Freitag, 6. November 2026

KW 45, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Shuvo.Das 
Hallo Hoffnung! Na, da bist du ja wieder. Schon dich zu sehen und dich auch zu spüren. Gut, dass du noch da bist. Es gab ja durchaus Tage, da kamen ein paar Zweifel auf. Erst Serbien, dann Israel (obwohl da ja ziemlich unklar ist, wie es weiter geht) und nun good, old Amerika. Dass so viele Leute die Demokraten gewählt haben - großartig! Sehr divers, sehr auf die Bundesstaaten zugeschnitten und mit all den gewählten Menschen wirkmächtig. Klar, es kann auch sein, dass der orangene Mann jetzt komplett durchdreht und nur noch mit dem Filzstift regiert. Aber es lassen sich nun wesentlich besser Steine in den Weg legen. Sehr, sehr gut. Nicht nur für die Welt. Sondern auch für die Menschen in den Staaten, denen das Geld ausgeht oder die sich ein Leben so nicht mehr leisten können. Klar, Hoffnung, an dir hängt jetzt eine Menge. Aber du kannst zum Glück auch richtig gut abliefern! Ich hab Bock!

Cava
(Ms) Herrlich, wenn die Gitarren direkt ab dem ersten Takt scheppern, oder?! Schwere Riffs leicht gespielt, einige Effekte drüber, krachendes Schlagzeug dazu und schon hat man den Sound von Cava. Das Berliner Duo macht seit einiger Zeit auf sich aufmerksam und am 27. November erscheint ihr neues Album Good Luck. Heute erscheint - um die Spannung schön hoch zu halten - ihre neue Single Every Life, die mit viel Tempo und Druck nach vorn überzeugt. Das, was Amyl & The Sniffers im ganz großen Stil sehr erfolgreich aufziehen, machen diese beiden Damen mindestens genauso gut! Und es macht sehr viel Spaß. Im allerbesten Sinne unkomplizierte Musik, die sehr viel Spaß macht und nur eine Richtung kennt: voran, voran!


Takeshi‘s Cashew
(Ms) Ach, ich bin auch einfach ein leichtes Opfer. Zeig mir eine Band mit einem originellen Namen und ich bin dabei. Klar, die Musik muss auch stimmen, aber ein pfiffiger Name macht schon was her. Und Takeshi‘s Cashew ist leider genial! Zum Glück macht diese Band wirklich geile Tracks und letzte Woche erschien ihr neues Album Planet Odyssey 64 und es macht ja so, so viel Spaß! Darin ist ein wenig Weltraum, ein wenig Ufo, ein bisschen mäandernder Rausch, wilde Synthie-Tänze und ungehörig viel Freude am guten Rhythmus. Ja, das ist das bestechende Element. Wer Bock hat Oum Shatt in etwas leichtfüßigerer, verspielterer Art zu hören, ist hier genau richtig!



Please Madame
(Ms) In letzter Zeit beschleicht mich der Gedanke, dass es vielleicht am schwersten ist, leicht klingende Musik zu machen. Leicht im Sinne von: hier wippt auf einmal ganz unbemerkt der Kopf mit. Leicht im Sinne von: das ist beruhigend und hat doch einen guten Groove. Leicht im Sinne von: Ach, einmal durchatmen. Please Madame aus Salzburg bringen heute den passenden Track dazu heraus. Your Taste heißt er. Nicht nur, dass es einfach klassisch-guter Indiepop ist, man darf im Video der Band auch teils beim Essen zuschauen. Genial. Auch im Bewegtbild passiert so herrlich wenig. Und doch so viel. Das ist doch ganz verrückt. Genauso wie der Song: es geht dazu, sich einfach mal vom eigenen Geschmack leiten zu lassen. Mehr Bauchgefühl. Weniger Kopf. Na, wenn das nicht ideal in unsere Zeit passt. Eben. Ab dafür:


Eilis Frawley
(Ms) Ich wünsche mir, dass ich tausende Jahre alt werde. Und sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, dann doch so lang wie möglich. Aus einem simplen Grund: Es gibt so viel gute Musik zu hören, dafür reicht ein Leben doch gar nicht aus, oder? Es gibt so viele unfassbar kreative MusikerInnen da draußen - ich muss das doch alles hören und darüber schreiben. Ein Glück, dass es Eilis Frawley gibt. Die Drummerin hat gar keine Furcht, sich nicht an irgendwelche Genregrenzen zu halten. Sie ist ein absoluter Freigeist. Genial und hochgradig beeindruckend! Heute veröffentlicht sie ihr neues Album Twist My Words und es ist ein phantastischer Hörgenuss. Ihre Stimme nutzt sie für Spoken Word-Texte. Doch am interessantesten sind all die tollen Arrangements und Rhythmen. All die Soundschnipsel, die durch ihre Lieder strömen. All den Drive, den diese Musik aufnimmt. Hier verschieben sich auch oft mal die Takte, dann setzen wieder Streicher ein, dann dominiert ein Bass. Das ist ganz, ganz großartig gemacht. Hört euch bitte, bitte dieses Album an:


Donnerstag, 5. November 2026

Live in Bremen: The Notwist

Foto: luserlounge 

(Ms) Es ist oft wie verhext: Da stehe ich am Mittwochabend im wunderbaren Bremer Schlachthof und sehe The Notwist und denke mir: „Warum ist das nicht meine absolute Lieblingsband?“
Alles spricht dafür: super Leute, tolle Texte und vor allem - also ganz stark gewichtet - irre Kompositionen, phantastische Arrangements und die große Gabe, das live tatsächlich genauso rüber zu bringen. Doch wenn ich zu Hause Musik höre, kommen The Notwist gar nicht so oft vor. Es ist wie verhext.
Die Band ist derzeit auf großer News From Planet Zombie-Tour und ein Stop in Bremen ist immer eingeplant. Kein Wunder: Alle, die schon mal im Schlachthof waren, kommen gern wieder zurück. Zudem hat sich das Team von Arte Concerts gedacht, das mal aufzuzeichnen. Sechs Kameraleute habe ich gesehen, die den Abend aufgezeichnet haben. War es deshalb so großartig?! Ich denke nicht.
The Notwist live sind deshalb so unglaublich großartig, weil hier ein Organismus Musik macht. Wenn insgesamt 12 Leute diese Lieder spielen - die hatten ein Harmonium dabei! - und es sich so klar, so weich, so rund, so eins anhört, dann sind hier auch echt krasse Profis am Werk. Ihr unglaubliches Können, ihre blinde Abstimmung ist dabei nicht mal zu sehen. Alle MusikerInnen strahlen so eine unglaubliche Leichtigkeit aus in dem, was sie tun. Das ist einfach sehr beeindruckend.
Wenn sie dann mit Teeth starten, ist das beinahe frech. Der Opener vom aktuellen Album ist ja auf Platte schon toll - live setzen sie einfach noch ein paar Schippen drauf. So baute sich ein Abend zusammen, bei dem der Fokus dezent auf den neueren Stücken lag, aber die Durchmischung war extrem. Extrem gut.
The Notwist ist eine Band, bei der es mir tatsächlich weniger auf die einzelnen Lieder ankommt. Oft kann ich nichtmal den Titeln den tatsächlichen Song zuordnen. Doch das ist mir egal. Es geht mir um die Energie. Wenn diese Band auf der Bühne steht, entsteht ein Sog. Ein Drive, der gewaltig ist. Mal zerbrechlich und überaus schön. Dann wieder wuchtig mitreißend. In allen Takten herrscht eine unglaubliche Liebe zum Detail. Keine Ahnung, wie viele elektronische Gerätschaften auf der Bühne standen, um diesen Sound zu erschaffen. Neben all den Instrumenten. Und es klingt so, so eins. Insbesondere Karl Ivar Refseth ist dabei hervorzuheben. Der Mann hinter dem Vibraphon ist ein Phänomen. Er strahlt nicht nur viel Gelassenheit und Positivität aus, sondern er spielt mit so einer Inbrunst und einer unverschämten Genauigkeit. Was er aus all seinen Instrumenten an Tönen rausholt, ist irre. Mit dem Geigenbogen über die Vibraphonstäbe?! Klar, kein Problem! Checkt mein Hirn nur nicht.
Am Mittwoch hat zudem eine tolle, minimalistische aber sehr wirkmächtige Lichtshow dazu beigetragen, dass es ein denkwürdiger Abend wurde. Ein paar Male sah ich die Band nun schon live. Ich bin mir sicher, dass dieser Abend das absolute Highlight war. Ein Glück, dass Arte das festgehalten hat. Wenn der Mitschnitt fertig ist, tauche ich nochmal in diesen beeindruckenden Abend ein.

Freitag, 30. Oktober 2026

KW 44, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / arnikahossain
Wie schlimm sieht es wirklich aus und was kann ich tun? Also auch für mich selbst?
Seit ein paar Wochen habe ich das große Glück, eine analoge Uhr zu tragen. Wieder. Die letzte habe ich zur Konfirmation bekommen. Diese fetten Fossil-Uhren waren als beginnender Teenie schon der letzte Scheiß. Heute will ich einfach nur ein Ziffernblatt, das mir die Uhrzeit anzeigt. Ahja, das Datum ist auch dabei. Sonst nichts. Tick. Tack. Kein Bildschirm, es ploppt nichts auf, einfach nur die Zeit anschauen. Genial! Dazu auch noch irre schick! Ist so! Der größte - und gewollte - Effekt ist dabei, nicht so oft auf das doofe Handy zu schauen. Bin ja eh komplett abhängig. Eine kleine Rebellion am Handgelenk. Denn wenn die Büchse der Pandora erstmal leuchtet, dann schweife ich direkt durch tausend Apps. Werbeschrott bei Insta, Weltuntergang bei Bluesky, Wetter bei der Tagesschau und der x-te, völlig langweilige Artikel über die blöden Bayern beim Kicker. Das sind mit drei Daumenwischern viel zu viele Informationen. Das geht zwar schon in meinen Kopf rein, macht den aber matt. Wie Milchglas. Anders meine tolle, neue Uhr. Die tickt einfach nur vor sich hin. Da herrscht Friede. Sie will auch eigentlich nichts. Genial. „Wer heut‘ noch was auf sich hält, liebt ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt“ - Fortuna Ehrenfeld.

