Sonntag, 7. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 7: Von Schweizern, Österreichern, Italienern und anderen...


http://www.clker.com/clipart-4642.html
(sf/fk) Ein Hauch von Europacup weht heute durch die luserlounge, denn pünktlich zum 2. Advent präsentiert Euch Florian aus der Schweiz seine musikalischen Highlights des Jahres. Dabei kommen auch weitere Länder unseres Kontinents nicht zu kurz, sodass dem nächsten Trip nach Bologna oder Wien nichts im Wege stehen dürfte.
Darauf drei Schüsse in die Luft und ein schönes Restwochenende!






Lieblingsalbum 2014
 Wanda - Amore
„Stehengelassene Weinflaschen, goldene Handtaschen, es ist schön bei dir…“ Ich liebe Wien! Ich liebe Musik aus Wien! Wien, dieser Schmelztiegel der Kulturen. Als Schweizer bin ich seit jeher ein bisschen neidisch, dass die Ösis so eine richtige Weltstadt haben und wir halt Bern und Zürich (also nichts gegen Bern und Zürich). In diesem Jahr taucht dann auch noch diese Band auf: „Wanda“. Verrückte Typen, verrückte Songtexte. Die Band „Wanda“ ist nach der einzigen Zuhälterin Wiens aus den siebziger Jahren benannt und das hört man dem Album „Amore“ an. Meine persönliche Platte des Jahres, weil mich die Lieder durch das Jahr begleitet haben. Weil sie singen „Wenn jemand fragt wohin du gehst, sag nach Bologna!“ und ich ein paar Tage zuvor in Bologna war, aber Tante Ceccarelli nicht getroffen habe. Weil „Wanda“ in Rorschach am Bodensee aufgetreten sind (28.11.) und ich im Publikum war. Ob der streitbare Stadtpräsident von Rorschach dann auch temporär die Parkbußen außer Kraft setzte, wie zuletzt bei einem Auftritt der Schweizer Bundesrätin…entnehmt das bitte der Tagespresse! Beim aktuellen Hype um Wanda würde es aber wohl niemanden verwundern.




Lieblingstracks 2014
The Hotelier-An Introduction to the Album
Anti-Pop-Anarcho-Punk aus Massachusetts. Song aus dem Album „Home, Like Noplace Is There“. Am 9. Februar stimmten 50,3% der Schweizer für die Initiative „Gegen die Masseneinwanderung“. Da half kurzfristig nur Punk, manchmal ruhig, aber meist laut und wütend. Danke „The Hotelier“!

 

Hozier -Take Me to Church
„Sehr, sehr, sehr toll“. Mit diesen Worten machte mich im Frühling ein Kollege und Musikliebhaber auf diesen Song aufmerksam. Ich kannte das Lied nicht, ich kannte Hozier nicht, aber was soll ich sagen, er lag „sehr, sehr, sehr richtig“ mit seiner Aussage.
„Sehr, sehr, nervig“, mit diesen Worten drehte der italienische Arbeitskollege, bei der Heimfahrt von der Weihnachtsfeier, das Lokalradio ab. Mein Kollege, der seinen Musikgeschmack wie folgt beschreibt: „ich habe keine Ahnung, höre nur Adriano Celentano, Laura Pausini und so Italo-Sound“, fand sichtlich kein Gefallen an oben genanntem Song von Hozier. Ich war hingegen überrascht, dass „Take Me to Church“ überhaupt im Mainstream-Lokalradio lief. Für mich war „Take Me to Church“ immer noch der Geheimtipp vom Frühjahr. Reflexartig zückte ich das Handy und siehe da, Unfassbare 82‘011‘629 Mal (Stand 7.12.) wurde das Lied mittlerweile bei einem bekannten Streaming-Dienst abgerufen. Massengeschmack liegt eben manchmal doch richtig. Übrigens: Adriano Celentano find ich cool. :-)


 
Kraftklub – Schüsse in die Luft
Soooo viele tolle Songs in diesem Jahr. Unfucktheworld von Angel Olsen, Palace von The Antlers, Looking Too Closely von Fink, Strange Entity von Oscar and the Wolf…und und und. Mein dritter Lieblingssong widme ich aber meinen Kinder. Weil sie dieses Lied so abfeiern und es macht ja Freude, wenn der Nachwus guten Musikgeschmack an den Tag legt. „Und ich schieße in die Luft (bäng, bäng, bäng).Ich zieh in den Krieg aber keiner zieht mit.“ So soll es sein.


