Freitag, 26. Juni 2026

KW 26, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / freeer
Seitdem die AfD nachweislich radikal agiert und menschenfeindliche Parteiprogramme verfasst und es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie bald eine Landesregierung stellt, ist die Rede von einer wehrhaften Demokratie. Das ist wichtiger denn je. Denn bislang kopieren große Parteien einfach Teile des demokratiefeindlichen Programms. Und scheitern damit. Denn das Original ist immer noch attraktiver. Damit aber wirklich ein Verbot dieser Partei erwirkt werden kann, haben andere Menschen diese Arbeit übernommen. Die EntscheiderInnen in den demokratischen Parteien haben es bislang nicht vollumfänglich gemacht. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte hat daher am Donnerstag ein umfassendes Gutachten erstellt, das nochmals deutlich macht, mit wem wir es zu tun haben. Mit einer Gruppe an Menschen, die unseren Staat abschaffen wollen. Das sollten wir uns nicht bieten lassen.

Fischersund
(Ms) Ende April erschien ein großartiges Album, das mir nur durch den Spotify-Algorithmus zugespielt worden ist. Plötzlich tröpfelte, regnete es in meinen Kopfhörern und im Hintergrund breiteten sich sanfte, helle Synthieflächen aus. Das beruhige mich direkt, als ich irgendeinen Arbeitskram erledigen musste. Und dann tickte mein Hirn. Das kenne ich doch. Das, oder Vergleichbares. Ja, Ambient-Musik ist oft recht ähnlich. Aber ich konnte meiner Ahnung vertrauen. Denn hinter Fischersund, der Band, der ich dort lauschte, verbirgt sich unter anderem Jónsi von Sigur Rós. Ihr Album heißt Sleep. Und der Klang ähnelt sehr einer Schlafens-Playlist von Sigur Rós. Jónsi betreibt das Kollektiv mit seinen Schwestern und weiteren Personen. Sie stellen Parfüm, Lotionen, Beutel und allerhand Schönes und Teures her. Die Musik soll ursprünglich dem Verkauf des Parfüms dienen. Doch auch ohne Duft ist dieser Klang eine wohltuende Oase. Insbesondere wenn es draußen tropisch heiß ist und die Nachrichten auch ähnlich hitzig sind, tut das hier unfassbar gut!


Farewell Dear Ghost
(Ms) Gänsehaut, wenn ein Lied plötzlich und gänzlich unvermittelt einen Gedanken formuliert, den ich auch fühle, aber für den mir die Worte bislang fehlten. Das schlägt so richtig ein. Die österreichische Band Farewell Dear Ghost hat vor Kurzem eine neue, tolle Single veröffentlicht. Weather Control heißt sie und ist ziemlich reduziert. Der Track stellt einige große Fragen. Fragen nach dem Bereuen nicht getaner Taten aus der Vergangenheit zum Beispiel. Gedanken, die plötzlich traurig machen. Dann ist die Frage „What‘s an easy mind?“ äußerst naheliegend. Nur Gitarre und leichtes Sythieflirren im Hintergrund. Das ist zusammen dann doch sehr wirkmächtig und wunderschön! Ab und zu tut diese Art der Melancholie sehr, sehr gut. Denn daraus kann man wieder aufbauen. Ein tolles Lied, was ich allen sehr ans Herz legen mag:


Team Dresch
(Ms) Vorsichtige Skepsis transformiert sich zu Enthusiasmus. Wie ein kleiner Junge lese ich aus einigen Quellen mal Euphorie und denke dann: Dann muss das ja genial sein, wenn die das sagen. Mittlerweile, also mit Mitte dreißig, unterlaufe ich dieser Gefahr mit ein wenig Distanz. Überzeugen lasse ich mich dennoch gern. Beispiel: Team Dresch. Vor einigen Tagen berichteten die guten Menschen vom Grand Hotel Van Cleef und Rookie Records, dass Team Dresch wieder nach Europa kommt. Zugegeben: Mir sagte der Name überhaupt nichts. Aber wenn die das sagen… dann laufe ich nicht blind hinterher, aber bin neugierig, was die denn gut finden. Also: Reingehört. Und sofort von der Energie angesteckt. Denn das ist nicht nur Punkrock einer Band, die schon seit über dreißig Jahren Musik macht. Sondern es ist auch Punk, der doppelt zornig ist. Einmal gegenüber dem Establishment und zum anderen gegen Homophobie ansingt. Queercore wird das dann genannt. Und geht ziemlich stark nach vorn! Sie werden als Pioniere ihrer Zunft beschrieben. Und wenn ihr reinhört, wisst ihr genauso schnell wie ich, wieso. Genial. Hingehen im September!

