Freitag, 15. Februar 2019

KW 7, 2019: Die luserlounge selektiert

Quelle: upload.wikimedia.org
(sb/ms) SchlaDo. Der scheiß lange Donnerstag. Er ist des einen Freund und des anderen Leid. Die Leidenden müssen auf dem Amt, in der Verwaltung, in den Büros der Kommunen lange verharren und tolle Akten an der Mattscheibe oder digital bearbeiten. Die Freuenden arbeiten auch lang, können dann aber den persönlichen Service unter anderem im Bürgerbüro wahrnehmen. Oder sie versuchen es zumindest. Beispiel: Man kommt um zwanzig vor sechs in der Heimat an und muss eben dort noch schnell etwas erledigen und denkt: Da ist ja eh keiner, ich mache das schnell. Locker hingedüst mit dem Drahtesel und dann erstaunt festgestellt, dass man nicht der einzige mit der tollen Idee ist. Was tun?! Ab nach Hause, keine Lust auf warten, man ist ja auch durch. Nebenbei haben wir natürlich selektiert. Ohne Wartezeit!

Joseph Boys
Wir müssen mal wieder das Thema Bandnamen aufgreifen, weil wir Euch ein sehr gutes Beispiel zeigen wollen. Denn es zeugt von bedingter Kreativität aber sehr viel Humor, wenn man als Band aus Düsseldorf kommt und sich dann Joseph Boys nennt. Doch das Quintett macht keine Aktionskunst sondern gitarrengeladenen Punkrock. Am 26. April wird ihr erstes Album mit dem Namen Rochus erscheinen und ihr dürft Euch auf frischen Wind in der melodieflinken Rockecke freuen. Ganz grob kann man ihren Sound zwischen Love A und Muff Potter verorten. Der erste Höreindruck Freizeitstätte Garath über ihre rheinischen Stadtteilwurzeln gibt es jetzt schon. Ein Aufdrehen der Boxen ist eine gute Idee!



RY X
Wie sagten die legendären Monty Python in der Steinigungsszene bei Das Leben des Brian einst so schön: "Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?" Genau darauf setzt RY X mit seinem neuen Album Unfurl (VÖ: heute!), denn die Songs des australischen Musikers gehen direkt ins Herz und erinnern dabei an Bon Iver und William Fitzsimmons. Nicht die schlechteste Voraussetzung also, um auch kommerziell erfolgreich zu sein. Für Freunde der leisen Töne eine absolute Empfehlung! Demnächst auch live:

03.03. Hamburg, Fabrik
07.03. Berlin, Verti Music Hall
08.03. Leipzig, Täubchental
09.03. München, Tonhalle
11.03. Stuttgart, Wagenhallen
12.03. Frankfurt, Batschkapp
13.03. Köln, Carlswerk Victoria
14.03. Atelier, Luxemburg (LUX)
16.03. WUK, Wien (AUT)
17.03. Octagon Theater, Pully (CH)


Orpheo
Rapper sind Dichter und Denker. Kann man so stehen lassen oder es hinterfragen, wenn man bedenkt, dass wir in einer Zeit leben, in der so Spaten wie RAF Camora, Bonez MC, Chakuza die Charts dominieren und auf großen Rock(!)-Festivals auftreten dürfen. Orpheo grenzt sich Gott sei Dank gänzlich von dem Prolo-Scheißdreck der genannten Musiker ab, so wirklich zünden mag seine EP (VÖ heute!) bei mir jedoch nicht. Klar, man findet darauf tatsächlich die ein oder andere lyrische Schönheit und gelungene Metapher, in ihrer Gesamtheit kommt mir die EP jedoch etwas zu pseudo-intellektuell rüber.


Roger Rekless
Und gleich nochmal Rap, diesmal von Freestyle-Gott Roger Rekless, der heute sein neues Album Über die Natur der Dinge veröffentlicht. Bei ihm treffen die vom Kollegen Orpheo propagierten Attribute "Dichter" und "Denker" definitiv zu und egal was er anpackt - es hat Substanz! Ob das nun sein Hardcore-Projekt GWLT ist, sein Team Makasi oder sein Solo-Rap-Projekt: der Künstler aus Markt Schwaben hat etwas zu sagen und tut dies auf eine sehr nachdrückliche Art und Weise.


Schwarz
Von der Gitarre hinter die Synthesizer. Das könnte ganz grob die Zusammenfassung der kreativ-musikalischen Wandlung von Roland Meyer de Voltaire sein. Seine ehemalige Band ist seit langer Zeit Geschichte und ehrlicherweise liefen ihre CDs bei mir in den letzten Jahren auch kaum noch, geriet halt in Vergessenheit. Doch der Künstler blieb. Nur nennt er sich jetzt Schwarz und macht catchy elektronische Musik. Treibender Beat und Ambient müssen sich nicht ausgrenzen. Das Material, das nun auf seinem Solo-Debut-Album erscheinen wird ist sicher gutes Material fürs Radio, aber auch für durchtanzte Nächte. Am 24. Mai wird White Room erscheinen. Jetzt könnt Ihr schon Outside Looking In, die erste Single, hören. Lohnt sich!



