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| Quelle: flaticon.com / arnikahossain |
Seit ein paar Wochen habe ich das große Glück, eine analoge Uhr zu tragen. Wieder. Die letzte habe ich zur Konfirmation bekommen. Diese fetten Fossil-Uhren waren als beginnender Teenie schon der letzte Scheiß. Heute will ich einfach nur ein Ziffernblatt, das mir die Uhrzeit anzeigt. Ahja, das Datum ist auch dabei. Sonst nichts. Tick. Tack. Kein Bildschirm, es ploppt nichts auf, einfach nur die Zeit anschauen. Genial! Dazu auch noch irre schick! Ist so! Der größte - und gewollte - Effekt ist dabei, nicht so oft auf das doofe Handy zu schauen. Bin ja eh komplett abhängig. Eine kleine Rebellion am Handgelenk. Denn wenn die Büchse der Pandora erstmal leuchtet, dann schweife ich direkt durch tausend Apps. Werbeschrott bei Insta, Weltuntergang bei Bluesky, Wetter bei der Tagesschau und der x-te, völlig langweilige Artikel über die blöden Bayern beim Kicker. Das sind mit drei Daumenwischern viel zu viele Informationen. Das geht zwar schon in meinen Kopf rein, macht den aber matt. Wie Milchglas. Anders meine tolle, neue Uhr. Die tickt einfach nur vor sich hin. Da herrscht Friede. Sie will auch eigentlich nichts. Genial. „Wer heut‘ noch was auf sich hält, liebt ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt“ - Fortuna Ehrenfeld.
Döll
(Ms) Es gibt einfach zu viel gute Musik. Können wir uns auf diesen Grundsatz einigen?! Ich würde am liebsten hauptberuflich nichts anderes machen als das hier: Neue Musik entdecken, Gedanken entwerfen, sie in Worte fassen und hoffen, dass andere das dann auch gut finden oder zumindest mal davon gehört haben. Mädness höre ich seit einiger Zeit, doch es ist wie verhext, dass sein Bruder, Döll, kaum auf meinem Radar ersichtlich ist. Bis jetzt. Es gab keinen zwingenden Anlass für mich, nur den großen Willen. Gut, dass mit Auf Keinen Fall jüngst ein neuer Track erschien. Oh, man! Was für ein unfassbar guter Rapper. Was für ein unfassbar hartes Leben. Was für eine irre Leistungen, in der Musik so tief in sein Innerstes blicken zu lassen. Glücksspielsucht ist echt eine üble Geschichte. Nicht nur weil so viel Zeit bei drauf geht, sondern leider auch schnell das liebe Geld. Der Song macht nicht unbedingt gute Laune, ist aber dafür umso wichtiger. Stark, stark, stark!
Berglind
(Ms) Wenn es direkt mit dem ersten Takt kickt, dann zaubert Musik mal wieder gehörig. Ach, wie gern lass ich mich verzaubern. Ich will auch wirklich nicht alles verstehen. Es einfach geschehen lassen. Auch nicht danach fragen, ob das jetzt nicht etwas zu poppig ist. Weg mit dem Musiksnobismus. Berglind heißt der neue heiße Scheiß aus Österreich offensichtlich. Es ist elektronisch. Es ist mitreißend. Es ist sehr gut! Streichelzoo heißt nicht nur die neue Single, die heute erscheint, sondern auch das gleichnamige, neue Album, das am 27. November rauskommt. Was für eine wunderbare, kluge Auseinandersetzung mit dem Ich. Wenn auch teils gar nicht so gewollt. Denn wirklich ist machen wir uns ja ganz schön was vor. Und mit der tollen Zeile „Hast du dir nur diesen Traum geliehen“ trifft die Musikerin ja den Nagel auf dem Kopf. Zusätzlich wirklich elektrisierend. Da macht es Peng! im Nervensystem - genial!
Zweilaster
(Ms) Der Kampf gegen die Moderne. Ich liebe ihn. Nicht allen Scheiß mitmachen. Mal wieder in den Wald gehen. Einfach mal Nudeln statt Kombucha. Obwohl, ist ja auch echt geil. Egal. Nicht alles mitmachen. Vor allem nicht allen gefallen wollen. Manchmal bin ich viel zu sehr Diplomat. Mehr anecken. Mehr nerven. Geil! Zweilaster haben dazu einen mächtigen Smashhit im Gepäck! Freundin heißt der Track, der heute frisch rausgekommen ist. Es schrammelt so gut, es übertönt gewaltig, es ist voller Herzblut. So soll es sein, oder?! Und die gebrüllten guten Ratschläge an ein Gegenüber sind eventuell auch nur ein Blick in den Spiegel. Poesiealbum - was für ein genialer Name für eine Platte - erscheint am 27. November und könnte ganz schön gut werden!
Grey Flamingo
(Ms) Vor vielen, vielen Jahren ist auf der Ems ein Schiff gegen eine Brücke gefahren. 13 Jahre ist das her, habe ich gelesen. Seitdem fährt dort keine Bahn mehr von Deutschland in die Niederlande. Das ist jetzt vorbei! Genial! Eine neue Zugverbindung lebt, die sogenannte Wonderline. Nur in Leer umsteigen und beispielsweise von Bremen in unter drei Stunden entspannt nach Groningen! Das ist doch ein super Anlass, sich mal über Musik aus den Niederlanden Gedanken zu machen. Denn da fällt mir irgendwie nichts zu ein. Gar nicht negativ gemeint. Ich kenne schlicht keine Band aus den Niederlanden. Okay, Chantal Acda. Sie ist großartig! Grey Flamingo kommen aus aus den Niederlanden und das Tolle ist, das fast nichts über die Band bekannt ist. Also schön auf die Musik konzentrieren: entspannter, melodiöser, teils leicht dramatischer, eingängiger, sehr zugänglicher Frickelpop. Viele schöne Details. Die Band breitet einen warmen Klangteppich aus, auf dem man ein bisschen abhängen kann. Happy Songs For Shady People heißt ihr neues Album - unglaublicher Titel! Also, liebe shady people, gebt euch das. Es ist sehr gut! Und mal wieder in die Niederlande fahren, okay? Gut.