Samstag, 6. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 6: Der Nikolaus bringt Bitches und Money!

(cg/ts) Nachdem es vorgestern bereits um Hip Hop und Co ging, geht es heute zum Nikolaustag in die zweite Runde Deutschrap. Timo, Student aus Hannover und gebürtiger Kleinstädter zeigt uns, was ihn dieses Jahr aus diesem Genre begeistert hat (unter anderem natürlich Bitches und Money). Gleich zwei Alben des Jahres, die ganz verschieden sind, und einige (noch) Geheimtipps und unterschätze Werke erwarten uns. Augen Auf:

Moin

für mich als Deutschrap Fan war dieses Jahr einfach grandios, es gab geile Lieder, geile Alben, es gab viel Beef (was für mich mein GZSZ Ersatz ist) und aber auch Enttäuschungen.


Bestes Album/Alben:


Wie schon in der Überschrift zu erkennen gab es für mich dieses Jahr zwei Lieblingsalben, ich konnte mich einfach nicht entscheiden welches ich besser finde und schreibe zu beiden etwas.
Zuerst einmal kam im Sommer das Debüt-Album von Olson raus, „Ballonherz“. Mir war Olson Rough ( früherer Künstlername) zwar ein Begriff, doch ich habe seine Musik damals nicht gefeiert. Aber als dann im Zuge der Promophase die ersten Musikvideos ausgestrahlt wurden ( James Dean, Mein kleines Hollywood) bekam ich schon Bock aufs neue Album.

Das Album kam in der Zeit raus als ich gerade einen Ferienjob in meinem Heimatort gemacht habe. Das heißt 6 Wochen lang wieder in einer Kleinstadt wohnen, wieder Zuhause bei Mama und Papa, von 6-14 Uhr arbeiten, danach vielleicht noch ein kurzes Treffen mit alten Freunden und wieder ab ins Bett, und am Wochenende auf dem  Schützenfest versuchen sich den Frust der vergangenen Woche wegzutrinken. Doch ich muss sagen, dieses Album kam genau zur richtigen Zeit raus, denn zur einer  Hälfte geht es auf dem Album um Fernweh, darum aus dem Alltag auszubrechen, alles einfach stehen und liegen zu lassen und mit seiner Liebe davon zu gehen. Auf der anderen Hälfte des Albums rapt Olson über One-Night-Stands mit „Randomgurls“, die generellen Probleme eines Heranwachsenden in seinen Zwanzigern und über Sneaker (was für mich als Sneakerfan ein besonderes i-Tüpfelchen darstellt). Dieses Album hat mir den Aufenthalt in der öden Kleinstadt erleichtert.



Mein zweites Lieblingsalbum dieses Jahr ist FVCKB!TCHE$GETMONE¥ von Shindy. Shindy Fan war ich schon seit seinem ersten Album NWA und dementsprechend große Erwartungen hatte ich an dieses Album, doch ich muss sagen, sie wurden nicht enttäuscht.
Mit der Arroganz und der gechillten Art mit der Shindy über die überragenden Beats, die ich so noch nie in Deutschland gehört habe, rapt ist einfach beeindruckend. Inhaltlich geht es auf FVCKB!TCHE$GETMONE¥ über 500 € teure Givenchy Shirts, über Sneaker, gutes Essen und Bitches. Wer mal Bock auf nicht nur nachdenkliche Musik hat, sondern einfach mal Musik zu hören um Spaß zu haben und um sich selber zu feiern, dem lege ich dieses Album ans Herz.



Bester Song:



Dieses Jahr gab es nicht diesen einen Song der mich umgehauen hat, aber viele einzelne Songs die sehr gut waren.

Casper „Nie Genug“
Leider hat die „Alles endet aber nie die Musik“- Ep nicht die große Aufmerksamkeit bekommen die sie verdient hätte, denn dort lässt sich diese grandiose Perle finden.



Yelawolf “
Till It's Gone”
Yelawolf haben leider noch nicht viele Leute auf ihrer Karte, doch der bei Eminem´s Label Slim Shady Records gesignte Rapper macht echt gute Musik und ich hoffe, dass er mit seinem kommenden Album einiges reißt.



