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| Quelle: pixabay / geralt |
Get Well Soon
(Ms) Dies ist die Meldung - und da kann ich einfach nicht objektiv bleiben - mein musikalisches Jahr bestimmen wird. Darunter mache ich es nicht. Get Well Soon habe ich mit ihrer ersten Platte kurz vorm Abitur kennengelernt und ich war sofort begeistert. Diese ungeheuren Arrangements, die Größe und Dramatik in den Liedern und Texten - Wahnsinn! Ich konnte meinen Papa erfolgreich überreden, dass er mich nach Nijmegen fährt, um die Band dort zu sehen - es war ein super Ausflug. Zahlreiche Konzerte kamen dazu: im Hamburger Michel, im Dortmunder Konzerthaus, beim Traumzeit Festival undundund. Nun ist Konstantin Gropper wieder da - zwei Alben soll es in diesem, zwanzigsten Jahr der Band geben. Minus The Magic (VÖ: 22. Mai) heißt das erste und mit OK gibt es seit heute eine neue Single zu hören. Es ist spürbar, dass die Band dieses Album live aufgenommen hat. Ohne große Arrangements, sondern wesentlich direkter. Es soll eine Platte aus dem „Nachmittag des Lebens“ sein. Hier will niemand zwanghaft jung bleiben, sondern das beste draus machen und mit den neuen Tracks schauen, wo man denn so in der Mitte des Lebens steht ohne sich anzubiedern. Musikalisch geht es nahbar zu, rockiger, gitarriger. OK ist ein recht vorhersehbarer Get Well Soon-Track, der eindeutig vom Schlagzeug dominiert wird. Die E-Gitarren sind schärfer eingestellt, die Trompeten fehlen nicht, es macht sehr viel Spaß! Oh man, da wird noch einiges kommen - und oben drauf eine erste Tour. Bitte alle hingehen und vorher der Band die Tickets aus den Händen reißen!
02.06.2026 - München - Ampere
03.06.2026 - Erlangen - E-Werk
04.06.2026 - Dresden - Beatpol
05.06.2026 - Berlin - Lido
06.06.2026 - Hamburg - Molotov
07.06.2026 - Köln - Gebäude9
20.06.2026 - Ulm - Ulmer Zelt
TESA
(Ms) Dieses ganze Musik-Ding, das Hören, drüber schreiben, die ganzen Konzerte, Festivals, die Menschen, die man dort kennenlernt. Diese Liebe zur Kunst kann es nur geben, weil viele sehr kreative Menschen ihre ganze Leidenschaft in das stecken, was in ihnen pulsiert. Wie weit diese Passion gehen kann, zeigt die Band TESA mit ihrer neuen Platte in beeindruckender Weise. INTERVAL heißt die Scheibe und wird am 3. April erschienen - Karfreitag. Vielleicht das perfekte Datum für solch brachiale Musik und so viel Größe. Vier Tracks wird es geben. Sie sind alle instrumental und schlicht durchnummeriert. Doch sie bringen eine Unnachgiebigkeit mit sich, die ihresgleichen sucht. Das ist krasser Lärm, das ist Druck und Energie. Das ist Musik, zu der alles einstürzt. Und dennoch sehr kunstvoll ist. Denn es wird einen Film dazu geben, der - so lässt der Trailer zumindest erahnen - sehr aufwändig produziert wurde. Wie geil ist das denn bitte?! Musikfernsehen ist tot, die Band sicherlich etwas für Kenner (mir sagte der Name bislang nichts, trotz dass das Neue das siebte Album der Gruppe ist) und sie stecken so viel Liebe, Kraft und Energie in diese Platte. Hier gilt es, sich in ganz außerordentlichem Maße vor der Kunst zu verneigen. Und dann bricht wieder alles zusammen.
Grim104 & Mehnersmoos
(Ms) „Ach du scheiße!“ Das muss der erste Gedanke sein, wenn die neue Single von Grim104 mit Mehnersmoos erklingt. Sie singen echt auf die Melodie von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“. Autsch! Aber auch irgendwie geil, oder? Zum Griechen heißt der Song, in dem Grim das hypothetische Szenario durchlebt, dass er wieder zurück aufs Dorf zieht. Zetel heißt der Ort, da ist echt nicht viel los. Zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven. Da begegnet er alten Bekannten im Supermarkt, deren Leben eher bergab geht und so richtig dolle ist es auch woanders nicht. Doch der Ausflug zum örtlichen Imbiss am Samstag scheint alles wett zu machen - endlich wieder heile Welt, Suff und alles vergessen. Ein bizarrer Track zwischen Säuferkomik und Dorftragik. Wie es zu diesem Stück kam, würde ich mit allzu gern wissen. Er wird in jedem Fall Teil von No Country For Old Grim sein, der neuen Platte, die am 27. März erscheinen wird.
