Freitag, 28. Dezember 2018

KW 52, 2018: Die luserlounge selektiert

Quelle: fiercelightyoga.com
(ms) Na, satt? Vor einigen Wochen schrieb ich an dieser Stelle, dass Weihnachten dann so richtig stattfindet, wenn man auch Kitsch zulässt. Es ist dann aber auch Weihnachten wenn man einfach die Zeit mit der Familie verbringt. Das hat nichts mit Kitsch, sondern mit Ehrlichkeit zu tun. Ja, einige ächtzen beim Anblick von Schwiegervater oder der ungeliebten Schwägerin; manchmal dann auch so richtig, wenn sie den Mund aufmachen. Doch sie gehören alle dazu. So ist das nun mal.
Da im Musikgeschäft zwischen den Jahren auch nicht viel passiert, selektieren wir hier mal ganz gemütlich, was wir dennoch Feines gefunden haben:

Turbostaat
Ja, Heidewitzka. Das Jahr ist offensichtlich noch nicht vorbei und hat dann noch ein wahnsinniges Ass im Ärmel. Wir verraten nicht zu viel, aber die Flensburger Jungs von Turbostaat werden im Januar eine beinahe perfekte Version eines Live-Albums herausbringen. Nachtbrot heißt das ganze und es wird euch die Ohren vom Kopf wegfliegen lassen Denn: Wir dürfen schon reinhören und sind hellauf begeistert. Da ist Wumms, Leidenschaft und ein extrem textsicheren Publikum zu hören. Der Grund für die Veröffentlichung: Die Band wird 20! Holt euch das oder geht zumindest auf die kommende Tour:

11.01. - Husum, Speicher (Ausverkauft)
12.01. - Flensburg, Volksbad (Ausverkauft)
14.02. - Hamburg, Markthalle
16.02. - Jena, Kassablanca
19.02. - Köln, Gloria
21.02. - Stuttgart, Universum
23.02. - Göttingen, Musa
13.03. - Münster, Sputnikhalle
16.03. - Hannover, Faust
19.03. - Berlin, SO36 (Ausverkauft)
21.03. - Dresden, Beatpol
22.03. - Erlangen, E-Werk



Tim Hecker
Wenn es weihnachtet, ist endlich mal wieder Zeit zum lesen. Ja, Bücher sind immer noch das Nummer 1-Geschenk hierzulande und auch ich durfte mich über zwei ganz doll freuen. Doch auch fürs Zeitunglesen ist wieder Zeit vorhanden. Apropos: In der letzten Ausgabe der ZEIT findet sich ein langer Artikel zum Thema Stille. Leider ist er nicht so lesenswert, wie erhofft. Nun gut. Das Gegenteil von Stille ist nunmal Lärm oder Krach. Der kanadischer Musiker Tim Hecker soll genau das zum Leitfaden seiner Musik auserkoren haben und einfach laut sein. Klingt spannend. Das ging mir im Sommer so, als ich Mogwai sah. Auch total irre. So hört sich Tim Heckers aktuelles Album an und es ist von Krach doch weit entfernt. Seltsam.



Maximo Park
Es gibt im kommenden Jahr noch eine weitere live eingespielte Platte. Die Protagonisten sind niemand geringeres als Maximo Park. From Books To Boxes ist und bleibt eine irre Indie-Hymne, die auf keiner geschmackssicheren Party fehlen darf. As Long As We Keep Moving heißt die Veröffentlichung und ist nicht nur eine Musikplatte, sondern diese ist Teil eines Studio-Films der Band. Ein Konzertmitschnitt wie oben ist es nämlich nicht, sondern eher eine Revue aus der eigenen, 14-jährigen Schaffenszeit. Dazu, wie das ganze in voller Länge aussehen mag, gibt es mit I Want You To Stay nun einen Einblick, der sich sehen und hören lassen kann:



Yassin
Ja, wir haben ihn hier mit seinem bald erscheinenden Album Ypsilon schon vorgestellt und bestens empfohlen. Nun gibt bereits einen dritten Track aus der Platte von Yassin. Und diese drei Lieder sind so dermaßen unterschiedlich, dass das Album ein wirklich großer Wurf werden kann. Abendland ist hochpolitisch und musikalisch top, Haare Grau ist ein bisschen gaga und mit viel Autotune umgesetzt. 1985 ist nun endlich mit reinem Gesang und ein Track, den man genau so von Yassin erwartet hat. Da es ein Kindheits-und-Jugend-Erinnerungs-Song ist und natürlich mit dem Jahrgang spielt, lässt sich nach mehrmaligem Durchhören schon sagen, dass das deutlich besser passt als bei den Kollegen Marteria und Casper (obwohl der auch als Gast auf Yassins Album zu hören sein wird).

Da man das Video hier nicht einbetten kann, macht bitte KLICK!

Sonntag, 23. Dezember 2018

ms: Ein Blick zurück aufs (Musik-)Jahr 2018!

Auf das, was kommt. Foto: privat
(ms) Seit Jahren sage ich mir, dass das kommende Jahr besser wird als das aktuelle. In diesem lag jedoch eine ungeheure Spannung und viel Wirbel. Ich bin mir daher noch nicht so sicher, ob mein Wunsch aus dem letzten Jahr vollends eingetroffen ist. Doch immerhin ist das lästige Studium erfolgreich abgeschlossen und Neues folgt recht fix. Doch hier geht es immer noch um Musik, nicht nur weil sie der wärmende Mantel ist, sondern auch ein antreibender, mitunter heiß laufender Motor ist, der motiviert und auch zur Ruhe kommen lassen kann.

Es gab einiges an großartigen Konzerten in den vergangenen Monaten. Allein vier Mal habe ich Kettcar gesehen, im Hamburg ist dann immer was Spezielles, Sommer '89 jedoch in Rostock gehört zu haben, verleiht diesem Stück noch mehr Kraft, als ihm eh schon inne wohnt. Denkwürdig war natürlich auch der Ausflug nach London zu The Streets, absoluter Wahnsinn. Die Editors wussten auch erneut zu überzeugen, doch am meisten haben mich im letzten Monat Nada Surf in Hannover mitgerissen. Es sind und bleiben dann doch die Bands, die einen seit Jahren begleiten, verfolgen, prägen.



Kommen wir zu den Top 3 Songs des Jahres - ohne Staffelung. Da muss ich vorher immer gucken, was denn dieses Jahr raus gekommen ist und was schon längst Teil von einem selbst geworden ist. Voilà:

Sam Vance Law - Prettyboy
Ihn verfolge ich schon seit langer Zeit und er ist nicht nur ein phantastischer Musiker, sondern auch noch ein hervorragender Entertainer: Sam Vance-Law. Auf das Solo-Album habe ich mich entsprechend stark gefreut und Prettyboy ist die Perle. Insbesondere der Schluss mit dem wiederholenden "I'm a boy, I'm a boy, I'm a boy". Habe in der Indie-Musik selten eine so umfangreiche, ehrliche, unterhaltsame Behandlung über Homosexualität gehört:



Adam Angst - Blase aus Beton
Punkrock war noch nie mein Genre. Oft ist es mir zu platt und es wird halt irre schnell super langweilig, weil das Wesen des Genres doch wenig kreativ ist. Anders Adam Angst. Leider hieß ihr neues Album Neintology. Was für ein irre dämlicher Titel. Dass dahinter jedoch ein Haufen energiegeladener Bretter zu finden sind, war nicht abzusehen. Blase auf Beton ist nicht nur musikalisch, sondern halt auch inhaltlich überragend. In diesem Falle unbedingt auch das Video anschauen:



Yassin - Abendland
Gehört ein Lied, das zwar dieses Jahr raus gekommen ist, dessen tragendes Album aber erst im Kommenden erscheint zu dieser Kategorie?! Dumme Frage, na klar. Seit längerer Zeit höre ich vermehrt Rap - okay, das ist insbesondere in diesem Rückblick nicht zu erkennen - aber Audio88 & Yassin sind einfach erstklassig. Inhaltlich böse, musikalisch top. Nun bringt Yassin endlich sein erstes Solo-Album raus und es könnte super werden. Er ist der einzige Rapper, dem ich Autotune verzeihe. Warum?! Siehe und höre hier:



Zum Schluss dann die krönende Kategorie: Top 3 Alben des Jahres. Das Kunstwerk, das mitgerissen, begeistert und überzeugt hat. Die Wahl ist wie immer mehr als schwer, sehr dennoch:

Hannes Wittmer - Das große Spektakel
Das Album kam erst vor ein paar Wochen raus. Und das umsonst zum Download, im Frühjahr erscheint eine Vinyl-Version. Zudem bestreitet Hannes Wittmer - vorher Spaceman Spiff - seine Konzerte auf zahl-was-du-willst-Basis. Ein radikaler Umschwung; ehrlich und menschlich stark. Darauf enthalten sind mal wieder die Lieder, die mehr als unter die Haut und ganz nah gehen. Wenn ein Musiker es schafft, mit seinen Texten die eigene Gefühlswelt besser zu beschreiben, als man es selbst kann, ist was großes passiert.



Get Well Soon - The Horror
Kurz nach Veröffentlichung und mehrmaligem Durchhören fehlte mir der Zugang zu diesem Album. Dabei bewirkt Konstantin Gropper seit Jahren Enormes: Mit jedem seiner Lieder und Platten weiß er mich endlos zu begeistern. Doch manchmal hilft ein Konzert. Bei mir waren es sogar zwei: Der Auftritt auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival und einem Solo-Konzert in der Kölner Philharmonie haben mich mit runtergeklappter Kinnlade zurück gelassen. Es ist und bleibt ein umfassendes, geniales Kunstwerk.



Olafur Arnalds - re:member
Zugegebenermaßen ist Neoklassik - oder wie man dieses Genre auch immer nennen mag - nicht das Genre, was tagaus, tagein bei mir zu Hause läuft. Doch es gibt diese ruhigen Momente, die Genuss und Innehalten verdienen. Dann ist es genau das Richtige. Und der Isländer Olafur Arnalds hat mit re:member ein großartiges Album auf den Markt geschmissen. Da ist so viel Rafinesse, Können und Kreativität zu hören... Wahnsinn! Vielleicht auch zu Weihnachten nochmal genau das Richtige.

Samstag, 22. Dezember 2018

sb: Ein Blick zurück aufs (Musik-)Jahr 2018!

Foto: privat
(sb) Wow, das ging schnell! Wo ist denn bitte dieses Jahr hin? Arbeit, Familie, Arbeit, Familie, hin und wieder mal Fußball (nur nochmal zur Erinnerung: 1860 ist im Grünwalder Stadion aufgestiegen!), leider fast keine Konzerte, aber dafür umso mehr Promo-Downloads und -CDs und sogar die ein oder andere Vinyl-Schönheit, die den Weg an den Bodensee fanden. Die Prioritäten verschieben sich schon beträchtlich, wenn man Kinder hat und das habe ich 2018 extrem gespürt. Freizeit wird zunehmend zum Fremdwort, umso mehr weiß man jedoch Ausbrüche aus dem Alltag zu schätzen und zu genießen. Das Jahr begann mit einem Fußball-Kurztrip nach Sheffield und Edinburgh, der luserlounge-Betriebsausflug zu The Streets nach London (inkl. Treffen mit Fatoni) war mit Sicherheit ein Highlight, der Familienurlaub in Italien sehr gelungen und nun geht's zum Boxing Day noch einmal auf die Insel - König Fußball lässt grüßen.

Aber dies hier ist ja ein Musikblog, also möchte ich gar nicht weiter abschweifen und meine persönlichen Favoriten des abgelaufenen Jahres vorstellen. Angesichts der Flut an Releases ist das gar nicht so einfach, manche tollen Scheiben fallen da einfach hinten runter oder werden schlichtweg vergessen. Auch sind es nicht zwingend die musikalisch besten Alben oder Songs des Jahres, die mir nun spontan einfallen (anders ist es nicht zu erklären, dass beispielsweise re:member von Ólafur Arnalds fehlt...), sondern die, mit denen ich besondere Erlebnisse verbinde, die mich über einen längeren Zeitraum begleitet haben und die für mich in den vergangenen zwölf Monaten eine spezielle Bedeutung hatten. Also, los geht's:

Songs des Jahres

3. Bayuk - Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz
Ich hatte noch nie was von Bayuk gehört und dann haut der Kollege ms eines Tages diesen Track in unsere Facebook-Timeline und ich war nur noch geflashed. Einfach großartig! Zugegebenermaßen gibt mir das komplette Album nicht so arg viel, aber Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz höre ich immer wieder sehr gerne an.



2. Milliarden - Stich für Stich
Ein Liebeslied der etwas anderen Art. Der Refrain hat mich vom ersten Moment an gepackt und im Auto bei voller Lautstärke im Pfändertunnel auf dem Weg zur Arbeit entfaltet das  Ganze erst seine volle Wirkung. Mitgröhl-Alarm!



1. Calman feat. Fatoni - Manchmal lüg ich meinen Arzt an
Ich kann Euch noch nicht mal sagen, warum mich der Song so anspricht, aber vielleicht ist es diese Selbstverleugnung, die mich jahrelang verfolgte und die mir Calman hier vor Augen führt, die den Track zu was Besonderem macht. Es ist nur ein kleines "d" zwischen "sorglos und glücklich" und "sorglos unglücklich" - danke für die Line des Jahres, Fatoni!





Alben des Jahres

3. William Fitzsimmons - Mission Bell
Die Entstehungsgeschichte dieses Albums ist sehr bemerkenswert (hier nachzulesen) und jeder einzelne Song auf Mission Bell ist einfach nur wunderschön. Unverkennbar William Fitzsimmons und doch einen Schritt weiter als auf den vorherigen Alben. Gänsehaut.



2. Matze Rossi - Musik ist der wärmste Mantel
Ein Live-Best Of in den Jahrescharts, das auch noch kurz vor dem Jahresende erst veröffentlicht wurde? Muss das sein? Ja, das muss! Musik ist der wärmste Mantel von Matze Rossi ist einfach zu gut, um es außen vor zu lassen und berührt mein Herz bei jedem einzelnen Hören. Der Schweinfurter schafft es einfach immer wieder, genau die Worte zu wählen, die mich ansprechen. Vielen Dank!



1. Juse Ju - Shibuya Crossing
Ich gebe es zu: Shibuya Crossing ist nicht das beste Album des Jahres, aber es ist definitiv das, das ich am häufigsten angehört habe, das mich über Monate hinweg begleitet hat, dessen Zitate in meinen täglichen Sprachgebrauch übergegangen sind und das gleich drei Songs beinhaltet, die es problemlos in meine Top 10-Tracks des Jahres geschafft hätten - zwei davon findet ihr unten. Dazu ist Juse Ju auch noch sausympathisch und wenn ich wirklich gar nix mehr weiß, was ich hören möchte: Shibuya Crossing geht immer!


 
 
 

Freitag, 21. Dezember 2018

KW 51, 2018: Die luserlounge selektiert

Quelle: twitter.com/checkout51
(ms/sb) Liebe Leserinnen und Leser. Klar, wir sind ein kleiner Blog, der über Musik berichtet. Ein paar Literaturtipps waren mitunter auch schon dabei. Doch ich möchte Euch noch ein anderes Unterhaltungsgenre ans Herz legen: das Kabarett. In den letzten Tagen war ich sowohl bei Jochen Malmsheimer als auch bei Andreas Rebers und konnte mich an beiden Abenden vor Lachen kaum halten. Und der schöne Unterschied zur Comedy ist ja, dass es nicht nur plumpes Abgelache um jeden Preis ist. Es werden Rollen und Charaktere erfunden, es wird mit Sprache gespielt, es geht auch musikalisch zu. Es darf gerne ernst werden und der Finger ganz ganz übel in die Wunde gelegt werden. All das soll sein. Bei Malmsheimer ist es das unendlich reiche Talent, fein, dicht und sehr elegant mit Wörtern zu hantieren. Rebers ist oft halt unglaublich schräg und holt gerne mal aus, aber alles mit einem erkennbaren Augenzwinkern. Beide waren auch vorweihnachtliche Programme, etwas das Musik nicht zwingend leisten kann, vielleicht auch gar nicht leisten muss. Deshalb gibt es ja die unterschiedlichen Formen der Kunst. Hier findet ihr wieder handverlesene Musik von uns für euch:

Friska Viljor
Yes, sie sind wieder da. Das erstaunliche ist, dass sie halt wirklich so gut wie weg waren. Die beiden Superschweden Joakim Sveningsson und Daniel Johansson sind seit vielen Jahren der Kern von Friska Viljor. Joakim durchlitt in den letzten Jahren jedoch eine Lawine aus Abgründen und Niederschlägen, dass die Band so gut wie keine Zukunft hatte. Sein kongenialer Mitmusiker und Freund Daniel hat jedoch nicht aufgehört ihn zu ermutigen und ermuntern weiter zu musizieren. Zum Glück haben sie es geschafft und im Januar soll es die neue Platte geben. Wer ein eigenes Label hat, hat alle Freiheit. So sind Termin und Titel noch unbekannt, doch es ist bereits möglich reinzuhören. Unless You Love Me ist ein hartes Stück, das toll umgesetzt wurde. Das Video hat Joakim selbst gemacht und es ist herrlich geworden. Ganz bald gehen sie mit Band auf Tour. Lasst Euch das nicht entgehen:

14.01. Hamburg - Uebel & Gefährlich (Ausverkauft)
15.01. Berlin - Astra
16.01. Münster - Sputnikhalle
17.01. Köln – Gloria
18.01. Wiesbaden – Schlachthof
19.01. AT-Linz - Posthof
20.01. AT-Vienna - Flex
21.01. AT-Salzburg - Rockhouse
22.01. AT-Dornbirn - Conrad Sohm
23.01. CH-Bern - Bierhübeli
24.01. CH-Winterthur - Salzhaus
25.01. München - Theaterfabrik
26.01. Dresden - Beatpol
27.01. Rostock - M.A.U. Club



Kettcar
Apropos Tour und Ende einer Band. Nach Zwischen den Runden war auch die Zukunft von Kettcar mehr als ungewiss. Das Album war unausgeglichen und teilweise textlich nicht auf dem Niveau, das die Hamburger sonst mühelos zu beweisen wussten. Das ist mit Ich vs Wir bekanntermaßen alles Geschichte und seit einem Jahr ist das Quintett wirklich viel auf Tour und viele der Konzerte waren ausverkauft. Ein wahnsinniger Erfolg und eine verdiente Aufmerksamkeit sind das Ergebnis von Können, Kunst und Kreativität. Zum Glück machen sie vorerst keine Pause, nein, sie arbeiten sogar an neuem Material. Doch zunächst muss es wieder auf die Bühnen gehen, im Frühjahr ist es soweit. Und ihre musikalischen Unterstützer sind niemand geringeres als Love A und Schrottgrenze. Na, wenn sich das mal nicht lohnt?!

Quelle: facebook.com/kettcar

Phela
Es geht weiter mit Touren: Kaum ist die erfolgreiche Album-Ankündigungstour beendet, stehen auch schon die neuen Live-Termine von Phela fest. Wegweiser erscheint am 15.03. und nur eine Woche später macht sich die junge Mutter (siehe Video!) erneut auf die Reise, um ihre Fans (und alle, die es unbedingt werden sollten) live zu beehren.

Quelle: facebook.com/Phela.Offiziell



Millencolin
Auch die schwedischen Skatepunks von Millencolin gehen demnächst mit neuem Album (SOS, VÖ: 15.02.) auf Tour und wer die Herren schon mal live erleben durfte, der weiß, dass da meist große Unterhaltung geboten wird. Also gemma!

23.04., Berlin, SO36
24.04., Hamburg, Markthalle
25.04., Wiesbaden, Schlachthof
26.04., Köln, Victoria Carlswerk
28.04., Strasbourg (F), Laiterie
05.05., München, Muffathalle
16.06., Nickelsdorf (AUT), Novarock Festival



Lindemann
Es tut uns wirklich leid. Also echt. Von tiefstem Herzen. Aber wir kommen nicht drum herum dieses Video zu verbreiten. Rammsteins Till Lindemann weiß seit vielen Jahren zu schocken und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nicht nur mit seinen Texten sondern auch mit der Live-Inszenierung der Band. Häufig brennt es ohne Ende oder irgendeiner wird erniedrigt, meistens muss Flake leiden. Doch wie kommt man allen Ernstes darauf mit 55 ein Lied über Mathe zu schreiben. Und das mit Hafti zusammen?! Und dann noch so unglaublich schlecht. Intern heißt das bei uns: Turboscheißdreck3000. Es kann nur Ironie sein, sonst mache ich mir ernsthaft Gedanken um das neue Rammstein-Album. Bei diesem Armutszeugnis ist es kein Wunder, dass die Kommentarfunktion bei YouTube abgestellt wurde. Den Shitstorm möchte niemand nachlesen. Film ab:


Donnerstag, 20. Dezember 2018

Un(re)zensiert 2018: Parcels

2016 noch ganz wild. Foto: facebook.com/parcelsmusic
(ms) Sie sind der (!) krasse Hype aus den letzten zwölf Monaten. Und das vollkommen zurecht - und das liegt nicht an der Verbindung zu Daft Punk. Bei einigen waren die Parcels ein Geheimtipp, bei anderen vollkommen unbekannt. Zu letzter Gruppe zähle ich mich dazu und habe sie eher zufällig dieses Jahr beim Traumzeit Festival in Duisburg gesehen. Ursprünglich wollte ich die Zeit bis Gisbert zu Knyphausen überbrücken und sah dann unvorhergesehener Weise das beste Konzert am ganzen Festivalwochenende.
Im Nu haben die fünf jungen Australier die aufmerksamen Zuhörer in einen tanzenden, pulsierenden Pulk verwandelt. Denn sie spielen nichts anderes als poppigen Funk. Man wundert sich zwar, was der dünne, junge Paul McCartney mit Schnäuzer am Mikrophon macht, das spielt jedoch überhaupt keine Rolle. Die Stimmung glich purer Ekstase und der kurzweilige Auftritt hat einfach irre Spaß gemacht. Das ist das beruhigende Zeichen: Popmusik darf auch inhaltlich mal belanglos sein. So hat es zumindest den Anschein gemacht. Popmusik darf auch einfach für gute Laune gemacht sein.
Das erstaunliche bei dem Quintett: Sie hatten im Sommer noch kein Album veröffentlicht. Das kam erst im Herbst. Vor Veröffentlichung haben sie sogar die Columbiahalle in Berlin ausverkauft. Hut ab! Da passen über 3.000 Leute rein. Das ist beachtlich aber aus zwei Gründen auch kein Wunder: Erstens wohnen die mode(un)bewussten Typen dort und zweitens ist Berlin bekanntlich für alles zu haben und die Hauptstadt der Hispter.



Im Herbst kam nun das selbstbetitelte Album via Kitsuné/Because Music raus. Und die große und logische Frage lautete natürlich: Können sie auf Platte das halten, was sie live versprachen?
Beim ersten Hören schleicht sich schon eine gewisse Ernüchterung ein. Wenn man sich jedoch einige Male durchgehört hat, gibt es gute Gründe, dass der erste Eindruck fehlgeleitet war.
Denn die saustarken Singles sind ja eh total genial. Dazu zählen Lightenup und Tightuprightnow. In jeder einzelnen Note sind Leichtigkeit und eine ungeheure Lust zu hören, die die fünf zusammenbringt. Dass das ein wenig Potential zur Abnutzung hat und beliebig werden kann, ist nicht zu leugnen.
Doch es gibt es paar Bonmots, die sich auszahlen. Withorwithoutyou nimmt beispielsweise ein bisschen das Tempo raus und spielt stärker mit den Synthies. Als kleiner Gag zählt natürlich auch, dass die Titel alle zusammen geschrieben sind und zwischen den einzelnen Liedern teils keine Pausen zu hören sind. Everyroad ist die große Überraschung des Albums. Nicht nur die Spielzeit von achteinhalb Minuten ist ungewöhnlich, sondern, dass es zum Ende hin einer kleinen Techno-Nummer gleicht. Daft Punk grüßen also ganz gewaltig! Closetowhy ist ein Exempel an Easy-listening-Music, ein Genre, das mir generell sehr zusagt. Kleinere Schwächen wie Exotica seien verziehen. Schließlich verspricht das Ende einen irren Clou. Denn das letzte Stück heißt Credits. Und genau das steckt auch drin. Es ist ein musikgewordener Abspann mit allen Beteiligten und das vorgetragen in Stand-up-Manier. Herrlich!

Es bleibt spannend, wie sich diese Band entwickeln wird. Für das kommende Jahr sind schon haufenweise Termine gesichert, sie spielen zum Beispiel beim Maifeld und Kosmonaut Festival. Doch wie wird sich der Sound ausbauen? Für das zweite Album müssen sie sich etwas einfallen lassen, sonst ist der Hype eben nur ein Hype. Wir bleiben gespannt, wie es mit den Parcels weitergeht.
Bis dahin kann das Debutalbum guten Gewissens genossen werden!

Sonntag, 16. Dezember 2018

Un(re)zensiert 2018: Bayuk - Rage Tapes

Foto: Max Zerrahn
(ms) Dies wird ein persönlicher Text. Denn ab und an bin ich durchaus erstaunt, wie ich an neue Musik gelange. Mal trudeln Mails rein, mal sind es Empfehlungen oder andere Rezensionen, hin und wieder Vorgruppen bei Konzerten oder frische, spontane Entdeckungen auf einem Festival.
Bei Bayuk hat der Faktor Social Media durchgeschlagen. Ein Bekannter, der in der Nähe Konzerte bucht und veranstaltet, pushte den jungen Musiker durch meine Timeline, dass ich mich kaum davor hüten konnte. Zudem beweist dieser Bekannte auch stets ein gutes Händchen und einen feinen Musikgeschmack. Also angeklickt und sofort mitgerissen worden. Fünf Klicks weiter brachte ich in Erfahrung, dass hinter Bayuk ein junger Typ steckt, der mittelmäßig musikverrückt ist. Angeblich wollte er mit zarten zwölf Jahren schon eine eigene Oper schreiben. Bei solchen Geschichten werde ich hellhörig. Nicht nur der Songtitel Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz gefiel mir, sondern auch die Musik, die sich dahinter verbirgt. Die Anlehnung an Nehmt Abschied Brüder scheint mir mehr als gewollt und weiß zu überzeugen. Schnell beim großen Videoportal Old June und The Beasts Arrived angesehen und dann war das Urteil klar: Hier steckt große Kunst und viel Köpfchen hinter!
Das Glück verfolgte mich und ich sah Bayuk für ein paar Lieder live beim diesjährigen Reeperbahn Festival im Mojo Café. Die drei Tracks haben mich im Nu so dermaßen in den Bann gezogen, dass der anschließende Albumkauf Pflicht war. Er entwickelte mit seiner Band eine ungeheure Dynamik, einen feinen Druck, gut inszenierte Dramatik. Es wurde halt auch richtig laut, was bei den drei vorher gehörten Songs nicht zwingend zu erwarten war. Verzerrte Stimmen und die Macht des Synthesizers sind nicht zu unterschätzen.



Dass Tobias Siebert auch auf der Bühne stand und diverse Percussions bediente, hat mich später nicht erstaunt. Denn der Kopf hinter And The Golden Choir hat Bayuks Album Rage Tapes produziert. Sieberts eigene Musik ist ja schon sehr vielschichtig und kunstvoll und genauso geht es auch auf den neun Liedern von Bayuk zu.
Zuerst hat mich eine Sache stark irritiert. So etwas wie einen Radio Edit, also eine massenkompatible Version eines Songs, gibt es ja ab und an auch in der Videoversion. Bei Bayuk ist die Abweichung jedoch immens. Die zweite Hälfte von Old June und Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz auf Platte weichen stark von der YouTube-Version ab. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, entpuppte sich aber als genialer Schachzug, denn das gesamte Album ist nicht ganz leicht zugänglich, Songs brechen immer wieder aus, der Opener Phantom Track ist locker achteinhalb Minuten lang. Die Videos sind ein geschickter Köder zu seinem anspruchsvollen Werk. Jedes Lied ist ein kleines Kunstwerk, der rote Faden ist das nicht zu Erwartende. Daher sollte man sich genügend Zeit und Ruhe nehmen, um die Platte auf sich wirken zu lassen. Es lohnt wirklich und lässt dann logisch das Lob zu, wie stark er es auf die Bühne bringt.
Hoffent- und sicherlich wird Bayuk auch im kommenden Jahr auf Tour sein und diverse Festivals bespielen. Schaut euch das mal an!

Freitag, 14. Dezember 2018

KW 50, 2018: Die luserlounge selektiert

Quelle: ldi.upenn.edu
(sb/ms) Weihnachten ist, wenn man auch guten Gewissens Kitsch zulässt. Beispiel: Unter der Woche war ich Geschenke einkaufen; einiges davon fand ich auch richtig gut. Derzeit habe ich die Zeit, das Studium ist abgeschlossen. Klar, dadurch hebe ich mich von anderen ab, die nicht so viel Freiraum haben. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass man nur so gestresst ist, inwiefern man Stress auch zulässt. Ja, hohe Töne, ich weiß. Da helfen Pausen mal ganz gut. Die gab es mitten in der Stadt. Dazu muss erwähnt werden, dass ich eine gewisse Abneigung gegen Straßenmusiker habe, insbesondere Akkordeonspieler. Ganz, ganz schlimm und nervig. Doch es gibt auch schöne Abwechslung. Zum Beispiel ein junger Pianist, der seelenruhig in der hektischen, trubeligen Stadt stand und lässig ein paar Lieder runterspielte. Ich habe mir etwas zu Essen auf die Hand geholt, mich dahinter platziert und ganz ruhig und angenehm gelauscht. Klar, das war kitschig. Aber halt auch richtig schön. Und eine tolle Alternative. So wie unsere Selektion:

Go By Ocean
Was verbindet Ihr mit San Francisco, Kalifornien? Klar, da gibt's die 49ers, die Stadt gilt als Hochburg der amerikanischen Homo-Szene (schaut Euch unbedingt mal den Film "Milk" mit Sean Penn an!) und auch die ein oder andere coole Band kommt da her, z.B. Faith No More, Black Rebel Motorcycle Club, Two Gallants oder die Dead Kennedys. Mit Go By Ocean schickt sich nun eine weitere Band von der Westküste an, die Indie-Musikwelt zu erobern und veröffentlich heute ihre sehr hörenswerte Faded Photographs EP. Auch wenns darauf gelegentlich laut und treibend zugeht, so vermittelt einem die enspannte Stimme von Sänger Ryan McCaffrey stets das heimelige Gefühl des Zuhauseseins. Sehr angenehm. Bitte gerne bald mehr davon in Albumlänge.

 
 
Tiny Ruins
Ganze Drei Wochen benötigten Tiny Ruins, um ihr 2014er-Album Brightly Painted One aufzunehmen, diesmal nahmen sich die Neuseeländer ein ganzes Jahr Zeit und das Ergebnis spricht für sich: Folk und Pop reichen sich freundschaftlich die Hände, Spontaneität und Experimentierfreude sind deutlich erkennbar. Merkt Euch den 01.02.2019 schon mal vor, denn dann wird Olympic Girls auf Marathon Artists / Milk veröffentlicht und Euch bezaubern.
Und auf Tour gehen Sängerin Hollie Fullbrook und ihre Band im Zuge dessen auch noch:

06.04.2019 CH Luzern - Neubad
08.04.2019 München - Villa
09.04.2019 Heidelberg - Karlstorbahnhof
10.04.2019 Berlin - Privatclub
11.04.2019 Hannover - Feinkost Lampe


 
 
Justine Electra
Okay, klingt halt wie ein billiger Name für Schmuddelfilmchen. Doch das wollte ich gar nicht schreiben. Sondern Folgendes: Manchmal laufen einem Künstlerinnen und Künstler wieder über den Weg, die man irgendwie aus dem Auge verloren hat. Justine Electra gehört dazu. Vor ein paar Jahren fand ich den Song Killalady richtig stark, habe mir das passende Album geholt und dann verstaubte es irgendwann. Der Lauf der Dinge. Sie ist in Berlin beheimatet und verzaubert die kommenden Tage mit einem weihnachtlichen Lied. Die leichte Zerbrechlichkeit, die sie früher schon ausgezeichnet hat, ist auch auf Christmas in Berlin zu hören. Zum Glück spart sie an Glockenspiel und adventlicher Instrumentierung. Ein toller Song, der auf der gleichnamigen EP zu hören ist. Absoluter Herzenstipp von der luserlounge:




Amanda Palmer
Bleiben wir bei beeindruckenden weiblichen Musikerinnen. In der allerersten Reihe steht da schon seit vielen Jahren niemand anders als Amanda Palmer. Als ich sie letztes Jahr beim Traumzeit Festival gesehen habe, wusste ich, warum sie so einen ausgezeichneten Ruf hat. Eine kluge, umsichtige, mutige Frau, die alle ihre zehn Finger derbe in die Wunden drückt. Das tat sie schon letzten mit Mr. Weinstein Will See You Now. Ein kaum auszuhaltender Song, große Kunst. Nun kommt ein neues Album raus und die Vorfreude ist natürlich groß. There Will Be No Intermission erscheint erst im März, doch man kann schon reinhören. Sie singt über die eigenen Abgründe, Krisen, über die ganz schweren Momente. Das nennt man dann wohl tatsächlich authentisch. Drowning In The Sound ist ein grandioser, breit und stark produzierter Vorbote. Bitte sehr:




Greta van Fleet
Wir müssen uns nochmal über Hypes unterhalten. Dazu schaut euch bitte erst das hier zugehörige Video an.
Okay. Fertig? Gut. Was ist also davon zu halten, dass die Band Greta van Fleet so stark nach oben gepusht wird? Sie sind beim Grammy nominiert und als die große Classic Rock-Hoffnung tituliert. Nun müssen wir festhalten, dass Classic Rock als Genre doch schon mittelmäßig langweilig ist, oder? Klar, alles Geschmackssache, aber wenn hier eine Band, deren Mitglieder alle um die zwanzig Jahre jung sind, zwanghaft versucht wie AC/DC oder Led Zeppelin zu klingen, ist mir das zu billig. Durch ein großes Label im Rücken und der jetzt schon überschwenglichen Berichterstattung darf man diesem Quartett aus drei Brüdern und dem Drummer jedoch eine große Karriere vorhersagen. Sollten sie mal zufällig auf einem Festival spielen, wo ich auch bin, gehe ich Bier holen und was anderes anschauen.



 
Perkele
Satte 25 Jahre haben Perkele aus Göteborg mittlerweile auf dem Buckel und werden nicht müde, ihre Botschaften in die Welt zu tragen. Die Schweden (mit dem finnischen Namen) sind bzw. waren dem Genre Oi!-Punk zuzuordnen, inzwischen sind die Konturen zu anderen Spielarten des Punk jedoch verwischt und auf ihrem neuen Album Leaders Of Tomorrow (VÖ: 18.01.2019) klingen sie in manchen Tracks fast wie ihre kongenialen Landsleute No Fun At All. Machen wir es kurz: mit Perkele kann man sowieso nie etwas falsch machen, die Riffs sitzen, die Melodien lassen sogar bei Hüftsteifen die Gliedmaßen zucken und der Spaß kommt (v.a. live) eh nie zu kurz.




No King. No Crown.
Boah, ist das stark! Bevor mir die PR-Agentur die Promo von No King. No Crown. zukommen ließ, hatte ich noch nie etwas von der Band aus Dresden gehört und jetzt sitze sich hier, zieh mir das Album Smoke Signals (VÖ: 01.02.2019 auf Kick The Flame) in Heavy Rotation rein und weiß gar nicht, wie ich meine Begeisterung in Worte fassen soll. Indie-Folk, Pop, a bisserl Ambient und dezente Hip Hop-Einflüsse verschmelzen zum Geheimtipp der Woche, wirklich jeder einzelne Track (Favorit: Beneath Our Feet) ist wunderschön und etwas Besonderes. Bestellt das Album am besten sofort vor, zählt die Tage bis zum Release und freut Euch auf eine unfassbar gute Scheibe. Wenn die Musikwelt auch nur ein bisschen gerecht ist, dann geht das Ding steil!

Live gibt es No King. No Crown. bald hier zu bestaunen:

15.02.19 - Dresden - Scheune
16.02.19 - Zittau - Emil
17.02.19 - Berlin - Privatclub
18.02.19 - Chemnitz - Inspire
19.02.19 - Bayreuth - Wohnzimmermucke
21.02.19 - Hamburg - Astra Stube
22.02.19 - Köln - Wohngemeinschaft
24.02.19 - Pforzheim - Horch
25.02.19 - Mainz - Klein Aber Schick
26.02.19 - Wuppertal - Viertelbar
27.02.19 - Münster - Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 - Leipzig - Noch Besser Leben
08.03.19 - Görlitz - Rabryka
09.03.19 - Reichenbach - City-HAPPENING




 
Sportelli
Als Support für Aloe Blacc, Foreigner und Birdy durfte sich Sportelli bereits einem größeren Publikum vorstellen und auch der Gewinn des renommierten Prix du Public auf dem Montreux Jazz Festival zeugt davon, dass der Schweizer dabei ist, sich einen Namen zu machen. Auf seinem am 25.01. erscheinenden Album Fear & Courage lässt Sportelli die vergangenen drei Jahre musikalisch Revue passieren, erweckt im Hörer Fernweh, gibt ihm aber auch die Möglichkeit, Wurzeln zu schlagen und zu sich selbst finden. Man sollte den Sänger aus Biel jedenfalls auf dem Schirm haben! Mein Favorit auf dem Album ist ja das einzige auf Schweizerdeutsch vorgetragene Stück namens Bühni Für Ds Läbe, aber da habe ich hier am Bodensee in Sachen Sprachkenntnisse zugegebenermaßen auch einen Standortvorteil.



 
Rantanplan
Ska-Punk-Urgesteine - so muss man Rantanplan wohl bezeichnen, denn die Hamburger sind bereits seit 1995 am Start, wobei von den Gründungsmitgliedern nur noch Sänger Torben Meissner an Bord ist, während Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff mittlerweile in der aufstrebenden Nachwuchskapelle Kettcar erste, zarte Erfolge feiern. Genug gescherzt, kommen wir zurück zu Rantanplan: Stay Rudel - Stay Rebel (VÖ: 25.01.2019) ist das mittlerweile zehnte Album der Band und bietet wenig Überraschendes. Und das, sehr geehrte Damen und Herren, ist alles andere als negativ gemeint, denn kaum einer anderen Band gelingt es über so einen langen Zeitraum, sozialkritische und politische Texte in so tanzbare Melodien zu packen. Nach einem Durchhänger zu Beginn des Jahrzehnts haben Rantanplan zu alter Stärke zurückgefunden und werden Anfang 2019 auch den ein oder anderen Konzertsaal zum Kochen bringen.

01.02. - Osnabrück (GER) - Westwerk
02.02. - Weinheim (GER) - Cafe Central
03.02. - Saarbrücken (GER) - Garage
08.02. - Erfurt (GER) - Engelsburg
09.02. - Dresden (GER) - Chemiefabrik
14.02. - Bochum (GER) - Rotunde
15.02. - Lüneburg (GER) - Salon Hansen
16.02. - Husum (GER) - Speicher
22.02. - Würzburg (GER) - B Hof
23.02. - Chemnitz (GER) - Talschock
01.03. - Bern (SUI) - Dachstock
02.03. - Luzern (SUI) - Sedel
08.03. - Berlin (GER) - Musik & Frieden
09.03. - Leipzig (GER) - Moritzbastei
14.03. - Nürnberg (GER) - Z Bau
16.03. - Wien (AUT) - Arena
22.03. - Konstanz (GER) - Kulturladen
23.03. - Frankfurt (GER) - Nachtleben
29.03. - Stuttgart (GER) - Universum
05.04. - Cottbus (GER) - Gladhouse
12.04. - Bremen (GER) - Tower
13.04. - Göttingen (GER) - Musa
20.04. - Hamburg (GER) - Große Freiheit
26.04. - Trier (GER) - Mergener Hof
27.04. - Alsdorf Festival (+ Abstürzende Breiftauben, 2 lokale Acts)