Olexesh Purple Haze
Also von diesem Song hatte ich wochenlang einen schlimmen Ohrwurm. Der Beat dieses Liedes, der Flow von Olexesh und die Hook sind einfach ein Brett.



Überraschung und Enttäuschung des Jahres:


Die Überraschung des Jahres war für mich Kontra K. Anscheinend hatte ich Kontra K in eine falsche Schublade in meinem Kopf gesteckt, gehört hatte ich schon mal was von ihm doch richtig hängen geblieben ist nicht viel. Dementsprechend konnte ich ihn nicht richtig einordnen, doch als seine „Wölfe“- Ep dieses Jahr rauskam hab ich ihn erst richtig wahrgenommen und seine Ep im Loop gehört. Bomben Ding!




Die Enttäuschung des Jahres Kraftklub „In Schwarz“  ist keine richtige Enttäuschung, denn man muss sagen ich habe die vorherige Kraftklub LP „Mit K“ sehr gefeiert und hatte dementsprechend große Erwartungen für das neue Album. Doch leider wurden diese enttäuscht, ein  paar einzelne Songs sind echt gut geworden und haben Ohrwurmpotential, aber im Großen und Ganzen hat mich das Album nicht überzeugt.

Freitag, 5. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 5: Lieder aus Lippe, London und Leiden!

itechnology.com
(ms/aa) Heute ist der erste Freitag im Dezember diesen Jahres und es ist gleichzeitig der Tag vor Nikolaus, was es nicht alles gibt. Das könnte man auch denken, wenn man sich die Stationen ansieht, die unsere liebe Asbirg in ihrem Leben schon abgeklappert hat: in der lippischen Provinz, in Skandinavien, England, im schönen Münsterland und aktuell für ihr Studium in Leiden (NL), was ihr wirklich am Herzen liegt und ihre Leidenschaft für Independent-Filme befeuert.
Aber nicht nur das! Auch Musiker aus unterschiedlichen Teilen der Welt nehmen sich die Zeit, um bei ihr in der WG ein kleines, romantisches Konzert zu geben. Ihr merkt also schon: Hier trifft die Liebe zur Musik in ihrer Reinform auf kulturelle Vielfalt, Neugier und zwei gespitzte, offene Ohren. Voilà!



Album des Jahres 2014

Eva Cassidy - Songbird
Das Album habe ich von meiner WG in London 2008 zum Geburtstag bekommen und seitdem begleitet es mich treu durch ganz Europa. Es ist der perfekte Allrounder, beim Zugfahren, gemeinsamen Abendessen oder melancholischem aus-dem-Fenster gucken.




TOP 3 Songs 2014
1. Platz: Balthazar - The oldest of Sisters
Den Song habe ich rauf und runter gehört, als ich bei der diesjährigen Berlinare voluntiert habe. Meine Freundin, bei der ich zu der Zeit übernachten konnte, hat mich darauf gebracht.





2. Platz: Habib Koité und Bamada - Africa
Das ganze Album ist wunderschön. Dieser Song erinnert mich spontan daran, wie wir spontan durch eine ostwestfälische Sommernacht gefahren sind, um Habib live spielen zu sehen. Es hat sich mehr als gelohnt.




3. Platz: Florence and the Machine - Hurricane Drunk
Dieser Song hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich endlich mit dem Joggen angefangen habe und dabei geblieben bin.


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 4: "Our Love" ist jetzt Mainstream!

http://www.bildburg.de/images/herz4c_512.jpg
(rb/sf) Schon im Vorjahr beglückte uns Raphael mit seinem musikalischen Jahresrückblick und präsentierte uns deutschen Hip Hop abseits von Marteria und Casper. Auch diesmal kommt der Rap nicht zu kurz, das Album des Jahres stammt aber aus einem anderen Genre. Und wem das alles nicht gefällt, der kann immer noch zu Raphs eigener Housekapelle greifen und sich fühlen wie in einer lauen Sommernacht am Dresdner Elbufer:

https://soundcloud.com/elb-effect






Mein Lieblingsalbum 2014

Erst mal durchatmen, Deutschrap! 2014 war dein Jahr! Alleine schon wegen der ganzen Musikvideos dürfte der Löwenanteil des Rap-Fan-Traffics anno 2014 erstmals im "Safe for Work"-Teil des Internets verbucht worden sein.