Donna Missal
Super Stimme, durchaus toll arrangierte Songs - aber halt leider so gar nicht das Genre, das ich gerne höre. Wenn man auf Alicia Keys oder sowas steht, dann ist man bei Donna Missal aus Los Angeles allerdings bestens aufgehoben und wird sie vermutlich feiern. Ehrlich gesagt tut es mir leid, dass ich über This Time (VÖ: 22.02.) nicht mehr schreiben kann, aber in der Musikrichtung bin ich zu fremd, als dass ich mir tatsächlich ein Urteil erlauben könnte.



Daniel Thorne
Die Wege des Herren sind oft unergründlich. Als ich als Achtjähriger nicht Schlagzeug spielen lernen durfte, weil das in unserem Reihenhaus zu laut gewesen wäre, war ich geknickt. Stattdessen lernte ich Saxophon spielen. Und das erst mit Widerwillen, später mit großer Freude. Heute darf ich Euch einen Saxophonisten ans Herz legen, der extrem experimentell musiziert. Daniel Thorne, aus Australien kommend, heute in Liverpool ansässig, gibt dem Instrument einen extremen Drive. Und er weiß geschickt jegliche Genregrenzen zu sprengen. Keine Ahnung, wo seine EP Lines of Sight einzuordnen wäre. Er arbeitet mit Elektronik, vielen Verzerrern, Dissonanzen ohne Ende und ganz viel Gefühl. Es braucht einige Takte und ein wenig Geduld, um das Wesen des Holzblasinstruments herauszuhören, doch dann wird es spektakulär. Die EP kann laut und leise, ruhig und störend. So habe ich noch nie jemanden Saxophon spielen hören!



Deniz Jaspersen
Ja, es gibt diese Lieder, die wesentlich besser das ausdrücken können, was man selber fühlt aber nicht sagen kann. Diese Woche hat Deniz Jaspersen in diese offene Wunder reingehauen. Und das ganz wundervoll und direkt. Passenderweise heißt das Lied Alte Muster. Stichwort Authentizität. So oft kommt es mir tatsächlich vor, dass man sich selbst nur ganz, ganz schwer ändern kann. Wenn überhaupt. Ja, man entwickelt sich und Änderung passiert. Aber es ist gut möglich, dass es immer einen Kern gibt, der sehr, sehr fest ist.
Ich bin nicht nur froh um dieses wunderschöne Lied, sondern auch, endlich wieder was von Deniz Jaspersen zu hören. Herrenmagazin liegt wohl auf Eis. Und nein, ich wollte damals einem guten Freund schon nicht glauben, der meinte, dass sie sich auflösen. Das will ich nicht glauben. Vielleicht ein Übergang oder eine Transformation. Ja ja, die gute alte Hoffnung...
Doch jetzt gebt Euch dieses tolle Video bitte:


Mittwoch, 13. Februar 2019

Charlotte Brandi - The Magician

Foto: Helen Sobiralski
(ms) Vor einigen Monaten hatte ich eine andauernde Unterhaltung mit einem ehemaligen Arbeitskollegen, die nicht enden wollte. Er warf die Behauptung "Langeweile setzt Kreativität frei" in den Raum. Langeweile als Muse. Das wollte ich nicht so richtig glauben und habe immer wieder versucht dagegen an zu argumentieren. Ich glaube, dass ich es nie richtig geschafft habe und den Knoten im Kopf bin ich bis heute nicht los geworden.
Doch nun es gibt ein beeindruckendes Beispiel, dass das was dran sein kann. Denn ein komplizierter Bruch im Fuß hat die Musikerin Charlotte Brandi vor gut vier Jahren viel Zeit geschenkt und währenddessen begann sie an The Magician zu arbeiten. Das Album, das diesen Freitag (15. Februar) über PIAS erscheint. Natürlich ist es nicht nur ein Bruch, der zu so einem beeindruckenden Album führen kann. Brandi ist ja seit Langem bekannt aus dem Duo Me And My Drummer. Acht Jahre war sie in dieser Formation aktiv, produzierte zwei EPs und zwei Alben. Sie und ihr Schlagzeuger haben ihre musikalischen Wege getrennt und für Charlotte Brandi tut sich mit diesem Album ein atemberaubend Neuer auf!



Im September habe ich sie beim Reeperbahn Festival gesehen und letzten Monat als Support von Sam Vance-Law. Da bot sie ihre neuen Lieder in einer reduzierten Version dar. Nur mit Gitarren, Klavier und Cello. Klar, eine tolle Kombination, aber wenn man The Magician hört, weiß man sofort, dass größere Geschütze aufgefahren werden müssen, um diesen wundervollen Klang auf die Bühne zu holen. Denn genau da gehört er auch hin. Meinetwegen auch ins Theater oder ins Museum. Der künstlerische Aspekt an dieser Platte ist so groß und stark, dass ein einfacherer Hinterhofclub dem nicht gerecht werden kann.
Die ersten Takte der Platte mit dem Stück Veins sind im klassischen Arrangement gehalten: breite Streicher und Chorgesang. Doch nach 32 Sekunden kommt der passende Bruch und macht den Weg frei für einen schönen musikalischen Ausflug. Die Band setzt mit Klavier, Schlagzeug, Bass und Gitarre über die vorherigen Klänge, die aber da bleiben. Ich würde es Art Pop nennen, der Charakter von Kammerensemble bleibt bis zum Schluss erhalten. Ebenso Defenseless. Das ist wahnsinnig retro, doch halt cooler und verspielter. Die leichten Dissonanzen in dem Lied sind so fein gesetzt, dass es ganz rund und nicht störend klingt. Auch die gesprochenen Parts sitzen ganz wundervoll und wohl überlegt. 