Döll
(Ms) Es gibt einfach zu viel gute Musik. Können wir uns auf diesen Grundsatz einigen?! Ich würde am liebsten hauptberuflich nichts anderes machen als das hier: Neue Musik entdecken, Gedanken entwerfen, sie in Worte fassen und hoffen, dass andere das dann auch gut finden oder zumindest mal davon gehört haben. Mädness höre ich seit einiger Zeit, doch es ist wie verhext, dass sein Bruder, Döll, kaum auf meinem Radar ersichtlich ist. Bis jetzt. Es gab keinen zwingenden Anlass für mich, nur den großen Willen. Gut, dass mit Auf Keinen Fall jüngst ein neuer Track erschien. Oh, man! Was für ein unfassbar guter Rapper. Was für ein unfassbar hartes Leben. Was für eine irre Leistungen, in der Musik so tief in sein Innerstes blicken zu lassen. Glücksspielsucht ist echt eine üble Geschichte. Nicht nur weil so viel Zeit bei drauf geht, sondern leider auch schnell das liebe Geld. Der Song macht nicht unbedingt gute Laune, ist aber dafür umso wichtiger. Stark, stark, stark!


Berglind
(Ms) Wenn es direkt mit dem ersten Takt kickt, dann zaubert Musik mal wieder gehörig. Ach, wie gern lass ich mich verzaubern. Ich will auch wirklich nicht alles verstehen. Es einfach geschehen lassen. Auch nicht danach fragen, ob das jetzt nicht etwas zu poppig ist. Weg mit dem Musiksnobismus. Berglind heißt der neue heiße Scheiß aus Österreich offensichtlich. Es ist elektronisch. Es ist mitreißend. Es ist sehr gut! Streichelzoo heißt nicht nur die neue Single, die heute erscheint, sondern auch das gleichnamige, neue Album, das am 27. November rauskommt. Was für eine wunderbare, kluge Auseinandersetzung mit dem Ich. Wenn auch teils gar nicht so gewollt. Denn wirklich ist machen wir uns ja ganz schön was vor. Und mit der tollen Zeile „Hast du dir nur diesen Traum geliehen“ trifft die Musikerin ja den Nagel auf dem Kopf. Zusätzlich wirklich elektrisierend. Da macht es Peng! im Nervensystem - genial!


Zweilaster
(Ms) Der Kampf gegen die Moderne. Ich liebe ihn. Nicht allen Scheiß mitmachen. Mal wieder in den Wald gehen. Einfach mal Nudeln statt Kombucha. Obwohl, ist ja auch echt geil. Egal. Nicht alles mitmachen. Vor allem nicht allen gefallen wollen. Manchmal bin ich viel zu sehr Diplomat. Mehr anecken. Mehr nerven. Geil! Zweilaster haben dazu einen mächtigen Smashhit im Gepäck! Freundin heißt der Track, der heute frisch rausgekommen ist. Es schrammelt so gut, es übertönt gewaltig, es ist voller Herzblut. So soll es sein, oder?! Und die gebrüllten guten Ratschläge an ein Gegenüber sind eventuell auch nur ein Blick in den Spiegel. Poesiealbum - was für ein genialer Name für eine Platte - erscheint am 27. November und könnte ganz schön gut werden!


Grey Flamingo
(Ms) Vor vielen, vielen Jahren ist auf der Ems ein Schiff gegen eine Brücke gefahren. 13 Jahre ist das her, habe ich gelesen. Seitdem fährt dort keine Bahn mehr von Deutschland in die Niederlande. Das ist jetzt vorbei! Genial! Eine neue Zugverbindung lebt, die sogenannte Wonderline. Nur in Leer umsteigen und beispielsweise von Bremen in unter drei Stunden entspannt nach Groningen! Das ist doch ein super Anlass, sich mal über Musik aus den Niederlanden Gedanken zu machen. Denn da fällt mir irgendwie nichts zu ein. Gar nicht negativ gemeint. Ich kenne schlicht keine Band aus den Niederlanden. Okay, Chantal Acda. Sie ist großartig! Grey Flamingo kommen aus aus den Niederlanden und das Tolle ist, das fast nichts über die Band bekannt ist. Also schön auf die Musik konzentrieren: entspannter, melodiöser, teils leicht dramatischer, eingängiger, sehr zugänglicher Frickelpop. Viele schöne Details. Die Band breitet einen warmen Klangteppich aus, auf dem man ein bisschen abhängen kann. Happy Songs For Shady People heißt ihr neues Album - unglaublicher Titel! Also, liebe shady people, gebt euch das. Es ist sehr gut! Und mal wieder in die Niederlande fahren, okay? Gut.