Dazu kommen 10(?)x Platz 1, 4x Gold usw. Doch trotz Hafti, Marteria, Savas, Eko und Co. kommt mein Lieblingsalbum dieses Jahr nicht aus meiner Lieblings-Musikrichtung (die wurde ja sowieso schon genügend gebauchmiezelt!).

Lieblingsalbum ist also das wohlig-warme "Our Love" von Caribou. Hat der Gute beim letzten Album noch den Sound-of-the-Future-Award gewonnen, braucht er bei seinem aktuellen Album nicht mehr als das Standard-Synthie-Paket, eine jazzige Cymbal und gefühlvolle Stimmen.
Und - oh oh oh - schon beim ersten Track schreit das allgemeine Geschmacks-Gewissen: "Das ist doch Pop und Kitsch obendrein!". Aber egal, ist halt schon ein bisschen Gänsehaut-Musik aber ohne Nutella-Schicht aus der Großraumdisko oder Instagram-Filter von unseren Mütze&Skinny-Jeans-Jungs.

Außerdem ist Anspielstation 1 nur das trojanische Pferd für ein Album, das aus kleinen Figuren, Ideen und Motiven große Lieder strikt. In Perfektion ist das meiner Meinung nach beim Titeltrack gelungen. Wenn Pop so ist, höre ich wieder Radio NRJ.



Wobei, jetzt hab ich tatsächlich Tuas "Stevia" vergessen! Deswegen in einem Satz: Der deutsche James Blake gewinnt den Sound-of-the-Gegenwart-Award 2014 und den Bauchpinsel in Gold für ein sehr gefühlvolles Stück Musik.


Beste Tracks

Das ist ganz schön schwer dieses Jahr, trotz der guten Alben ist kein Track so richtig hängen geblieben. Deswegen gibt es ungeordnet ein paar Anmerkungen zu drei guten Liedern:

Zugezogen Maskulin - Alles Brennt

Das Video des Jahres: Es zeigt uns den unsicheren Hänfling aus mittlerem bis gutem Hause, der sich in seiner Welt ziemlich unsicher fühlt. Zum Glück gibt es das Erweckungserlebnis: In der Gruppe bin ich stark. Die letzte Szene des Videos ist dann so eindrücklich wie verstörend.
Und bitte nicht vom Bandnamen abschrecken lassen, die sind kein Ableger des Fler-Imprints Südberlin Maskulin und machen Rap mit Aussage.



Curse - Kristallklarer Februar / Für P.

Curse musste für sein Comeback in der Szene viel einstecken: sein neues Album käme nur, weil er am nun sehr großen Kuchen wieder mitschneiden möchte. Hin oder her, diese Auskopplung ist stark.
Der Beat ist ein echtes Stück Musik, die Bass-Melodie zu Beginn schneidet bis ins Mark wie eine Frostnacht im Februar. Der Text nimmt uns dann mit in die Geschichte, bis man den Protagonisten gegenüberzustehen und in ihre Augen zu schauen meint.



Kraftklub - Unsere Fans

Klassisches Problem als Fan: MEIN Künstler wird Fame und ich bleibe mit gebrochenem Herzen zurück im Untergrund. Die Jungs drehen hier einfach den Spieß um.
Ich weiß zwar nicht, ob sie damit die ersten waren, aber ich finde das sehr geistreich und gut umgesetzt. Aber kaufen würde ich es nicht - ist ja Mainstream!


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 3: Keiner macht mehr Malle, alle drehen Spliff.


Quelle: genius.com
(js/mb) Der Athletenmanager von diversen österreichischen Skilegenden, Mr. Julian Write, gibt sich nach seiner letztjährigen Vertonung nur abermals die Ehre und erfreut uns mit  musikalischen Highlights. Er versteht sich nicht nur aufs Sportmanagement, sondern zeigt auch eine großartige Genese in der musikalischen Sozialisation, was wieder erwartend sehr spannend ist. Die Auswahl ist betont lässig, etwas anderes war allerdings auch nicht zu erwarten, wohnt er doch mit einem luserlounge Schreiberling zusammen.




Lieblingsalbum 2014:

Marteria- Zum Glück in die Zukunft 2

Es war eine schwere Entscheidung heuer, too much good albums in the industry…

Am meisten hab ich trotzdem diese großartige Platte gehört. Sehr vielseitig, gefühlvoll und partytauglich zugleich! Zwei- bzw. Mehrdeutigkeiten, wie man es von Mr. Marteria gewohnt ist, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album und in den Bann. Auch beim 100. Mal anhören ist noch Neues zu entdecken. Auch Live ein unfassbares Stimmungsbrett! Deshalb meine Nummer 1 in 2014.





