(ms) Berlin ist beliebt. Berlin polarisiert. Arm aber sexy... Und Witze über den BER sind nach wie vor en vogue. Aus unserem musikalischen Blickwinkel gesehen ist der Standort Hauptstadt reizvoll, weil alle da auftreten. Wirklich alle. Die ganz Großen, die ganz Kleinen, Spannendes und Abwegiges. Mittendrin wohnt Kathy, pendelt zwischen Potsdam und Berlin und zeigt, was das Dicke B zu bieten hat. Abfahrt:
Alben des Jahres 2019: Platz 3: Faber - I fucking love my life
Gesellschaftskritik, wie ich sie von Faber gewohnt bin. Die Texte sind wahr und stoßen zum Denken an.
Platz 2: Die Toten Hosen - „Zuhause Live: Das Laune der Natour-Finale" plus "Auf der Suche nach der Schnapsinsel"
Die Toten Hosen können es noch. Wenn gleich manche Künstler mit neuen Alben enttäuschen, haben die Hosen mich noch nie enttäuscht. Hier handelt es sich wohl weißlich um nichts Neues, dennoch gefällt mir das Album einfach wieder gut.
Platz 1: Kummer – KIOX
Ich hab mich zunächst gegen Kummer gesträubt, da ich großer Kraftklub - Fan bin und niocht wollte, dass Felix Brummer nun mehr alleine loszieht auf die Bühnen. Doch "Kummer" hat mich mit seinen Texten bei einem Live - Auftritt (er war Voract!) überzeugt. Vielleicht gefallen mir die Songs, weil ich die Texte fühlen kann - sie passen zu meiner aktuellen Lebensphase (besonders: Erwachsen werden, die Zukunft gestalten ohne zu wissen, was sie bringt). Außerdem, und damit hat er mich, hat er Max Raabe für einen Song auf sein Album geholt.
Songs des Jahres 2019:
Platz 3: Juju feat. Henning May - "Vermissen"
Begründung: Gefühlvolle Ballade einer Künstlerin, von der ich es wenig erwartet hätte gemeinsam mit Henning May, dessen Stimme grandios rauchig ist.
Platz 2: Kummer feat. Max Raabe - "Der Rest meines Lebens"
Begründung: Der Text ist aussagekräftig und passt absolut in die Motz - Gesellschaft, die meiner Meinung nach absolut zu viel motzt und zu selten auch mal die positiven Dinge betrachtet.
Platz 1: Kummer - "9010"
Begründung: Felix Brummer steht zu seiner Stadt und widmet ihr diesen Song gewissermaßen. Er besingt sein Aufwachsen und Leben dort, vielleicht (unter uns Hobby - Psychologen) auch eine Art "Verarbeitung". Der Text hat mich eingenommen und begeistert auf eine Art, wie es 2019 kein anderer Song geschafft hat.
Bestes Live-Erlebnis 2019: Alligatoah - "Wie Zuhause" Tour, Max-Schmeling-Halle Berlin, 02.02.2019
Nachdem Alligatoah in der Savanne vor wilden Tieren spielte, begab er sich wieder in die Hauptstadt, um ein buntes und textsicheres Publikum zu begeistern. Alligatoahs Texte sind wortgewand und bieten ein gewisses lyrisches Niveau, dass auch mal unter die Gürtellinie geht. Damit kommt man klar. Ich fühlte mich jedenfalls "wie Zuhause".
P x P Benefizfestival in Berlin am 01.06.2019 (internationaler Kindertag) in der Wuhlheide
Das P x P ist Europas größtes Konzert, welches das Ziel verfolgt Kindernot - und Bildungsprojekte zu unterstützen. Das Wetter war fantastisch, die Location liebe ich, die Künstler (Alligatoah, SDP, Fettes Brot, Alice Merton, ........) haben gefetzt und die gute Sache ist ja sowieso klar.
Casper und Marteria am 04.08.2019 in der Waldbühne Berlin
Ein unglaubliche Kombi, diese Beiden. Sie haben gemeinsam Freude an dem was sie fabrizieren und das ist offensichtlich. In ihren Texten steckt viel Wahrheit und sie geben Dinge ihrerselbst preis. Ja, ich bin dafür affin. Kleines Manko: die Waldbühne fetzt nicht.
