Was genau unsere Gesellschaft mal so richtig den Garaus macht, ist noch unklar. Dass der stets anwesende Kapitalismus da mitmischt, ist aber klar. Dabei ist Knappheit richtig geil. Je weniger in den Regalen liegt, desto einfacher fällt die Entscheidung. Je kürzer die Öffnungszeiten, desto klarer, wann ich einkaufen gehen kann. Das immer zu können ist doch eh völliger Wahnsinn. Vergangenes Wochenende war ich zum Kopfausschalten an der Nordsee. Sonst natürlich krasses Touristengebiet, zu dieser Jahreszeit ist aber gar nichts los. Oder noch weniger als das. Zwei Supermärkte haben geöffnet, mit Mittagspause! Das war es so einigermaßen. Und auch dort gibt es bei weitem nicht all das, was ich aus der Heimat gewohnt bin. Umso besser. Klar, man muss ein wenig umdisponieren und Alternativen finden, aber das sollte ja eigentlich kein Problem sein. Das tat sehr gut. Nach 17.30 Uhr gab es keine Möglichkeit mehr zum Einkaufen. Ja, wieso denn auch?! Eben. Noch besser wäre das im Internet. Öffnungszeiten im Netz! Und tadaaa - es gibt ein kleines Unternehmen, das genau das macht. Schwerelosigkite heißt es, macht tolle Klamotten und bietet demnächst nur noch klar begrenzte Einkaufsmöglichkeiten an. Genial. Hallo EU - wie wäre es?! Zalando, Amazon, Otto - alle haben nur noch von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Danach und davor kann man halt nicht online shoppen. Es wäre großartig! Das lässt sich doch bestimmt regulieren. Ich würde sofort unterschreiben!
Kapelle Petra
(sb) Seit Curly Sue verfolge ich Kapelle Petra mehr oder weniger aufmerksam und regelmäßig. Zugegebenermaßen kommt an das Kind aus Gelsenkirchen nichts ran, aber das ist nun wahrlich keine Schande, weil (verhinderter) Welthit. Mit Lübbe veröffentlicht die Band aus Hamm nun ihr Jubiläums-Best-of-Album und das beinhaltet schon sehr viel Schönes. Mich erinnert Kapelle Petra ja immer ein bisschen an Virginia Jetzt mit einer ordentlichen Prise Rock und Zynismus, was definitiv als Aufwertung zu verstehen ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sich bisher mit den Herren vom Rande des Ruhrgebiets nichts auseinandergesetzt hat, der sollte das schleunigst tun und bekommt nun das perfekte Gimmick dazu an die Hand. Um die Zuneigung dann direkt zu vertiefen, ist ein Konzertbeuch empfehlenswert.
Live:
12.03.2026 - Muffathalle, München
13.03.2026 - Batschkapp, Frankfurt
14.03.2026 - Im Wizemann (Halle), Stuttgart
26.03.2026 - Carlswerk Victoria, Köln
27.03.2026 - Skaters Palace, Münster
28.03.2026 - Columbia Theater, Berlin
25.07.2026 - kAPEll30 SOMMA, Hamm
27.11.2026 - Täubchenthal, Leipzig
28.11.2026 - Botschaft, Osnabrück
04.12.2026 - Z-Bau, Nürnberg
05.12.2026 - Schlachthof, Wiesbaden
11.12.2026 - Gruenspan, Hamburg
19.12.2026 - Westfalenhalle 2, Dortmund
13.03.2026 - Batschkapp, Frankfurt
14.03.2026 - Im Wizemann (Halle), Stuttgart
26.03.2026 - Carlswerk Victoria, Köln
27.03.2026 - Skaters Palace, Münster
28.03.2026 - Columbia Theater, Berlin
25.07.2026 - kAPEll30 SOMMA, Hamm
27.11.2026 - Täubchenthal, Leipzig
28.11.2026 - Botschaft, Osnabrück
04.12.2026 - Z-Bau, Nürnberg
05.12.2026 - Schlachthof, Wiesbaden
11.12.2026 - Gruenspan, Hamburg
19.12.2026 - Westfalenhalle 2, Dortmund
puls.
