Montag, 27. Januar 2020

Live in München: Heinz aus Wien

Michi (Heinz aus Wien) & luserlounge
(sb) 5382 Tage, knapp 15 Jahre - so lange musste ich warten, bis ich Heinz aus Wien endlich wieder live erleben durfte. Damals, am 30.04.2005 fuhren wir zu dritt aus Bayern in die österreichische Metropole, um die Heinzen bei ihrem Heimspiel im Tanzpalast zu Baden zu sehen, nun folgte also endlich der Gegenbesuch in München. Wie die Zeit doch vergeht...

Kurzer Flashback: März 2017, die Karten fürs Heinz-Konzert im Dornbirner Conrad Sohm hatte ich seit Wochen in der Tasche, die Vorfreude war riesig, doch dann die Ernüchterung: nur wenige Stunden vor dem Gig kam die Nachricht, dass die Band nicht auftreten werde - offiziell aus gesundheitlichen Gründen, bei der Rückgabe der Tickets ließ der Veranstalter jedoch auch durchscheinen, dass der Vorverkauf richtig mies gelaufen war. Natürlich ein sehr schwacher Trost und die Hoffnung, Heinz jemals wieder live zu sehen, schwand gewaltig, zumal sich die Herren Gaissmaier, Dix & Co. zunehmend rar machten und Konzerte in meinen Breitengeraden quasi nicht stattfanden.

So, nun also München. Freitag Abend. Wieder wurden die Tickets frühzeitig geordert, wieder konnte ich den Tag des Konzerts kaum erwarten. Und dann: mittags posteten Heinz, dass sie mit einem geplatzten Reifen irgendwo in Österreich auf der Autobahn festhängen und nun auf den ARBÖ (der österreichische ADAC) warten müssen. Das kann doch alles nicht wahr sein, oder? Kurze Zeit später aber Entwarnung: Neuer Reifen ist aufgezogen, weiter gehts und man wird pünktlich da sein. Hurra!

Ich verließ meinen Schreibtisch also auch überpünktlich und die knapp 2 1/2 Stunden Fahrt in meine Geburtsstadt vergingen dank Heinz-Beschallung aus den Boxen wie im Flug. Aber mal ganz ehrlich: in einer Millionenstadt möchte ich so rein verkehrstechnisch nie wieder wohnen! Nachdem ich das Auto in einen winzigen Parkplatz gezirkelt hatte, um nur Sekunden später festzustellen, dass da nur Anwohner parken dürfen (aber egal, Strafzettel wäre ähnlich teuer wie Parkschein und außerdem: Leben am Limit!), überbrückte ich die letzten paar Meter zum Milla in der Holzstraße. Netter kleiner Schuppen mit hoher Aufkleberdichte.

Live on stage
Bereits nach wenigen Minuten lief mir Sportfreunde-Drummer Flo Weber über den Weg, den ich ja nun auch schon gut zwanzig Jahre kenne und so erzählten wir uns massenhaft Geschichten aus lang vergangenen Zeiten. Kurzzeitig kursierte im Vorfeld das Gerücht, die Sportis würden vielleicht sogar als Vorband auftreten, was er aber sofort entkräftete. War auch insofern glaubhaft, alsdass nach dem Heinz-Konzert um 23 Uhr noch eine weitere Veranstaltung im Milla stattfinden sollte. Schade eigentlich, denn vor zig Jahren war es durchaus üblich, dass die Sportfreunde und Heinz sich gegenseitig supporteten. Kommerziell so richtig geschafft haben es dann leider (?) nur die Herren Brugger, Linhof und Weber, aber das ist eine andere Geschichte...

Setlist: überragend!
Um 20 Uhr gings dann endlich los und Wahnsinn, was für ein unglaublich gutes Set! Heinz aus Wien machten sich gar nicht erst die Mühe, Songs aus ihrem letzten Album (2017) zu spielen, sondern gaben der Masse, was sie wollte: Klassiker und das reichlich! Es ist immer wieder erstaunlich, zu was ein menschliches Hirn so in der Lage ist, denn obwohl ich (mit Ausnahme der Hinfahrt) seit Ewigkeiten kein Heinz-Album gehört hatte, konnte ich jedes Lied mitsingen und fühlte mich gut 15 Jahre zurückversetzt, als die Wiener bei mir rauf und runter liefen.

Fußballspielen, Lieb im Prinzip, Zeiten mit Dir, Hardrock Cafè, Johnny Depp - was für Hymnen! Und dann war der erste Teil des Konzerts auch schon vorbei und Durchschnaufen war angesagt. Schon zu diesem Zeitpunkt waren alle Erwartungen übertroffen worden; die Ansagen waren (wie gewohnt) legendär, die Riffs saßen und musikalisch war es so viel besser und mitreißender als erwartet.

Den ersten Zugabenblock eröffnete Sänger/Gitarrist Michi Gaissmaier solo mit Mono, einem meiner Lieblingssongs von Heinz. Gänsehaut, Baby. Mit Du bist der Grund folgte das neueste Lied des Sets - und das hat auch zarte acht Jahre auf dem Buckel, entpuppte sich jedoch überraschenderweise auch als Publikumsliebling, ehe Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken das Milla zum Kochen brachte. Wieder Pause.

Die Heinzen und der Sportflo
Als die Band anschließend nur zu dritt (ohne Drummer) zurückkam, ahnte man schon, was folgen würde und tatsächlich wurde Flo Weber auf die Bühne gebeten, um sich der Trommeln anzunehmen. Etwas widerwillig kam er der Einladung nach, durfte als Belohnung mit Wunderbaren Jahren jedoch einen Song der Sportfreunde Stiller drummen - für viele Besucher sicher der emotionale Höhepunkt des Abends und in der Tat auch eine ganz hervorragende Konstellation.

Mit Ringelnattern und Mit Dir ist es Einfach... (Scheiße) beendeten Heinz aus Wien ein wundervolles Konzert, das die Besucher, deren Durchschnittsalter übrigens so um die 35-40 lag, nicht nur in Erinnerungen schwelgen ließ, sondern auch davon überzeugte, dass die Band es immer noch kann und Spaß daran hat, Musik zu machen. Schön wars! Und bitte lasst uns jetzt nicht wieder so lange warten, bis Ihr nach München kommt.






Freitag, 24. Januar 2020

KW 4, 2020: Die luserlounge selektiert!

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/4
(ms/sb) Wir müssen noch ein Mal über Musikpreise sprechen, da demnächst wieder einer verliehen wird. Dieses Mal ist es der Deutsche Musikautorenpreis. Neben diversen Radio- und Fernsehpreisen ist dies neben dem Preis für Popkultur sicher einer der Renommiertesten und für die Ausgezeichneten eine Ehre. Ein seriöses, ernst gemeintes Gesicht verleiht diesem Preis auch die Jury, die unter anderem aus Lady Bitch Ray, Sven Regener und Anna Depenbusch besteht. Alles KünstlerInnen, die mehr oder weniger regelmäßig auch hier auftauchen. Uns freut, dass eine ganze Reihe MusikerInnen nominiert sind, von denen wir schon seit vielen Jahren sehr begeistert sind. Dabei sind Enno Bunger, Dota und Mine, die in der Sparte Chanson/Lied gegeneinander antreten. Da sieht man mal, wie Avantgarde auch die Popmusik sein kann, wenn hier von 'Chanson' gesprochen wird. Auch Thees Uhlmann und Charlotte Brandi (beide Pop) oder sookee (HipHop) sind nominiert. Das Ergebnis verfolgen wir mit Spannung und werden über unsere Kanäle berichten! Wem drückt ihr die Daumen?

