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| Quelle: flaticon.com / riajulislam |
Das ZDF lud die beiden aus, weil Teile des Textes als Aufruf zur Gewalt gegen Nazis (also der AfD) verstanden werden kann. Das ist wichtig: kann. Es geht um eine Möglichkeit, den Konjunktiv. Das ZDF hat Sorge vor dem Konjunktiv. Klar, das können die verantwortlichen Menschen dort so entscheiden, aber es ist halt maximal feige. Es ist Kunst innerhalb einer Kabarettsendung. Das gilt es unbedingt zuzulassen. Die Entscheidung des Senders kann auch als Schere im Kopf gedeutet werden kann: Angst und Sorge von der sicher kommenden Pöbelei der im Lied Anzugreifenden. Das wäre richtig feige. Der Sender hätte auch die Chance gehabt, der realen und kommenden Gefahr von Rechts ins Gesicht zu blicken - mit einer gemäßigten Kommentierung natürlich. Das blieb aus.
Die Reaktion von Die Anstalt war dagegen sehr klug, das Thema nochmal extra aufzunehmen. Zudem haben sie dabei Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte thematisiert: die Chancen auf ein Verbot der AfD sind sehr gut! Worum es im Lied geht, ist doch klar. Da kann es auch keine zwei Meinungen geben. Die Furchtlosigkeit sollte fokussiert werden. Wenn der Staat nicht aktiv wird, wenn die Parteien nicht aktiv werden, dann muss es die Zivilgesellschaft richten.
Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin sind nicht mehr weit. Hier in Niedersachsen stehen Kommunalwahlen an. Sabotage sollte erste Bürgerpflicht sein, das Lied ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.
Keine Angst heißt auch die neue Klavierplatte von Danger Dan und sie erscheint am 2. Oktober. Einige Konzerte sind schon ausverkauft. Danke, liebes ZDF.
26.10.2026 Erlangen, Heinrich-Lades-Halle
27.10.2026 Stuttgart, Wagenhallen
28.10.2026 CH-Zürich, Volkshaus
30.10.2026 Düsseldorf, Stahlwerk
31.10.2026 Bremen, Pier 2
01.11.2026 Bielefeld, Lokschuppen
07.11.2026 Berlin, Tempodrom
27.11.2026 Leipzig, Haus Auensee
28.11.2026 Hamburg, Inselpark Arena
18.12.2026 Köln, Palladium
19.12.2026 München, Zenith
20.12.2026 Wien, Gasometer
Team Scheisse & Audio88
(Ms) Was ist das denn bitte für eine abartig geile Kombination?! Team Scheisse und Audio88 machen zusammen einen Track, der - erwartbar - komplett auf die Fresse haut. Auf eine ganz bestimmte. Denn wenn jemand gerade dieses Land mit Vollgas gegen die Wand fährt, ist es der Kanzler. Was für eine bittere Aussage. Aber ist halt so. Also: Friedrich Merz heißt der Track und geht - logischerweise - gegen den Entscheider ganz oben. Mit angemessener Ironie sezieren beide das Wirken dieses hochsympathischen Mannes: sich in die eigene Tasche regieren, die Bevölkerung als faul titulieren und alle schön in den Arsch treten: geht doch mal arbeiten, Leute. Letztens las ich, dass die Krankheitstage im Kanzleramt besonders hoch sind. Ja, warum bloß?! Klar, für ihn zu arbeiten muss schon ekelig sein. Aber das ist ja nicht der Grund. Herrje. Je mehr Tritte es nach oben gibt - denn nur das ist der richtige Weg - desto besser. Dieses Mal sogar mit Punkorgel und einem unheimlich schnellen Audio88 - BÄM!
EV
(Ms) Vor einigen Wochen schrieb ich an dieser Stelle über das Watt En Schlick Fest und dass ich zu jenem Zeitpunkt vom Line-Up wenig angetan, aber optimistisch war, da die Veranstaltenden immer ein gutes Händchen haben. Nun ist das Programm bis auf einen Punkt (Hallo, Fatoni?) vollständig und allem Anschein nach extrem stark. Bei einem Act bin ich mehr als hängen geblieben: EV aus Suffolk. Der Musiker bewegt sich zwischen The Prodigy und The Streets. Ja, richtig gelesen - das ist eine höchst abenteuerliche, aber extrem energiegeladene Mischung. Und sie macht wahnsinnig viel Spaß! Krasse Bässe, Sprechgesang, melodiöse Elemente, viel Druck. Ob es jetzt Sorry Mum oder Chaos ist. Bei allen Tracks herrscht eine große Zielstrebigkeit, viel Dringlichkeit und sehr viel Potential live komplett abzugehen. Wenn er kommende Woche Samstag um 23.30 Uhr spielt, freue ich mich schon, vorne komplett durchzudrehen:
Erobique
(Ms) Na, sitzt du auch mal wieder zu Hause rum und wärst gern woanders? Unter Leuten? Auf einer kleinen Party? Auf einem kleinen Rave? Auf einem Kellerkonzert? Mit einem kleinen Rausch? Aber das ist gerade nicht greifbar? Dann kommt zum Glück Erobique um die Ecke und hat genau den Soundtrack parat, um zu Hause richtig abzugehen (kann logischerweise auch live knallen). Mankotwist heißt ein Stück, das letzte Woche veröffentlicht worden ist: Tanzende Keyboards, taumelnde Orgel, ein scheppernder Wecker, psychedelische Klangpingpongbälle. Das macht einfach richtig Laune! Da wollen sich die Beine in Bewegung setzen, da möchte die Hüfte mal eben ein bisschen knacken und das Wohnzimmer zum Tanzparkett erweitert werden. Na, Bock? Hier:
Feverdreamt
(Ms) Ja, der Ist-Zustand ist wirklich nicht gut. Krisen über Krisen. Die einst sicher gefühlte Realität bricht. Oder ist längst gebrochen. Leider ist der Umgang mit diesen Krisen von den politischen EntscheidungsträgerInnen auch nicht geschickt. So findet man sich immer wieder in einer wackeligen Wirklichkeit. Streife ich durch die Nachrichten der Tagesschau-App ist Hoffnung wirklich Mangelware. Das münzen viele KünstlerInnen in ihre Musik um. Auch Alexander Donat tut dies. Zahlreiche Projekte füttert er nimmermüde mit seinen Ideen. Mit Feverdreamt hat er Anfang des Monats ein neues Album veröffentlicht, das diesem brüchigen Zustand ein musikalisches Gewand schenkt: Our Only Fault Ist Existing. Das klingt natürlich erstmal bitter. Und ja, die Stimmung auf dem vergleichbar reduzierten Album ist auch wackelig. Aber es wird nicht aufgegeben. Und darum geht es ja. Dieses Album ist akustischer Goth könnte man sagen. Oder Dark-Folk-Pop. Die Atmosphäre ist fast einschnürend, fast den Atem abklemmend. Aber halt auch nur fast. Darum geht es auch. Eine spannende, lohnenswerte Klangreise!






