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| Quelle: flaticon.com / freeer |
Fischersund
(Ms) Ende April erschien ein großartiges Album, das mir nur durch den Spotify-Algorithmus zugespielt worden ist. Plötzlich tröpfelte, regnete es in meinen Kopfhörern und im Hintergrund breiteten sich sanfte, helle Synthieflächen aus. Das beruhige mich direkt, als ich irgendeinen Arbeitskram erledigen musste. Und dann tickte mein Hirn. Das kenne ich doch. Das, oder Vergleichbares. Ja, Ambient-Musik ist oft recht ähnlich. Aber ich konnte meiner Ahnung vertrauen. Denn hinter Fischersund, der Band, der ich dort lauschte, verbirgt sich unter anderem Jónsi von Sigur Rós. Ihr Album heißt Sleep. Und der Klang ähnelt sehr einer Schlafens-Playlist von Sigur Rós. Jónsi betreibt das Kollektiv mit seinen Schwestern und weiteren Personen. Sie stellen Parfüm, Lotionen, Beutel und allerhand Schönes und Teures her. Die Musik soll ursprünglich dem Verkauf des Parfüms dienen. Doch auch ohne Duft ist dieser Klang eine wohltuende Oase. Insbesondere wenn es draußen tropisch heiß ist und die Nachrichten auch ähnlich hitzig sind, tut das hier unfassbar gut!
Farewell Dear Ghost
(Ms) Gänsehaut, wenn ein Lied plötzlich und gänzlich unvermittelt einen Gedanken formuliert, den ich auch fühle, aber für den mir die Worte bislang fehlten. Das schlägt so richtig ein. Die österreichische Band Farewell Dear Ghost hat vor Kurzem eine neue, tolle Single veröffentlicht. Weather Control heißt sie und ist ziemlich reduziert. Der Track stellt einige große Fragen. Fragen nach dem Bereuen nicht getaner Taten aus der Vergangenheit zum Beispiel. Gedanken, die plötzlich traurig machen. Dann ist die Frage „What‘s an easy mind?“ äußerst naheliegend. Nur Gitarre und leichtes Sythieflirren im Hintergrund. Das ist zusammen dann doch sehr wirkmächtig und wunderschön! Ab und zu tut diese Art der Melancholie sehr, sehr gut. Denn daraus kann man wieder aufbauen. Ein tolles Lied, was ich allen sehr ans Herz legen mag:
Team Dresch
(Ms) Vorsichtige Skepsis transformiert sich zu Enthusiasmus. Wie ein kleiner Junge lese ich aus einigen Quellen mal Euphorie und denke dann: Dann muss das ja genial sein, wenn die das sagen. Mittlerweile, also mit Mitte dreißig, unterlaufe ich dieser Gefahr mit ein wenig Distanz. Überzeugen lasse ich mich dennoch gern. Beispiel: Team Dresch. Vor einigen Tagen berichteten die guten Menschen vom Grand Hotel Van Cleef und Rookie Records, dass Team Dresch wieder nach Europa kommt. Zugegeben: Mir sagte der Name überhaupt nichts. Aber wenn die das sagen… dann laufe ich nicht blind hinterher, aber bin neugierig, was die denn gut finden. Also: Reingehört. Und sofort von der Energie angesteckt. Denn das ist nicht nur Punkrock einer Band, die schon seit über dreißig Jahren Musik macht. Sondern es ist auch Punk, der doppelt zornig ist. Einmal gegenüber dem Establishment und zum anderen gegen Homophobie ansingt. Queercore wird das dann genannt. Und geht ziemlich stark nach vorn! Sie werden als Pioniere ihrer Zunft beschrieben. Und wenn ihr reinhört, wisst ihr genauso schnell wie ich, wieso. Genial. Hingehen im September!
20.09.26 Mainz, Schon Schön + Muutt
21.09.26 Oberhausen, Druckluft + Im Taxi Rauchen
22.09.26 Berlin, Neue Zukunft + Shirley Holmes
24.09.26 Bremen, Tower + Goose Pants
25.09.26 Karlsruhe, Alte Hackerei + Wick Bambix
26.09.26 Köln, Blue Shell + Wick Bambix
27.09.26 Hamburg, Betty + Shirley Holmes
Takeshi‘s Cashew
(Ms) Wie landet eine Band hier bei der wöchentlichen Übersicht auf einem kleinen Blog? Manchmal ist es ganz einfach, weil auch ich ein einfach gestrickter Typ bin. Heute ist es der Name, der mich direkt angefixt hat: Takeshi‘s Cashew - wie genial kann es denn bitte sein?! Aber das allein reicht selbstredend nicht. Die Formation aus Wien macht obendrein unglaublich geniale Musik: komplett instrumental, getrieben, psychedelisch, leicht krautig mit ein paar ostasiatisch anmutenden Elementen. Das entfacht so eine wunderbare Energie, dass ihre Musik sehr schnell sehr viel Spaß macht! Mit ihrem Drive erinnern sie stark an Los Bitchos und das ist ganz klar als Kompliment gemeint! Diese Woche erschien ihre neue Single Operator und damit kündigen sie ihr nächstes Album an. Planet Odyssey 64 erscheint am 30. Oktober und könnte der Tanzbeat für den Herbst werden. Deal?