Es gibt eine Menge Höhepunkte auf The Magician. Doch My Days In The Cell muss definitiv erwähnt werden. Das Lied transportiert so eine herrliche mystisch-geheimnisvolle Grundstimmung, dass es ganz neugierig macht immer tiefer in die versteckten Winkel dieses Songs zu tauchen. Das ist schlicht und einfach phantastisch gemacht. Und im hinteren Drittel weiß der Track nochmal richtig aufzudrehen!
Two Rows zeigt hingegen die Wandlungsfähigkeit von Charlotte Brandi. Sie ist innerhalb eines Albums auf kein Genre festgelegt. Sie ist in verschiedenen Stilen und Weisen ein Lied zu komponieren extrem fundiert und geschmackssicher. Auch Jenny in Spirit ist super entspannt, ohne langweilig zu werden, dafür sorgen die Streicher- und Chorparts. A String ist ein unbeschreiblicher Hit (in meinen Notizen steht SUUUUUPER), A Word eine schöne ruhige Pause und Where The Wind Blows ein Gospel.

The Magician ist ein tolles Werk. Es ist klug, fein, extrem stark abgemischt.
Charlotte Brandi ist damit eine große Aufmerksamkeit zu wünschen, sie hätte es mehr als verdient.
Es bleibt daher auch spannend, wie sie die breit angelegten Lieder auf die Bühne bringt. In diesen Städten und Clubs könnt Ihr Euch davon demnächst überzeugen. Wir legen einen Konzertbesuch dringend ans Herz!

04.04. Leipzig – Naumanns
05.04. Erfurt – Franz Mehlhose
06.04. Mainz – Schon Schön
07.04. München – Ampere
08.04. A-Wien – Chelsea
10.04. Nürnberg – Club Stereo
11.04. Hamburg - Nochtspeicher
12.04. Berlin – Silent Green
14.04. Dresden – Polimagie Festival @ Beatpol


Sonntag, 10. Februar 2019

Live in Münster: Dendemann

Quelle: ruhrnachrichten.de, Nina Paul
(ms) In Münster gibt es keinen guten Veranstaltungsort für Konzerte, zu denen ungefähr 1.500 Leute kommen. Für kleine und größere Konzerte ist jedoch an Unterkunft gesorgt.
Nun wird für die genannte Größenordnung stets auf den Skaters Palace zurückgegriffen, der zum Titus-Reich dazugehört. Das ist schade, weil die Sicht wirklich mies ist. 60% der Besucher sehen gut, da sie geradeaus auf die Bühne schauen, den anderen wird die Sicht durch Säulen und die ungünstige Architektur eingeschränkt. Außerdem braucht man viel Geduld bei der Garderobe und am Getränkestand wird nur Beck's feilgeboten. Puh...
Auf der anderen Seite ist der Skaters Palace ein Mekka für Rap-Musik in Deutschland. Kleinste und größere Bands und Artisten treten genau dort auf. Es gibt zum Glück auch einen kleineren Raum, in dem es familiärer zugeht. Ein zweischneidiges Schwert also.

Gestern (9. Februar) war Dendemann also auf seiner Tour zum Album da nich für! in der Metropole Westfalens zu Gast und der Gig war lange im Vorhinein ausverkauft. Also mit der Leeze in den Süden der Stadt und rein in den Rap-Tempel. Als Support ist Döll mit dabei. Wusste allerdings auch nicht so richtig einzuheizen. Mehr als Höflichkeitsapplaus gab es aus dem wählerischen Publikum daher auch nicht. In der Zwischenzeit war es allerdings möglich, das Publikum zu analysieren. Ich stellte mir schon vorher die Frage, wie es strukturiert sein würde. Die Befürchtung war, dass das Durchschnittsalter recht jung sei, weil Rap halt gerade so dermaßen beliebt ist.
Das Gegenteil war der Fall. Es waren alte EinsZwo-Veteranen und das typische NeoMagazin-Publikum anwesend: junge Akademiker und Studenten im höheren Semester; sehr sympatisch.

Nach dem etwas müden Döll-Auftritt wurde kurz umgebaut und gegen 21 Uhr ging das Licht aus und die Stimmung genoss einen ersten Höhepunkt. Die Band nahm Platz an ihren Instrumenten (Schlagzeug, Bass, DJ-Pult und Keyboard-Turm) und die erste Strophe von Wo ich wech bin spulte Dende hinter der Bühne ab, und betrat dann den Scheinwerferkegel. Doch richtig Stimmung kam nicht auf. Das Publikum war lahm, die Hip Hop-Hände waren eher in den Hosentaschen und insbesondere das neue Material - ich bin von der Platte ziemlich enttäuscht - wusste nicht so recht zu zünden. Doch dafür gibt es ja zum Glück die alten Sachen und da hat es regelrecht geknallt. Stumpf ist Trumpf, Endlich Nichtschwimmer und Danke gut waren definitiv die Höhepunkte an einem sonst höhepunktarmen Abend.