Feine Sahne Fischfilet - ES GEHT LOS HEUTE NACHT!
... bei den Filmnächten am Elbufer in Dresden - leider musste das Konzert wegen des Unfalls von Christoph, dem Gitarristen, abgesagt werden aber stattdessen wurde die Doku "Wildes Herz" gezeigt und Monchi war da ...
In der Zitadelle Spandau am 23.08.2019: Ein grandioses, friedvolles Konzert, das dennoch viel Wirbel erzeugte. Im Nachgang gab es noch eine Anzeige vom örtlichen Bezirksamt, angeblich seien Flaschen in die Menge geflogen und man habe wohl bewusst Menschen verletzt. Mein Kommentar dazu: "Haha."
Geheimtipp für 2020:
Alligatoah Openair im IGA - Park Rostock am 05.06.2020
Nein, ich habe noch keine Karte und bin noch unschlüssig, ob ich es hinschaffe. Aber in meiner Vorstellung ist es ein Geheimtipp. Die Kombi aus Alligatoah und IGA - Park lässt sich für mein Befinden kaum toppen.
(Eigentlich Die Ärzte - Tour, aber ich hab keine Karte bekommen. Das Konzert war schließlich nach 5 Min restlos ausverkauft - also ja, kein Geheimtipp..).
(ms/sb) Wir sind erwachsen, voll berufstätig und trinken gerne Bier. Also wir trinken wirklich sehr gerne Bier! Viel!
Was ich damit sagen will: Diese Plattform ist für uns auch wie ein kleiner Spielplatz. Heißt: Wir können tun und lassen was wir wollen, haben Spaß daran und freuen uns darüber, dass sich die Beschaffung neuer Musik mehr oder weniger verselbstständigt hat.
Heißt auch: Outing ist gar kein Problem. Und so posaune ich es gerne und unverblümt raus: Last Christmas von Wham! ist meines Erachtens das beste, größte und ohrwurmigste Weihnachtslied überhaupt. Dem können die ganzen schönen Songs, die auch Bands aus unserem Kosmos über viele Jahre veröffentlicht haben, nicht das Wasser reichen. Das liegt zum Einen natürlich an dem irren Kitsch, den dieser Song versprüht! Zum Anderen an dem schönen Zauber, der zwischen den Zeilen liegt. Und: George Michael war einfach ein großartiger Musiker. Ja, ich höre den Song sehr gerne. Ja, es kommt vor, dass ich mitten im Sommer anfange diese Zeilen zu summen und werde zurecht gescholten. Und da ihr lieben Lesenden diesen wundervollen Track ja kennt, müssen wir ihn hier nicht verlinken. Lieber machen wir euch auf das aufmerksam, was wir Schönes, Berichtenswertes gefunden haben.
Hier ist die luserlounge. Es ist Freitag. Wir haben selektiert!
Bleakness
(sb) Selbst wenn das neue Album zehn unterschiedliche Geschichten und Visionen beinhaltet, so gibt es doch ein beherrschendes Thema, das sich über die gesamte Laufzeit von Functionally Extinct (VÖ: heute!) erstreckt: Wir leben in einer Welt, die durch absurde Entscheidungen diverser Machthaber immer weniger lebenswert wird und schwanken zwischen Wut und Hilflosigkeit. Und auch wenn es klischeehaft klingen mag, so ist es doch umso wichtiger, dass die Kraft der (Punk-)Musik eingesetzt wird, um politische Themen anzusprechen und den vermeintlichen Schwachen unserer Gesellschaft eine Stimme zu geben. Ich hatte mich kürzlich ja mal beklagt, dass ich kaum gute Bands aus Frankreich kenne und siehe da: Nach Lysistrata und Lion's Law sind Bleakness nun bereits der dritte Act aus unserem Nachbarland, der innerhalb kürzester Zeit bei mir punkten kann.
