Montag, 27. März 2017

Nick & June - "My November My"

Der Blick so verträumt wie die Musik: Nick & June
(ms) Wenn ein Album vom gleichen Produzenten wie Philipp Poisel produziert wurde, spricht das nicht zwingend für das Album. Poisel nervt mit seinem pseudogefühlvollen Gejaule im Radio so brutal, dass es immer eine Challenge ist, den Rundfunkempfänger so schnell wie möglich auszuschalten oder auf Deutschland Radio zu wechseln, da wird man wieder herausgefordert.
Dass Udo Rinklin - ebenjener Produzent - auch ganz anders kann, beweist er eindrucksvoll auf dem zweiten Album des Duos Nick & June, die am Freitag über AdP Records "My November My" verlöffentlichen.
Es sind zwölf Songs, die mal melancholisch daherschwingen, mal voller Aufbruchstimmung glänzen oder zur romantischen Zweisamkeit einladen, ohne kitschig zu werden! Aber es sind nicht nur Lieder. Es sind Kapitel, kleine Bücher, Geschichten, die die Gedanken und Gefühle des November Boys schildern, der ein wenig fertig ist von der Welt und sich von dieser schlussendlich auch verabschiedet. Das erklärt auch die etwas sperrigen, sich dann aber erklärenden Titel wie "The Manifest: The Great Gatsby" oder "The Town: London City, Boy, It’s Killing Me".
Diese beeindruckende und ausgefuchste Idee, lassen auf ein großes, spannendes, abwechslungsreiches Album hoffen. Und ja: Diese Erwartungen werden tatsächlich erfüllt!



Schon bei ihrem Debut, "Flavour & Sin" wurden sie - nicht zu unrecht - mit dem Klang von Angus and Julia Stone vergleichen. Auch diese beiden schlagen in die Folkpop-Kerbe ein, die stimmungsvoller Filmmusik gleichkommt. Bei vielen Songs kommen einem auch schnell die Kanadier Stars in den Sinn (Was machen die eigentlich?).
So beginnt das Album mit einem sphärenvollen Intro und mündet in dem ersten schönen Lied, in dem der November Boy vorgestellt wird. Nick und June wechseln sich in den Gesangsparts ab, manchmal singen sie auch klassisch im Duett. Viele der Songs bauen sich - fast wie von allein - auf, die Akustikgitarre gibt dabei den Ton an, leise, schwebende Bläser sind oft das Sahnehäubchen!
Laut können sie auch, insbesondere im Finale von "The Universe: Tiger", gerne möchte man dazu tanzen gehen! In wirklich großem Gewand kommt "The Departure: Ships & Flags" daher, das mit "Ohh-ohh-ohhh"-Gesängen beginnt und sich zu einer herrlichen Perle des Albums entwickelt.
Wenn man an den November denkt - der zum Glück in diesem beginnenden Frühling noch weit, weit weg ist - kommt eine leise Ballade sehr recht. Diese Rolle nimmt "The Exitus: Autumn Bird" ein, dass es fast weh tut.
"My November My" ist ein schönes, abwechslungsreiches Folk-Pop-Album mit zwei herrlichen Stimmen, die sich ergänzen und toll miteinander harmonieren!

In diesen Städten und Clubs sind Nick & June bald unterwegs:

01.04. - Fürth – Kopf & Kragen
02.04. - Trier – Melodica Festival
06.04. - Hannover – Lindwurm
07.04. - Hamburg – Pooca Bar
08.04. - Bremerhaven – Findus
15.04. - Leipzig – Neues Schauspiel
22.04. - Griesheim – Kulturwerk
28.04. - Frankfurt – Lotte Lindenberg
29.04. - Wermelskirchen – Kattwinkelsche Fabrik
05.05. - Fürstenwalde – Club im Park
12.05. - Schweinfurt – Stattbahnhof
13.05. - Regensburg – W1
17.05. - Erlangen – E-Werk
19.05. - Magdeburg – Moritzhof
20.05. - Greifswald – Boddenhus
25.05. - St. Georgen – Bar Fümreif
27.05. - Thun – Café Mokka
30.05. - München – Heppel & Ettlich
01.06. - Gütersloh – Die Weberei
02.06. - Essen – Weststadthalle
08.06. - Berlin – Privatclub
17.06. - Salzburg – Corner

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