19.09.26 Bern, Yeah! Fest - Reitschule
20.09.26 Mainz, Schon Schön + Muutt
21.09.26 Oberhausen, Druckluft + Im Taxi Rauchen
22.09.26 Berlin, Neue Zukunft + Shirley Holmes
24.09.26 Bremen, Tower + Goose Pants
25.09.26 Karlsruhe, Alte Hackerei + Wick Bambix
26.09.26 Köln, Blue Shell + Wick Bambix
27.09.26 Hamburg, Betty + Shirley Holmes


Takeshi‘s Cashew
(Ms) Wie landet eine Band hier bei der wöchentlichen Übersicht auf einem kleinen Blog? Manchmal ist es ganz einfach, weil auch ich ein einfach gestrickter Typ bin. Heute ist es der Name, der mich direkt angefixt hat: Takeshi‘s Cashew - wie genial kann es denn bitte sein?! Aber das allein reicht selbstredend nicht. Die Formation aus Wien macht obendrein unglaublich geniale Musik: komplett instrumental, getrieben, psychedelisch, leicht krautig mit ein paar ostasiatisch anmutenden Elementen. Das entfacht so eine wunderbare Energie, dass ihre Musik sehr schnell sehr viel Spaß macht! Mit ihrem Drive erinnern sie stark an Los Bitchos und das ist ganz klar als Kompliment gemeint! Diese Woche erschien ihre neue Single Operator und damit kündigen sie ihr nächstes Album an. Planet Odyssey 64 erscheint am 30. Oktober und könnte der Tanzbeat für den Herbst werden. Deal?



Donnerstag, 25. Juni 2026

JJerome87 - The Canyon

Foto: Zachary Gray
(Ms) Als alt-J auf die Bühne des Musikkosmos` traten, zog ein gänzlich neuer Sound ein. Etwas, das noch nie da gewesen ist. Etwas Geniales. Etwas Verspieltes. Etwas Tanzbares. Ja, etwas Transzendentales. Nicht nur die zahlreichen Soundfrickeleien waren prägend für ihren Klang, sondern auch die Stimme ihres Sängers Joe Newman. Immer etwas quietschig-quengelig. Und mit enormem Wiedererkennungswert.
Nun bringt Joe Newman unter seinem Künstlernamen Jjerome87 eine Solo-Platte raus. The Canyon wird sie heißen und am 26. Juni erscheinen. Mitten in der Hitze erscheint eine phantastische Platte. Nein, natürlich ist das nicht alt-J, aber der Geist des Klangs dieser Band ist hier ganz klar zu hören und zu spüren. 11 Tracks auf knapp 40 Minuten machen gehörig viel Spaß, weil Joe Newman hier ebenso verspielt zur Sache geht wie mit seiner - zurecht - unfassbar erfolgreichen Band!

Mr Alligator ist der Startpunkt. Direkt zahlreiche Elemente. Hintergrundgesang. Percussion. Bass. Synthie-Schnipsel. Diese Stimme. Und sofort wird klar: hier herrscht der Groove. Wer hier nicht mit dem Kopf nickt, ist wirklich ein Banause. Auf der neuen Platte erzählt Joe Newman Geschichten. Dies ist die eines Hochstaplers. Insbesondere der hypnotische Gesang im Hintergrund macht eine Menge Spaß. Verdammt, ist das gut! Die vielen, vielen Sequenzen, die mosaikartig ein Lied zusammensetzen, erzeugen eine permanente Neugier. Wie unglaublich raffiniert!
Im Gegensatz zu alt-J ist das Grundgerüst viel analoger. Der Blues schlägt ein. Dazu großer, phasenweise frecher Pop. Und Soul, ja beinahe Gospel durch den großartigen Hintergrundgesang. Quaaludes hat beinahe etwas religiöses. So stelle ich mir einen Erweckungsgottesdienst vor. Amen!
Auf Juicy ist zudem gut zu hören, dass Joe Newman allerhand Geräusche in der Natur aufgenommen hat, die in seine neuen Tracks einfließen. Zudem schlägt hier ein brutaler Bass zu. Die Arrangements dieser Platte sind alle nahezu alle genial. Er baut durchaus musikalisch-gruselige Elemente ein. Den Film zu diesem Soundtrack möchte ich gern sehen. Und: Dass das Stück sich so entwickelt, wäre allein durch die ersten Takte nie zu erahnen gewesen. Zahlreiche Überraschungen. Taktweise beinahe. Großer Folk wiederum - inklusive Bläser - findet sich auf Walkaway Music.

Eines steht fest: Die gesamte Platte sei allen ans Herz gelegt, die tierische Freude am Entdecken und der Faszination äußerst geschickten Songwritings gegenüber haben. Die erste Single, Brush Me Like A Horse, ist am ehesten eine Erinnerung daran, in welcher anderen Band Joe Newman noch so wirkt. Track And Field ist so phantastisch, denn der Bass treibt ganz unterschwellig voran und das gesamte Stück strahlt eine ungeheuer positive Aura aus.

Ach, Musik. Ach, Kunst. Was für ein Glück, dass es Typen wie Joe Newman gibt. Das, was er erschafft, ist einfach eine große Bereicherung. Die Musik ist verspielt, überraschend, vielseitig, niemals langweilig werdend. Auch unter seinem eigenen Namen ist es dem alt-J-Frontman nochmal gelungen, etwas Neues in die Welt zu setzen. Wow!