18.04.2026 – Leipzig, Conne Island
23.04.2026 – Bremen, Lagerhaus
24.04.2026 – Hannover, Faust
25.04.2026 - Köln, CBE
26.04.2026 – Dortmund, Junkyard
30.04.2026 – Nürnberg, Stereo
01.05.2026 – München, Ampere
02.05.2026 – Frankfurt, Zoom (kleiner Raum)
09.05.2026 – Berlin, SO36
José Gonzales
(Ms) Band oder solo? Die Frage stellt sich immer wieder bei all den Projekten, die so viele MusikerInnen betreiben. Bei José Gonzales muss ich zugeben, dass mich Junip immer mehr angesprochen hat als seine eigenen Tracks. Ich fand sie dichter, atmosphärischer, rhythmischer. Nun erscheint aber am 27. März mit Against The Dying Of The Light das neue Album des schwedischen Musikers. Also: Mal wieder reinhören. Die erste Single fand ich ziemlich fad, aber A Perfect Storm hat Tiefe und auch ein schönes Maß an Dramatik. Zudem schlingern die Gitarren in einen ganz phantastischen Sog - das macht Spaß. Es ist nicht glatt, nicht so rund und genau darin liegt in meinen Augen die Stärke dieses Liedes. Der im Titel angekündigte Sturm lässt sich tatsächlich musikalisch spüren. Und genau das ist doch Kunst, oder?
Philine Sonny & Brockhoff & Shelter Boy
(Ms) Mehr ist mehr, oder verderben zu viele Köche den bekannten Brei? Wenn drei KünstlerInnen an einem Track werkeln, steht diese Frage mindestens im Raum. Philine Sonny, Brockhoff und Shelter Boy waren ein Wochenende zusammen unterwegs zum Musizieren. Einiges hat nicht so richtig funktioniert und am Ende schrieb sich Back Then (I Was Something) wie von selbst, wie Philine Sonny sagt. Super charmant ist, dass die drei ganz viel im Chor singen. Das bringt automatisch total viel Tiefe aber durch die Aufnahmeweise auch enorm viel Nähe - toll gemacht! Der musikalischer Korpus besteht aus 90er Rock mit Synthie-Gespiele und einem markanten Bass. Das funktioniert erstaunlich gut, ist herrlich kurzweilig und bringe eine gewisse Unbeschwertheit! Der Song ist die letzte Single von Philine Sonny, bevor am 3. April ihre erste Platte Virgin Lake erscheinen wird. Wird gut!
Los Pulpitos
(Ms) Klar, der Name ist schon sehr gut, aber was Los Pulpitos machen, ist tatsächlich noch viel besser. Elektronische Musik ist ja so eine Sache. Alles, was damit zusammenhängt, Electro, Techno, Minimal und auch Ambient, habe ich für mich erst in den letzten Jahren entdeckt. Eine Welt, die mir aus unerfindlichen Gründen verborgen blieb. Vielleicht habe ich sie auch immer etwas belächelt („Die drehen da ja nur an ihren Reglern“). Quatsch ist das. Naja, natürlich drehen auch Felipe Salmon und Dirk Leyers an den Reglern, doch sie erschaffen damit großartige Klangwelten. Die Unterwasserwelt hat es ihnen angetan, daher auch der Name. Und wenn Mola Mola, ihre erste Single aus dem kommenden Debut, läuft, dann ist es leicht, sich in die Untiefen des Meeres hineinzufühlen. Ein langsamer Beat, sich ausbreitende Soundtentakeln. Ist das düster? Lauert hier Gefahr? Bin ich zu tief getaucht? Ja, es stellen sich Fragen. Fragen, die Spaß machen, beim Hören zu vergegenwärtigen. Mehr gibt es am 17. April, wenn Tentacletek erscheint. Könnte richtig gut werden!