Das hat Gründe. Dendemann ist natürlich ein wahnsinnig sympathischer Kerl, doch ein Entertainer ist er wahrlich nicht. Zudem kündigte er an, den Skaters Palace abzureißen. Davon war im Grunde nichts zu spüren. Ab und an hatte ich auch den Eindruck, dass er sich auf der Bühne nicht besonders wohl fühlen würde, fast ein wenig allein. Nur ab und an drehte er sich zu seinem DJ Maxi für einen Wort- oder Blickaustausch. Außerdem waren die sonst auch schwachen Songs vom neuen Werk (Drauf und dran, Müde, Zeitumstellung, Zauberland) live wahre Stimmungskiller. Selbst die stärkeren Litbarski und BGSTRNG haben nicht gezündet. Leider, leider traten die älteren Lieder von Vom Vintage Verweht und Die Pfütze des Eisbergs in neuem Gewand auf. Nichts ungewöhnliches für Rap. Doch bei der ersten Tour nach über acht Jahren waren die Leute natürlich genau auf diese Lieder heiß, und dann war es nicht das "Original". Das geht klar, wenn man alle zwei Jahre auf Tour geht, aber nicht, wenn es quasi ein Comeback ist. Nein. Außerdem wurden ein paar der Klassiker in eine Art Medley zusammengeschrumpft. Autsch.
Es gab drei Zugaben. Das ist natürlich sehr gut, doch viel applaudiert wurde nicht. Ein bisschen Händegepatsche und dann stimmte der Chor in Zugabe- und Dendemann-Rufe ein. Das ist schon hart.
Obendrein hat er nicht mal eineinhalb Stunden gespielt. Für gut 38€ blanker Hohn. Ein schwaches Konzert, das kurz und teuer war. Das brauche ich nicht. Ich habe nicht so viel erwartet für den Abend, aber ging enttäuscht aus den Räumlichkeiten.

Das mag anderen anders gehen.
Klar. Musik ist und bleibt Geschmackssache.
Ich sehe ihn im Sommer auf dem Deichbrand Festival.
Da bin ich sehr gespannt, wie er das Festival-Programm gestalten wird.

Hier kann man Dendemann in den kommenden Tagen noch live sehen:

11.02. Heidelberg - halle02
12.02. Stuttgart - Im Wizemann
13.02. München - Tonhalle
16.02. Karlsruhe - Substage
17.02. Köln - Carlswerk Victoria
18.02. Wiesbaden - Schlachthof
23.02. Dresden - Reithalle
25.02. Leipzig - Werk2
26.02. Hamburg - Mehr! Theater
27.02. Hamburg - Mehr! Theater
28.02. Berlin - Columbiahalle

PS: Vor genau neun Jahren habe ich Dende im gleichen Ambiente gesehen. Es war ein Fest damals.

Freitag, 8. Februar 2019

KW 6, 2019: Die luserlounge selektiert!

sparklesurprize.com.au
(ms/sb) Ich pendel jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit. Das wird vielen von Euch sicherlich auch so gehen und ist ja durchaus eine sehr angenehme und umweltbewusste Art und Weise den Weg zu bestreiten. Ich will mich jetzt auch gar nicht über die Bahn beschweren, Verspätungen passieren andauernd, daran haben wir uns gewöhnt. Nur eines macht mir da immer Sorge. Die Ansage: Technische Störung am Zug. Was hat das zu bedeuten? Und warum kommt genau dieser technisch gestörte Zug jetzt verspätet an meinem Bahngleis an und nimmt mich mit? Funktioniert die Spülung auf dem Klo nicht? Gehen die Kohlen langsam aus? Ist der Snackautomat kaputt? Hat der Schaffner keine Lust? Ach nee. Bei letzterem wären es ja Verzögerungen im Betriebsablauf. Vorgestern waren es dann 34 Minuten Verspätung. Da hat man dann Zeit neue Musik zu hören. Das Ergebnis ist unsere feinste Selektion dieser Kalenderwoche:

Jadu
Ungewohntes ist im ersten Moment fremd. Das ist ganz normal. Und doch machte mich die Ankündigung, dass die Berliner Musikerin Jadu heute ihr erstes Album Nachricht vom Feind veröffentlicht, neugierig. Ich bin halt prinzipiell für mehr Frauen in der maskulin dominierten Pop- und Musikbranche. Jadu erzählt auf ihren 12 Songs von Hindernissen, die ihr in den Weg geworfen worden sind, von Gesellschaftskritik und auch von bedingungsloser Liebe. Dabei dreht sie häufig festgefahrene Geschlechterstereotype um, wie der Song Uniform inklusive Video gut zeigt. Doch leider zündet das bei mir überhaupt nicht. Die Provokation, zum Beispiel in Sirenen & Wagner ist mir zu offensichtlich und mit zu vielen hart bandagierten Ellenbogen in die Lieder gepresst. Die Frage ist jetzt, ob das feministische Musik ist. Ich hadere sehr stark mit dieser Zuordnung, da der theoretische Unterbau fehlt, den man beispielsweise bei sookee oder Haszcara findet. Und um der Chronistenpflicht Folge zu leisten: Die Künstlerin heißt mit Nachname Laciny. Kennen oder googeln!
Wen es dennoch oder gerade deswegen neugierig gemacht hat; hier tourt Jadu demnächst:

22.03.2019 Hamburg, Mojo Club
23.03.2019 Köln, Artheater
24.03.2019 Berlin, Lido
29.03.2019 Frankfurt, Nachtleben
31.03.2019 München, Ampere
03.04.2019 Leipzig, Moritzbastei
04.04.2019 Rostock, Mau Club



Nils Frahm 
Kennt ihr noch Maxi-CDs? Habt ihr noch Maxi-CDs? Alleine dieses Wort einzutippen ist wie eine kleine Zeitreise. Ich weiß gar nicht genau, ob die noch gepresst werden. Meine erste habe ich mir von frisch geschenktem Geld meiner Oma gekauft und das war Freestyler der Bomfunk MCs. Kennt ja auch keiner mehr und ich drifte ein wenig ab...
Nils Frahm, womit wir bei einem ganz anderen Genre sind, hat nach seinem wundervollen Album All Melody zwei weitere Veröffentlichungen herausgebracht, die sich schlichterweise Encores 1 und Encores 2 nennen. Es sind Stücke, die im Zuge der Albumproduktion entstanden sind. Möglicherweise genau das Material, das man früher zusätzlich auf eine Maxi-CD gespielt hat. Ende Januar erschien der zweite Teil und er begleitet mich nun morgens häufig. Denn diese sanften Lieder sind genau der richtige Soundtrack fürs frühe Aufstehen. In nur 26 Minuten entführt uns der Neo Classic-Meister in eine andere Welt. Der Opener Sweet Little Lie klingt erstaunlich nach Arvo Pärt, muss man sagen. Und der Rest ist umwerfend einzigartiges Nils Frahm-Material. Große Empfehlung!



Männi
Nie gehört,oder? Ganz sicher? Dann verrate ich Euch mal was: Samuel Dickmeis aka Männi ist der Live-Schlagzeuger der Antilopen Gang, hat auf deren Punkalbum Atombombe auf Deutschland sämtliche Instrumente eingespielt und somit auch mit illustren Namen wie Campino, Monchi, Bela B usw. musiziert. Am 15.03. veröffentlicht Männi nun sein zweites Solo-Album und was soll ich sagen? Mir Tut Alles Weh ist einfach grandios! Man darf dabei natürlich keine lyrischen Großtaten erwarten, was man anhand von Songtiteln wie Ibuprofi oder Alkoholimplantat schon erahnen kann, aber das Album macht unheimlich Spaß, ist instrumental großartig umgesetzt und die Texte haben mich mehrmals lauthals lachen lassen. Holt Euch das Ding, dreht es laut auf und nehmt es auf jede Party mit! Und, ach ja, sollte besagtes Alkoholimplantat tatsächlich mal erfunden werden, würde ich das auch sehr gerne testen...


Maximo Park
Mit dem Quartett aus Newcastle macht man einfach nie etwas falsch: die Stimme von Paul Smith ist herausragend, die Melodien sind catchy und trotz Up-Tempo klingen Maximo Park durchgehend maximal entspannt. As Long As We Keep Moving (VÖ: 22.02.) ist ein besonderes Album, wurde es doch live im Studio eingespielt und umfasst Höhepunkte aus der bisherigen Band-Historie. So umfasst es neu in Szene gesetzte Versionen von alten Fan-Lieblingen wie etwa Books From Boxes, I Want You To Stay oder Girls Who Play Guitars -  mit Get High (No, I Don't) und What Equals Love? aber auch Hits des letzten Albums Risk To Exist aus dem Jahr 2017. Als besonderes Zuckerl gibts mit A19 sogar eine B-Seite auf die Ohren.


Fettes Brot
Das 2017er-Live-Album Gebäck In The Days hat uns ja arg enttäuscht, mit Du driftest nach rechts schicken Fettes Brot nun aber einen ersten Vorboten für ihren neuen Longplayer Lovestory (VÖ: 05.04.) ins Rennen, der uns wieder deutlich milder stimmt. Die politische Message passt eh und die berufsjugendliche Attitüde der Brote passt ideal zum Song. Geht doch.



Buvette
Ach, liebe Schweiz. Vielen Dank, dass Du uns Faber geschenkt hast. Was ist das nur für feine, fiese, nahe, ausgetüftelte Musik! Und jetzt servierst Du uns Buvette auf dem Silbertablett. Wird das jetzt eigentlich französisch ausgesprochen?! Hm... Genremäßig ist das ganz weit von Faber entfernt und hat mich dennoch sofort mitgerissen. Die ersten Takte erklingen und ich denke mir: Das kenne ich doch irgendwo her. Denn die erste, durchaus begründete Assoziation war: So würden MGMT heute klingen, wenn die nicht einfach so plump und austauschbar geworden wären. Buvette, das ist sehr genauer, großartig arrangierter Electro-Pop oder wie sich das auch immer schimpft. Auf jeden Fall super catchy und mit ganz, ganz viel Potential! Dazu gibt's ein hervorragendes Video zum Song In Real Life. Am 15. März erscheint ihre Ep Life auf dem Label Pan European Recording. Ganz dringende Hörempfehlung!

Donnerstag, 7. Februar 2019

Live in München: Therapy?