Lieblingstracks 2014

1.   Bilderbuch – Spliff
Hier heißt es für mich die österreichische Fahne hochzuhalten! Bilderbuch hatten ein super Jahr und haben ein richtig mutiges Album veröffentlicht. "Spliff" ist darauf zusammen mit "Feinste Seide" und "Maschin" der Eargasm unter vielen Highlights.



2.   The Shivas – Big Mama Casio
Meine Entdeckung der letzten Monate: old, groovy, abgespaced und unglaublich ehrlich. Das gesamte Album bekommt von mir (fast) volle Punktzahl- Big Mama Casio sticht aber durch diesen richtig geilen Beat heraus.




3.   The Black Keys – Waiting on words
Bluesige Stimmung vom Feinsten- genauso wie´s sein soll!
Mit Licht am Ende des Tunnels. Die Black Keys sind und bleiben in meiner All Time Favourites-Liste!

(Song ist online nicht verfügbar)

Dienstag, 2. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 2: It's hard to be a lover...

(cg/ew) Und es geht schwungvoll weiter am zweiten Tag unseres großen Jahresrückblicks aus euren Federn! Wieder meldet sich ein Leser zu Wort, der selbst Musik macht und von dem wir noch viel erwarten können (zu gegebener Zeit hier mehr dazu). Emanuel aus Siegen hat sich Gedanken gemacht und teilt mit uns seine persönlichen Highlights aus 2014:


Bestes Album: Damon Albarn – Everyday Robots

Bei diesem Mann weiss ich wirklich nicht, wo ich mit den Lobeshymnen ansetzen soll. Damon Albarn
ist einer der besten Songwriter unserer Zeit! Auf seinem ersten „offiziellen“ Soloalbum kommt auch
endlich zur Geltung, was sich bei den Gorillaz teilweise hinter trashigem Synthie-Pop versteckt:
Unkonventionelle Arrangements und Instrumentierungen gepaart mit ausgefeilten Melodien.
Albarns Songs sind von einer unaufdringlichen Intimität geprägt, unterstützt und geleitet von seiner
angenehm ruhigen Stimme. Melancholisch, erinnernd, zeitkritisch und verträumt innehaltend – was
der Workaholic und Globetrotter auf seinem Album zusammenträgt, ist das vielleicht persönlichste,
was er bisher vertont hat. Eine zugrundeliegende düstere Romantik zieht sich als roter Faden durch
die Platte, welche weitestgehend von Klavier, Gitarren und Elektrobeats geprägt ist. Allein für die
Zeile „It’s hard to be a lover when the TV’s on and nothing in your eyes“ hätte ich mir dieses Album
gekauft.




Größte Überraschung: Pixies – Indie Cindy

Allen Negativbeispielen an Reunionen zum Trotz, weiss die neue Platte der Pixies durchaus zu
überzeugen. Den schlechten Rezensionen der gängigen Musikmagazine, die Pixies hätten ihren Reiz
verloren, kann ich nur widersprechen. Wem es möglich ist, diese Band nicht an zwei, drei Songs und
einer längst vergangenen Musikepoche festzumachen, der kann sich auf ein richtig gutes Indie
Gitarrenrock Album mit feinen, eingängigen Melodien freuen.

Quelle: Wikipedia


Bester Song: Beatsteaks - Gentleman of the year




Einfach eine unfassbar gute Melodie, die tagelang hängen bleibt. Beatsteaks – cool wie immer. Leider
kann das Album das Niveau der Single nicht halten. Und damit größte Enttäuschung -

Größte Enttäuschung: Beatsteaks – Beatsteaks

Album hält leider nicht, was die Single verspricht. Lediglich zwei Songs, die etwas bewegen. Der Rest
plätschert so dahin.


Montag, 1. Dezember 2014

Der große Musikalische Rückblick 2014, Teil 1: Eine Perle aus dem Norden!