XII
(sb) Vier Jahreszeiten, zwölf Monate, zwölf innovative und kreative Künstler und zwölf neue klassische Stücke für hohe musikalische Ansprüche. Aber keine Angst: Das Projekt XII(VÖ: heute!) ist keineswegs eine verkopfte Ansammlung einzelner Werke, sondern funktioniert gerade deswegen so hervorragend, weil verschiedene Individuen ihre Ideen und Talente perfekt einsetzen und so für ein Ensemble sorgen, das zwar keinen roten Faden verfolgt, in sich aber stimmig ist und dennoch genug Raum für eigene Interpretationen lässt. Ob Soloklavier, akustische Gitarre oder Synthesizer im Einklang mit Naturgeräuschen - die Sinne werden angesprochen und der Wechsel des Lebens mit all seinen Stimmungen und Gefühlen reflektiert.
Zur Entstehungsgeschichte des Projekts erinnert sich Christian Badzura, Senior Director New Repertoire von Deutsche Grammophon: "Im Grunde wurde dieses Projekt aus einer Notwendigkeit geboren - manchmal stößt man auf ein besonderes, noch nicht veröffentlichtes Stück, das man sehr gern bekannt machen würde, mit XII gelingt genau das. Das Team konnte so außerdem mit vielen begabten Künstlern aus aller Welt Kontakt knüpfen, unter ihnen sowohl junge als auch etablierte Komponisten. Und daraus wird noch mehr entstehen." Das hoffen wir sehr und werden gerne weiterverfolgen, mit welch toller Musik uns Arnold Kasar, Alex Baranowski, Stefano Guzzetti, Suzanne Ciani und die anderen vertretenen Künstler/innen in Zukunft verwöhnen werden.
Hotel Hotel
(sb) Drei Instrumentals und sechs Songs, in denen einigen der dunkelsten Erlebnisse in einem Menschenleben eine Stimme verliehen wird - das ist Heaven's Will (VÖ: 06.12.), das dritte Studioalbum des norwegischen Musikers Vegard Urne und seiner Band Hotel Hotel. Textlich bewegen sich die Skandinavier auf einer düsteren Ebene, die Lyrics drücken diverse bedrückende und entmutigende menschliche Geisteszustände aus, während die Musik (White Soul, Americana, gar Country!) eher Schutz, Trost und Linderung verspricht. Nicht zuletzt aufgrund dieses mitunter krassen Kontrasts ein sehr spannendes Album, das hoffentlich auch in Deutschland seine Nische finden wird.
Voodoo Jürgens
(ms) Die klassischen ersten Sätze zu diesem Künstler wären ein paar äußerst hinkende Vergleiche zu Szenegrößen und anderen Starts und Sternchen der mittlerweile recht großen und erfolgreichen Austropop-Riege. Doch es ist offensichtlich, wie wenig Voodoo Jürgens mit Wanda, Bilderbuch oder Seiler und Speer zu tun hat. Viel rotziger, noch viel unverständlicher für Ohren, die mit einem astreinen Hochdeutsch großgeworden sind. Und damit halt noch sympathischer und, um an den richtigen Stellen mal wieder Fatoni zu zitieren: Scheiß auf Authentizität, ich will einfach nur ich selbst sein. Trifft auf Voodoo sicher irgendwie auch zu. Berühmt geworden mit dem wunderbaren Gassenhauer und Ohrwurm Heite Grob Ma Tote Aus, hat Voodoo Jürgens kürzlich erst nachgelegt. Voller zwinkender Augen und Witz wurde 'S Klane Glücksspiel betitelt. Unkonventionell, schön eigenwillig und auch verdammt wahr. So wie auf Angst Haums. Aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass seine Konzerte ein Erlebnis sind. Das ein oder andere Kaltgetränk fließt dann bestimmt von alleine und wir wollen Euch den Besuch eines seiner kommenden Auftritte dringend raten. Hier:
20.12.19 Ebensee, Kino Ebensee AUSVERKAUFT