Mittwoch, 24. Juni 2026

Low Key Orchestra - Before The Reverb

Foto: Helgi Helgassson
(Ms) Dass manche Stimmen nicht verhallen, ist ein wunderbares Glück. Das beste Beispiel dieser Tage ist die wunderbare Stimme von Sönke Torpus. Mit seinen Art Directors hat er vor vielen Jahren die Indiefolkherzen höher schlagen lassen. Dann war irgendwann Schluss. Hier und da tauchte er nochmal auf, aber es war erstmal Pause. Zumindest in meiner lose informierten Wahrnehmung. Dann wurde er festes Bandmitglied von Nichtseattle und hat auch das neue Album von Katharina Kollmann produziert. 
Im vergangenen Jahr meldete er sich dann als Low Key Orchestra wieder zurück und brachte mit Maybe Words eine tolle Single raus. Direkt war eine alte Gänsehaut wieder am Werk. Denn in seiner Stimme ist eine Aufrichtigkeit, ein spezielles Timbre und immer auch eine gewisse Schalkhaftigkeit, wenn man das so sagen kann. Seitdem ist er auch wieder wahnsinnig viel unterwegs. Eine eigene Tour spielte er bereits. Mit Young Rebel Set und Herrenmagazin war er unterwegs. Ich sah ihn im vergangenen September und da wurde klar, wie gut es ist, dass einer wie Sönke Torpus uns mit seiner Musik beschenkt. Es ist nicht nur eine sanfte, unterhaltsame und liebe Präsenz auf der Bühne, sondern eine Inbrunst in seinen Stücken, die ansteckend ist.

Diesen Freitag (26. Juni) erscheint mit Before The Reverb seine Soloplatte als Low Key Orchestra. Dieses Album ist ein großes Glück. Denn es steckt so viel Aufrichtigkeit drin. Sie ist - ja! - hörbar! So eine fein arrangierte und komponierte Musik kann nur aus dem Herzen kommen, von jemandem der ein paar Jahre Rückzug brauchte, um wieder selbst auf der Bühne wirken zu wollen/können.
40 Minuten, 10 neue Songe. In Your Heart Again ist das erste Stück. Klavier, Stimme. Dann ein wenig Schlagzeug. Anschließend nimmt der Track Fahrt auf. Seine Art zu singen hat sich gar nicht so sehr verändert. Doch die Musik drumherum schon. Sie ist feiner geworden, hat mehr Elemente bekommen. Insbesondere die Rhythmen auf diesem Album sind ganz spannend zu entdecken! Das bereits bekannte Maybe Words liefert eine Melancholie, wie sie schon lange in der Indiemusik nicht mehr zu spüren war - rede ich mir zumindest ein. Melancholie - ein gewisses Leitthema aus den 00er Jahren, wo leiden irgendwie geil war. Doch jetzt, 2026, bekommt Melancholie eine wunderbare Schönheit dazu. Ein Teppich, auf den man sich gern legen mag, der einen beruhigt und natürlich auch ein bisschen nachdenklich macht. Aber halt auch nicht zu sehr. Insbesondere die kleinen Streicher-Arrangements sind hier wunderbar platziert!
Doch es sprudelt auch eine Menge Leben aus den neuen Liedern von Sönke Torpus. Backseat Driver ist so eines. Da werden die Gitarren im genau richtigen Maße ein wenig aufgedreht, da strahlt es zwischendurch im Gesang und in den Melodien - herrlich! Und erneut sind kleine Rhythmusschnipsel dabei, die einfach so, so gut ausgesucht und platziert sind. Als Hörende werden wir hier reich beschenkt! Ein Stück wie Suddenly scheint mit seiner Langsamkeit und gewissermaßen Unaufgeregtheit ein wenig aus der Zeit gefallen. Aber ist es nicht genau das, was wir derzeit brauchen? Ich vermute, dass Sönke Torpus das in seiner Kunst mitwirken lässt. Hier unbedingt auf den tollen, sanften, aufbauenden Bass achten. Herrje, ist das toll gemacht! Wenn irgendwie das Gute durchscheinen will musikalisch, dann mit diesem Track!

Die Songs, die hier nicht aufgeführt sind, haben eine ähnlich schöne Wirkung. Es macht ungeheuer viel Freude und Spaß, Before The Reverb durchzuhören. Eine Platte, die in jedem Fall am Stück laufen sollte. Allein das Arrangement von Too Shy To Show ist so, so gut und wirkt mitten auf der Platte halt enorm. Ja, es ist ein großes Geschenk, dass Sönke Torpus wieder singt und uns seine Lieder schenkt. Lieder voller Wärme, Raffinesse und Schönheit!