Foto: facebook.com/Therapyofficial
(sb) Ach Therapy?, Du Musik-Liebe meines Lebens... Nächstes Jahr feiern die Nordiren ihr 30-jähriges Bandjubiläum, mein erstes Konzert ist auch schon knapp 25 Jahre her und ich bin mir sicher: da werden noch einige dazukommen! Gestern war es endlich mal wieder so weit, denn Sänger/Gitarrist Andy Cairns, Bassist Michael McKeegan und Drummer Neil Cooper machten auf ihrer Cleave-Tour Halt im Münchner Backstage und haben das Ding mal eben komplett abgerissen.

Ich wohne mittlerweile ja am Bodensee, also nicht unbedingt in einer Region, in der Bands wie Therapy? regelmäßig auftreten und wo sich das Interesse an derart Musik scheinbar leider in Grenzen hält - anders ist wohl nicht zu erklären, dass sich bei ihrem letzten Gig in der Gegend gerade mal um die 100 Leute ins Dornbirner Conrad Sohm verliefen und das Ganze zu einer eher deprimierenden Veranstaltung werden ließen.

Ganz anders aber gestern: schon von den Gigs zuvor in Österreich, Italien, Ungarn, Tschechien, Belgien und Holland war nur Positives zu lesen/hören und so fuhr ich voller Vorfreude die gut zwei Stunden in die alte Heimat und konnte es kaum erwarten, meine Heroen nach zwei Jahren endlich mal wieder live zu erleben. Da ich doch seeeeeeeehr früh fran war, entschied ich mich jedoch, erst noch einen Abstecher nach Giesing zu machen und ne Halbzeit Fußball bei -5°C anzuschauen. Ganz schön blöd eigentlich, aber was tut man nicht alles für seine Löwen und immerhin gabs an der Tanke am Trainingsgelände Heißgetränke, um Erfrierungen zu vermeiden.

Foto: privat
So, nun aber zum Wesentlichen: Die Vorband Midriff aus Österreich habe ich grandios verpasst (das hatte ich aber bewusst in Kauf genommen), sodass ich dazu leider nix schreiben kann, die 400 Zuschauer im Backstage waren aber bei meinem Eintreffen schon richtig heiß auf Therapy? und was mir sofort auffiel: der Altersschnitt war so hoch wie selten bei einem Konzert, das ich besucht habe. Ich denke, mit meinen 40 Lenzen war ich da so ziemlich im Mittel. Kein Wunder, denn die größte Zeit der Nordiren liegt auch schon über 20 Jahre zurück, das kommerziell erfolgreichste Album Troublegum feiert just heute seinen 25. Geburtstag. Es fanden sich also größtenteils Fans ein, die in ihrer Jugend musikalisch von Therapy? geprägt wurden und so entwickelte sich ein Konzert, bei dem man nicht nur einmal das Gefühl hatte, als würden alte Freunde aufeinander treffen.

Musikalisch betrachtet muss ich sagen, dass mich Therapy? vollends begeistert haben. Andys Stimme klang so gut und klar wie bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr, die Gitarrenriffs waren auf den Punkt - sehr beeindruckend, dass ein Musiker in dem Alter und mit der Erfahrung nochmal einen solchen Schritt nach vorne machen kann! Die Band hatte sichtlich Spaß, Michael "The Evil Priest" fand es mal wieder "fan-fuckin'-tastic" und Neil, der wie bei jedem Konzert der Tour Geburtstag hatte, ist einfach ein überragender Drummer, der sich mehrmals einen Extra-Applaus verdiente.

Foto: privat

Und auch bei der Songauswahl trafen Therapy? voll ins Schwarze: die Tracks ihres aktuellen Albums Cleave wurden gekonnt mit Klassikern à la Nowhere, Screamager, Diane und Teethgrinder kombiniert und mit A Moment Of Clarity, Lonely, Cryin' Only und vor allem Bad Mother fanden drei Tracks den Weg ins Set, die ich mir schon lange mal wieder gewünscht hatte. Zudem wurden mit Breaking The Law (Judas Priest) und Ever Fallen In Love (The Buzzcocks) zwei weitere Coverversionen angespielt, die beim Publikum erwartungsgemäß sehr gut zündeten.

An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Jan Quiel - zum Einen dafür, dass er Therapy? als Booker immer wieder nach Deutschland holt und der Band hierzulande eine Platform bietet und zum Anderen für die Gästelistenplätze gestern Abend. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen und haben mich sehr darüber gefreut.




Pöbel MC - Pöbel Sports Tape

Foto: Lousie Amelie
(ms) Man lässt sich leicht dazu verleiten, den Schreib- an den Musikstil anzupassen. Doch hier passt es wirklich gut: Es wird endlich wieder ausgeteilt und fleißig gepöbelt!
Ab morgen wird nämlich mit acht Songs auf 27 Minuten aus Rostock wieder fleißig ausgeteilt. Pöbel MC wird nämlich auf seiner neuen Label-Wahlheimat Audiolith sein Pöbel Sports Tape veröffentlichen. Das ganze wird es digital geben. Für die Freunde sehr analoger Musik eine gute und schlechte Nachricht. Die Schlechte: Folgende Version ist jetzt bereits vergriffen. Die Gute: Es gab sie tatsächlich auf Kassette!
nach den beiden Solo-Releases Backpfeifen auf Dauerschleife und Personality Trainer und dem Kollaborationsalbum Soli Inkasso mit Milli Dance (Waving The Guns) ist dies in recht kurzer Zeit also die vierte Veröffentlichung von Pöbel MC.