Editors - Surface, Echo & Sound

Foto: Rahi Rezvani
(Ms) Am 30. Oktober erscheint ein neues Album der Editors. Eine Band, bei der ich unter keinen Umständen objektiv bleiben kann. Zu lange höre ich sie, zu gut finde ich sie, zu oft (wenn es das überhaupt gibt) habe ich sie gesehen. Da sind die eigenen Erwartungen schon sehr hoch. Es geht mir dann nicht nur im den Sound, sondern auch um die Gefühle, die die neuen Lieder in mir auslösen. Können, sollen.

Eine Verbandelung von Kang und Emotion steht für mich seit Ewigkeiten bei den Editors ganz weit vorn. Eine Energie, die mich packt, die mich die Faust ballen lässt und in der einfach unglaublich viel Wucht steckt. Es sind die Songs, bei denen Tom Smith auf der Bühne auch völlig freidreht. Da sind Tracks wie Smokers Outside The Hospital Door, The Racing Rats, Papillon, Formaldehyde oder Marching Orders, die ganz viel Glanz haben. In diesen (und vielen anderen) steckt eine Energie, die das Leben bereichert und schlechte Tage ganz schnell vergessen lässt. Auch die elektronische Wandlung der Band finde ich absolut nachvollziehbar und stark!

Nun erscheint mit Surface, Echo & Sound eine neue Platte. Seit 23 Jahren gibt es diese Band, es ist ihr achtes Album. Und es klingt vollkommen anders. Sämtliche Synthesizer sind verschwunden, auch die E-Gitarren knallen hier nicht so, wie man es eventuell vermuten würde. Schon auf seinem Solo-Album hat Tom Smith einen eher reduzierten Ansatz verfolgt. Den hat er auch mit seiner Band nun umgesetzt. Tatsächlich weiß ich nicht genau, was ich davon halten soll. Denn da sind zwei Dinge: Möchte ich, dass diese mir so wichtige Band gewissermaßen immer das Gleiche oder Erwartbare macht oder lasse ich mich auch auf eine so verhältnismäßig sanfte Platte ein? Es nicht zu tun, wäre etwas zu versnobt. Doch eine dezente Enttäuschung liegt bei mir schon in der Luft.

Ja, das Album hat definitiv schöne Lieder zu bieten. Eine der ersten Singles, Call It In, weist einen spürbaren Drive auf. Nur halt ohne den absoluten, ausbrechenden Höhepunkt. Stattdessen treibt hier die Akustikgitarre. Zu Beginn von The Rush dachte ich tatsächlich, dass Coldplay hier am Werke seien, doch wurde wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Ja, Surface, Echo & Sound ist definitiv ein Album, auf dem Tom Smiths Stimme mehr im Vordergrund steht. In einer emotional nahbareren Variante, nicht so nach vorn strebend, aber definitiv auch schön!
Ja, Shadow ist berührend, baut sich ganz toll auf. Und da kommen sie, die klassischen Editors-Momente. Wo es kribbelt. Wo der Puls steigt. Nur halt irgendwie klanglich gedämpft.
Doch die britische Band zeigt auch, welcher Klang ihr so eine beeindruckende Karriere verschafft hat. Es ist ein Klang, der auf Happiness in Ansätzen zu finden ist. Wenn Melodien und Gesangslinien sich ineinander verschlingen und Tom Smiths Stimme anfängt zu beben. Hier steigt doch der Puls, oder?! Es ist ein starker, verwunschener Song! Und ja, der Bass rollt plötzlich auch wieder. Wie auf Much Love. So lau - in meinen Ohren - die Platte auch begonnen hat, so nimmt sie auch Fahrt auch. Nicht so wie auf den ersten drei Alben. Anders. Aber durchaus ansteckend. Auch Seriously ist zweifelsohne ein wunderschönes, ja Hoffnung bringendes Lied. Und hier kommt dann eine Facette dieses Albums zu tragen, die ich erst spät verstanden habe. Es glänzt ein wenig mehr. Weniger Dramatik. Mehr organische Musik. Mehr Wärme auch gewissermaßen. Und das ist eine wirklich schöne Erkenntnis, so sollte dieses Album sicher einzuordnen sein. Eine warme Decke, die diese Musik über uns legt. Beruhigend, besänftigend, mitunter tröstend. Nur sind das Attribute, die ich der Band im Vorhinein niemals zugeschrieben hätte. 

Ja, Surface, Echo & Sound klingt ganz anders als alles zuvor. Doch - wenn wir ehrlich sind - war das nicht bei den Editors sowieso immer schon der Fall?! So ist es die weicheste Platte in einer beeindruckenden Diskographie. Vielleicht ja genau der Aspekt, der dem Wirken dieser Gruppe halt noch gefehlt hat. Dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Wucht gewünscht.

07.02.2027 München - Zenith
08.02.2027 AT_Wien - Gasometer
11.02.2027 Berlin - Columbiahalle - SOLD OUT
14.02.2027 Köln - Palladium- SOLD OUT
16.02.2027 Leipzig - Felsenkeller
20.02.2027 Hamburg - Inselpark Arena - SOLD OUT




Donnerstag, 29. Oktober 2026

Get Well Soon - Séance


(Ms) Konstantin Gropper ist nicht zwingend für seinen ausladenden Humor bekannt. Bei seinen Konzerten wurden seine Entertainerqualitäten über die Jahre viel besser, doch so musikalisch ist einem oft wenig zu lachen zumute. Als Minus The Magic im Frühsommer erschien, behauptete er in einer Pressemitteilung, dass seine Band Get Well Soon womöglich ein über viele Jahre missverstandenes Comedy-Projekt gewesen ist. Jaja. Er wollte auch mal ein Witzebuch mit auf die Bühne bringen. Nun gut, ernst nehmen sollte man ihn vielleicht besser nicht so oft. Im guten Sinne. Denn in der Hinterhand hat er immer noch so einiges. Der Köcher ist stets gefüllt. Und so sehr er nach Amen als Get Well Soon abwesend schien (zumindest in meiner Wahrnehmung), so sehr ist er in diesem Jahr (wieder) da. Über zwanzig Jahre macht er schon unter diesem Namen Musik. Nun erscheint sein achtes Album, heißt: zwei Platten in diesem Jahr! Auch hier wieder eine kleine Finte in der Pressemitteilung: Er behauptet, ursprünglich eine Platte mit KI machen zu wollen. Jetzt ist es eine über die sogenannte Künstliche Intelligenz geworden. Den ersten Schritt glaube ich ihm nicht. Seit jeher sind die Alben von Get Well Soon sehr programmatisch ausgerichtet. Und immer schon hat er mit seiner Band alles selbst gemacht. So handwerksmäßig. Ein Programm als Hilfe?! Unvorstellbar im Konstantin Gropperschen Musikkosmos. Genauso wie sämtliche Humorlosigkeit. Zwinker Zwinker.

Séance heißt das Album, dass passend kurz vor Halloween am 30. Oktober erscheinen wird. 15 Songs, 55 Minuten Spielzeit. Normale Get Well Soon-Länge also. Wenn die Tracks laufen, wird sofort klar, warum es in diesem Jahr zwei Platten sein mussten. Auf Minus The Magic war der Angry Young Man noch mit voller Gitarrenwucht am Start. Nun, auf Séance, wird es klanglich wesentlich detaillierter. Viel mehr Kleinigkeiten kommen hinzu. Zudem sind die Songs insgesamt viel düsterer geworden. Inhaltlich zum Teil auch. Der Musiker selbst spricht davon, dass dies sein Gothic-Album geworden sei. Nun lässt sich dieses Genre aufgrund der szeneinhärenten Vielfältigkeit kaum definieren. Ist Séance dunkel? Ja! Spielt der Tod eine Rolle? Ja! Kleidet sich der Protagonist szenetypischer? Ja! Geht es mit metaphysischen Dingen zu? Bei Get Well Soon doch sowieso immer!

Den Titel hat Konstantin Gropper ausgewählt, da ihm die Nutzung von KI mit Geisterbeschwörung ähnlich vorkommt. Ja, ist was dran. Und wenn dann die Chefs der dazugehörigen Firmen marketing-strategisch geschickt behaupten, ihre Programme könnten in kürzester Zeit die Menschheit auslöschen, dann ist der eigene Tod, eine unheimliche, dunkle Macht und ein düsterer Sound absolut naheliegend.