Doch nun ist erstmal Freitag. Ihr wisst Bescheid. Hier ist die luserlounge. Wir haben selektiert!

Spanish Love Songs
(sb) Es gibt so Bands, bei denen man echt froh ist, dass der Name nicht Programm ist. Die Toten Hosen zum Beispiel. Oder auch Die Abstürzenden Brieftauben, Eisenpimmel oder Lustfinger. Ähnlich verhält es sich mit Spanish Love Songs, die - entgegen ihres Namens - Gott sei Dank keine Iglesias-esquen Schnulzen raushauen, sondern modernen Emo-Punk, der zwischen himmelhochjauchzend und zutiefst betrübt balanciert. Die europaweite Album-Pre-Order ihres Albums Brave Faces Everyone (VÖ: 07.02.) war innerhalb eines Tages ausverkauft, mittlerweile steht eine dritte Pressung noch vor Release in den Startlöchern. Ordentlich, oder? Während ihr 2018 erschienenes Album Schmaltz noch von Schuld und Selbstzweifeln geprägt war, mischt das Quartett aus Los Angeles auf ihrem neuen Werk zunehmend hoffnungsvolle Elemente in die Lyrics - und das steht dem Album prächtig, auch wenn die stets etwas weinerliche Stimme spätestens bei Track 9 (Dolores) a bisserl nervt.. Auch live hat sich die Band in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet und wird dies sicher auch als Support von The Menzingers bestätigen.

25.01.2020, DE- Hamburg- Grünspan
26.01.2020, DE- Berlin - Bi Nuu
28.01.2020, AT - Wien - WUK
29.01.2020, CH - Zürich - Dynamo Zürich
30.01.2020, DE- Stuttgart- Universum
31.01.2020, DE- München- Technikum
01.02.2020, DE- Köln- Kantine



Poliça
(sb) When We Stay Alive. Klingt erstmal pathetisch, wenn man allerdings bedenkt, dass Sängerin Channy Leaneagh Anfang 2018 beim Eiskratzen vom Dach ihres Hauses fiel und sich schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zuzog, bekommt der Titel des neues Albums (VÖ: 31.01.) von Poliça plötzlich einen ganz anderen Stellenwert. Dennoch wird der Unfall selber kaum thematisiert, vielmehr steht der Wille aufzustehen und sein Leben in die Hand zu nehmen, im Fokus des Albums. Die Band aus Minneapolis (USA), deren Sound auf dem parallelen Einsatz zweier Schlagzeuge basiert und die gekonnt Indie-Rock mit elektronischen Einflüssen zum Besten gibt, hat nicht zuletzt aufgrund dieses traumatischen Erlebnisses eine Transformation vollzogen: statt sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, wird der Blick nach vorne gerichtet und sich seiner Stärken besonnen. Mich persönlich spricht ja der Track Driving (siehe Video) besonders an, der phasenweise wie ein obskurer Anna Ternheim-Remix klingt. Großartig!

16.02.2020 Zoom (Frankfurt)
18.02.2020 Artheatre (Köln)
19.02.2020 Grünspan (Hamburg)
25.02.2020 Columbia Theater (Berlin)
29.02.2020 Hansa 39 (München)




The Flavians
(sb) Treffen sich zwei Schweden, ein Brite und eine Tschechin in Berlin und gründen eine Band - der Anfang einer Story, die das Zeug hat, zur Erfolgsgeschichte zu werden. The Flavians schicken sich jedenfalls an, die Welt mit dem warmen Sound der 60er zu überziehen und konnten u.a. bereits beim Glastonbury Festival und beim Reeperbahn Festival überzeugen. Ordinary People In An Ordinary World (VÖ: 31.01.) ist ein Konzeptalbum, das sich durch seine Heterogenität auszeichnet, denn jeder Track reflektiert zwar die Absurditäten des Alltags, die Perspektiven und Motive variieren hingegen sehr stark und setzen sich dann doch wieder zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Wer sich das live anschauen möchte, der hat im März die Gelegenheit dazu:

07.03.2020, Berlin, Musik & Frieden



Fortuna Ehrenfeld
(ms) Ich liebe sie. Aufrichtig und von ganzem Herzen. Und das seit dem Tag, als ich sie auf dem Hamburger Lattenplatz das erste Mal sah. Das war tatsächlich auch einer der ersten Bandauftritte von Fortuna Ehrenfeld. Es war der 5. August 2016. Der Knust feierte Geburtstag, wofür auch Kettcar ihre Pause unterbrachen; ein wirklich toller Tag. Und die Kettcar-Ehrenfeld-Connection nahm möglicherweise da ihren Lauf. Es folgte: Besetzungswechsel. Anschließend trieben Jenny, Paul und Martin auf allen Bühnen und in vielen Wohnzimmern ihr Unwesen. Zwei weitere Alben, eine EP, eine Aufnahme auf Französisch, ein Männchen, immer Haltung, immer Schlafanzug, immer Wein. Großartig. Nun gibt's einen kleinen Bruch. Denn Paul will (nochmal) zur Uni und sein Platz am Schlagzeug wird neu besetzt. Bis jetzt ist über den Neuen noch nichts bekannt außer ein Bild auf den eingängigen Kanälen. Wir bleiben dran. Wie das dann wieder live klingt, davon darf man sich hier leibhaftig überzeugen. Liebe Lesenden, geht da hin. Wir sind auch da und stoßen mit allen an!

29.02. Amrum, Blaue Maus
01.04. Hannover, LUX - Concerts
02.04. Hamburg, Knust Hamburg
03.04. Magdeburg, Moritzhof
04.04. Osnabrück, Lagerhalle e.V.
05.04. Köln, GLORIA THEATER
24.04. Bremen, Tower Musikclub
26.04. Frankfurt, Zoom Club
27.04. Stuttgart, Im Wizemann
28.04. Erlangen, Kulturzentrum E-Werk
29.04. Augsburg, Spectrum Club Augsburg
01.05. München, Ampere
21.06. Paris, Fete de la musique



John Carroll Kirby
(ms) Wir schreiben mal wieder über Dinge, von denen wir überhaupt nichts verstehen. Und dazu gehört auch Jazz in all seiner Vielfalt. Ja, ich habe selbst mal Jazz gespielt, aber das ist schon länger her und dieses Genre ist so dermaßen vielschichtig, dass es dem abgeklatschten Bild des Berieselns und der Fahrstuhlmusik schon lange nicht mehr hat oder eigentlich je entsprach.
Es ist virtuos, kompliziert und ebenso verspielt. Das zeigt auch John Carroll Kirby, der mit Blueberry Beads einen Vorgeschmack auf sein Album My Garden liefert, das am 24. April erscheinen wird. Unheimlich lässig harmonieren Piano, Schlagzeug, Flöten, Bass (undundund...) zu einem verträumten Etwas. Durch den wiederholenden Charakter könnte man gar von psychedelischen Elementen sprechen. Geht das überhaupt im Jazz?! Na klar, wieso nicht?! Ihr seht: wir haben keine Ahnung, finden es aber trotzdem gut. Oder deswegen. Hört rein, lasst euch entspannen!