05.12.19 Innsbruck, Treibhaus
06.12.19 Innsbruck, Treibhaus
07.12.19 Saalbach, Bergefestival
10.12.19 München, Kongresshalle
11.12.19 Linz, Posthof
12.12.19 St Pölten, Cinema Paradiso AUSVERKAUFT
13.12.19 Graz, Orpheum
17.01.20 Stuttgart, Merlin AUSVERKAUFT
18.01.20 Dortmund, Konzerthaus
19.01.20 Karlsruhe, Kohi
22.01.20 Zürich, Bogen F
23.01.20 Basel, Kaserne
24.01.20 Düdingen, Bad Bonn
25.01.20 St Gallen, Palace
14.02.20 Obermarkersdorf, Kufo
20.02.2020 Passau, Zauberberg
21.02.2020 Heidelberg, Halle02
22.02.2020 Leipzig, Nato
23.02.2020 Dresden, Beatpol
25.02.2020 Osnabrück, Kleine Freiheit
26.02.2020 Bremen, Lagerhaus
27.02.2020 Düsseldorf, Zakk
28.02.2020 Würzburg, Cairo
29.02.2020 Ulm, Cabaret Eden
Regarde
(ms) Wie auch in der letzten Selektion breit angelegt, sehen wir auch hier wieder unserer Mission Rockmusik aus Südeuropa zu verbreiten! Denn die scheitert ja bekanntlich oft an mindestens zwei Hürden: Zum Einen die ganzen Vorurteile gegenüber zu stark amoregetränkter Musik. Zum Anderen ein im weitesten Sinne logistisches Problem: Die Lobby fehlt. Wir schaffen sie. Regarde machen das, was schnell für Begeisterung sorgen kann. Schnörkellose Rockmusik. Leider singen sie auf Englisch, aber das steigert natürlich ihre Möglichkeiten außerhalb von ihrer Heimat Vicenza für Aufmerksamkeit zu sorgen. man hört auch gar keinen Akzent! Und ehrlich gesagt: Ich bin kein großer Fan von Classic Rock im weitesten Sinne. Doch neue Pop- und Rockmusik ist derzeit schnell sehr verkopft, pseudo-intellektuell oder schlicht und einfach schlecht. Da tut es gut, die Tugenden aufkeimen zu lassen und die Boxen aufzudrehen. Wide Awake ist dafür ein ideales Beispiel. Es ist die neueste Single, die auf ihrer zweiten Platte The Blue And You am 31. Januar erscheinen wird. Und die Botschaft laut Sänger Marco Casarotto: "Der Song behandelt das Gefühl, eine Trennung zu realisieren und letztendlich zu akzeptieren. Schlaflose Nächte und hoffnungslose Tage lassen einen am Ende verstehen, was man wirklich braucht und wer man ist." Wie wahr!
Chandeen
(ms) Wie oben bereits angemerkt, mag ich gute Popmusik sehr gern. Zum Glück muss es nicht immer Wham! sein! Wäre auch ein wahnsinnig falscher Vergleich. Denn bei Chandeen bezaubern die eher ruhigeren Töne. Hier wird auch mal wieder selbstbewusst gepfiffen (wer als erstes die Scorpions nennt, geht bitte!). Und nein, das hier sind keine Newcomer! Die Band um Harald Löwy und Sängerin Julia Beyer veröffentlicht am 28. Februar ihr zehntes (!) Album, das auf den Namen Mercury Retrograde hört. Die zehn Lieder der Platte strotzen vor Unaufgeregtheit, haben keine Furcht auch rein instrumental zu sein, wunderbar romantisch zu agieren und doch immer eine nicht zu leugnende düstere Atmosphäre erzeugen. Mein erstes Bauchgefühl sagt mir: Das liegt irgendwo zwischen Lana Del Ray und Roxette und dreißig Jahren Erfahrung im Musikgeschäft! Reinhören!
Drama
(ms) Man kann es sich als Band auch sehr schwer machen. Zum Beispiel wenn man sich Drama nennt. Die Erwartungen an den Sound sind direkt groß. Egal, welches Genre bedient wird, der Effekt sollte einigermaßen klar sein. Vorerst. Die andere Möglichkeit: Man bricht direkt damit. Das tut das Duo aus Chicago. Das heißt natürlich nicht, dass es nun schwächeln würde. Im Gegenteil. Uha, ihr merkt, wie schwer es manchmal ist und welche Knoten man sich erdenken kann.