Mit einem kurzen, flirrenden Instrumental beginnt Séance. Die Marschroute ist klar. Es darf durchaus etwas gruseln. Mit Goth 101 setzt sich diese Atmosphäre fort. Ja, es geht durchaus hypnotisch zu, Obacht ist geboten beim Zuhören, nicht dass plötzlich die Toten um einen herum aufwachen. Wo im Frühsommer noch die E-Gitarren schepperten, mäandern nun oftmals vom Bass geleitete, dezente Rhythmen durchs Dickicht. Logisch, dass diese beiden Ansätze nicht auf eine Platte passten. Ein bisschen mehr Fahrt nimmt Hallucination No. 4 auf. Das heißt auf keinen Fall, dass es vorher öde war, sondern eher schleierhaft zurückhaltend. Wenn auf diesem Track dann das Tempo anzieht, die Melodien wieder sagenumwobende Höhen erlangen und plötzlich eine starke Kraft entwickeln, herrscht doch eine Dynamik, die von Konstantin Gropper durchaus erwartbar ist: Genial! Ein bisschen erinnert dieser musikalisch-thematische Ansatz an The Horror. Herrlich schauderhaft wird es dann wieder bei Holiday In Lily Dale. Lily Dale ist eine Gemeinde in den USA, quasi das Epizentrum für alle Spirituelle. Auch mit Toten soll dort kommuniziert werden können. Konstantin Gropper nimmt uns Hörende auf diesem Track auf mystische Weise mit an diesen Ort, quasi als Stadtrundgang der Verwunderung. Stark, wie Inhalt und Musik hier Hand in Hand gehen!
Wirklich spannend wird es auf The Wreck Of The Deutschland. Nicht nur wegen des seltsamen Titels. Hier zelebriert Get Well Soon Art Pop vom Allerfeinsten. Akkordeon, kleinteilige Rhythmen, düstere Faszination. Und damit geht es weiter: The Undead Choir ist genau das - ein A Cappella, nur sphärische Klänge im Hintergrund. Okay, es gibt durchaus den ein oder anderen Track, der sich etwas zieht. Doch solche musikalischen Ausflüge sind einfach nur genial. So experimentierfreudig hat man Konstantin Gropper lange nicht gehört. Wow - absolut beeindruckend!
Siri, What Ruined The West ist kurz vor dem Ende nochmal ein spitzen Track, der das Tempo und die Dynamik nochmal anziehen lässt. Und die Frage aus dem Titel ist ja herrlich rhetorisch. Soll mal jemand noch behaupten, Get Well Soon könnten nicht schmunzelnde Unterhaltung. Hier ist der Beweis. Was natürlich auf keiner seiner Platten fehlen darf, ist ein Finale, das sich gewaschen hat. You Need Me heißt es hier. Jaha, wir Menschlein sind schon überaus abhängig vom kleinen schwarzen Bildschirm und was er alles Verlockendes bietet. So spricht am Ende doch nochmal die KI zu uns. Großartig aufgebaut und wirklich unheimlich, wie Konstantin Gropper hier aus der Sicht des Programms zu uns spricht. Hier werden in der Tat Geister beschworen und zum Ende hin scheppert es dann doch noch! Yes!

Séance ist ein wirklich starkes Album! Sehr vielseitig, sehr dunkel und düster. Thematisch ausgefuchst, musikalisch so filigran wie lange nicht mehr. Es darf hochgradig spannend werden, wie die Band das auf der Bühne umsetzt. So viele Sounds, so viele Klangflächen. Aber eines ist sicher: Wer wenn nicht Get Well Soon!

24.01.2027, Hamburg - Mojo
25.01.2027, Frankfurt - Zoom
26.01.2027, Heidelberg - Karlstorbahnhof
27.01.2027, Köln - Gloria
28.01.2027, Münster - Sputnikhalle
29.01.2027, Leipzig - Felsenkeller
30.01.2027, Hannover - Faust
31.01.2027, Berlin - Huxleys
02.02.2027, München - Ampere
03.02.2027, Wien - WUK
04.02.2027, Salzburg - ARGE
05.02.2027, Schorndorf - Manufaktur
16.02.2027, Utrecht - dB’s
17.02.2027, Lille - L’Aéronef
18.02.2027, Paris - Le Café de la danse
19.02.2027, Luzern - Schüür
20.02.2027, Zürich - Bogen


Freitag, 23. Oktober 2026

KW 43, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Md Tanvirul Haque
Eigentlich sollte an dieser Stelle eine kleine Anekdote aus dem Alltag stehen, aber das geht nicht.
Eine Brandmauer gegen Links? Was um alles in der Welt?! Wenn das die Erkenntnis der CDU ist und ihr Weg, dann darf sie weiter dabei zuschauen, wie ihre Prozentwerte schrumpfen. Denn es ist ein reiner Offenbarungseid: Statt mit aller Kraft eine Partei zu bekämpfen und verbieten zu wollen, die diesem Land und allen Menschen, die darin leben, massiv zu schaden, suchen sie sich die Linke als Gegner aus. Die CDU hat nichts, aber auch gar nichts verstanden. Oder sie will es nicht. Oder ihre offenen Türen nach rechtsaußen sind das, was sie zeigen wollen. Lieber mit der AfD kooperieren oder sich tolerieren lassen, als über soziale Politik zu reden. Logisch, über Antisemitismus muss ganz klar, offen und streng gesprochen werden. Gar keine Frage. Doch die Linke hat in den letzten Jahren ja genug bewiesen, dass sie diesem Land gewachsen ist und ihm nicht schaden will. Jahrelange Regierungsbeteiligung in Thüringen, in Bremen, in Berlin, bald auch in Mecklenburg-Vorpommern. Und, ist irgendwo der Sozialismus ausgebrochen?! Eben. Die CDU bekämpft mit aller Macht die, die für die Menschen in diesem Land Gutes wollen. Mal schauen, wie lange sie das noch durchhält.