Ulf
(sb) Bei weitgehend unbekannten Bands bietet es sich an, Referenzen zu nennen, um sie musikalisch einzuordnen. Also los gehts: Love A und Turbostaat. Geil, hm? Zugegebenermaßen müssen sich Ulf noch ein wenig strecken, um über Jahre hinweg das Niveau der Genannten zu erreichen (und vor allem: zu halten!), mit ihrer neuen Single Block 4 (VÖ: heute!) gehen sie jedoch einen Schritt in die richtige Richtung. Punkrock, poppige Elemente, ordentliche Riffs und Emotionen - das ist schon verdammt gut, was die Hamburger da an den Start bringen! Der alles in allem bessere der beiden Tracks befindet sich übrigens auf der B-Seite: Holstenstraße raus hat bereits fünf Jahre auf dem Buckel, wurde nun neu aufgenommen und hat definitiv Hitpotential. Leider gibts (noch) kein aktuelles Video, sind aber in Kontakt mit der Band und liefern es asap nach. Versprochen.

Bild: https://www.facebook.com/ulfpunk/

Antilopen Gang
(sb) "Antilopen Outlaws, ja, wir sind die Außenseiter / Leute, die so sind wie wir gibt's da draußen haufenweise / Wir sind die Armee der Kaputten und der Hässlichen / Der Trottel und der Opfer, die alleine in der Ecke stehen."
Kaum eine Band zelebriert ihren vermeintlichen Underdog-Status mit so viel Hingabe wie die Antilopen Gang - und das, obwohl man inzwischen sogar ein Nummer 1-Album auf der Habenseite verbuchen kann. Ja, Outlaws (siehe Zitat oben) ist bereits sechs Jahre alt, aber auch auf dem neuen Antilopen-Album Abbruch Abbruch (VÖ: heute!) kommt das Understatement nicht zu kurz. Egal: die Masche zieht und textlich sind Koljah, Danger Dan und Panik Panzer einfach großartig. Es ist einfach sehr erfrischend, im Rap-Business auf Menschen zu treffen, die zwar wissen, was sie können (und was bzw. wen sie damit erreichen können), dabei aber auch bestens über sich selbst lachen können und bereit sind, sich als Zielscheibe für Späße aller Art zu präsentieren. Selbst vermeintlich ernstere autobiographische Thematiken wie in 2013 oder Abraxas kommen augenzwinkernd daher und überzeugen mit detailverliebtem Storytelling. Ist das das beste Antilopen-Album bislang? Ja, das ist es, auch wenn das Rennen gegen Anarchie und Alltag (2017) erst auf den letzten Metern gewonnen wird.

12.02.2020 Cottbus, Gladhouse
13.02.2020 Stuttgart, LKA Longhorn
14.02.2020 Leipzig, Werk 2
15.02.2020 Bielefeld, Lokschuppen
17.02.2020 Erlangen, E-Werk
19.02.2020 AT-Wien, Arena
20.02.2020 Dresden, Alter Schlachthof
21.02.2020 München, Muffathalle
22.02.2020 Wolfsburg, Hallenbad
24.02.2020 Jena, Kassablanca
25.02.2020 Hannover, Capitol
28.02.2020 Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft!)
29.02.2020 Berlin, Columbiahalle
06.03.2020 Karlsruhe, Substage
07.03.2020 Wiesbaden, Schlachthof
11.03.2020 Oberhausen, Kulttempel
12.03.2020 CH-Winterthur, Salzhaus
13.03.2020 CH-Bern, Dachstock
14.03.2020 Köln, E-Werk

23.12.2020 Hamburg, Große Freiheit 36



Mittwoch, 22. Januar 2020

Oehl - Über Nacht

Ariel Oehl und Hjörtur Hjörleifsson
(ms) Wofür steht die österreichische (Gitarren-)Popmusik? Zum Einen für Vielfalt, zum Anderen für Unterhaltung und Hau-Drauf. Das beweisen Olympique (RIP), Wanda, Bilderbuch, Voodoo Jürgens oder Seiler und Speer. Selbstverständlich ist für die Wahrnehmung zwischen München und Flensburg auch der Wiener Schmäh, eine gewisse sympathische Hochnäsigkeit und ein Haselnussschnaps in der Hand wichtig.
Nächste Frage: Wofür steht die isländische Popmusik? Das lässt sich noch konkreter beantworten: Reine Avantgarde und hochklassige Arrangements; mitunter wie gemacht für's Feuilleton. Das beweisen Sigur Rós, Björk, Högni oder Ólafur Arnalds. Für die Wahrnehmung zwischen Konstanz bis Kiel ist ein bewusstes Bild der spektakulären Natur, einer verschwurbelten Sprache und ein Kaffee in der Hand wichtig (Alkohol ist vor Ort so gut wie unbezahlbar).
Die logische Anschlussfrage: Wie würde es klingen, wenn sich je ein Vertreter beider Regionen zusammentun?! Die Antwort ist nicht Oehl, auch wenn es hier um ihren Erstling Über Nacht geht. Ich habe absolut keine Ahnung, wie derart verschmolzene österreichisch-isländische Musik klingen könnte.
Oehl hingegen nehmen sich ein paar Aspekte der beschriebenen Richtungen heraus und kombinieren sie auf ungeahnt kluge und positiv eingängige Art und Weise.

Am Freitag (24. Januar) erscheint auf Grönland Records ihr erstes Album Über Nacht. Das Duo nennt sich Oehl, da Ariels Vorname sicher besser zu merken ist als Hjörturs, der da Hjörleifsson heißt. Zu hören sind elf Songs über vierunddreißigeinhalb Minuten. Es ist wunderbarer Pop, der seine Zeit braucht, um die ihm innewohnende Schönheit zu offenbaren. Denn es besteht die Gefahr, dass, wenn man schnell reinhört, es sofort als langweilig oder irre monoton abzustempeln. Das soll an dieser Stelle schon mal erwähnt sein!
Es ging mir genauso.



Ende November ist ihre Single Wolken (s.o.) erschienen. Diese läuft seitdem bei mir in ungeahnt hoher Regelmäßigkeit und dieses Lied ist der Grund, warum sich in mir eine starke Bewunderung gegenüber der Musik von Oehl entwickelt hat. Denn ich kann nicht in Worte fassen - obwohl das ja an dieser Stelle genau meine Aufgabe wäre - warum das so ist. Klar, das Arrangement ist wundervoll, eine zarte Eleganz zieht sich durch die Töne und den Gesang. Aber es sind auch bestechende Zeilen wie: "Selbst die Wände rücken längst auseinander in unserem Haus / Denn meine die Füße spür ich bei jedem Schritt, ich leg sie lieber zurück / da hinterm Herd wo jetzt kein Sofa mehr steht, konserviert sich kein Glück / Ich such in jedem Winkel nach einer Tür und finde nicht mehr heraus." Manchmal ist es auch wunderbar, wenn man nicht alles versteht, es aber dennoch irgendwo zwischen Herz, Bauch und Verstand ankommt und haften bleibt. Ja, es geht ein wenig mystisch zu auf dieser Platte!