Kommen wir nun zur Band. Die Sängerin Via Rosa und ihr Produzent Na’el Shehade sind Drama. Ihr Sound ist im Kern elektronisch, der Gesang geht ins poppig Soulige, das Gesamtarrangement oszilliert zwischen Easy Listening, Loungemusik, R'n'B und Pop. Vielschichtig und entdeckenswert. Ihre Single Nine One One ist kein Hilferuf, vielmehr dient der Track zur Entspannung und glänzt doch mit Groove. Der Beat und die Streicher sind wohl verantwortlich dafür. Diese Musik geht direkt angenehm ins Ohr und bleibt auch da. Ihr erstes Album Dance Without Me - die beiden arbeiten seit 2014 zusammen! - erscheint am 14. Februar und sie kommen kurz vorher hier zu Besuch:
04.02.2020 - Hamburg, Nochtwache
05.02.2020 - Köln, Jaki
06.02.2020 - Berlin, Kantine am Berghain
sookee
(ms) Es macht immer viel Freude, sich für diesen kleinen Raum entsprechende Worte zu überlegen, die möglichst irgendwie neugierig machen und zum Klicken des Musikvideos anspornen. Das Maximum ist ja schon, dass man sich vielleicht dann ein bisschen mehr mit dem Künstler, der Künstlerin beschäftigt. Doch in diesem Fall kommen mir keine passenden Wörter in den Sinn. Machen wir es kurz. sookee wird als sookee aufhören Musik zu machen. Punkt. Ihre guten Gründe lest ihr am besten hier. Zwei Mal durfte ich sie in den letzten Jahren live sehen und war immens beeindruckt von der Präsenz, die sie auf die Bühne bringt. Ganz Schluss ist natürlich nicht, aber das sagt sie selbst am besten.
Es gibt vier letzte sookee-Gigs. Wir sehen uns in Hamburg!
(sb) Chrissie ist ja fast schon sowas wie ein Stammgast in unserem luserlounge-Adventskalender und präsentiert Euch nicht zum ersten Mal ihre Highlights des Jahres. Ansonsten ist sie beim großartigen Label Audiolith für die PR zuständig und erfreut uns stets mit den neuesten Werken von z.B. Frittenbude, Waving The Guns, Egotronic, Feine Sahne Fischfilet, Pöbel MC etc.
Ihr erkennt: Die Frau ist vom Fach. Und jetzt: los!
Alben des Jahres
2019:
Platz 3:
Haiyti
- Perroquet
Haiyiti
ballert raus als gäb’s kein Morgen und trotzdem sind die Sachen immer geil.
Platz 2:
Lana del Rey - Norman Fucking Rockwell
Lana
del Rey: Queen für immer.
Platz 1:
shi
offline - golaya
Endlich
mal was auf Albumlänge von dieser Band. Und so glücklich, dass wir es rausbringen
durften bei Audiolith. Checkt es aus! <3
Songs des Jahres
2019:
Platz 3:
Koljah
- Hauptsache Kohle
Mir
doch scheißegal, wie ihr meine Mucke findet, Hauptsache ihr kauft den Müll. Musste auch
mal jemand sagen.
Platz 2:
Pixies
- On Graveyard Hill
Der
Song ging mir nach dem Release ewig nicht aus dem Kopf, vermutlich kaum einer so viel Heavy Rotation gelaufen.
Platz 1:
Billie
Eilish - Bad Guy
Bin
bisschen neidisch, dass Popstars in meiner Jugend nicht so cool waren wie
Eilish. Was für
eine geniale Künstlerin und der Song ist zurecht ein Hit.
Bestes
Live-Erlebnis 2019:
Metronomy im Docks in Hamburg war schon sehr schön. Was von
der Lebens To Do Liste abgehakt, check!
Geheimtipp für 2020:
Sorry 3000 aus Halle an der Saale solltet ihr alle mal
auschecken. Der Nasenspray-Song ist ein absoluter Hit.
(ms) Coverversionen sind ein sehr sensibles Thema im Musikbusiness. Warum das? Meine Vermutung: Weil sie entweder schrecklich schief gehen oder den Zauber, den Kern des Originals nicht einfangen können. Ist ja auch eine wahnsinnig anspruchsvolle Aufgabe. Insbesondere jetzt in der Adventszeit kommen die Gräueltaten des Cover-Business' ans Tageslicht. Was werden da olle Kamellen wieder und wieder neu versucht zu interpretieren?! Ätzend...
Doch es gibt auch gänzlich andere Wege Lieder zu covern. Selten bei Schlagzeug-Gitarre-Bass-Bands, häufiger ist es live bei HipHop-Formationen zu hören: Die eigenen Songs werden in ein neues Gewand gesteckt und so mit neuem Leben versehen. Klar, im Rap ist meist ein neuer Beat dafür verantwortlich. Das hat jedoch zur Folge, dass auch die Art des Sprechgesangs neu arrangiert werden muss. Nicht einfach, wenn man als Künstler und Fan das Original gewohnt ist. Aber es kann funktionieren.