Video

Samstag, 20. Juni 2026

Live in Bremen: Kettcar

Foto: luserlounge
(Ms) Lieber Lars,
Wir kennen uns nicht persönlich, aber ich habe dich knapp vierzig Mal links auf der Bühne gesehen, als du bei Kettcar die Tasten bedient hast. Das erste Mal war am 28. Juni 2007, also gut vor 19 Jahren in Münster. Es kamen zahlreiche Konzerte dazu. In Hildesheim, mehrfach Hamburg, mehrfach Bremen, Bielefeld, Dortmund, Traumzeit Festival, Leer, Flensburg, Essen, Rostock…
An diesem Wochenende spielst du deine letzten Konzerte in der Band. Danach soll Schluss für dich sein. Krass, mit welcher Energie du diese Minitour spielst. Das freut mich über aller Maßen. Denn als du am Donnerstag im Bremer Schlachthof auf der Bühne standest, war sofort - und vor allem danach klar: es wird etwas fehlen. Und diese Lücke ist nicht nur eine Musikalische. Was du alleine oder mal mit Erik zusammen auf der linken Bühnenseite für Partys schmeißt, gehört in einen ganz eigenen Kosmos. Klar, das war nicht immer so. Es gab Zeiten der Band, da sah es nicht so euphorisch aus. Doch die sind zum Glück lange vorbei.
25 Jahre Keyboard und Gesang in einer meiner absoluten Lieblingsbands. Es war doch krass, wie das Publikum dich am Donnerstag abgefeiert hat, oder? Klar, da waren mehrere weinende Augen dabei. Am stärksten hat man es tatsächlich deinem Bruder angesehen, der am Ende von Mein Skateboard Kriegt Mein Zahnarzt merklich mit seinen Emotionen zu kämpfen hatte. Das war ja aber auch kein Wunder, nach diesem Abend im Schlachthof. Sicher waren es innen um die vierzig Grad. Warum wurden eigentlich die Türen und die Dachluken wieder geschlossen?! Heidewitzka, habe ich geschwitzt…
Dass es überhaupt zu diesem Donnerstagstermin gekommen ist, lag ein einer kleinen Fehlbuchung. Aber den Menschen war es egal. Es war eine irre Sause. Einen nicht unerheblichen Beitrag haben Schluma daran. Die gehen ja super durch die Decke. Wie viel Power kann eine neue Band denn nur an den Tag legen? Das muss doch auch hinter der Bühne richtig viel Spaß gemacht haben, oder?
Danach zwei Stunden Kettcar. Zwei Stunden Power, Hits ohne Ende, super Ansagen und was für eine wunderbare Energie auf der Bühne! Ich glaube, Reimer, Fieten, Lars und Erik haben auch für dich noch mal alles gegeben. Egal ob Auch Für Mich 6. Stunde, Benzin Und Kartoffelchips, Im Taxi Weinen, 48 Stunden, Rettung, Sommer `89, Den Revolver Entsichern, Einer, Deiche oder Balkon Gegenüber. Pure Gänsehaut natürlich bei Balu und das nicht nur wegen des Inhalts. Ein Mal noch mit Marcus zusammen dieses Stück. Woah! 
Aber hey, du verlässt diese wunderbare Band voller Zuversicht und Freude. Sicher auch voller Dankbarkeit und mit einem tollen, letzten, großen Knall. Wie viel Spaß kann man denn luftgitarrespielend auf der Bühne eigentlich haben? Ich wünsche dir sehr, dass der letzte Weißwein während der Zugabe richtig gut geschmeckt hat.

Lieber Lars, auch wenn wir uns nicht kannten. Irgendwie fühlte ich mich dir auf der Bühne immer verbunden. Sehr oft stand ich auf der linken Publikumsseite und habe dich beim Spielen und Singen gesehen. Die Lücke wird groß sein, auf jeden Fall.
Für dich beginnt nun, nach dem Konzert auf der Kieler Woche, ein neues Kapitel. Laut Statement voller Energie und mit vielen Ideen. Ich wünsche dir von Herzen nur das Beste dafür, gutes Gelingen und mindestens genauso viel Spaß wie an den Tasten in der Band, die den Namen Kettcar trägt.


Freitag, 19. Juni 2026

KW 25, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Rooman12
„Ihr müsst 15% Zoll zahlen und wir nichts.“ - „Ja, okay, so machen wir das.“
So oder so ähnlich muss es ja zwischen Ursula von der Leyen und dem orangenen Mann zugegangen sein, als der Zolldeal zwischen der EU und den USA beschlossen worden ist. Dann las ich noch ein paar Stimmen zu diesem erpresserischen Handelsdeal und viele sagen, dass das die bestmögliche Version innerhalb einer völlig verkorksten Abmachung sei. Ja, soweit vollkommen nachvollziehbar. Denn die USA sind halt immer noch am wesentlich längeren Hebel. Sie könnten ja die ganze militärische Unterstützung hier runterfahren und dann steht die EU plötzlich ziemlich blöd da. So lange diese Archillesferse besteht, wird die EU sich bestimmt auf vieles einlassen. Dennoch gilt: innereuropäischen Handel stärken, andere Allianzen finden, unabhängiger vom Wahnsinn hinter dem Teich werden.

Nichtseattle 
(Ms) Konzerte, die zu Tränen rühren, bleiben besonders stark im Gedächtnis. Im November 2024 spielte Katharina Kollmann aka Nichtseattle im Bremer Schlachthof. Ich bin eh schon ein wenig emotional-schwankend angekommen und dieses Konzert hat mich stark getroffen. Aber auf einer wunderbaren, zarten, direkten, sehr poetischen Weise. Sehr menschlich, musikalisch wunderschön. Nun gibt es gute Nachrichten: denn zusammen mit ihrer Band hat sie ein neues Album eingespielt. Große Liebe heißt es und wird am 25. September erscheinen. Neue Stücke, die sich um die Liebe drehen werden. Doch wenn Katharina Kollmann textet, ist auch klar, dass sie so scharfsinnig schreibt, sich so gute, tiefgehende Gedanken macht, feministische obendrein, dass es nicht nur rosarot wird. Liebe kann viel, auch weh tun und verzweifeln lassen. Und Liebe wem gegenüber? Auch sich selbst. Darüber geht es in der ersten Single Dallas, die seit einigen Tagen draußen ist. Auf sich aufpassen, Selbstfürsorge, irgendwelche Mittel und Wege finden, um dem hellen Wahnsinn in der Welt zu ertragen. Nicht nur im Text, sondern auch in dem tollen, neuen Video. Hui, die Vorfreude auf dieses Album ist sehr groß!