Und sie beginnt für derart filigrane Popmusik überraschend mit dem Track Bisher. Er dauert keine zwei Minuten und die Stimme wird durch eine nicht zu knappe Portion an Autotune verzerrt. Im weitesten Sinne ist es à cappella, bei dem die bearbeitete aber dennoch prägnante Aussprache von Ariel ein wichtiges Leitmotiv für dieses Album darstellt. Mit Keramik folgt ein wirklich toller Popsong! Seit Tagen höre ich diese Platte und mir fällt bei bestem Wissen keine vergleichbare Band ein. Klar, ich bin kein Lexikon, aber das ist mir schon länger nicht passiert und gefällt mir unheimlich gut. Keramik kling ungefähr so: Auto-Drums, sanfte Bass-Linien und andere elektronische Effekte, die ein extrem ruhiges und harmonisches Gesamtbild abgeben. Der erstklassige Refrain und das bestechende Songwriting hören sich dann so an:



Auch die 'kleineren' Song wissen schnell zu gefallen, sowohl das eineinhalb minütige Himmel oder Tausend Formen, das mit einer Mischung aus ruhiger Strophe und kontrastvollem Refrain zu überzeugen weiß.
Für herausragende Texte eignen sich Neue Wildnis (bittebittebitte ganz genau hinhören, s.u.) und Instrument mit Zeilen wie: "Seit ich des Suchens müde war / Erlernte ich schnell das Finden." Da steckt eine Menge Weisheit und Wahrheit drin!
Irre catchy ist zudem Anlegen. Das Album, der Sound, die Band laden eher zum Verweilen, Träumen, Nachdenken ein, doch es gibt immer wieder - so wie hier - Takte und Melodien, die durchaus zum Tanzen einladen. Und eine bessere Zuschreibung als 'karibisches Flair' fällt mir für den Titelsong auch nicht ein. Das war - positiv gemeint - nicht erwartbar. Auch die verzerrte elektronische Gitarre im zweiten Refrain ist überraschend passig trotz aller Dezenz.

Heimlich, still und leise ist Ariel Oehl und Hjörtur Hjörleifsson hier ein ganz phantastisches Album gelungen, das im Klang und Text ganz wunderbar fein ist und bei beidem immer wieder extrem zu überraschen weiß, ohne dass der sehr harmonische rote Klangfaden reißt. Hut ab!
Sie sind demnächst auf Tour. Einen Besuch - ich hoffe, das ist hier klar geworden - lege ich euch sehr ans Herz!

14.02.2020 München, Milla
15.02.2020 Stuttgart, Club Cann
18.02.2020 Nürnberg, Stereo
19.02.2020 Bremen, Lagerhaus (Wir sehen uns im Viertel!)
20.02.2020 Hamburg, Hafenklang
21.02.2020 Berlin, Kantine im Berghain


Freitag, 17. Januar 2020

KW 3, 2020: Die luserlounge selektiert!

Quelle: twitter.com/dn3austin
(sb/ms) Das Schöne mit dem Profanen verbinden: Es sind jobmäßig - kaum hat das Jahr begonnen - harte Tage mit viel gedanklicher und organisatorischer Arbeit. Was hilft? Ein kleiner abendlicher Streifzug durch die Nachbarschaft. Bewegung ist gut, bisschen Windowshopping bei den längst geschlossenen Geschäften der Kleinstadt. Natürlich gibt's da auch den ein oder anderen (guten) Imbiss. Ich streife dort vorüber und schaue ins Fenster. Dort sitzen offensichtlich Vater (Ende vierzig) und Sohn (Ende Pubertät) zusammen und gönnen sich jeweils eine Ordentliche Portion Kalorien. Gut ist das. Habe ich früher mit meinem Papa auch häufiger gemacht. Und dann der dazugehörige Ohrwurm von Nada Surf.
Hier ist die luserlounge. Es ist Freitag. Hier wurde selektiert!

Pöbel MC
(ms) Weihnachten ist vorbei. Die Besinnlichkeit ad acta gelegt. Das ist gut so. Doch es gibt einen Akteur am Mikrophon, der uns nochmals daran erinnert. Dafür steht er mit seinem Namen: Pöbel MC. Seit einigen Jahren verfolge ich schon sein Tun und er wird immer besser. Das zeigte zuletzt das Pöbel Sports Tape und der Besuch einer eindrucksvollen Live-Performance. Jetzt wird nachgelegt. Nach mehreren EPs/Tapes/Whatevers nun ein Album, wo sein Name drauf steht. Erscheint selbstverständlich bei unseren lieben Freunden von Audiolith Records am 20. März und trägt den wunderbaren Titel Bildungsbürgerprolls! Jawollo! Hier wird ausgeteilt mit feinstem Wortmaterial. So mögen wir das; schlau und aggressiv. Da darf ein Vorbote nicht fehlen und es ist ein doppelter geworden! Zu sehen und hören ist Bildungsbürgerprolls/Patchworkwendekids! Macht die Lauscher auf, übt den Text, bestellt fleißig vor und geht auf jeden Fall auf Tour! Hurra!

14.02.2020 Berlin - SO36
19.02.2020 Nürnberg - Explizit Rap Festival
21.02.2020 Hamburg - Uebel und Gefährlich
02.04.2020 Frankfurt - Zoom
03.04.2020 Saarbrücken - Studio30
04.04.2020 Münster - Gleis 22
08.04.2020 Leipzig - Conne Island
09.04.2020 Düsseldorf - zakk Düsseldorf
16.04.2020 München - Rote Sonne
17.04.2020 Wien (AT) - Arena
18.04.2020 Augsburg - Kantine
23.04.2020 Dresden - Chemiefabrik
24.04.2020 Nürnberg - Desi
25.04.2020 Stuttgart - Schräglage



King Katalogas
(sb) Coverversionen von Hip Hop-Tracks sind eher selten und das auch aus gutem Grund: im Regelfall sind Beats, Lyrics, Flows und Stimmen zu individuell aufeinander abgestimmt, alsdass da ein Außenstehender was Ordentliches draus zaubern könnte. Dennoch wagt sich King Katalogas nun an die Gottväter des deutschen Sprechgesangs heran und covert Welcher Pfad führt zur Geschichte der Heidelberger Hip Hop-Pioniere Advanced Chemistry. Das Ergebnis kann sich hören lassen und stellt deutlich mehr als nur eine Reminiszenz an Torch, Toni L und Konsorten dar. Wer dem Link folgt, kann den Track sogar kostenlos downloaden, eine kleine Spende wird aber natürlich gerne angenommen.




Nathan Gray
(sb) Es gab Zeiten, in denen die Musik von Nathan Gray durch Resignation und Verzweiflung geprägt war und eine deutlich negative Attitüde ausstrahlte. Gott sei Dank gelingt es dem Sänger der Band Boysetsfire mittlerweile besser, die Dämonen der Vergangenheit zu zügeln und seine Erfahrungen in positive Bahnen zu lenken. Das Resultat dieser bemerkenswerten Transformation ist ein Album voller Hoffnung, das mit einem deutlichen "Ja" zum Leben einhergeht. Powerpop meets Alternative und persönliche, eindringliche Texte - Working Title (VÖ: 31.01.) ist ein Manifest gegen Ausgrenzung, Scham und Angst und als solches ein wertvoller Beitrag zu einer besseren Welt. Stark!

End Hits Records Tour 2020
Nathan Gray & Band
mit: Swain, Matze Rossi, Norbert Buchmacher


14.02. DE - Berlin @ Columbia Theater
15.02. DE - Münster @ Sputnikhalle AUSVERKAUFT
16.02. DE - Köln @ Kantine
17.02. DE - Frankfurt @ Batschkapp
18.02. DE - Hamburg @ Gruenspan
19.02. DE - Leipzig @ Conne Island
20.02. DE - Nürnberg @ Hirsch
21.02. AT - Wien @ Szene
22.02. DE - München @ Backstage
23.02. CH - Zürich @ Papiersaal
24.02. DE - Stuttgart @ Wizemann
25.02. DE - Saarbrücken @ Garage



Clock Opera
(ms) Wie steht die Anzahl von Bandmitgliedern im Verhältnis zum Sound? Manchmal sieht man viele Leute auf der Bühne und fragt sich, was deren Aufgabe eigentlich ist. Oft ist es auch anders herum. Wenig Menschen und voller, satter Sound. Das erstaunt mich seit vielen Jahren bei Sigur Rós oder Alt-J. Heutiges Beispiel: Clock Opera. Das sind die Briten Guy Connelly, Che Albrighton und Nic Nells. Sie bewegen sich mit ihrem neuen Album Carousel, das am 7. Februar erscheint, zwischen Metronomy, Caribou und Everything Everything. Der Klang ihrer Songs ist also präzise und verspielt, tanzbar und phasenweise verträumt und immer irgendwie typisch britisch. Während Albrighton am Schlagzeug und mit Percussion stets für den Rhythmus sorgt, händeln die anderen beiden mit allerhand Tasten- und Saiteninstrumenten, um genau diesen Sound zu kreieren. Es eignet sich hervorragend, um den Körper in Bewegung zu setzen oder längere Fahrten oderoderoder... vielschichtige Musik halt. Die wird das Trio demnächst hier live präsentieren:

05.04.2020 München, Import Export
06.04.2020 Berlin, Bi Nuu
08.04.2020 Hamburg, Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)




Blondage
(ms) Die musikalische Reise von Pernille Smith-Sivertsen kann man guten Gewissens als aufregend und abwechslungsreich beschreiben. Vor einigen Jahren hat sie nicht nur die elektronische, sondern auch die Indie-Szene als Hälfte des Duos Rangleklods überrascht. Partner (im Studio und m.E. auch privat) Esben stets an ihrer Seite. Veränderungen mussten her, also haben sie sich Blondage genannt und zum Teil etwas zugänglichere Musik produziert. Blondage ist nun das Solo-Projekt von Pernille und nach ein paar Auskopplungen, unter anderem dem heutigen Streich Over It, erscheint am 28. Februar ihre erste EP I Love Music. So einfach, prägnant und aussagekräftig kann eine Betitelung sein. Hier geht es offensichtlich poppiger zu. Und zwar so richtig. Zugegebenermaßen ist es catchy, aber es packt mich nicht. Vielleicht ist es mir zu blingbling, glatt und austauschbar. Aber das muss zum Glück jeder für sich entscheiden. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall!


Eliza Shaddad
(sb) Future, das Debütalbum von Eliza Shaddad erschien Ende 2018 und seitdem wird die Britin von namhaften Musikmagazinen in den Himmel gelobt. Zurecht, wie wir finden, denn die Londonerin setzt sich gekonnt über das allzu beliebte Schubladendenken hinweg, was nicht weiter verwundert, dass sie als Einflüsse so unterschiedliche Künstler wie Nina Simone, Billy Bragg, Bob Marley oder Tracy Chapman angibt. Nun legt die Londonerin mit ihrer EP Sept ~ Dec nach und präsentiert drei neue Songs, die wiederum durch extreme Diversität glänzen und nicht zuletzt textlich überzeugen. Demnächst geht Eliza als Support mit den Britpop-Granden Keane auf Europatour, Headliner-Shows sind auch bereits in Planung und das nächste Album soll im Herbst erscheinen. Wir freuen uns!


Hot Like Sushi
(sb) In der britischen Presse (ja, okay, wir sprechen vom Daily Mirror...) wurde Hot Like Sushi attestiert, die Band sei das Beste, was seit Schokolade aus der Schweiz käme. Man könnte jetzt ja gehässig sein und darauf verweisen, dass England in Sachen Kulinarik ungefähr so viel Kompetenz hat wie beim Elfmeterschießen, aber damit täte man dem Trio aus der Alpenrepublik Unrecht. Ordentlich tanzbar kommt Expiration Date (VÖ: heute) daher, eine Prise 70er Jahre Funk tut ihr Übriges. Man darf gespannt sein, wann die Jungs aus Winterthur, Olten und Basel den bisher veröffentlichten Singles einen Longplayer folgen lassen und ob es ihnen gelingen wird, die bislang versprühte Lebensfreude auch auf Albumlänge präsentieren zu können. Wir wünschen es ihnen - und uns! Denn sagen wir mal so: Wäre es eine britische Band, käme der Hype noch von deutlich seriöseren Quellen als dem Daily Mirror...


Therapy?
(sb) 30 Jahre Therapy?, vier Konzerte in Deutschland, ein Best Of-Album mit Neuaufnahmen (als Doppel-CD mit Bonustracks bzw. als schwarze oder grüne Vinyl) - da kommt einiges auf uns zu und natürlich wird es sowohl vom München-Konzert als auch zum Album was in der luserlounge geben.

Bild: https://www.facebook.com/Therapyofficial/

Antilopen Gang
(ms) Komplett bei mir unterm Radar gelaufen für den Start diesen Jahres: Die Antilopen Gang veröffentlicht ja am 24. Januar (nächste Woche Freitag!!!) ihr neues Meisterwerk Abbruch Abbruch. Könnte also direkt richtig geil werden. Und auch ein bisschen asi. Ist das nicht schön?! Der beste Beweis dazu ist das neue Video zu Der Ruf ist ruiniert. Wenn das Video wirklich so entstanden ist, wie es den Anschein macht, dann beweisen Koljah, Danger Dan und Panik Panzer ein weiteres Mal mehr Abgezocktheit, Humor und halt auch ein wenig asoziales Verhalten. Deshalb mögen wir sie ja. Was besondert gefällt, ist der Beat, es ist ein bisschen dezenter produziert. Und die ewige Selbstzuschreibung als Underdog wird auch hier nicht aufgegeben. Natürlich Quatsch, doch wen interessiert es, wenn der Ruf erst ruiniert ist?! Davon kann man sich hier demnächst überzeugen:

12.02.2020 Cottbus, Gladhouse
13.02.2020 Stuttgart, LKA Longhorn
14.02.2020 Leipzig, Werk 2
15.02.2020 Bielefeld, Lokschuppen
17.02.2020 Erlangen, E-Werk
19.02.2020 AT-Wien, Arena
20.02.2020 Dresden, Alter Schlachthof
21.02.2020 München, Muffathalle
22.02.2020 Wolfsburg, Hallenbad
24.02.2020 Jena, Kassablanca
25.02.2020 Hannover, Capitol
28.02.2020 Hamburg, Grosse Freiheit 36
29.02.2020 Berlin, Columbiahalle
06.03.2020 Karlsruhe, Substage
07.03.2020 Wiesbaden, Schlachthof
11.03.2020 Oberhausen, Kulttempel
12.03.2020 CH-Winterthur, Salzhaus
13.03.2020 CH-Bern, Dachstock
14.03.2020 Köln, E-Werk


Donnerstag, 16. Januar 2020

Die luserlounge interviewt: Turbostaat

Foto: https://diffusmag.de/
(ms/sb) Als wir zwei vor ein paar Jahren bei der luserlounge eingestiegen sind, hätten wir uns noch nicht mal im Traum erhofft, dass unser Blog eines Tages als Medienpartner auf Tourplakaten genannt würde (so geschehen bei der Europatour der Sonars) oder wir die Möglichkeit bekämen, unsere Lieblingsbands zu interviewen.