Genau damit sind wir bei einer unserer liebsten Bands aus dem Norden: Staring Girl! Denn die fünf Musiker haben auf einer EP genannten EP eigene Lieder neu arrangiert und live eingespielt. Diesen Freitag, passend zum Feste des Bischofs von Myra erscheint diese sehr feine Platte!
Der schöne Kniff dabei: Bei den fünf älteren - jetzt wieder neueren - Tracks sind vier dabei, die auf dem ersten Album veröffentlicht wurden, also schon etwas länger im Bandkosmos schweben. Gerade diese Stücke aus einem anderem Fokus zu betrachten, ist schlau gewählt. Sogar ein ganz neuer Track ist dabei. Aber Stück für Stück...
Spannend ist der direkte Vergleich zum eigenen Original. Beispiel: Die guten Gedanken. Die ersten Takte sind spürbar näher, direkter, gefühlvoller als die 'normale' Studioaufnahme. Und damit wunderschön! Der Text ist ab und an leicht versetzt, das Lied hat viel mehr Körper und ein paar neue Teile dazugewonnen. Meines Erachtens ist das sanft gespielte Klavier dafür maßgeblich verantwortlich: Toll!
So wird auch aus Viertel Vor Nichts direkt eine Country-Nummer. Ja, man kann sich die Band gepflegt mit Cowboy-Hut, Strohhalm im Mundwinkel und schwerem Stiefel dabei vorstellen. Auch hier: In genau dem richtigen Maß das eigene Lied entfremdet, dennoch den Kern erhalten und ein bisschen mehr Gitarre reingesteckt.
Am nähsten am Original ist Cornflakes Mit Milch, aber dadurch nicht weniger schön! Auf Dem Weg Zu Mir Nach Haus überzeugt stark mit dem neuen Basslauf! Man kann sich Frenzy Suhr live gut dabei vorstellen!
Erstaunlich ist das neue Lied Autos Fahren Auf Straßen Mit Namen. Deutlich mehr verstärke Gitarre schiebt sich ellenbogenmäßig ab der ersten Sekunde in den Vordergrund. Man denkt an die frühen Tocotronic oder Die Sterne. Ein schöner Ausbruch aus den sonst sehr harmonischen Momenten der EP. Aber es passt, es ist kein Störfaktor. Selten hat man Stefan Nibbe mal auf Platte so inbrünstig singen gehört! Noch bemerkenswerter: Das Lied besteht aus viel instrumentaler Musik und eigentlich nur aus vier kurzen Sätzen!
Ein großes Glück, dass die Band im Januar wieder auf Tour geht. Leider nur im Norden, doch ich freue mich schon sehr (!) auf den Auftritt im Knust!
08.01.2020 Kiel, hansa48
09.01.2020 Hamburg, Knust
10.01.2020 Lübeck, Tonfink
11.01.2020 Meppen, JAM (Support für Mount Winslow)
17.01.2020 Husum, Speicher
(sb) Andreas beliefert uns nicht nur regelmäßig mit den neuesten Alben aus dem Punkrock-Bereich, sondern stellt - ganz nebenher natürlich - noch eins der coolsten Festivals in Oberbayern auf die Beine. Das Noisehausen-Festival in Schrobenhausen glänzt dabei durch familiäres Ambiente, abwechslungsreiches Programm und überaus zivile Preise. Merkt Euch den 25.07.2020 schon mal vor, denn dann startet die Sause zum bereits fünften Mal und die ersten Künstler stehen auch schon fest! Mal schauen, wer diesmal aus dem Hut gezaubert wird, denn in den vergangenen Jahren waren mit Kettcar, The Baboon Show, Moop Mama, Madsen, Rainer Von Vielen und Jesper Munk bereits einige sehr namhafte Künstler zu Gast. Heute lässt Andreas Euch an seinen musikalischen Highlights des Jahres teilhaben. Viel Spaß damit! Alben des Jahres
2019:
Platz 3:
Maffai
– Zen
Erfrischender
Sound einer noch relativ jungen, unbekannten Band mit viel Potenzial. Und dann
noch aus der Nachbarschaft Nürnberg. Sehr zu empfehlen!
Platz 2:
Pascow - Jade
Definitiv
das Album, das mich 2019 regelmäßig nach vorne gekickt hat, und viel
beschäftigt hat. Ein Meisterwerk!
Platz 1:
The
Tallest Man On Earth - I Love You. It`A Fever Dream
Das
wird das Album sein, das mich durch den Winter bringt. Einer der letzten
klassischen Songwriter, der ohne viele Schnick Schnack großartige Songs
schreibt und diese auch so vertont.
Songs des Jahres
2019:
Platz 3:
PressYes
– Summertime
Wurde
zwar schon 2018 veröffentlicht, aber ich hab mich erst 2019 richtig darauf
eingelassen. Perfekter Song für einen Roadtrip im Sommer!
Platz 2:
Maffai
– Geisterstunde
Hat ein
wenig den 80er Jahre Flair, und ist doch irgendwie sehr modern. Catchy, bekomme
den Song seit Monaten nicht mehr aus den Ohren…
Platz 1:
Pascow
- Silberblick & Scherenhände
Mal
nach dem Aufwachen auf voller Lautstärke anhören! Makes my day!
Bestes
Live-Erlebnis 2019:
Ach da gab es so viele. Pascow in München, Iron & Wine +
Calexico in Brooklyn / Project Park, Taubertal Festival… Als Veranstalter wähle
ich hier aber natürlich The Baboon Show auf dem Noisehausen Festival!
(ms) Ja, die frühe Dunkelheit nervt. Aber was soll man machen? Ich verabscheue Fitnessstudios, bin auch viel zu unsportlich dazu. Aber Bewegung muss sein. Auch wenn es dunkel ist. Also werden häufig am Tagesende als kleiner Ausgleich zur vielen Kopfarbeit die dicken Schuhe geschnürt, der warme Schal um den Hals gewickelt und die abkapselnden Kopfhörer übergestülpt. Dann: Raus!
Häufig nutze ich diese Zeit, um neue Musik zu hören, die dann hier aufploppt oder eben nicht. Vor einigen Wochen kam dann eine Platte hereingeschneit, auf die ich mich sehr gefreut habe, ohne eine konkrete Erwartungshaltung zu haben.
Nun: Durch die dunklen Straßen, die kleinen Wege, hinaus auf die schwach beleuchteten Felder, wo man eventuell mal ein Pferd wiehern hört, andere Passanten mit oder Hund sieht. Ansonsten ist es vollkommen still draußen. Dieses Album jedoch ließ mich nicht von der heimeligen Atmosphäre umhüllen, sondern über eine knappe dreiviertel Stunde erschaudern. Nein, Angst ist das falsche Wort, aber die Kombination aus dieser Musik und der Dunkelheit und Kälte war schon milde furchteinflößend. Das liegt zu einen am Sound: Breite elektronische Klangflächen ziehen sich durch die acht Lieder. Das Muster ist meist: Bass als Grundlage und darüber als Rhythmus verschiedene Synthie-Sounds, andere dienen dann als melodieähnliche Gestaltung. Das große Charakteristikum ist jedoch die Stimme. Insbesondere mit Kopfhörern sticht sie extrem eindringlich durch Mark und Bein. Das atmosphärische Topping: Die Texte, die der mitunter einengenden Stimmung den Rest geben!
Diese meine Stimmung ist in diesem Video zum Track Why We Live gut festgehalten (offizielles Video zum Song: HIER). Wie kommt diese Frau an diesen Ort? Wo ist das überhaupt? Was machen die leuchtenden Punkte im Hintergrund? Ist sie freiwillig da? Wurde sie ausgesetzt? Was für eine Flüssigkeit befindet sich in der Flasche auf ihrem Rücken? Warum greift sie am Ende zu dieser Waffe?
Die Hilflosigkeit aber auch die pure Entschlossenheit dieser Frau ist in fast jeder Sekunde des Videos zu spüren und durch die Musik eröffnen sich weitere Deutungsebenen.