Die gute halbe Stunde beweist eindrucksvoll, dass der Rapper in, der erst seit vier Jahren aktiv dabei ist, eine enorme Entwicklung durchgemacht hat. Bei den beiden eigenen Veröffentlichungen ist mein Eindruck, dass es zu oft zu sperrig und holprig zuging. Das ging auf Kosten des Hörgenusses und wurde nun besser gestaltet ohne angepasst und glatt zu klingen. Es gibt auf den acht Tracks kein Pardon und es wird schön ausgeteilt. Vom frauenfeindlichen Bizepsrapper bis zu national-konservativ verblödeten Schreihälsen bekommen alle ihr Fett weg!



Zum Beispiel kommt mit Zero Problemo ein Brett, dessen zweiter Part inhaltlich so bärenstark ist, dass der Bruch mit dem Ersten durchaus zu gefallen weiß, da er direkt aufmerksam zuhören lässt. Doch eindeutig geht es nicht immer zu. Viele Zeilen regen zum Nach- und Weiterdenken an! Doch es gibt auch Konkreta wie: "Lieber gut gemein und schlecht umgesetzt." Herrlich, denn Modeerscheinungen wie Autotune sucht man zum Glück vergeblich. Ein paar Beats gehen Richtung Trap, aber das geht vollkommen klar. Rammeln ist ein wunderbares Plädoyer für ein aufklärerisches gesellschaftliches Sexualwissen. Es scheint, als ob der Song eine rapgewordene Soziologievorlesung sei.
Dann kommen wieder so herrliche Zeilen: "Don't hate the player, hate the game ist die Atzenvariante von Fickt das System" (Autoritäres Jugendzentrum). Da geht das Herz auf! Auf Schlau & Aggressiv - der Titel durchaus als Selbstbeschreibung zu verstehen - wird die bekannte Nikel Pallat-Rede eingespielt. Wohl im Rap ein beliebter O-Ton, so haben ihn Zugezogen Maskulin schon auf Kauft nicht bei Zugezogen! genutzt (Im Zuge dessen bitte aufmerksam das Zero Problemo-Video schauen!). Nebensache ist zum Ende hin nochmal ein wirklich kräftiger, kluger Song!

Das Pöbel Sports Tape ist saustark geworden.
Mehrmaliges Durchhören ist absolut notwendig, wenn man verstehen will.
Notwendig ist es auch, sich das live zu geben. Ich berichte aus erinnerungswürdiger Erfahrung!
Und zwar hier:

08.02.2019 Berlin - MenschMeier
02.03.2019 Rostock - Palette
05.04.2019 Hamburg - Hafenklang
06.04.2019 Leipzig - IFZ

Freitag, 1. Februar 2019

KW 5, 2019: Die luserlounge selektiert

Quelle: cannabispatientsalliance.org
(ms/sb) In der großen, bunten Glitzer-Blingbling-Pop-Welt gibt es viele Hypes, Erfolge und Schicksale. Von einem besonders traurigen Schicksal möchte ich kurz berichten. Ich ging dieser Tage abends nach Hause und sah am Wegesrand eines von vielen Plakaten, die die Straße säumen. Ich wurde auf das Rosafarbene aufmerksam, das mit dem Eyecatcher-Titel Sixx Pack warb. Dabei handelt es sich um eine Männer-Strip-Show im Stile von den Chippendales, nur halt nicht ganz so cool. Dieses Plakat warb außerdem mit dem Namen Marc Terenzi. Und da wurde ich hellhörig: Ist das nicht der Ehemann von Sarah Connor, der unglaublich vielseitigen Sängerin aus Delmenhorst?! Nein! Also jein. Denn er war es, sie sind seit vielen Jahren getrennt und nach dem kurzen kommerziellen Erfolg zweier Solo-Alben, der Reality-Show über die eigene Hochzeit und ein paar kurzlebigen Fernsehauftritten, tritt er nun mit dieser Kombo auf Bühnen auf und zeigt seinen Körper. Warum das nur?! Ganz einfach: Vor drei Jahren wurde ein Insolvenzverfahren gegen sein Privatvermögen eröffnet. Rise and fall!
Wir haben kein Geld für Euch, aber ein paar Perlen aus dem Musikbusiness. Vorhang auf:

Chiefland
Na, mal wieder Bock, sich gepflegt anschreien zu lassen? Dann haben wir genau das Richtige für Euch: Chiefland veröffentlichen am 08.02. ihr Debütalbum Wildflowers und das bietet neben einer breiten und druckvollen Klanglandschaft auch ruhige Momente, die sich in ein äußerst stimmiges Gesamtbild einfügen. Bisher war Göttingen ja nicht zwingend als Hardcore-Metrople bekannt, aber Chiefland arbeiten daran, das zu ändern. Apropos "arbeiten": die Band unterstützt die Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd" nicht nur finanziell, sondern legt bei Aufräumaktionen auch des Öfteren selbst Hand an. Sehr sympathisch und unterstützenswert.