Grand Hotel van Cleef
(Ms) 18. August 2017 auf dem Hamburger Großmarkt vor dem Mehr! Theater: Das Grand Hotel van Cleef feierte seinen 15. Geburtstag. Es gab Jägermeister, Regen, Fortuna Ehrenfeld, Gisbert zu Knyphausen, Kettcar, Thees Uhlmann, Shantychor, alles. Es war ein großartiger Tag mit Hamburger Wetter und dem tollsten Label der Stadt. 12.000 Menschen sind gekommen, um mitzufeiern. Logisch, dass es zehn Jahre später eine Fortsetzung geben wird. Silberne Hochzeit quasi. Natürlich mit Thees Uhlmann und Kettcar wieder, das ist ja logisch. Zudem werden Kochkraft durch KMA, Schluma und Adam Angst spielen. Was für ein geniales Line-Up. Das wird sicher noch nicht alles sein. Reimer Bustorf, Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch werden das ein oder andere Schmankerl noch aus dem Hut zaubern und einen großartigen Tag bereiten. Am 14. August wird es wieder soweit sein - gleiche Stelle, gleiche Welle. Erlbkulturerbe - das soll das Motto sein. Klar, darunter macht man es nicht. Ein viertel Jahrhundert unabhängige Musik aus der Feldstraße in die ganze Welt - was für eine großartige Geschichte! Alle hin da!



Voodoo Beach
(Ms) Vor drei Jahren hat mich ein soghafter Klang erwischt und in den Bann gerissen. Darin war Wut, Dringlichkeit und vor allem ein rollender Bass und ein schepperndes Schlagzeug. Die Band dazu heißt Voodoo Beach, kommt aus Berlin und hat gehörig Dampf unterm Kessel. Nach einer kleinen Pause sind sie nun zurück. 99 heißt ihre aktuelle Single und scheppert wieder direkt nach vorn. Ein Abgesang auf die Gegenwart und das Land, in dem sie leben. Ein eindrucksvoller Sound bricht sich Bahn, geschrien, geknallt, explodiert. Das macht unglaublich Bock. Auch auf mehr: am 27. Januar erscheint ihr neues Album Wilde Tiere bei Noisolution und wird das neue Jahr direkt erzittern lassen.


dEUS
(Ms) Es gibt Gruppen, denen ein mystischer Nebel umgibt. Denen eilt ein Ruf voraus, der in den aller höchsten Höhen schwingt. dEUS aus Antwerpen gehören definitiv dazu. Seit 37 Jahren gibt es diese Band. Klar, eine längere Pause war auch dabei, aber seit 22 Jahren spielen sie in einer recht festen Besetzung und hören nicht auf, druckvolle Musik ohne klare Genrebezeichnung zu machen. Keptman heißt ihre neue Single, die seit ein paar Tagen draußen ist. Mit einem dissonanten Bass geht es los, auch die Gesangslinie ist wenig harmonisch. Und so baut sich der gesamte Track auf, mit Klatschelementen und einer irren Steigerung. Dass er am Ende gehörig ballert, sollte dann auch nicht mehr überraschen. Das Stück gibt einen Vorgeschmack auf neue Musik, von der es in naher Zukunft sicher noch mehr geben wird. Huiiiii:


Herrenmagazin
(Ms) Es lohnt sich eigentlich wenig, irgendjemandem bewusst bei Instagram zu folgen. Oft ist das ja ziemliche Zeitverschwendung. Ja, ich verschwende auch viel zu viel Zeit dort. Aber: Herrenmagazin sollte man auf jeden Fall folgen. Denn es macht einfach ungeheuer viel Spaß zuzuschauen, wenn Deniz Jaspersen mal wieder irgendwas aus dem Garten, aus einem Club oder aus dem Proberaum erzählt. Allein seine Mimik - großartig! Was für eine irre sympathische, gute Band. Kaum auszuhalten und seit so vielen Jahren dabei. Große Liebe! Kreis Ohne Mittelpunkt heißt ihre neue Single, die heute das Licht der Welt erblickt hat. Typischer Herrenmagazin-Indierock mit der wunderbaren Dualität des Lebens. Alles mögliche haben wollen, aber auch genügen wollen. „Bin ich schon naiv genug für den nächsten Selbstversuch?!“ Hach, wie kann man sie nicht für solche Verse lieben. Eben. 