Wie im Titel schon klar ist: Es geht um das Album Alien Subspace von Edward Ka-Spel und Motion Kapture. Da hat sich das Elektronik-Duo genau die richtige Person herausgesucht, um zu experimentieren und eine beklemmende Stimmung zu schaffen. Denn Ka-Spel hat eine extrem markante Stimme. Tief, aber nicht Tom Waits. Klar, aber nicht Tom Smith von den Editors. Und immer sehr deutlich! Worum es geht: Um die großen Fragen, um Dystopie und insbesondere auf A Happy Grey Circle einer beinahe grauenhaften Geschichte. Einem Rachefeldzug in Zeiten sozialer Netzwerke, aufgebrochene Wunden, längst vergessene Gräueltaten.
Die Texte hat das Mastermind von The Legendary Pink Dots selbst geschrieben und er ist einfach ein grandioser Sprecher, beherrscht es nicht nur lautmalerische Worte an den richtigen Stellen zu nutzen - crack, giggling - sondern bringt das Wesen dieser Worte mit seiner unverwechselbaren Stimme genau so rüber, wie es sein muss!
Insgesamt sind es acht Tracks, sechs davon mit Stimme. Auch die beiden instrumentalen Stücke sind äußerst hörenswert, weil sie so greifbar atmosphärisch sind. Alien Subspace erscheint diese Woche. Es ist der krasse Gegenentwurf zur heimeligen Wohlfühlmusik in der Vorweihnachtszeit. Gut so!
(sb) Ihr habt doch nicht ernsthaft gedacht, dass wir Euch zwei Jahre in Folge ohne Adventskalender auf Weihnachten zusteuern lassen, oder? Nachdem wir 2018 mangels Zeit darauf verzichten mussten, öffnen wir heuer wieder Tag für Tag ein musikalisches Türchen für Euch. Die Gestaltung ist dabei unterschiedlich: das kann mal unsere allseits beliebte Selektion sein, mal eine Albumrezension, dann präsentieren Euch diverse PR-People, die uns das ganze Jahr über mit neuem Stoff versorgen, ihres Favoriten des Jahres, eventuell rutscht sogar mal ein Konzertbericht rein und natürlich kommt auch der ein oder andere Künstler zu Wort.
Den Anfang macht heute Telquist, das Soloprojekt des bayerischen Musikers Sebastian Eggerbauer aus dem Blickpunkt Pop-Stall von Marc Liebscher (Sportfreunde, Fiva, Roman Fischer, Fertig, Los! etc.). Mit seinem überaus angenehmen Sound, der phasenweise mal an The Notwist, aber auch Jack Johnson erinnert, konnte er nicht nur die Juroren beim Regensburger Musikpreis überzeugen, sondern auch das Wiener Indie-Label Wohnzimmer Records, das den Künstler unter Vertrag nahm.
Alben des Jahres 2019
Platz 3: Kevin Morby - Oh My God
Ein so gelangweilt gesungenes Konzeptalbum über
Religion ist irgendwie an sich schon eine großartige Angelegenheit und dann sind die Songs auch noch super.
Platz 2: Viech - Niemand wird sich erinnern, dass wir hier waren
Megawarmer Lo-Fi-Sound, wunderschöne Lieder und dabei kein
bisschen peinlich. Das hab ich so - auf Deutsch - überhaupt noch nicht gehört.
Platz 1: Big Thief - U.F.O.F.
So entspannt, dass es fast schon meditativ ist und gleichzeitig
voller Hits, die mitreißen. Klassischer Folk-Band-Sound einerseits, andererseits trotzdem megainteressant anzuhören.
Songs des Jahres 2019
Platz 3: Hobo Johnson - Mover Awayer
Poetry Slam in cool, so unkonventionell, dass es irgendwie irre gut ist.
Platz 2: Say Yes Dog - Golden Nights
Tolle Sounds, richtig nice produziert und eine Refrain-Melodie für
die Ewigkeit!
Platz 1: Aldous Harding - The Barrel
Ein krasser, aber nicht nerviger, weil subtiler
Ohrwurm. Total zurückgenommen produziert und dadurch genau richtig. Tipp: Video anschauen!
Bestes Live-Erlebnis 2019
Gus Dapperton im Lido in Berlin, 26. März
Geheimtipp für 2020
Good Wilson! Eine Indie-Folk-Band aus Wien, die 2019 zwei
irre, erste Singles veröffentlicht hat.