![]() |
| Foto: Holger Kochs |
Ja, alle Titel werden immer klein geschrieben.
11.03.26 München, Technikum
12.03.26 Jena, Kassablanca
13.03.26 AT - Wien, WuK
14.03.26 Leipzig, Werk 2
18.03.26 Berlin, Festsaal Kreuzberg
19.03.26 Wiesbaden, Schlachthof
20.03.26 Dortmund, FZW
21.03.26 Hamburg, Gruenspan
25.03.26 Bremen, Schlachthof
26.03.26 Hannover, Capitol
27.03.26 Stuttgart, Im Wizemann
28.03.26 Köln, E-Werk
Das Trio ist für Kompromisslosigkeit bekannt. Im Text und in der Musik. Diese drei Musiker fahren mit Wucht und Heftigkeit auf, die im deutschsprachigen Raum ihres Gleichen sucht. Und nicht findet. Fjørt sind heftig. Und wer sie mal live gesehen hat, kann das bestätigen. Dabei macht dieser ganze krasse Krach auch sehr viel Spaß!
Die Belle Époque ist die goldene Zeit der Unbeschwertheit um die vorletzten Jahrhundertwende. Eine spannende Parallele wird hier gezogen. Insta-Unterhaltung und Kriegstreiberei gleichzeitig: Pechschwarz-Ära! Die Musik dieser drei Typen ist äußerst direkt. Ihre Texte sind dabei mindestens genauso wichtig. Mal nebulös, mal sonnenklar.
Der Beginn zieht einem direkt den Boden unter den Füßen weg. messer beinhaltet ziemlich gut die Gesamtperspektive dieser Band: Innen und Außen sind stark miteinander verwoben. Das Private ist politisch. Klar, logisch. Die Ambivalenz der eigenen Person wird hier auf gnadenlose Weise à la kold seziert. „Ich kann das nicht besser / Bin mal wieder mein eigenes Messer.“ Bäm!
Kalie ist eines dieser Lieder, die sehr viel Interpretationsspielraum bieten. Ein nebulöser Text, in den nur hineingedeutet werden kann. Das hingegen macht richtig viel Spaß, denn einige Zeilen sind so stark, dass ein genauer Blick lohnt! „Wie viel vorbei halten wir zwei / Sags mir, ich lüg mich frei.“ Bäm! Das Ende einer Beziehung, das man für sich selbst bestmöglich hinlügt? Möglich. Ein bisschen Selbstbetrug, ein wenig show and shine à la „Glashaus, ich hol nochmal zum Schlag aus.“ Ein großartiges Beispiel, dass Fjørt nicht nur Geballer und Geschrei ist, sondern auch richtig viel Inhaltliches zu bieten hat. So stark an so vielen Ecken und Enden!
Wie heftig politisch diese Band ist und wie immer noch wahnsinnig gut informiert, zeigt mir. Die Krisen des Westens mit dem orangenen Mann im Weißen Haus, Missbrauch in der Kirche, eine in der Luft schwebende CDU-AfD-Koalition in Spe, das Särgekaufen der Mütter in Osteuropa, sinkende Boote mit Hilfe suchenden Menschen im Mittelmeer. Alles knallhart zusammengekürzt, alles brutal auf den Punkt gebracht. Diesen Track gibts im Spoken Word Stil, sodass der Inhalt noch viel kräftiger im Hirn landet. Natürlich im klassisch wuchtigen Brüll-Fjørt-Stil. Bäm!
In der ganzen Intensität dieser Musik, der Wucht, der Brutalität, der Energie, in diesem ganzen Drang liegt so viel Wut und Zorn. Er muss raus. Es ist gar nicht anders möglich. Das zeigt zum Einen die Takt-Verschiebung in ær und zum Anderen der krasse Inhalt von rott. Alles ums Thema Krieg, Kriegsführung, Patriotismus, Werbung für die Bundeswehr und Wehrdienst ist in diesem Lied gesagt. Krieg als Abenteuer. Eine gewisse Coolness dieses Unterfangens. Das wird hier ziemlich klar und deutlich quittiert mit diesen wahren Versen: „Jesus Maria, in dubio fickt euch / Für euch marschieren, niemals, ihr Wichser.“ Dem ist nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen. Bäm! Heidewitzka - was für eine Band, was für eine Platte.
Danse rechnet mit der deutschen Wirtschaft ab, 2230 ein irrer Ritt durch eine krank gewordene Konsumgesellschaft. Bämbmbäm!
Belle époque ist eine Machtdemonstration. Diese Platte ist eine immense Analyse unserer Zeit. Sie ist unmissverständlich, mitten in die Fresse, voller aufgedrehter Lautsprecher, heiserer Kehlen, wunder Finger an Schlagzeug, Bass und Gitarre. Unter Fjørts Musik bricht alles zusammen. Sie hinterlassen ein Feld aus Schutt und Asche und es macht wahnsinnig viel Spaß bei diesem vernichtenden Krawall dabei zu sein.
12.03.26 Jena, Kassablanca
13.03.26 AT - Wien, WuK
14.03.26 Leipzig, Werk 2
18.03.26 Berlin, Festsaal Kreuzberg
19.03.26 Wiesbaden, Schlachthof
20.03.26 Dortmund, FZW
21.03.26 Hamburg, Gruenspan
25.03.26 Bremen, Schlachthof
26.03.26 Hannover, Capitol
27.03.26 Stuttgart, Im Wizemann
28.03.26 Köln, E-Werk

Ich glaube, "messer" ist das beste Lied, das ich jemals gehört habe.
AntwortenLöschen