07.08.26 Joachimsthal, Reclaim Festival
05.09.26 Pünderich, Oben Air
06.09.26 Dresden, The Sound of Bronkow
03.11.26 Kiel, Hansa48
04.11.26 Hamburg, Knust
05.11.26 Osnabrück, Kleine Freiheit
06.11.26 Langenberg, KGB
07.11.26 Leipzig, UT Connewitz
08.11.26 Berlin, Großer Sendesaal des rbb
09.11.26 München, Feierwerk (Kranhalle)
10.11.26 AT-Vienna, Club Lucia
12.11.26 Regensburg, Alte Mälzerei
13.11.26 Frankfurt, Brotfabrik
14.11.26 Köln, Artheater


Schluma
(Ms) Passt auf - es wird richtig genial, gewissermaßen nostalgisch, voller Tatendrang, ein bisschen bekloppt und vielleicht ist es wirklich die beste, frische Band seit langem: Schluma aus Hamburg. Wer den Kosmos vom Grandhotel van Cleef folgt, hat den Namen der Band schon gelesen, sie gehören nun zur Familie. Zudem haben sie letztens den Krach+Getöse-Preis der Hansestadt gewonnen. Dabei haben sie gerade mal drei Singles veröffentlicht. Egal, ist ja eh super! Indierock ohne glattgebügelte Arrangements. Gitarrengeschrammel, der hart an die frühen Tocotronic erinnert. Lieder über die Bandmitglieder. Peter an der Gitarre hat Ich Bin Ein Außenseiter Dieser Republik über Sänger und Bassist Lenny geschrieben, die 25 Jahre trennen. Vielleicht ist die Selbstexklusion in politischer Hinsicht ein gutes Mittel, um derzeit nicht durchzudrehen. Schluma bieten den Soundtrack und veröffentlichen am 4. September ihr Debut Heulen Am Wasser. Das ganze wird groß aufgefahren mit einem Festival über zwei Tage im Indra, für das sie einfach neu gewonnene Freunde, Bands undundund eingeladen haben. Voller Tatendrang eben… das wird guuuuuut!

02.07. Rømø, Cruise van Cleef (Support für Madsen)
11.07. Hamburg, 25 Jahre Stilbruch
04.-05.09. Hamburg, Indra – 10.000 Leute Festival, Album-Release-Show
01.-03.10. A-Wien, Waves Vienna


Kabinett
(Ms) Manchmal sind es ja nur zwei, drei Takte, die aufzeigen: Oha - hier kommt was ganz großes! Das ist mit Kabinett und ihrer neuen Single Call My Name definitiv der Fall! Die Band aus Mannheim setzt direkt auf große Melodien und Arrangements und der Plan geht gewaltig auf! Hört man die aktuelle Single und schließt dazu die Augen, sieht man sich versetzt auf ein großes Festival am frühen Abend, es wird schon etwas dunkel, überall sind freudestrahlende Gesichter zu sehen und dann führen diese Hooks und diese Energie dazu, dass Fäuste in die Luft gereckt werden und der Puls nochmal erheblich steigt. Die Single beschreibt das verflixte Gefangensein in einer Beziehung, die beide eigentlich nicht mehr wollen, sich aber auch nicht trennen können. Puh. Es ist der erste von vier Tracks, die die Band dieses Jahr noch veröffentlichen wird, bevor im kommenden Frühjahr dann ihr erstes Album erscheinen wird. Das. Wird. Richtig. Gut!


Eels
(Ms) Über einige Bands und KünstlerInnen würde ich hier manchmal gern andere, wesentlich kompetentere Leute schreiben lassen. Eels zum Beispiel. Logisch, kein unbekannter Name, aber außer über die wunderbare Stimme und die sehr harmonischen Arrangements seiner Songs kann ich über gar nichts berichten. Also beschränke ich mich mal darauf. Mark Oliver Everett wusste immer schon, sehr gute Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel auf seiner neuen Single Cap In Hand. Ein Lied über die vielleicht größte Geste, zu der wir Menschen fähig sind: Einsicht zeigen, Fehler zugeben, Besserung versuchen. Das ist ein ganz schön harter Schritt, aber er tut halt auch wirklich gut. Getrieben wird der Track von einem markanten Bass. Zudem ist die Ambivalenz des menschlichen Wesens aus der Erzählung super im Timbre seiner Stimme aufgehoben. Wow - wie schön! Damit kündigt er sein 16.(!) Album an. Cookie Happened wird am 16. Oktober erschienen. Heißt: vier Monate Vorfreude!


Tramhaus
(Ms) Gerne schaue ich mir Tourplanungen unterschiedlicher Bands an. Wolang fahren sie? In welchen der Läden war ich auch schon? Welche Länder werden abgeklappert und wie viele Konzerte spielen sie überhaupt? Schaut man sich den Tourkalender der Band Tramhaus an, könnte man denken: Wow, warum sind die an mir vorbei gegangen? Die spielen ja europaweit überall. Und/oder: Was sind das für wahnsinnige Musiknarren, die das alles durchziehen?! Geil! Irgendwo zwischen Shoegaze und wildem Indierockgeschrammel macht diese Band aus Rotterdam seit sechs Jahren Musik, die es in sich hat. Coolness, Drive, Druck. Alles dabei. Allein nach ihrem Debut spielten sie 125 Gigs in 22 Ländern. Irre! Wenn dann ihre aktuelle Single Plovdiv aus dem kommenden Album Blister (9. Oktober) läuft, schwappt eine Ahnung der Energie, die sie auf der Bühne auffahren können, aus den Lautsprechern. Die Gitarren voll aufgedreht, das Schlagzeug scheppert, die Stimmbänder ächzen. Woah, das macht Bock!

