![]() |
| Quelle: pixabay / BenKirb |
Letzten Mittwoch startete sowohl die Fastenzeit im Christentum, die bis Ostern dauert, als auch der muslimische Ramadan. Da ließe sich doch ganz viel Verbindendes finden. Wenn ich Kinder und Erwachsene muslimischen Glaubens sehe, die das so knallhart durchziehen, bleibt mir nichts anderes als Respekt übrig. Sie stehen teilweise um 4 Uhr in der Nacht auf, essen etwas, weil es vor Sonnenaufgang erledigt sein soll, legen sich danach gegebenenfalls nochmal hin, bis der Alltag startet. Abends wird zusammen gegessen und getrunken, nach Sonnenuntergang. Die Bilder aus Gaza, wo Menschen in den Trümmern abends das Fasten gebrochen haben - pure Gänsehaut. In dem Elend noch so viel Demut und Größe zeigen. Da sollten wir uns mal etwas von abschauen. Da sind die christlichen Fastenelemente wesentlich lascher. Verbinden statt spalten und voneinander lernen.
13.05.26 Hamburg, Kampnagel – Lambert & Friends
15.05.26 Nürnberg, Z-Bau
17.05.26 Berlin, Kammermusiksaal – Lambert & Friends
19.05.26 München, Live Evil
04.07.26 Kraggenburg, Wilde Weide Festival
Zahn
(Ms) Es macht als Schreiberling wirklich viel Spaß, sich mit den Texten der MusikerInnen auseinanderzusetzen. „Was bedeutet das wohl?“ „Krass, wie gut das geschrieben ist.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Was für eine schöne Liebeserklärung.“ Solche Dinge. Doch es ist auch ein riesiges Vergnügen, wenn gar keine Stimmen zu hören sind. Dann arbeitet der Kopf auf ganz anderer Ebene. Es entstehen Bilder, eigene Geschichten werden geschrieben. Oder: Die Wucht des Klang ist reiner Genuss. So beim neuen Album von Zahn. Purpur heißt es und ist seit Freitag zu hören. Es zieht uns Hörende recht schnell in einen dunklen Sog. Er wird dominiert von satten Synthie-Arrangements, einem pulsierenden Schlagzeug und wirklich wuchtigen Gitarren. Instrumental Dark Synthie Rock. So ungefähr. Die Intensität dieses Klangs ist enorm, die Tracks sind sehr dicht, aber nicht einengend oder abschnürend. Sie bieten genug Freiheit und insbesondere der tiefe, rollende Bass zeigt hier, was er kann: Den Körper durchdringen! Das macht ungeheuer viel Spaß: Gerade weil es keinen Text gibt, gibt es so viel mehr zu entdecken! Wow!
Muff Potter
(Ms) Irre ich mich, oder haben sich die Ankündigungselemente im Musikgeschäft verschoben? Ich dachte es sei so: Ankündigung der neuen Platte mitsamt einer Single, dann Tourdaten, noch eine Single, dann die tatsächliche Veröffentlichung mit einer weiteren Single kurz vorher, anschließend die Tour. Nun scheinen viele Bands erst die Tour anzukündigen ohne neue Musik dazu vorzustellen. Auch geil, aber halt anders. Fatoni, Fjørt, ClickClickDecker. Die haben es alle schon gemacht. Und Muff Potter reihen sich nun in diese sehr gute Gesellschaft ein. Im Herbst geht es auf Tour! Klepto wird sie heißten und es ist das auch der Name der neuen Platte, die im Spätsommer erscheinen wird. Ein paar Releasegigs, eventuell ein paar Festivals mitnehmen, die Spannung auf die eigene Tour steigern. Ich denke: Der Plan geht auf! Da die letzte Tour ja schon so überragend war - zumindest in Bremen - sollte man sich ran halten, um sich frische Tickets zu besorgen. Hier geht die Reise lang:
11.11. - Leipzig, Conne Island
12.11. - München, Strom
13.11. - Darmstadt, Centralstation
14.11. - Dortmund, FZW
18.11. - Bremen, Schlachthof
19.11. - Köln, Kantine
20.11. - Münster, Sputnikhalle
21.11. - Hamburg, Übel & Gefährlich
26.11. - Erlanden, E-Werk
27.11. - Wien, Flucc
28.11. - Berlin, Festsaal Kreuzberg
Lambert
(Ms) Oh Gott! Bevor dieser Track läuft, sollte man sich ein wenig darauf vorbereiten. Denn es gibt keine Sekunde, um entspannte in das Lied reinzugleiten. Der eindringliche, melancholische Gesang von Goodwin startet direkt mit Drücken der Playtaste. Und sein Timbre stromert sofort durch Körper und Geist - wenn das bei irgendjemandem nicht so ist: Banause! Am seichten Piano, das dazu erklingt, sitzt Lambert. Zusammen spielen sie das Lied Hurts Like You, ergreifend, traurig, aber halt auch wunderschön! Es ist die zweite Single aus dem kommenden Album I Am Not Lambert, das am 8. Mai erscheinen wird. Der Titel macht klar: Der maskierte Pianist erweitert sein Klangspektrum ganz erheblich. Gitarren, Schlagzeug, Gäste, die eigene Stimme. Es passiert immer mehr in seiner Musik, ohne dass sich der feine, ausgewogene Kern verändert. So einen Schwenk muss man erstmal hinkriegen, um dennoch erkennbar zu bleiben. Die ersten Stücke zeigen: Das ist sehr gelungen!
15.05.26 Nürnberg, Z-Bau
17.05.26 Berlin, Kammermusiksaal – Lambert & Friends
19.05.26 München, Live Evil
04.07.26 Kraggenburg, Wilde Weide Festival
Clâm
(Ms) Ist das Schöne an der Kunst nicht, wie wunderbar sie überraschen kann?! Das Staunen - zu Beginn des Jahres erschien in der ZEIT ein großer, sehr lesenswerter Artikel zu diesem Thema. Was das Staunen sogar für heilsame Wirkung haben kann. Dafür braucht es natürlich ein wenig Unbedarftheit, eine gewisse Disposition, sich auf Neues einzulassen, bloß keinen Trailer gucken oder im Vorhinein zu viel lesen. Direkt rein ins Abenteuer - und dann kommt die Überraschung! Probiert es mal mit dem Track Outside von clâm aus! Stoner Rock, Krautrock, verzerrte Gitarren, große Bilder, die aufploppen. Der instrumentale Teil ist eher düster gehalten, aber auch faszinierend. Wenn dann der Gesang einsetzt, kommt ein toller atmosphärischer Bruch hinzu, der Hoffnung schenkt. Aber: Ich wollte ja nicht zu viel vorweg nehmen. Hier: Kunst!