Umso schöner natürlich, dass wir in der Zwischenzeit unsere PR-Kontakte so weit ausbauen konnten, dass wir nicht nur mit den neuesten Alben der ganz Großen (z.B. Nick Cave, Pet Shop Boys oder Robbie Williams) bemustert werden, sondern uns, wie in diesem Fall, unsere Favoriten Rede und Antwort stehen. Natürlich freuen wir uns ganz besonders, dass sich Marten Ebsen, Gitarrist und Songwriter von Turbostaat, Zeit genommen hat, um unsere Fragen rund ums neue Album Uthlande (VÖ: morgen) zu beantworten.


Servus und Moin, zuerst mal vielen Dank, dass wir als kleiner Blog die Möglichkeit bekommen, Euch ein paar Fragen zu stellen. Und los geht’s:

(sb) Mit Rattenlinie Nord habt Ihr als erste Single einen Track ausgekoppelt, der politischer kaum sein könnte. Bislang habt ihr Eure Einstellung in der Regel – wenn überhaupt – ja nur sehr subtil in Eure Texte einfließen lassen. Die Tricks der Verlierer, Euer bislang politischster Song, erschien lediglich als Single, weil er thematisch nicht zum Album passte. Woher der Sinneswandel? Und wurde Rattenlinie Nord genau aus diesem Grund auch die erste Single?

Marten: Hm, ich selber empfinde den Song nicht unbedingt als viel politischer als andere Lieder von uns. 

(ms) Zum Inhalt des Liedes: Es geht ja um die Flucht vieler Nazi-Größen zum letzten Reichssitz unter Karl Dönitz zum Flensburger Stadtteil Mürwik, von wo aus auch einige Nazis untergetaucht sind. Ich war vor kurzem genau dort und war erschrocken, wie wenig man über genau diese Zeit erfährt. Die Infoschilder drumherum berichten von Flora, Fauna oder der ehemaligen Torpedostation unter'm Kaiser.
Für Euch als Flensburger: Wie seht Ihr die Aufarbeitung dieses Stadtkapitels in der Öffentlichkeit? Oder etwas provokanter: Dominieren in Flensburg die deutsch-dänischen Freundschaften und Konflikte (zu sehr)?

Marten: Für mich als Mensch, der lange in Flensburg gewohnt hat, war es erst einmal ganz seltsam, dass ich erst vor ein paar Jahren über die Rattenlinie Nord gestolpert bin. Das bestärkt natürlich das Gefühl, dass diese Zeit und die Taten unserer Großeltern immer noch unter den Teppich gekehrt werden oder unzureichend thematisiert werden. Es gibt aber Gedenkkultur und gute Arbeit, die von einigen wenigen gemacht wird. In Flensburg oder auch in Husum/Schwesing. Es wäre sicher sinnvoll, wenn sich mehr - auch gerade junge - Menschen gegen das Vergessen engagieren würden.

(sb) Ihr seid ja bekannt für Eure kryptischen Songtitel und mitunter auch Texte. Wie kommt Ihr auf so Titel wie Ja, RoduchelnFünfWürstchenGriff oder Harm Rochel? Entstand das zufällig und Ihr habt Euch dann nen Spaß draus gemacht, weil Ihr immer wieder darauf angesprochen wurdet? Oder was ist die Story dazu? Und was zur Hölle ist/sind Roducheln?!

Marten: Ach, wir fanden es immer ungeil, so Standardliedertitel zu vergeben und haben uns dann etwas anderes ausgedacht, das uns Spaß macht und wir originell fanden. Das ist auch nicht kryptisch gemeint, sondern sollte nur Schlagerhaftigkeit vermeiden. Zu den Roducheln: Roducheln sind Kartoffeln aus Mecklenburg. Die wachsen von November bis März und müssen in Maßen gegessen werden. Glaube ich zumindest.

(ms) Zu den neuen Songs: Die Texte machen einen zugänglicheren, einfacher zu verstehenden Eindruck. Woran liegt es? Wollt Ihr es den Hörenden einfacher machen? Oder gab es eine neue Herangehensweise ans Songwriting?
Bei Euren Freunden von Pascow ist ja eine ähnliche Tendenz zu erkennen.

Marten: Hm, kann ich jetzt eigentlich nicht so nachvollziehen, aber gut. Ich habe einfach geschrieben wie immer, aber habe mich häufiger nach Nordfriesland in der Zeit bevor es Turbostaat gab begeben. Vielleicht ist es dadurch etwas zugänglicher geworden. 

Foto: https://commons.wikimedia.org/
(ms) Man sieht ein paar grobe Themen Eurer Texte, die auch bei den neuen Tracks erkennbar sind. Auf Schwienholt wird wieder eine Geschichte von einem schwachen Mitglied der Gesellschaft beschrieben. Was reizt Euch daran, über die Verlierer zu schreiben und zu singen?

Marten:  Ich würde Verlierer sehr stark in Anführungszeichen setzen. Man selber hat auch sein Leben lang mit der Welt und der Gesellschaft gehadert und hat sich seit seiner Jugend mit anderen Freaks und Aussenseitern verbunden. Das setzt sich einfach fort. 

(ms) Zum Inhalt eines anderen Liedes. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und mag in Brockengeist scharfe Kritik an der Echoverleihung und der (aktuellen, erfolgreichen) Radiomusik hören. Wie ist Euer Standpunkt dazu? Braucht es Preise für Erfolg? Sind Alternativen wie der der Preis für Popkultur ein probates Mittel?

Marten: Interessant. Brockengeist geht eigentlich um Freunde von mir, Drogen und zu wenig Empathie. Zu den Musikpreisen: Das ist doch alles Ausdruck dieses omnipräsenten Konkurrenzdenkens. Das ist doch echt Quatsch. 

(ms) Daran angeschlossen: Musik ist Business und Geschäftemacherei. Ihr habt sicherlich davon mitbekommen, dass die Rapperin sookee aufhört Musik zu machen, da ihre Einschätzung ist, dass feministischer Rap kapitalisiert wurde. Wie ist Euer Standpunkt? Seht Ihr zum Teil einen Ausverkauf gewisser Themen?

Marten: Nee, das habe ich nicht mitbekommen. 

(sb) Ihr bringt es als Band ja mittlerweile auch schon auf über 20 Jahre und habt stets darauf hingewiesen, dass es Euch nur in unveränderter Besetzung unter dem Namen Turbostaat geben wird. Wir finden das natürlich sehr löblich, aber auch sehr romantisch. Wann reifte in Euch der Entschluss, das so zu handhaben?

Marten: Das steht in der ersten Platte und es gab nie einen Entschluss dazu. Peter sagte mal: „Das ist doch völlig klar!“ und so ist das auch. Wir empfinden das auch nicht als romantisch oder dezidiert löblich. Turbostaat ist halt diese Gruppe von Menschen und nicht unbedingt eine Idee mit Erfüllungsgehilfen. 

(sb) Wie vorhin schon erwähnt, seid Ihr nun bereits seit gut 20 Jahren als Band aktiv, mit Euren letzten beiden Studioalben habt Ihr sogar die Top 20 der Charts geknackt. Hand aufs Herz: Feiert Ihr sowas oder nehmt Ihr es einfach nur zur Kenntnis und fühlt Euch bestätigt?