09. Juli - Dresden, Ostpol
12. Juli - Dellach, Gailklang Festival
18. Juli - Wasserburg, Bums on Wheels
01. August - Erbach, Heimspiel Knyphausen
20. November - Schorndorf, Manufaktur
09. Februar - Berlin, Neue Zukunft
10. Februar - Oberhausen, Gdanska
18. Februar - Münster, Gleis22
27. März - Luzern, Schüür
06. April - München, Import Export
07. April - Wien, tba
25. April - Hamburg, Betty

Samstag, 13. Juni 2026

KW 24, 2026: Die luserlounge selektiert nochmal

Quelle: flaticon.com / Freepik
Wie oft ich von meiner Ausbildung profitiere. Das ist so richtig krass. Bachelor und Master und Referendariat und es hat so richtig gut geknallt. Letztens zum Beispiel. Da kam ich morgens in eine der Klassenräume und musste erstmal sauber machen, weil es gruselig aussah. Da kam mir sofort das Grundlagenstudium zur Geschichte des Besens in den Frontallappen geschossen. Beschaffenheit des Stiels, Dichte der Borsten, geschicktester Fegeweg. Alles war sofort wieder da. Genial! Auch den Aufbaukurs Mülltrennung aus dem Master konnte ich direkt wieder praxistauglich anwenden. Liegen gebliebene Obstreste?! Braune Tonne! Nutellacrepes auf der Fensterbank? Auch braune Tonne. Joghurtbecher? Obacht - gelbe Tonne. Zahlreiche Schnipsel Papier? Auch hier ist Vorsicht geboten - grüne Tonne. Ich bin meinen Eltern bis heute aus tiefstem Herzen dankbar, dass sie mich beim Studium finanziell unterstützt haben.

Muff Potter 
(Ms) Wenn die Energie erst einmal durch den Körper dringt. Wenn die Muskeln sich anspannen. Wenn der Schweiß den Rücken runter rinnt. Wenn es angenehm dröhnt und kracht. Dann schlägt die Wucht zu, dann zeigt Livemusik, was sie kann: Bei der letzten Muff Potter-Tour skandierte ich die Zeile „Hast du früher auch Brühwürfel gelutscht, wenn du traurig warst, und wie machst du das jetzt?“ im warmen Bremer Schlachthof und sah im gleichen Moment einen anderen Verrückten, der ebenso skandierte und ich dachte nur so: Ja, man! Das wird im Herbst auch wieder so sein, wenn die Band mit ihrem neuen Album Klepto (18. September) unterwegs sein wird. Dann werden sie sicher ihre aktuelle Single Hast Du Den Müll Schon Runtergebracht spielen und dann werden alle aus voller Kehle singen: „Hast du heute Zeit für mich? Dieses Öl gehört ins Feuer, diese Wahrheit gehört ans Licht.“ Da steckt die gleiche Energie. Und der Track verkürzt die Wartezeit bis in den Herbst ganz wunderbar.

11.11.2026 Leipzig, Conne Island
12.11.2026 München, Strom
13.11.2026 Darmstadt, Centralstation
14.11.2026 Dortmund, FZW
18.11.2026 Bremen, Schlachthof
19.11.2026 Köln, Kantine
20.11.2026 Münster, Sputnikhalle
21.11.2026 Hamburg, Uebel & Gefährlich
26.11.2026 Erlangen, E-Werk
27.11.2026 AT-Wien, Flucc
28.11.2026 Berlin, Festsaal Kreuzberg


Catt
(Ms) Warum das alles? Warum jede Woche über neue Musik schreiben? Warum Musik machen? Warum auf Konzerte gehen? Warum Alben veröffentlichen? Warum neue Lieder schreiben? Einfache Antwort: Weil es sein muss! Es geht kein Weg daran vorbei. Nicht nur als wundervollste Beschäftigung überhaupt, sondern auch als Lebenselixier. Auftanken, träumen, auch mal weh tun, tanzen, feiern, fliegen. Das geht besonders gut bei der Musik von Catt. Die Allesspielerin begeistert seit vielen Jahren mit ihrer sehr zarten, intensiven und dann wieder wuchtig-tanzbaren Musik. Filigran, aber nicht zerbrechlich. Nachdenklich, aber nicht zermürbend. Und halt auch irre gut gemacht! So ein tolles Konzert von Catt kann man sich nun nach Hause holen, denn heute (!) veröffentlicht sie mit Alive ihre erste Platte mit Liveaufnahmen. Es ist kein Konzert, das in Gänze mitgeschnitten worden ist, sondern Ausschnitte von hier und da. Wundervoll ist es geworden. Bei Live-Alben spielt ja immer der Groove eine Rolle - kommt das rüber?! Und ob! Am Herbst kann man sich wieder livelive mitreißen lassen:

17.11.2026, Eupen - Alter Schlachthof
18.11.2026, Wiesbaden - Schlachthof
19.11.2026, Essen - Zeche Carl
20.11.2026, Hannover - Pavillon
21.11.2026, Karlsruhe - Tollhaus
23.11.2026, Hamburg - Mojo
24.11.2026, Berlin - Columbia Theater
25.11.2026, Dresden - Tante Ju
26.11.2026, Wien - Porgy & Bess
28.01.2027, München - Ampere
29.01.2027, Linz - Posthof
30.01.2027, Stuttgart - ClubCANN
31.01.2027, Winterthur - Salzhaus
02.02.2027, Köln - Kulturkirche
03.02.2027, Marburg - KFZ
04.02.2027, Jena - Kassablanca
05.02.2027, Leipzig - Täubchenthal


Ebow
(Ms) Kloß im Hals. Wie hier anfangen? Dieser Track ist vielleicht das härteste, was ich zuletzt hörte und sah. Und obendrein das Video. Ja, das Video gibt dem Lied eine Ebene, die so aufs erste Hören nicht ersichtlich ist. Auf einer Metaebene zeigt es, wie komplex Musik als Kunstform ist und wie sie glänzen kann. Also: Ebow hat mit Novoline eine neue Single veröffentlicht. Es geht um die Glücksspielsucht ihres Vaters und es ist zu großen Teilen aus Sicht des Spielautomaten geschrieben. Das ist schon mal richtig krass. Zudem ist Ebow eine Künstlerin, die ihre Musik fest mit ihrer familiären Geschichte verbindet. Der harte Kampf der Zugezogenen und ihr Zerren um einen Platz in dieser Gesellschaft, der ihr leider viel zu oft verwehrt wird. All das in einem Lied. So persönlich, so stark, so hart. Und sie setzt auf jeder Ebene einen drauf. Dieses Mal gibt es keinen wuchtigen Beat, nein, nein. Nur ein Cello. Und einen großen Chor. Und ihre Stimme. Wie krass kann Musik, kann Kunst denn bitte sein? Ebow setzt hiermit neue Maßstäbe. Im Texten. Im Komponieren. In einer Gänze als Künstlerin. Das ist groß, ganz groß! 

12.05.26 Freising – Uferlos Festival
06.06.26 Schmitten – Schmittner Open Air
19.06. Potsdam – über:morgen Festival
31.07.26 Bremen – TurnUp
01.08. Diepholz – Appletreegarden
08.10.26 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
09.10.26 Bremen – Schlachthof
10.10.26 Hamburg – Fabrik
15.10.26 Leipzig – Werk 2
22.10.26 München – Ampere
23.10.26 Wien – WUK
24.10. Frankfurt – Zoom
28.10. Berlin – Columbiahalle


Lambchop
(Ms) Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal diesen Satz schreibe: Das Banjo knallt hier auf ganz wunderbare Art und Weise. Denn oft tritt dieses Instrument in verstaubtem Country auf und macht da komische Sachen. Doch Kurt Wagner, Kopf von Lambchop, setzt dieses Instrument auf seinem neuen Album Punching The Clown (21. August) wirklich geschickt und wirkmächtig ein. Zum Beispiel auf der neuen Single Stella. Es leitet die Melodie und versprüht eine gewisse Euphorie, eine angenehme Leichtigkeit. Und auch einen gänzlich neuen Klang im großen Kosmos dieser Band. Beeindruckend, dass Kurt Wagner nicht müde wird, stets Neues auszuprobieren, immer von neuem Mut getrieben, von neuem Sinn für das Schöne. So wird die neue Platte ruhig. Das verwundert erstmal nicht. Aber nur mit Gesang, Chor, Gitarre und Banjo hat Lambchop auch noch nicht hantiert. Dass es so gut aufgeht, hätte ich nicht gedacht. Auch nicht mit Banjo.

Freitag, 12. Juni 2026

KW 24, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Md Tanvirul Haque
Und jetzt kommt auch noch diese Fußballkacke dazu. Ist ja wirklich nicht genug sonst los, oder? Daher ist es auch wichtig, mal die kleinen, schönen Situationen des Alltags zu genießen. Also, auf:
Nummer 1 - Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause muss ich hin und wieder an einer Ampel halten, an der direkt ein Kiosk ist. Die Tür ist meist offen, am Nachmittag noch nicht so viel los. Der Inhaber hatte aber laut Musik aufgedreht und in seinem eigenen Laden dazu getanzt. Herrlich - wie schön kann das Leben sein?
Nummer 2 - Auf dem Weg durch die Großstadt am vergangenen Wochenende die nächste wunderbare Begebenheit. Und sie war ganz kurz. Hallte aber lang nach. Ein Typ fuhr auf seinem Skateboard über die Ampel. So weit, so normal. Doch er hatte währenddessen (!) eine Gitarre in der Hand. Er sang und spielte, während er fuhr und überall leuchtete das gute Leben!