Freitag, 16. Oktober 2026

KW 42, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Shuvo.Das 
Ein paar Tage Urlaub. Dringend waren sie notwendig, weil der seelische Akku schon ziemlich abgerockt war. Ab in den Harz. Was für eine unglaublich schöne Gegend. Schon oft war ich hier, doch noch nie habe ich diese Gegend als so schön wahrgenommen wie jetzt. Ganz kurios war jedoch der Besuch einer Pizzeria mitten im Wald. An sich natürlich ein super Ort zum einkehren, es war vollkommen in Ordnung. Doch es wurden auch einige Klischees von italienischen Restaurants bedient. Unter anderem die Dauerbeschallung mit italienischer Musik. Auch im Außenbereich. Dabei war die Sicht über die Berge so, so schön. Und dann kam der absolute Knaller: Es lief tatsächlich ein Lied über das Restaurant selbst! So Andreas Gabalier-mäßig. So stelle ich es mir zumindest vor. Als ob eine KI die Speisekarte plus alle Werbeslogans zusammengemixt hat. Ach Idylle, was tut man dir alles an…

Pascow
(Ms) Schaue ich mir meine eigene Hörbiographie an, dann waren da über die letzten 20 Jahre immer so drei, vier Bands ganz oben. Dann kamen Pascow auf mein Radar und brachten zumindest die Reihenfolge durcheinander. Die Band aus Gimbweiler setzte sich druckvoll ganz weit oben fest. Die Kraft ihrer Musik ist genau das, was ich ganz oft brauche. Wer sie mal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Das ist irre, das ist nur großartig. Wer da unverschwitzt raus geht, hat alles falsch gemacht. 
Nun ist es wieder so weit und Pascow bringen neue Musik raus. Und Wir So heißt die neue Platte und auch die erste Single daraus. Das Album erscheint am 5. März und bis dahin wird die Vorfreude angeheizt.  Doch ich bin sicher nicht der einzige, der den neuen Song ungeahnt eingängig und fast schon sanft findet. Klar, es sind zweieinhalb Minuten klassischer Pascow-Punk und eine große Verbrüderung mit allen, die unten sind. Doch die scheinbare Eingängigkeit erklärt sich im Song. Die Devise ist: ab jetzt nur noch Dur, sonst halte ich das alles nicht mehr aus. Ja, vielleicht ist eine neue Harmonie ja genau das, was es jetzt braucht. Dennoch hoffe ich, dass es auf der Platte insgesamt noch ein wenig rauer und zorniger zugeht. Ich bin guter Dinge!


Muto
(Ms) Wenn es um mich herum zu sehr wuselt, muss ich mich abkapseln. Wenn zu viele Geräusche kommen, die mir nicht gut tun, ziehe ich mich ins Schneckenhaus zurück. Im Schneckenhaus gibt es bestimmte Musik, die läuft. Laufen muss, um den Rest zu übertönen oder zu eliminieren. Ein Hoch auf gute Kopfhörer! Zu einer feinen, kleinen Musikauswahl, die schnell für Ruhe sorgt, gesellt sich nun Muto hinzu. Der italienische Musiker hat letzte Woche Freitag sein gleichnamiges, erstes Album veröffentlicht, das sechs Stücke mit sich bringt. Sie sind ungemein sphärisch, sehr einnehmend, sehr beruhigend. Da wird viel mit der Gitarre experimentiert, da werden Soundflächen übereinander gelegt, da wechseln sich auch Moll und Dur mal ab. Aber vor allem strahlt diese wundervolle, heilsame Musik sehr viel Ruhe aus. Das ist sicher schwer, so etwas hinzubekommen. Genießt es also:


Freunde Der Italienischen Oper
(Ms) Es gibt Bands, bei denen ich mir vollkommen unsicher bin, ob ich ihr musikalisches Schaffen überhaupt in irgendeiner Weise würdigen kann. Die Zweifel sind mir dann doch oft ein wenig egal, da mir die Weitergabe an guter Musik viel wichtiger ist, als jede Aufarbeitung. Wer die Gruppe Freunde Der Italienischen Oper bislang genauso wenig kannte wie ich, liest am besten bei Wikipedia oder so ein wenig nach. Viel haben die MusikerInnen erlebt in den letzten knapp vierzig Jahren! Stark, dass sie sich immer wieder gefunden haben, um neue Stücke zu schreiben. Am 3. Oktober - wie herrlich bedeutungsgeladen, weil aus der DDR kommend ursprünglich - erschien ihre neue Platte Angelus Luminis mit 12 neuen Songs. Dunkler Rock mit allerhand Abschweifungen in andere Genres. Doch es ist irgendwas Gothic-ähnliches. Der rollende Bass, die druckvolle Musik und der sehr markante Gesang machen dieses Album sehr, sehr gut. Es macht neugierig, aufmerksam, gespannt. Voller Programmatik und großer Gesten. Darunter sollte es auch keine Band machen, die sich so einen Namen gegeben hat!