Marten: Es ist immer besser, wenn Konzerte ausverkauft sind und Platten gut laufen, jedoch gibt es einem kaum nachhaltige Zufriedenheit oder gar Bestätigung. Ich würde sagen, wir nehmen es zur Kenntnis, schmunzeln und machen dann etwas anderes. 

(sb) Ein Blick auf Eure bevorstehende Tour lässt mich, der am Bodensee lebt, etwas desillusioniert zurück. Da ist ja wirklich gar nix dabei, was auch nur annähernd erreichbar wäre. Kommen da noch Termine dazu? Gerade der Club Vaudeville in Lindau oder die ein oder andere Location in Vorarlberg/Österreich (Conrad Sohm in Dornbirn oder das Poolbar Festival in Feldkirch) würden sich doch anbieten, oder?

Marten: Wir hoffen, dass wir im weiteren Verlauf des Jahres weiter im Süden spielen dürfen. Es ist nicht immer so einfach. Der Weg ist weit.

(sb/ms) Na dann hoffen wir doch mal, dass das noch klappen wird und danken Dir, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast.



Dienstag, 14. Januar 2020

Turbostaat - Uthlande

Quelle: facebook.com/turbostaat/
(sb) Kalenderwoche 3 und schon der erste ganz heiße Kandidat für den Titel "Album des Jahres" - so haben wir das gerne! Aber seien wir ehrlich: wenn Turbostaat was raushauen, dann setzt bei uns schon Monate vorher die Schnappatmung ein und wir schauen, je näher der Releasetermin rückt, jeden Tag ein wenig nervöser ins luserlounge-Postfach und hoffen auf die erlösende Email mit dem Stream oder gar Download des Albums. So auch diesmal und hurra: Uthlande (VÖ: 17.01.) ist eingefedert und läuft seitdem in Heavy Rotation. Und das natürlich aus gutem Grund, weil geil. Aber lest selbst...

Turbostaat sind ja traditionell Meister des Kryptischen, anders sind Songtitel wie Ja, Roducheln, Haubentaucherwelpen oder 18:09 Uhr. Mist, verlaufen. kaum zu erklären. Dass die Lyrics dieser Tracks selbstredend nichts mit dem Titel zu tun haben - geschenkt, denn die Songs sind durch die Bank überragend. Ein Blick auf die Tracklist von Uthlande lässt vermuten, dass es genau so weitergeht: Zu Meisengeige findet man immerhin noch Google-Treffer zu einem Kino in Nürnberg, Schwienholt ist eine kleine Ortschaft südlich von Flensburg und Brockengeist eine Spirituose. Das verspricht einiges, oder? Und falls Ihr schon immer wissen wolltet, was Uthlande eigentlich bedeutet: darunter versteht man die dem Festland vorgelagerten Inseln im Kreis Nordfriesland. Wieder was gelernt, Bildungsauftrag erfüllt!

So, nun aber zum Album:
Besonders auffällig ist, dass sich Turbostaat zwar einerseits vom Sound her treu bleiben, mitunter sogar ein wenig melodischer wirken, textlich jedoch deutlich zugänglicher erscheinen. Wo andere Alben noch eine durchgängige Geschichte erzählten, bietet Uthlande quasi bei jedem Track die Möglichkeit des Quereinstiegs. Zudem ist der neue Longplayer der Norddeutschen extrem gut produziert, klingt sehr rund - ohne dabei weich oder zu arg geschliffen rüberzukommen.

Bild: Andreas Hornoff / Quelle: kantine.com
Zudem fiel bereits mit der ersten Singleauskopplung Rattenlinie Nord positiv aus, dass Turbostaat wagen, ihre bekannte politische Einstellung endlich offensiv zu propagieren, was in Zeiten wie diesen mehr als notwendig erscheint. War Die Tricks der Verlierer 2017 noch ein reiner Singlerelease, so ist Rattenlinie Nord das Flaggschiff des Turbostaat 2020, positioniert die Band ganz eindeutig und stellt berechtigterweise die Frage, ob die Geschichtsbewältigung nach dem Dritten Reich in manchen Teilen der Republik wirklich ausreichend erfolgt ist.

Und so geil der erste Vorabtrack von Uthlande auch war (und ist) - inmitten der zwölf Songs ragt er eigentlich nur textlich heraus, denn jedes einzelne Lied stellt für sich einen Höhepunkt dar, was in Kombination ein herausragendes Werk formt, wie es selbst Turbostaat im Studio noch nicht zustande gebracht hatten. Klar, die Live-Best Of-Scheibe Nachtbrot (2019) war schon ein ganz besonderes Kaliber, aber Uthlande muss sich nicht dahinter verstecken und bringt sich schon früh in die Pole Position fürs Rennen ums "Album des Jahres".

Meine persönlichen Favoriten: Ein schönes Blau, Brockengeist, La Hague und Schwienholt, in dem Turbostaat einmal mehr ihr Herz für die Kleinen und Schwachen unserer Gesellschaft zeigen!

So und jetzt Album kaufen und am besten gleich noch Konzerttickets dazu:

13.02. Jena, Kassablanca
14.02. Köln, Yard Club
15.02. Mainz, KUZ
18.02. Hamburg, Markthalle
19.02. Hamburg, Markthalle
20.02. Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.02. Berlin, Festsaal Kreuzberg
22.02. Dresden, Club Tante JU
02.04. Lübeck, Treibsand
03.04. Bremen, Kulturzentrum Schlachthof
04.04. Düsseldorf, zakk
05.04. Aschaffenburg, Colos-Saal
07.04. Marburg, Kulturzentrum KFZ
08.04. Wien, Das Werk
09.04. Leipzig, Conne Island
11.04. Rostock, M.A.U. Club
12.04. Leipzig, Conne Island
30.10. Hannover, Capitol
28.11. Münster, Sputnikhalle




Freitag, 10. Januar 2020

KW 2, 2020: Die luserlounge selektiert

Quelle: commons.wikimedia.org
(ms/sb) Klar, hier geht es um Musik. Doch wenn Scheiße passiert, dann müssen wir es benennen. Und die passiert seit 15 Jahren unverändert. Am 7. Januar vor fünfzehn Jahren wurde Oury Jalloh verbrannt in einer Zelle in Dessau aufgefunden. Die Beweislage ist klar, dass er sich nicht selbst angezündet hat oder haben kann! Es war also Mord. Klar. Bis heute wird das Verfahren nicht neu aufgerollt. Es scheint Menschen zu geben, die das offensichtlich nicht wollen. Dass da Leute bei der Polizei arbeiten, die so etwas getan haben könnten. Das darf kein Abwatschen gegenüber der Polizei sein. Doch es erschüttert genauso das Vertrauen, wenn der Mordfall Oury Jalloh nicht neu aufgerollt wird!

So. Freitag. Musik. Luserlounge. Selektiert. Ab geht's:

Monako
(sb) Manchmal nimmt das Leben seltsame Wendungen und so verschlug es Sadek Massarweh mit 20 aus seiner kanadischen Heimat nach Hamburg, wo er schon bald auf seinen heutigen Bandkollegen Jakob Hersch traf. Aus einer Bekanntschaft wurde musikalische Zusammenarbeit und schon bald eine Band namens Monako, die heute aus sechs Personen besteht und es gar nicht einsieht, sich auf ein Genre zu beschränken. Das künstlerische Selbstverständnis des Sextetts verbietet es geradezu, sich zu limitieren und so wandeln Monako auf ihrer EP Take Care (VÖ: 17.01.) zwischen Rock, Folk und R'n'B und lassen dabei auch sphärische Klänge nicht zu kurz kommen.