Interpol
(Ms) Die 00er-Jahre waren ja so intensiv und vollgepackt von großen Tönen, dass es beinahe unmöglich war, alles abzugrasen. Große Namen gingen mir immer wieder durch die Lappen. The XX, Bloc Party, Arctic Monkeys… nie gehört. Interpol gehören auch dazu. Bis eine ganz wunderbare Person in mein Leben trat und sie mir freudestrahlend präsentierte und ich dachte so: „Krass - wie ist das nur an mir vorbei gegangen?!“ Rätselhaftes Musikerleben. Wie dem auch sei… Im August veröffentlicht die Band ihr neues Album This Mirror Weights A Ton, das zugleich ihr erstes auf Partisan Records ist. Zwei Tracks haben sie direkt zur Ankündigung veröffentlicht. Der Titeltrack ist getragen, dicht, tief, groß und voll mit dem herrlich charakteristischen Gesang. See Out Loud dreht viel stärker die Gitarren auf und kickt gänsehautmäßig direkt ab dem ersten Takt, nimmt gegebenenfalls den Atem - großartig! Im Herbst gehen sie zusammen mit Bloc Party (!) auf Tour - Nostalgiefaktor mal tausend!

11.11.2026 Berlin – Uber Arena
12.11.2026 Hamburg – Barclays Arena
14.11.2026 Düsseldorf – PSD Bank Dome


JJerome87
(Ms) 2012 geschah etwas Besonderes. Neues. Nie da Gewesenes. Es war auf spektakuläre Art erschütternd. Und so, so, so gut! Alt-J traten in die Musikwelt ein und haben einen Sound erschaffen, der vollkommen ohne Vergleich war. An Awesome Wave ist ein moderner Klassiker. Dieses unglaublich Verspielte im Klang, diese coole Genauigkeit, das Unvorhersehbare. Nun veröffentlicht Frontmann Joe Newman unter dem Namen JJerome87 am 26. Juni sein erstes Solo-Album namens The Canyon. Der Sound ist schon sehr, sehr nah an der Band. Fast identisch. Das ist - in meinen Augen - auch ein wenig egal. Denn wichtig ist, dass diese Musik existiert. Dass sie fortgeführt wird. Dass sie strahlt und kickt. Und das tut sie auf sehr stabile Weise. Das macht so wahnsinnig viel Spaß und es ist so herrlich einfach, in die Tracks einzutauchen. Zum Beispiel in die aktuelle Single Mr. Alligator:


Nouvelle Vague
(Ms) Es gibt so viele gute Songs, die so lohnenswert sind zu covern. Zum Einen aus einem musikalisch-schönen Grund, zum anderen weil viele Lieder schon eine große Eigendynamik entwickelt haben. Enjoy The Silence von Depeche Mode zum Beispiel. Das Original ist ja schon der Oberwahnsinn, ich liebe auch die Version von Nada Surf. Nouvelle Vague haben sich den Track - und zahlreiche weitere - von Depeche Mode vorgenommen. Diese wunderbare Melancholie im Song, die Größe im Text, der Drive darin. Doch Nouvelle Vague gehen einen recht radikalen Cover-Weg. Sie spielen die Vorlagen in einem Bossanova-Stil. Südamerikanisch zurückgelehnt, mit angenehmer Tiefe und einem herrlich weichen Timbre aufgefüllt. Toll ist ihre Interpretation geworden. Das Wesen des Originals bleibt gleich und doch ist es völlig neu. Das ist die große Herausforderung beim Covern: Es nicht völlig verzerren, aber auch nicht einfach nur nachspielen. Das ist hier mehr als gelungen. Mehr davon gibt es dann am 30. Oktober A Date With Depeche Mode erscheinen wird.

05.08.2026 Bremen - Seebühne
06.08.2026 Braunschweig - Applaus Garten
14.08.2026 Jena - Kulturarena
15.08.2026 Leipzig - Parkbühne GeyserHaus


Ea Othilde
(Ms) Oft braucht es die ganzen Lieder, um richtig eintauchen zu können. Dann reicht eines nicht aus. Und gar nicht, weil es nicht gut sei oder so. Im Gegenteil. Aber mehr ist nun mal mehr. Und das ist gut so. Am 12. Juni veröffentlicht Ea Othilde mit You‘ll Leave The City eine 5-Track-EP, die richtig viel Kraft mit sich bringt. Im Fokus ganz klar ihre Stimme und die E-Gitarre - ja, man, dieses Jahr ist das Jahr der Rockmusik, oder? Sie spielt Alternative und Shoegaze, breitet große Flächen aus, lässt sie wirken und das Schlagzeug scheppern. Das macht ungeheuer viel Spaß. Die Musik ist dicht, eindringlich und strotzt vor Spielfreude der Norwegerin!


Euroteuro
(Ms) Eine gewisse Unaufgeregtheit. Ein Wandeln durch die Nacht. Ein leichter Rausch. Viele Gedanken, die durch den Kopf jagen. Eine Nacht, die nicht enden will. Die leichte Melancholie, die noch nie ihren Reiz verloren hat. Dazu ein Beat, der beschwingt, aber nicht zu sehr. Den Soundtrack dazu liefert Euroteuro mit der neuen Single Favourite. Die Synthies trommeln den Grundbeat, darüber flirren einige Effekte und eine wunderbar verträumte Stimme, die den Rausch anführt. Es ist die perfekte Musik, um durch lange, laue Sommerabende zu flanieren und die großen und kleinen Gedanken der Welt auseinanderzudenken. Darauf geht es auf der neuen Platte Magic, die am 25. September erscheinen wird. Der Blick richtet sich nach innen. Unter „Warum müssen wir sterben“ machen sie es nicht. Diese Themen setzen Energien frei - sie sind hörbar. Stark!