Quelle: atlantahistorycenter.tumblr.com
(ms/nr) Es geht wieder los, unsere große Weihnachtsaktion, yeah!
Letztes Jahr haben wir uns schon über eure Einsendungen extrem gefreut, es war ein wahres Fest der Töne, Meinungen und Liebhabereien, sodass wir uns sehr schnell entschieden haben genau das gleiche dieses Jahr erneut durchzuziehen. Dank Euch, liebe Luser!
Gestern war schon der erste Advent, heute aber erst der erste Dezember, voll cool! Und schon geht es los mit dem ersten Posting! Dieses Jahr darf Nicole das erste digitale Türchen öffnen. Letztes Jahr hat sie uns auch schon mit ihrem Jahresrückblick beschert, umso stärker, dass sie jetzt die Poleposition inne hat.
Und ab geht's!

Lieblingsalbum 2014


ClickClickDecker – "Ich glaub Dir gar nichts und irgendwie doch alles"

Eigentlich denkt man ja am Anfang des Jahres, wenn direkt im Januar so ein schönes Album erscheint, dass es musikalisch nur noch besser werden kann. Irgendwie liegt das im menschlichen Naturell. "Ich glaub Dir gar nichts und irgendwie doch alles" hat sich trotz dieser schwierigen Startposition für mich von keinem anderen Album überholen lassen. ClickClickDecker haben sich selbst übertroffen: Jedes einzelne Lied hat mich sofort abgeholt und nicht mehr losgelassen. Dann der wunderschöne Tourauftakt im Gleis22 in Münster. Kevin Hamann war mit seiner Aufgeregtheit so sympatisch und da konnte man Bratze die Beerdigung gar nicht richtig übel nehmen. Wenn nach diesem Album weiterhin so bezaubernde Soloprojekte folgen, dann Prost Mahlzeit!
Lieblingslied der Platte: Kann ich nicht sagen. Jedes Lied ist einfach hörenswert und für sich einzigartig. Da will ich mich einfach nicht entscheiden. Besonders zu empfehlen ist das making of. Einfach herrlich, wie viele Kleinigkeiten diese Lieder komplett machen. 



Lieblingstracks 2014
1. OK KID - Borderline
„Wir schütten unser Herz ins Glas und wenn es leer ist, schauen wir nochmal nach, ob noch irgendetwas da ist“. OKKID hat das geschafft, was alle sich von Kraftklub erhofft haben – mit den Liedern 2014 an das Vorjahr anschließen. Die Grundlos EP erzählt mit seinen 5 Liedern eine Geschichte. Dabei zeigen die Lieder menschliche Abgründe auf, die mir zeigen, wie gut wir es doch haben. Ob die getriezte Ballerina, der vom Alltag geplagte Büromensch – abreißen, was dich zerreißt ist das Credo dieser Lieder. Herzlichen Dank, dass diese Band sich für die andere Abzweigung vor der Berühmtheit entschieden hat! Man kann sich einfach nicht oft genug daran erinnern lassen, dass es wieder Mal Zeit ist, grundlos glücklich zu sein.



2. Farin Urlaub Racing Team - Das Traurigste
Den Tag, an dem Farin Urlaub aufhört, seine Musik auf der Bühne an uns weiterzugeben, will ich noch ganze viele Jahre nicht erleben. Dieses Lied ist mein Lieblingslied 2014, weil ich es auf dem Fahrrad mitsinge, ohne es zu merken. Weil es das perfekte Lied zum Runterkommen nach "Zehn" oder "Der Himmel ist blau" ist. Die Geige erinnert mich an "½ Lovesong", das absolut schönste Liebeslied der Welt und dann kommt die zerberstende Gewissheit des Protagonisten, verlassen worden zu sein. Dass der Herr lustige Lieder machen kann, weiß jeder. Aber gerade diese kleinen Geschichten machen die Alben zu etwas besonderem. 

3.  Madsen – Durch die Wüste – Live
Mit Madsen verbinde ich kleine schöne Moshpits, die besten Live-Auftritte und einen wunderschönen Open-Flair-vor-Geburtstags-Sommerabend. Völlig verschwitzt in Anzügen einem noch verschwitzterem Publikum ein neues Lied auf so galante Art und Weise bei zu bringen – der Wahnsinn! Diese Jungs muss man einfach live erlebt haben und egal wie oft man ihre Konzerte besucht, es wird nie langweilig. Dieses Lied war an dem bisher besten Konzert des Jahres beteiligt und muss deshalb – obwohl es noch einige bessere Madsen-Lieder gibt – ordentlich gewürdigt werden.