  
Karlsson
Bereits seit 2013 besteht die Kölner Band Karlsson, jetzt folgt endlich das Debütalbum Rauhfaseridyll (VÖ: 15.02.). Als erster Teaser wurde Schwule Könige released, das sich eindringlich mit der Thematik Homophobie befasst und welch großen Wirbel noch heutzutage Schützenkönige auslösen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen. Dass Karlsson deutliche Worte finden und bewusst den Finger in die kleinbürgerliche Wunde legen, wird aber nicht nur bei diesem Song deutlich, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Album. Mir taugts sehr: melodisch, aussagekräftige Texte, eine angenehme Stimme - was will man mehr? Lieblingstrack: Tage Meiner Zuversicht!


Hayley Reardon
Where I Know You - so der Name der EP, die Hayley Reardon am 01.03. veröffentlichen wird. Was uns erwartet? Feinster Folk, den die Sängerin aus Massachusettes mit ihrer einprägsamen Stimme sehr intensiv vorträgt und der sofort im Ohr hängen bleibt. Überzeugt Euch selbst und zwar hier:

19.02. Cowhide House Concerts | Frankfurt

20.02. Warenwirtschaft | Hamburg

21.02. Bar Bobu | Berlin 

22.02. Spital | Viechtach 

23.02. Irish Pub | Jena 

25.02. Die Scherbe | Graz 

26.02. Haus der Musik | Wien 

27.02. Glashus | Frastanz 

28.02. Cafe Gramsci | Dachau 

01.03. Reusser Guitars | Brienz 

04.03. Inspire | Chemnitz 

05.03. Ludwigs Bar | Nürnberg 

06.03. Bistro Cozy | Weilburg 

07.03. Verden til Herredsvang | Aarhus 

08.03. Harders | Svendborg 

09.03. Ølluminati | Viborg 

12.03. Freundlich und Kompetent | Hamburg 

13.03. The Shakespeare Pub | Herdecke 

14.03. Lagerhalle | Osnabrück 

15.03. Artfarm | Wiehl 

16.03. Schloßcafe | Rottenburg 

17.03 Grüner Baum | Ottersweier 


The Cinematic Orchestra
Ab und an stolpern wir in Mails oder anderweitigen Ankündigungen einfach über Künstler und Bands, die wir bis dato nicht kannten und nun hellauf begeistert sind. Beispiel heute: The Cinematic Orchestra. Allein der Name gefällt mir schon außerordentlich gut. Dazu kommt eine feine Mischung aus Elektronik, Rap und Soul. Fertig ist eine gut siebenminütige Song-Kollaboration, die auf den Namen A Caged Bird/Imitations of Life hört und gar nichts mit R.E.M. zu tun hat. Das Album To Believe erscheint am 15. März und dann kann man sich wortreicher Melancholie im beginnenden Frühling hingeben. Voilà:



Mine
Okay, wir geben es ja zu. Wir haben Mine erst so richtig durch die Zusammenarbeit mit Fatoni kennengelernt. Was aber noch entscheidender ist, dass wir ihre Kunst und Art Musik zu machen dadurch geschätzt haben. Was macht diese Frau nur für unfassbar kluge, feine, austarierte Musik, die so schwer zu kategorisieren ist?! Ist es Art Rap, ist es intellektueller Pop? Ich weiß es auch nicht so genau; doch ich weiß, dass Klebstoff ein toller Song- und Albumtitel ist! Und am 12. April hat nicht nur meine beste Freundin Geburtstag, sondern dann kommt auch dieses Werk auf den Markt und der Kauf dessen (bitte nicht immer nur streamen) ist total angeraten! Dazu sollte man das Video aufmerksam verfolgen und die Anweisung auf den Plakaten lesen. Super Idee, großartige Umsetzung! Mine geht im Mai auf Tour. Geht ihr hin?!

02.05. Köln, c/o pop Festival
03.05. Mannheim, Alte Feuerwache
04.05. Wiesbaden, Schlachthof
05.05. Hannover, Musikzentrum
07.05. Konstanz, Kulturladen
08.05. Stuttgart, Club Cann
09.05. Leipzig, Conne Island
10.05. Berlin, Columbia Theater
11.05. Hamburg, Mojo
15.05. AT Wien, Porgy Bess
16.05. Nürnberg, Hirsch
17.05. München, Ampere
18.05. CH Zürich, Dynamo - Werk 21



Hejira
Der letzte Beitrag für heute. Der letzte Tipp. Die letzte Anregung, sich ganz entspannt aufs Sofa zu begeben und die Anlage auf eine mittelmäßige Lautstärke zu drehen. Denn für die sanften Klänge von Hejira braucht man keine überdosierte Box. Die Londoner Band beschert Euch nämlich die optimale Musik für den Feierabend und das wohl verdiente Wochenende. Man, ist das entspannt und einfach wunderschön. Am 22. Februar veröffentlichen sie ihr zweites Album, das da Thread Of Gold heißen wird. Darauf geht es um die Heimat der Sängerin Rahel. Sie kommt aus Äthiopien, bekanntermaßen keine ruhige Region. Auf der neuen Platte findet ihr Lieder, die von Heimat, Tradition und Unwissenheit handeln, aber gar nicht so klingen. Ein guter Mix. Hört Euch Joyful Mind an und lernt zu genießen: