeugten dabei auf ganzer Linie.

Wer sich selber ein Bild von den Livequalitäten der Österreicher machen möchte, der hat hier die Chance dazu:

Bild: facebook.com/theboysyouknow/


Dienstag, 26. Juni 2018

Live: Das Traumzeit Festival in Duisburg

Mogwai blasen alles weg auf dem Cowperplatz. Fotos: luserlounge
(ms) Drei Tage Schwelgen, Staunen, Singen, Schweigen sind wieder mal vorbei. Drei Tage Tanzen, Überrascht werden, sich Treiben lassen, Neues kennenlernen und zu Altem zurück kehren.
All das ist das Traumzeit Festival im Landschaftspark Nord in Duisburg. Im kleinen Vorbericht haben habe ich schon meine Liebe und Begeisterung zu dieser Veranstaltung geäußert. Daher durften die gesammelten Erwartungen aus den letzten sechs Jahren durchaus hoch sein und wie bei den vergangenen Besuchen wurden sie erneut übertrumpft von den Dingen, die mich staunend zurück gelassen haben. Laut Organisatoren gab es in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord. Das mag positiv verwundern, wenn man selbst vor Ort war. Denn nur sehr, sehr selten hatte man den Eindruck, dass es irgendwo richtig voll sei, dass man richtig warten musste, dass man irgendwo nicht durch kommt. Das liegt nicht nur am herrlich weitläufigen Gelände, sondern auch daran, dass die Besucherzahl bewusst klein gehalten wurde. Dabei dürfen sie sich durchaus den Vorwurf gefallen lassen, dass es ein Festival für Akademiker, Intellektuelle ab Mitte dreißig ist. Aber das ist vollkommen in Ordnung. Wenn man nicht mehr Student ist, Kinder hat und dennoch ein Wochenende erstklassige Unterhaltung haben möchte, dann ist das Traumzeit eine hervorragende Wahl!

Wahnsinn: Parcels
Der Freitag begann schon so, wie er beginnen musste: Mit dem Auftritt des Knappenchores Moers. Durchschnittsalter etwa Ende siebzig/Anfang achtzig. Die hohe, toll illuminierte Gebläsehalle überzeugte mit vulominöser Akustik, die Herren im Anzug mit Inbrunst. Die Idee ,die Geschichte des Ortes - ein ehemaliges Eisenhüttenwerk - so in Erinnerung zu halten und in die Gegenwart zu transportieren, ist nicht etwa kitschige Nostalgie, sondern ein einfallsreicher Clou! Lilli Among Clouds wusste die aufmerksamen Zuhörer zu halten und mit starker Stimme zu singen. Dann häuften sich die Höhepunkte im Bergwerktakt: erst erfolgt ein ungeheuer schöner, dichter und großartiger Auftritt von Gisbert zu Knyphausen, der einen Großteil seines aktuellen Albums Das Licht Dieser Welt auf dem Cowperplatz vortrug. Dann wurde ich zum ersten Mal am Wochenende komplett überrumpelt: Parcels haben in der Gießhalle gespielt und das war die Definition von Oberwahnsinn: hipper, catchiger Funk, der so dermaßen zum Tanzen animiert und die gesamte Halle in eine Diskothek verwandelt hat, dass man nur noch staunte. Das entschädigt auch die Kleidung und Frisuren der Musiker; das war richtig, richtig stark! Kurze Zeit später Faber als Hauptact des Abends. Und das komplett zurecht. Seine bissige, ehrliche Musik ist so große Unterhaltung, dass die Rhythmen in die Beine übergehen und die Texte einen zum Lachen bringen. Super Freitag!

Auch am Samstag war es angebracht, sich zwischen den leckeren Essensständen treiben zu lassen, der Magen konnte auf reichhaltige Weise genüsslich gefüllt werden, auch das trägt zur Atmosphäre bei; ein bisschen was Besonderes, ein bisschen ausgefallen und chic und absolut ins Bild passend: gut! Am späten Nachmittag ließ man sich von Luke Noa bei astreinem Soul beschallen und konnte dabei herrlich die Sonne genießen. Dass Geschmäcker verschieden sind, wurde dann bei Lotte klar: zwei Lieder genügten. Stattdessen haben Blumfeld gespielt. Sicherlich eine Band, die man gesehen haben sollte, wenn man deutschsprachige Musik mag. Sie brauchten eine gewisse Zeit, um anzukommen, doch ein textsicheres Publikum hat den Gig mit entsprechend viel Applaus honoriert. Publikumsmagnet an dem Abend waren dann die Mighty Oaks, die musikalisch überzeugten, irre sympathisch auftraten und nicht nur Brother lud zum Tanzen ein! Das Gegenprogramm war schlussendlich Mogwai. Heidewitzka. Wir waren in der Mitte des ersten Songs da, es wurde gerade ruhiger, bis urplötzlich eine massive Schallwand, Lärm und Krach über die Besucher hinweg fegte. Eine Demonstration von Lautstärke und Macht. Puh!
Glück auf: Der Knappenchor Moers

Am Sonntag um viertel vor fünf hat Malakoff Kowalski in der Gebläsehalle gespielt. Ein Pianist, der in Berlin beheimatet ist. In einer Dreiviertelstunde schuf er zwischen Bierstand, Cocktailbar und Flammkuchenofen eine Insel der absoluten Ruhe und Stille. Schade, dass zwischendurch so viele Leute gegangen sind, denn er hatte durchaus etwas zu sagen. Mit seiner leisen, minimalistischen Liedern versucht er der Musik als solcher auf den Grund zu gehen, den Kern zu erkennen. Bei seinen Ansagen war er sichtlich aufgeregt, irgendwie sympathisch. Zum Schluss sang er noch ein Lied ohne Klavier. Es war so pur und klar und nah; beeindruckend. Großartiger Auftritt, allein dafür muss man der Booking-Abteilung danken.
Es folgte ein überraschend toller Gig von Sam Fender. Der junge Brite glänzte mit erstklassigem Rock und einer Sting-ähnlichen Stimme, die man dem 22-Jährigen nicht zwingend zugetraut hätte. Danach wurde getanzt, denn Jamaram luden zur wilden Reggae-Dub-Sommer-Sause ein und ihr Animationsprogramm wurde gerne aufgenommen durch Mitsingen und Mittanzen zu einstudierten Choreographien. Als die Frage "Warum seht ihr am Festivalsonntag denn noch so unheimlich frisch aus?" erklang, musste ich schmunzeln, als meine Nachbarin sagte, dass wir ja alle zuhause schlafen würden. Das stimmt halt trotz der Möglichkeit vor Ort zu campen. Auch ohne Zahlen zu kennen, vermute ich dass die meisten nach den Konzerten ins heimische Bett gefallen sind - oder bei Freunden -, wir ja auch.
Abschließend wurde das Festival seinem Namen nochmal gerecht, als Martin Kohlstedt ein sphärisches Klavier-Beat-Set hinlegte. Mit dem Rücken zum Publikum, zwischen Flügel, Synthies, Tasteninstrumenten, Knöpfen und Drehreglern, spielte er nicht nur hervorragend mit dem Licht, sondern auch mit den klanglichen Übergängen! Fantastischer Abschluss.

Danke, liebes Traumzeit Festival.
Auch 2018 war grandios.
Wann gibt es denn Tickets fürs kommende Jahr?!
Ich werde in jedem Fall dabei sein!

Freitag, 22. Juni 2018

KW 25, 2018: Die luserlounge selektiert!

Quell: theproductivewoman.com
(ms/sb) Nach kurzem Überlegen und Durchstöbern der letzten Selektionen ist mir aufgefallen, dass die Einleitungstexte meistens einen irgendwie negativen oder melancholischen Touch haben. Das soll für die heutige Ausgabe in jedem Fall geändert werden, denn es gibt sie noch, die guten Nachrichten.
Eine davon spielte sich in den letzten Wochen und Monaten in Nordrhein-Westfalen ab, in Essen und in Düsseldorf. In beiden Städten wurde der Riesenplan eines Konzertes eines internationalen Künstlers zum Politikum. Es geht um niemand geringeren als Ed Sheeran, der objektiv betrachtet derzeit sicherlich einer der erfolgreichsten Musiker weltweit ist. Kommenden Monat soll (oder sollte) es einen Auftritt in Essen geben, auf einem Flughafengelände. Doch man sollte nie ohne Mutter Natur rechnen. Denn dort erhob sich die gemeine Feldlerche zum Protest und sie war siegreich und hat den Popschnulzensänger in die Flucht geschlagen! Nach Düsseldorf. Dort soll bei der Messe ein umfassendes Gelände neu gestaltet werden, um dort vor bis zu 100.000 Menschen Konzerte veranstalten zu dürfen. Dafür müssten jedoch Bäume weg. Und das geht ja nicht so einfach dank der deutschen Bürokratie. Ein 480 Seiten starkes Papier muss für die Entscheidung, die kommende Woche ansteht, noch durchgearbeitet werden. In einem Monat soll er spielen. Und es ist noch nicht klar, ob das passiert. Achtzigtausend Karten wurden verkauft. Man darf hoffen, dass Düsseldorf verschont bleibt. Bäume, ihr macht das schon!
Hier wird selektiert:

Ólafur Arnalds
Die Traumwelten erblühen wieder, wenn Ólafur Arnalds zuschlägt. Aber das tut er ganz leise, sanft, sehr bedacht und ausgetüftelt. Am 24. August erscheint über Mercury/Universal sein neues Album re:member. Dass er genial im Arrangieren ist, hört mein seiner Musik ganz leicht an, sie entführt den Hörer in ungeahnte Sphären und lässt ihn dort staunen. Für das neue Album hat er - und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen - mit einem Bekannten eine Software entwickelt, die Klaviere dazu bringt eigene Melodien zu spielen. Das nutzt er dann für seine Songs, die mit Streichern, Sythies und leichtestem Gesang untermalt sind. Atemberaubend! Live gibt's das auch:

05.10. - Hamburg, Elbphilharmonie
07.10. - Wiesbaden, Kurhaus
08.10. - Ludwigsburg, Forum
10.10. - Leipzig, Gewandhaus
11.10. - Berlin, Tempodrom



Flavien Berger
Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Nehmen wir als Beispiel das Lied 999999999 des Musikers Flavien Berger. Fast zehn Minuten geht der elektronische LoFi-Track, beginnt verzerrt und in den ersten Sekunden weiß man nicht so genau, was man davon halten soll, ob man überhaupt weiter hören oder sich doch auf der großen Videoplattform treiben lassen sollte. Nach einer Minute setzt Gesang ein und so etwas wie harmonische Klänge. Doch dann nimmt es richtig Fahrt auf, wird extrem gut! Das Lied ist einer von zwei bereits veröffentlichten Vorboten zum neuen Album des Franzosen Contre-Temps, das am 28. September über Pan European / A+LSO erscheinen wird. Live spielt er kurz vor Release zwei Konzerte hierzulande:

19.09. - Hamburg - Reeperbahn Festival
20.09. - Berlin - Kantine Berghain



Granada
Wie oft habe ich das Debütalbum von Granada in den letzten Monaten angehört, wie viele schöne und vergnügliche Stunden hat es mir bereitet? Wie oft habe ich Songs wie Eh OK, Ottakring oder Palmen am Balkon angestimmt? Ihr könnt Euch vorstellen, wie groß die Vorfreude auf Ge Bitte (VÖ: heute, 22.06.!) war und als dann die Promo bei mir im Postfach aufschlug, hab ich tatsächlich ein wenig gezittert.
Ohne das Album bis dahin gehört zu haben, formte sich ein Satz in meinem Kopf: "Stark, aber es fehlt die Übersingle à la Eh OK".
Und jetzt läuft Ge Bitte seit ein paar Tagen rauf und runter und ich freue mich, dass ich den zweiten Satzteil problemlos streichen kann. Das Album bietet von A - Z ganz große Unterhaltung, ist insgesamt vielleicht nicht mehr ganz so fröhlich und unbeschwert wie sein Vorgänger, offeriert aber andere Stärken. Sänger Thomas Petritsch und seine Band setzen sich mühelos über Genre-Grenzen hinweg, erweitern Austro-Pop um ein paar neue Facetten und sind doch unverkennbar Granada. Bodenständig, aus dem Leben, ungemein charmant und extrem sympathisch.



Edmund
Au weh, bei Edmund denkt man fast schon unweigerlich an den bayerischen Transrapid-Stammler, der seine Frau "Muschi" nennt und im Garten Blumen hinrichtet. Es ist also eindeutig Zeit, diesem Namen ein positiveres Image zu verpassen und zwei Österreicher sind auf dem besten Weg, genau das zu schaffen. Über 1 Millionen Views hat Freindschoft bei Youtube bereits erreicht, Tendenz ganz klar steigend. Am 14.09. folgt dann endlich das langersehnte Debütalbum auf Karmarama und dürfte nicht nur die österreichischen Charts kräftig durcheinanderwirbeln. Wer Seiler & Speer, Pizzera & Jaus und Konsorten feiert, der wird begeistert sein.




Bärenheld
Und nochmal Österreich, nochmal Karmarama: Josua Palmanshofer a.k.a. Bärenheld aus Linz veröffentlicht heute seine Single Weit Hinaus. Was uns erwartet? Große Gefühle, ein fröhlicher, ehrlicher, aber durchaus auch stets nachdenklicher Blick auf das Leben eines Endzwanzigers. Die Gefahr, in den unsäglichen Strudel deutscher Sänger à la Bourani, Bendzko und Giesinger abzudriften, ist durchaus erkennbar, aber ich vertraue einfach mal darauf, dass Bärenheld einen anderen Weg einschlägt. Demnächst geht er mit Granada und dem ebenfalls großartigen Simon Lewis auf Tour - Augen offenhalten und hingehen!



Samstag, 16. Juni 2018

Madsen - Lichtjahre

Bild: amazon.de
(mm) Madsen sind wieder da - mit ihrem neuen Album Lichtjahre. Und Lichtjahre scheint es auch her gewesen zu sein, dass man zuletzt etwas von den Jungs aus Niedersachsen gehört hat. Das letzte Album ist nun mittlerweile 3 Jahre her, man muss aber auch fairerweise sagen, dass ich sie in den vergangenen Jahren sehr aus den Augen verloren hatte. Umso mehr habe ich mich im Frühling wieder in sie verliebt und war begeistert, dass ich nun die neue Platte in den Händen halten konnte (bzw. der digitalen Form lauschen darf).


Was war nun also meine Erwartungshaltung? Nachdem die letzten Alben doch ruhiger waren als die ersten, hatte ich nach Vorab-Veröffentlichung von Rückenwind und Mein erstes Lied schon die Hoffnung, dass es doch wieder etwas mehr in die kraftvollere Richtung gehen wird. Wurde mein Wunsch wahr? Lest selbst – hier kommt ein Eindruck zu der (doch recht langen) Tracklist.

     

1. Wenn es einfach passiert
Ohje, da geht’s leider schon los. Mit dem Lied als Beginn des Albums kann ich leider nicht viel anfangen. Text ist mir zu kryptisch, auch nach 4x Hören habe ich keine Ahnung, worum es gehen soll. Zumindest mal musikalisch bin ich nicht enttäuscht. Immerhin.
 
2. Rückenwind
Die Single wurde wie gesagt schon vorab promotet und war bisher mein Favorit. Es ist einfach gute alte Madsen-Manier, Sebastian wird wieder ein bisschen lauter (wenn auch schonender für seine Stimme als auf dem Debüt). Ich liebe dieses Lied – und die Instrumentalteile sind immer noch vielversprechend. Weiter so! 
 
3. Sommerferien
Wer kennt es nicht in unserem Alter – Beruf und Hobbies in Kombination können schon mal dazu führen, dass man echt in Stress versinkt. Das Lied zeigt wunderschön den Unterschied zwischen der „unbeschwerten“ Schulzeit und dem heutigen Arbeitsalltag. Einfach keine Sorgen machen und das Leben genießen. Hat Potenzial, Rückenwind den Favoritenstatus abzuringen. Und auch hier: Musik mega!
 
4. Mein erstes Lied
Auch dieses Lied gab es vorab und ich habe mich direkt verliebt. Jeder kann etwas mit dem Gefühl anfangen: man verbindet Menschen ganz oft mit Liedern (und andersherum), besonders, wenn einem der Mensch extrem wichtig ist (oder es mal war). Und hörst du dann das Lied, kommt dir das Gesicht vor Augen und zaubert ein Lächeln. Text und Musik genial – tadaaa, hier haben wir den neuen Favoriten. Es steigert sich also von Lied zu Lied. Ich freu mich!
 


5. Keiner
Und dann das. Beim ersten Hören dachte ich noch „ohje, das klingt nicht gut“ – ich kann mittlerweile aber nicht mehr sagen warum. Der Grund: Der Text! Er ist so genial wie selten ein Text und hat mich echt zum Nachdenken gebracht – wie war denn die Zeit ohne Internet und Smartphone, ohne Follower und Likes? Wäre echt mal einen Selbstversuch wert. Mittlerweile kann ich wirklich nicht mehr nachvollziehen, warum mir das Lied nicht gefiel, die Musik ist auch in Ordnung, nix Herausragendes aber gut.

6. Wenn alles zerbricht
„Ich bin für dich da, wenn es dir dreckig geht“ – Das Lied ist nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mir fiel spontan ein, dass es ein Soap-Intro/Outro sein könnte. Kann man sich anhören, muss man aber nicht.

7. Ich tanze mit mir allein
Wo kommt das denn jetzt her? Nein! Bitte nicht! Zu viel Elektro für meinen Geschmack. Next!

8. Lichtjahre
Das Lied, dass dem Album den Namen gab – da darf man doch was erwarten oder nicht. Und was kommt? Ein ruhiges, schnulziges bla bla – Trennung und trotzdem Verbundenheit. Ich glaube, wenn man in der Situation ist, kann man damit gut was anfangen, ich kann es aktuell nicht.

9. Ein paar Runden
Langsam lässt die Konzentration und Lust auf das Album nach. Auch dieses Lied kann meiner Meinung nicht wirklich viel…. Echt schade. „Komm wir drehen ein paar Runden“ – und vielleicht wird’s dann wieder besser?


An dieser Stelle muss ich echt gestehen, dass ich eine Hörpause einlegen musste, weil ich nach den letzten Liedern so enttäuscht war. Natürlich habe ich dann weiter gehört….


10. Athlet
Musikalisch endlich wieder sehr viel besser, es geht wieder in die richtige Richtung und auch textlich sind wir hier besser unterwegs. Können die Madsen-Jungs es doch noch retten?

Foto: facebook.com/Madsenmusik
11. Kapitän
Kurz vor Veröffentlichung des Albums wurde diese Single noch an die Fans rausgeschmissen. Hab mir die da aber gar nicht angehört – mein Fehler, denn das Lied ist tatsächlich ziemlich gut. Ist zwar vom Textinhalt wieder sehr …naja…siehe oben, aber die Musik holt sehr viel raus.

12.Wird sie mich sehen
Wenn ich den Titel schon lese…So wie er klingt, so klingt auch das Lied – langsam, sehnsüchtig, schnulzig…. Hmpf….

13. Wo mal Wüste war
Ganz gut, aber auch hier nix Besonderes – läuft halt so nebenher durch und gut. Soldier Madsen-Song.

14. Macht euch laut
Das ist es endlich! BÄM! Das Lied, auf das ich unbewusst gewartet hab – laut, kraftvoll, ein Text, in dem es mal nicht um Liebe, Romantik, Sehnsucht etc. geht. Hier kracht es! Und welches zarte Stimmchen hört man da noch? Ich war sehr positiv überrascht, hätte ich nicht erwartet – doch diese Überraschung möchte ich euch nicht nehmen. Ich bin restlos begeistert von diesem Track.

15. Hungriges Herz
Ich habe das Album gehört, ohne die Trackliste vorher anzuschauen (digital halt). Umso erfreuter war ich, ein Lied aus Studienzeiten zu hören – damals hat es Mia. interpretiert. Und ich muss sagen – Madsen setzt es (fast) besser um als das Original. Hörempfehlung!

16. Bumm Bumm Bumm (feat. König Boris)
Scheint es ja schon seit Mitte letzten Jahres zu geben – ist aber komplett an mir vorbei gegangen. Sei‘s drum: Stark angefangen, doch dann…Wer zum Henker ist König Boris und was suchen Fettes Brot denn nun bitte hier? Ist das vielleicht der Beitrag zur WM? Mitgrölcharakter im entsprechenden Promille-Zustand hat es jedenfalls. Oder ist das Lied einfach nur Ironie? Ich weiß es nicht. „Es macht Bumm! Bumm! Bumm! Und keiner fragt warum; Hauptsache es ist laut und Hauptsache es ist dumm. Es macht Bumm! Bumm! Bumm! Und keiner fragt warum, die Lauten werden lauter und die Leisen werden stumm“ Zum Schluss dann eine Ermutigung, die Leisen lauter werden zu lassen – ich bin hier echt unentschlossen, wie ich dieses Lied finden soll. Vielleicht muss ich es noch ein paar Mal hören.



An dieser Stelle endet das Album, was mir Zeit für ein Fazit lässt: Meine eingangs erwähnte Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Es gab einfach zu viele Lieder, mit denen ich nix anfangen konnte, wobei es im Rückblick wohl doch eher 50/50 steht zwischen gut bis sehr gut und „naaa, lass mal lieber nicht weiterhören“. Würde man Track 6-9 und 12 rausschneiden, wäre es ein sehr gutes Teil. Zum Glück kann man sich ja seine Playlist selber zusammenstellen.

Trotzdem: Madsen sind sich selbst treu geblieben, sind wenig vom bisherigen Kurs abgewichen. Ich würde mir für die Zukunft wieder ein bisschen mehr „back to the roots“ wünschen. Aber das ist ja immer subjektiv und sicher gibt es genug Leute, die sich mit einigen Songs mehr identifizieren können als ich. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Hören.