(Ms) Was ist denn jetzt richtig geil? Analog oder digital? Elektronisch oder handgemacht? Wie dogmatisch sollte man da unterwegs sein? Oder gibt es nicht schon eine gute Lösung dafür? Ich denke schon: Best of both worlds! Beeindruckend gut setzt das die Band puls. aus Köln um. An diesem Freitag veröffentlichen sie ihre erste EP namens Nuancen. Fünf Tracks gibt es darauf zu hören, die sich wirklich das beste aus verschiedenen Spielarten zusammenmixen und es unheimlich gut vereinen. Der analoge Bass auf Zeit ist phantastisch und bis zu seinem Auftauchen auch echt nicht zu erahnen. Die Shoegaze-Gitarren auf Trümmerblick, die den Song in allerhöchste Höhen tragen. Die Texte, die großartig anzunehmen sind und viele Möglichkeiten bieten, um sich selbst darin zu sehen. Das sind - meiner bescheidenen Meinung nach - einige gute Gründe für eine Band, eine große Zukunft erleben zu dürfen. Diese EP ist ein grandioser Start.
Sprints
(Ms) Hach, was gibt es nicht herrliche Ausführungen über Coverversionen. Welcher Track am meisten nachgespielt wurde. Was floppte oder gar das Original überstrahlt. Ja, das Cover ist eine schöne künstlerische Eigenart. Es geht ja nicht nur um das einfache Nachspielen. Im besten Fall gibt man einem Track das, was man darin vermisst. Ein Kniefall und eine Ehrung ist es eh in jedem Fall. Heutiges Beispiel: Deceptacon von Le Tigre. Das Stück ist 27 Jahre alt - und noch nicht gestorben. Denn die Band Sprints haben sich den Track vorgenommen und ihm ordentlich Wumms beigebracht. Meine Güte, was knallt dieser Bass denn geil?! Kaum auszuhalten. Zudem macht diese Version wirklich gar keine Pausen. Die Gitarren knartschen nach vorne, der Gesang treibt genauso wie das Schlagzeug. Wer hier ungerührt sitzen bleibt, ist ein Banause. Das ist Fakt. Was für ein irrer Track - was für eine starke Version!
Lambert
(Ms) Korrigiert mich gerne - aber ist nicht eines der schönsten Dinge in diesem Musik-Kosmos die wunderbare Neugier, wie ein frischer Track eines tollen Künstlers klingen mag?! Die Gedanken im Vorhinein. Wie sieht der nächste Entwicklungsschritt aus? Gibt es einen? Hat es nicht vorher gut geklappt - wozu die Veränderung? Gibt es andere Instrumente, die in den Sound einfließen? Hach, großartig! Und Lambert ist einer dieser Künstler, die den Überraschungsmoment definitiv auf seiner Seite hat! Obendrein ist er enorm umtriebig. Im Winter kam erst die gemeinsame Platte mit Thorsten Nagelschmidt raus, im Sommer 2024 gab es die letzte Platte Actually Good. Und nun geht es weiter! Spirit heißt die erste Single aus dem kommenden Album I Am Not Lambert, die am 8. Mai bei Clouds Hill erscheinen wird. Wie passend dieser Titel nur ist. Denn auf dem neuen Stück gibt es zahlreiche Parts, die an andere Künstler erinnern. Klar, das Klavier bleibt im Fokus, aber die Akustikgitarre (!) klingt doch etwas nach Ásgeir, der Gesang (!) nach Orbit genauso wie die sanft eingesetzten Beats. Eingebettet ist das natürlich in einem entspannt-beruhigenden Lambert-Klang, wie man ihn gewohnt hat. Und ich vermute: Auf dem neuen Album lauern noch mehr tolle Überraschungen!
