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| Foto: Luca Celine |
Ja, was ist es nun, was dieses Album so großartig macht? Auf die einzelnen Lieder kommen wir gleich noch zu sprechen, doch ich behaupte, es gibt ein übergeordnetes Ganzes, das den großen Reiz ausmacht. Wenn Adele Ischia, Philipp Auer, Milena Klein und Patrick Huter ihre Texte schreiben, kommen nicht nur die unterschiedlichsten Themen zu tragen, sondern auch eine unsagbar schöne Poesie und Gesangslinien, die von Sehnsucht und großem Lebensgenuss strotzen. Insbesondere die poetischen Texte haben in mir eine Faszination entfacht. Es sind Texte, die das Hier und Jetzt auf romantische Weise Feiern. Es sind Texte, die die Schattenseiten des Lebens schonungslos beleuchten und vor allem eine Utopie erschaffen. Es soll eine Welt sein, in der wir sicher sind und füreinander da sind. Was so leicht und irgendwie naheliegend klingt, vertont diese Band mit einer soghaften Schönheit und einer innigen Dringlichkeit. Der Wunsch nach einer schönen, guten Welt schwebt leuchtend über dieser Platte. Wer will es ihnen verübeln?!
Elf Songs sind es, die uns die vier ÖsterreicherInnen schenken. Nur Das Beste ist der Start und damit ist doch alles klar, oder?! Wer so beginnt, schaut nur nach vorn und dem wächst der Optimismus aus allen Poren. Was sich ganz klassisch aufbaut - erst Gitarre, dann Stimme, dann Schlagzeug, dann Bass - nimmt so richtig Fahrt auf. Wenn die Akkorde schwirren und die Synthies ballern, soll die gute Zukunft bitte ganz schnell über uns herein brechen, denn „das Jetzige ist das Verletzlichste“. Zum Glück sind wir selbst dafür verantwortlich. Züge wiederum ist ein wunderbares Coming-of-Age-Stück. Von Verwöhntagen bei Oma, über die Übergabe des Zeugnisses (als Protokoll der Versäumnis - hallo Poesie!) hin zu Berufsversuchen. Ein Großwerden mit der endlos sehnsüchtigen Frage, wohin denn all die Züge fahren würden. Was für eine wunderbare Tagträumerei, was für ein Geschenk.
Seit einigen Wochen hat mich ein Track dieser Platte komplett in den Bann gerissen. Nie Mehr Sicher ist aus meiner Sicht das stärkste Lied dieses Albums. Es feiert mit einer wunderbaren Aufmerksamkeit die Gegenwart und zeigt, wozu Sprache - wundervoll melodisch vorgetragen - im Stande ist. Es erinnert mich - in einer Weise, die ich nicht erklären, sondern nur erfühlen kann - an Die Dinge Singen Hör Ich So Gern von Rainer Maria Rilke. Das Lied ist ein Spaziergang voller Düfte und Tiere, die wir alle benennen können und uns so Sicherheit geben. Auch bei diesem poetischen Stück überzeugen die wunderbar sanften Gesangslinien, die sich unbemerkt ins Langzeitgedächtnis schleichen.
Auf Domino Days teilen sich sich Philipp Auer und Milena Auer die Gesangsparts. Die Bassistin singt den wunderbaren Schrammeltrack Kontrolle Ist Messer, der musikalisch an die frühen Tocotronic erinnert und gesanglich Punk ist. Da sind wir bei einem weiteren Punkt, der diese Platte so, so stark macht: sie strotzt vor Vielseitigkeit. Klar, das ist Indierock. Doch der kann auch platt sein. Das Quartett aus Wien jedoch schaut ganz viel nach rechts und links beim Thema musikalische Raffinesse.
Genial ist auch, wenn die Band Unernstes sehr seriös vorträgt. Beispiel: Die Katze. Ein Portrait des zweitliebsten Haustieres. Eine Liebeserklärung? Ein Blickwinkelwechsel? Wie dem auch sei - es geht hochdramatisch zu, wenn zwischendurch der Vierbeiner über die Klaviertasten huscht. Großartig!
Doch auch jedes noch so phantastische Album muss irgendwann auch mal vorbei sein. Ein Album, auf dem nicht jeder Reim perfekt ist und auf dem die Zeilen gern mal springen. Ein Album, das zum Glück nicht allzu vollgepackt ist mit Bedeutung und Tiefenpsychologie. Das Unverkrampfte ist der Trumpf. Und die Vielseitigkeit. Happy And You Know It am Ende reist musikalisch nochmal richtig stark in einen Mix aus Porridge Radio und den 90ern. Fleißig unterwegs sind Endless Wellness, um ihre neuen Stücke zu präsentieren - verpasst das nicht:
22.10.2026 Zürich - Bogen F
23.10.2026 Düdingen - Bad Bonn
24.10.2026 Dornbirn - Spielboden
29.10.2026 Wien - Arena
31.10.2026 Linz - Posthof
01.11.2026 Graz - Dom im Berg
04.11.2026 Salzburg - Rockhouse
05.11.2026 St. Pölten - Cinema Paradiso
06.11.2026 Villach - Kulturhofkeller
07.11.2026 Vöcklabruck - OKH
25.11.2026 München - Technikum
26.11.2026 Esslingen - Dieselstrasse
27.11.2026 Köln - Gebäude 9
29.11.2026 Frankfurt - Mousonturm
30.11.2026 Hamburg - Molotow
01.12.2026 Berlin - Festsaal Kreuzberg
02.12.2026 Leipzig - Werk 2
03.12.2026 Nürnberg - Z-Bau