Das dürfte auch live bestens funktionieren, also lasst es Euch nicht entgehen:

21.04.20 Schon Schön (Mainz)
22.04.20 Import/Export (München)
23.04.20 Substage Café (Karlsruhe)
24.04.20 Z-Bau (Nürnberg)
25.04.20 Jugendcafé (Zwiesel)
29.04.20 Monarch (Berlin)
06.05.20 Blue Shell (Köln)
09.05.20 Uebel & Gefährlich - Turmzimmer (Hamburg)


Deadyard
(sb) Barcelona, Katalonien, Spanien. Punkrock'n'Roll und zwar ziemlich kompromisslos - das sind Deadyard, eine hierzulande bislang noch recht unbekannte Kapelle, die aber daran arbeitet, dies schnellstmöglich zu ändern. The Escapist Song ist der erste Vorbote des am 16.01. erscheinenden Albums Armageddon It! und macht durchaus neugierig. Ob diese morbide Stimmung, die vor allem das Video verbreitet, auch auf Albumlänge funktioniert? Wir sind vorsichtig optimistisch und freuen uns schon auf mehr!



Hotel Hotel
(ms) Diese Worte haben die Geschmacksnerven angeregt: Die neun Lieder geben den dunkelsten menschlichen Erfahrungen Raum. Sechs mit Gesang, drei instrumental. Der rote Faden durch das Album ist, dass die Texte einen dunklen Gemütszustand und dieser von der Musik aufgegriffen wird.
So. Klingt ja super. Außerdem: Die Band, von der geschrieben wird, Hotel Hotel, kommen aus Norwegen, Bergen. Meine erste Assoziation: Hier wartet ein schweres, ausgetüfteltes Hardrock- oder Metal-Brett auf dich, das durch die Struktur der Lieder das Blut gefrieren lassen.
Tja, so kann man sich täuschen. Aber das ist nicht schlimm.
Denn Hotel Hotel machen langsamen, melancholischen Folk-Country-Blues-Gitarren-Pop. Ups! Doch wahrscheinlich passt die oben erwähnte Beschreibung zu diesem Genre noch viel besser. Wenn die Stimme von Sänger Vegard Urne bewusst zittert, die Fiddle von Annlaug Børsheim eine ungeheure Sehnsucht ausdrückt, dann verdunkelt sich schnell mal das innere Auge. Doch Hoffnung ist immer noch da. Und sie stirbt auch nicht. Noch nicht mal am Ende! Hört euch durch, passt zum aktuellen, extrem grauen Herbstwetter! Ihre Platte Heaven's Will erscheint am 24. Januar! Drücken wir den Jungs die Daumen, dass sie hierzulande ausreichend gehört werden!



Agnes Obel
(ms) Das geht direkt durch Mark und Bein und strotzt dabei vor zarter Schönheit. Ein Lied übers Schlafen, Schlafenwollen, nicht-schlafen-Können, Unterbrechung des ganzen und der ach so erstrebenswerten Sehnsucht, dass diese endlich befriedigt wird. In der Nacht, wenn man sich von links nach rechts windet, die Unruhe zu groß und das Kissen doch so wunderbar weich ist. Am Morgen, wenn doch die Pflicht ruft und es unmöglich ist, einfach im wohligen Ort der Ruhe zu verweilen. Verzweiflung. Ermattung.
Was hilft?! Klar, Kaffee. Aber auch dieses herausragende Lied von Agnes Obel, die genau diese Situationen in einen Song packt und ihn passenderweise Broken Sleep nennt. Der Track besticht mit einer irren Schlichtheit: nur Gesang und ein paar bedachte Klavierloops. Das ist große Kunst. Gut, dass der Text unterm Video einzusehen ist. Durch die kleinen Wiederholungen und Verschachtelungen wird der wahre Kern der künstlerischen Gestaltung diesen Liedes erst klar. Wow!
Zum Glück gibt's davon bald mehr, denn am 21 Februar erscheint ihr neues Album Myopia auf Deutsche Grammophon. Das spricht für sich und könnte ganz groß werden.
Wir haben das große Glück, dass sie bald auch schöne Häuser in unseren Gegenden bespielen wird. Augen auf und hin da!

29.02. Köln, Carlswerk Victoria
01.03. Mannheim, Capitol
02.03. Hamburg, Laeiszhalle
04.03. Wien, Arena
05.03. Zürich, Samsung Hall
16.03. Berlin, Admiralspalast
17.04. München, St Matthäus Kirche



The Growlers
(sb) "The biggest band you've never heard of" - Humor beweisen The Growlers mit dieser Selbsteinschätzung schon mal und wenn es nach uns ginge, dürften ruhig ein paar Leute mehr die Musik der Kalifornier kennenlernen, deren World Tour sie demnächst auch in unsere Breitengrade verschlagen wird. Mit im Gepäck sein wird auch die neue Single Try Hard Fool aus ihrem im Oktober erschienenen Album Natural Affair, dem bereits sechsten Longplayer des Sextetts. Der Stil der Band aus Costa Mesa pendelt dabei gekonnt zwischen Pop-, Rock-, Surf- und Beat-Klängen, weiß aber auch mit gelegentlichen Balladen zu gefallen. Dass The Growlers sich nicht nur auf der Bühne wohl fühlen, beweisen sie mit der Ausrichtung ihres eigenes Festivals namens "Beach Goth", auf dem u.a. schon Die Antwoord, Julian Casablancas (The Strokes), The Drums, Bon Iver, die 2 Live Crew, Violent Femmes, Modest Mouse und die Yeah Yeah Yeahs zum Line-Up gehörten.

05.02.20 Hamburg - Mojo
06.02.20 Dresden - Beatpol
07.02.20 Berlin - Astra
08.02.20 Köln - Live Music Hall
10.02.20 München - Muffathalle
11.02.20 CH-Zürich - Kaufleuten
15.02.20 Frankfurt am Main - Gibson




ITCHY
(ms) Zum Schluss noch einmal Punk! Und zwar schnörkellos, kurzweilig, humorvoll, ja: frech. Und das von einer Band, die vor wenigen Jahren erst ihren Namen geändert, gekürzt hat: ITCHY. Aber natürlich immer noch groß geschrieben! Nun gibt's noch mehr Neuerungen. Denn das Trio aus dem Umfeld von Göppingen veröffentlicht am 7. Februar ihr neues Album Ja Als Ob. Genau, richtig gelesen! Hier wird jetzt auf Deutsch gesungen. Und was bei den Donots ja so wunderbar geklappt hat, geht hier auch runter wie Öl. Der neuen Platte folgt die größte eigene Tour! Für eine Band, die es seit neunzehn (19!) Jahren gibt eine aufregende Änderung, ein verdienter Erfolg nach vielen Releases und gut 1000 Konzerten in ganz Europa! Also: Album holen, Ticket besorgen, Pogo tanzen!

19.03. Wiesbaden - Schlachthof
20.03. Köln - Live Music Hall
21.03. Hamburg - Markthalle
27.03. Dresden - Beatpol
28.03. Berlin - Festsaal Kreuzberg
03.04. Nürnberg - Hirsch
04.04. Prag - Rock Cafe
17.04. München - Backstage
18.04. Wien - Flex
24.04. Zürich - Dynamo
25.04. Stuttgart - LKA Longhorn