15.05.26 Nürnberg, Z-Bau
17.05.26 Berlin, Kammermusiksaal – Lambert & Friends
19.05.26 München, Live Evil
04.07.26 Kraggenburg, Wilde Weide Festival
Tiga & Boys Noize
(Ms) Ab meiner Jugend ist Musik für mich wirklich Thema Nummer 1. Unterschiedliche Szenen und Genres hatten ihre Zeit. Sie sind gekommen und gegangen. Und dennoch ist es krass, wie viele Bands und Künstler mir wirklich gar nichts sagen. Auch richtig große Namen. Zu Radiohead kann ich nichts sagen. Ebenso zu The XX oder Muse. Nie gehört, kein Bezug. Viele Größen aus anderen Genres sind mir da noch ferner. Heutiges Beispiel: Tiga und Boys Noizse. Beide sagten mir bis zu diesen Zeilen hier nichts. Nada. Niente. Dabei haben sie vor Kurzem mit Hot Wife einen wirklich extrem geil tanzbaren Track veröffentlicht. Dieser Beat, der ab der ersten Sekunde einsetzt und duchballert, ist so markant und auf freche Weise stumpf, dass er direkt in die Beine geht. Ebenso der Text. Wirklich sehr überschaubar. Aber egal. Vielleicht ist es auch diese großartige Reduktion, die diesen Song so enorm machen. Tiga veröffentlicht am 17. April sein neues Album Hotlife - der Frühsommerhit?! Gut möglich!
Alin Coen
(Ms) Wer diese Musikerin mal live gesehen hat, weiß, was da Bemerkenswertes auf der Bühne passiert. Viele Lieder von Alin Coen sind so nahegehend, da bleiben keine Augen trocken. Einige Stücke sind auch tieftraurig. Und dennoch sitzt oder steht da eine Künstlerin, die so viel Güte in ihrem Wesen trägt, dass sie mit ihrer Ausstrahlung unmissverständlich zeigt: Seid ruhig traurig und lasst euch berühren, aber hier in diesem Moment ist wirklich alles behütet und geschützt. Große Kunst!
Atme Ein, Atme Aus heißt ihr neues Lied, mit dem sie sich nun wieder meldet. Die Hämmer des Klaviers sind direkt zu hören, mit dem ersten Takt ist man als Hörer ganz nah an ihrer Musik. Und sie am eigenen Gemüt. Ein Lied wie Meditation. Ein Lied, das die Livestimmung perfekt wiedergibt. Hier ist gerade wirklich alles in Ordnung, du musst nichts tun, hier erwartet keiner etwas von dir, hier kommt alles kurz zum Erliegen. Es sind drei Minuten und elf Sekunden, die das Herz vielleicht ein klein wenig schneller schlagen lassen, aber den Kopf ruhiger machen. Große, große Kunst! Am 29. Mai erscheint ihr neues Album Du Bedeutest Mir Die Welt, mit dem sie auf große Tour geht.
2. Juni 2026 Berlin, Mikropol – ausverkauft
15. Juli 2026 Dresden, Saloppe
16. Juli 2026 Leipzig, Parkbühne
17. Juli 2026 Braunichswalde, Hof 19
18. Juli 2026 Regensburg, Alte Mälzerei
19. Juli 2026 Lindau, Zeughaus
22. Juli 2026 Freiburg, ZMF
23. Juli 2026 Heidelberg, Karlstorbahnhof
24. Juli 2026 Frankfurt, Batschkapp Sommergarten
26. Juli 2026 Dortmund, Junkyard
11. September 2026 Schwerin, Schlosshof
10. Oktober 2026 Bielefeld, Festival Dome
17. Oktober 2026 Hamburg, Fabrik
18. Oktober 2026 Oldenburg, Kulturetage
20. Oktober 2026 München, Hansa 39
22. Oktober 2026 Köln, Kulturkirche
23. Oktober 2026 Erfurt, hsd
24. Oktober 2026 Magdeburg, Johanniskirche
JJerome87
(Ms) Danke, lieber Algorithmus. Ohne dich wäre ich wahrscheinlich nicht auf diesen Track gestoßen. Ja, vor dem letzten Album The Dream habe ich schon alt-j aus den Ohren verloren. Weder bewusst noch gewollt. Hat sich einfach so ergeben. Zu viel andere Musik - keine Ahnung. Doch der Algorithmus spülte mir Brush Me Like A Horse von Frontman Joe Newman auf die Kopfhörer, der sich als Solomusiker JJerome87 nennt, sich aber stilistisch von der Hauptband nicht unterscheidet. Diese frickeligen Arrangements, diese ganzen verspielten Elemente - es ist einfach großartig, was er da zusammenzimmert. Macht sehr viel Spaß, überzeugt mit sehr viel Groove und erzeugt auf angenehme Weise gute Laune:





