Dresden war nach 15 Minuten ausverkauft, Erfurt kurz danach
und auch in Ulm gab es ordentlich Nachfrage, sodass zügig alle Tickets
vergriffen waren. Die Tage vergingen, so wirklich mental auf das Konzert
vorbereiten konnte ich mich nicht. Job, Familie, Hausarbeit, Sonstiges – Ihr
kennt das ja sicher auch. Drei Tage vor dem Konzert dann ein Posing von Fjørt
auf Instagram: eine Setlist. Darauf zu finden waren ausschließlich Tracks der
EP Demontage sowie des ersten Albums D’accord.
Die Band aus Aachen hatte zwar bereits im Vorfeld
angedeutet, die Appendix der Tour zum Erfolgsalbum belle époque solle eine
Hommage an die Club-Kultur und an die alten Zeiten sein, dieses Konzept kam
dann – zumindest für mich – doch überraschend. Aber geil! Mir sagen die neueren,
melodischeren Sachen zwar mehr zu, aber wann kriegt man Tracks wie Glasgesicht,
Fenris, Valhalla oder Passepartout schon mal live auf die Ohren? Dazu noch der
wunderbare Club Schilli in Ulm und die dortige sehr intime Atmosphäre –
Träumchen!
Entsprechend groß war dann auch die Vorfreude und das nicht nur bei mir. Schon eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn herrschte eine wundervolle, fast schon beseelte Stimmung im und rund ums Schilli. Die Band mischte sich unters Fanvolk und als die befreundeten Local Heroes von I Saw Daylight den Abend musikalisch eröffneten, schauten Fjørt begeistert zu – der eine unten in der Menge, die anderen oben auf der Empore. Es hatte was von Klassentreffen mit leckeren Getränken und hätte nicht angenehmer sein können.
Um Punkt 21 Uhr standen dann Fjørt auf der Bühne und rissen den Laden ab. Eineinhalb Stunden Vollgas und erst im Zugabenteil drei Tracks, die nicht von den oben genannten Releases stammten. Das Nummer 2-Album belle époque blieb aber konsequenterweise komplett außen vor und auch am Merch-Stand gab es neben einem exklusiven Shirt zu den drei Réanime-Gigs nur Demontage und D’accord zu erwerben. Vintage komplett durchgespielt und jeder, wirklich jeder hat es geliebt und war dankbar, Teil dieses legendären Konzerts gewesen sein zu dürfen. Selten sind Band, Vorband, Club, Umfeld und Publikum so eine perfekte Symbiose eingegangen wie an diesem Abend in Ulm.
Vielen Dank, dass ich ein Teil sein durfte.







