Donnerstag, 10. Januar 2013

Newcomerin Azealia Banks beleidigt Promis und steht vor einem Scherbenhaufen ihrer jungen Karriere, wäre da nicht der Niedergang des deutschen Qualitätsfernsehens.


Azealia Banks

(mb) Azealia Banks hat neben ihrer Inkonsequenz noch das Problem eine äußerst reizbare Persönlichkeit zu sein. Deshalb hat Sie jetzt auch mächtig Beef mit diversen Promis. Das könnte bereits das Karriereende sein, bevor ihre Karriere richtig gestartet ist. Warum ausgerechnet der Niedergang des deutschen Qualitätsfernsehens ihr behilflich sein könnte, diesen Konflikt zu lösen.




Kanzlergehaltdebatte vs. Eurokrise, oder in Zeit ausgedrückt: 3 Minuten gegenüber 30 Sekunden Sendezeit. Und das in der Tagesschau. Die Banalisierung der medialen Diskurshoheit nimmt immer abstraktere Züge an und macht auch keinen Halt vor Bildungsfernsehen. Überhaupt, gibt es Bildungsfernsehen noch oder sind wir alle schon durch die nachmittäglichen Talkshows und Real Live Sendungen abgestumpft? Wo bleiben die tollen Kindersendungen von früher, Nils Holgersson für die Braven, die tollen Fußballstars mit Zubasa für die Sportler und Super Power Rangers für diejenigen, die im Wohnzimmer vor dem Fernseher ihre Kampfmoves auspacken.
Wo sind die wahnsinnigen Samstagvormittage hin, bei denen man freiwillig um 8 Uhr aufgestanden ist weil ProSieben die besten Sendungen alle am Stück gezeigt hat. Wo sind die Filme am Nachmittag? Man muss nicht einmal mehr krank machen,wenn man daheim bleiben will,  denn das aktuelle deutsche Fernsehprogramm macht einen krank.

Die tollen Fußballstars, Frauentausch und Adorno´s These

Vor allem die neuerdings aufkommenden Real Life Sendungen bzw. Telenovelas wie Mitten in Berlin, Frauentausch und X-Diaries veranschaulichen hochintelektuell Konfliktmanagement, bei welchen sich gegenseitiges Anschreien und hysterisches Kratzen als adäquate Maßnahmen der Konfliktlösung akzeptiert werden.Wie sollen unsere Kinder da den richtigen Ton treffen? Eifersucht, Leid, Freude und Liebe, dass sind die Emotionen, die pervers engagiert umgesetzt werden. Da bleibt nicht mal mehr Zeit zum Durchatmen. Die stummen Emotionen findet man oftmals in der asiatischen (Fernseh)Kultur, aber wieso müssen es denn immer die Extreme sein, dass gilt auch für die Politik, die für gewisse Schichten interessant sind? Und wieso setzt es die Mehrheit um? Lief da nicht schon einmal etwas ganz verkert? Bleibt nur die Option, dem Fernseher fern zu bleiben. Schon lange ist er nicht mehr das Fenster zur Welt, sondern eine immer größer werdende Maschinerie, die Adornos These unterstreicht, das Kunst im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit verloren geht. Der Einschaltquotenkampf fordert große Opfer. Qualitätsfernsehen, Rest in Peace.

Azelia Banks, Schwuchtel und Disstracks

Die Kultursparte Musik trifft normalerweise den richtigen Ton und ist gefeit vor perfider Verseichtigung, es sei denn man wabert in den Niederungen des Mainstream Radio umher. Popstars können natürlich dumme Typen und blöde Zicken sein. In letzter Zeit wird dieses Metier aber immer mehr von selbstbewussten, smarten Solokünstlern unterwandert. (P!nk, Katy Perry, Adele, John Mayer, Ben Howard usw..)
Angel Haze
Aber, Ausnahmen bestätigen die Regel. Azealia Banks, aufstrebender Popstar, hat letztjährig mit ihrem Song „212“ einen Überraschungserfolg  gelandet und wurde nicht auf wenigen Plattformen als eine der wichtigsten Pophoffnungen für 2013 geführt. Doch so wird es wohl nicht kommen. Zum Einen hat Banks Schwierigkeiten, ihr Album rechtzeitig fertigzustellen. Das Visions Magazin erkennt richtig, dass anno 2012 der Release der EP“1991“ genause wie das enttäuschende Mixtape „Fantasea“ stets verschoben worden ist. Zum Anderen scheint Mrs.Banks doch eher eine reizbare Persönlichkeit zu sein. Banks regte sich auf, dass Angel Haze, ihres Zeichens auch Newcomerin im Haifischbecken Rap, sich auf Twitter als NewYorkerin bezeichnet, obschon diese nur eine "dazu gezogene" ist. In klassischer Gossipgörenmanier lästerer Azealia auf Twitter darüber. Das mündete dann in klassischer sink or swim Manier in einem Rapbattle, in welchem Banks mit „No problems“ begann und Haze mit „Shut the fuck up“ antwortete. Perez Hilton, Promistarblogger, mischte sich ein und schlug sich auf die Seite von Angel Haze. Banks passte das gar nicht und bezeichnete ihn als „faggot“(Homosexueller). Die Empörung über diese homophobe Äußerung war groß, Banks bagatellisierte anschliend mit Schwuchtel. Na dann. So weit, so kindisch. Von wegen den richtigen Ton getroffen.



So schnell wie der Stern von Azealia Banks am Pophimmel aufging, so schnell wird er wohl auch wieder untergehen. Nicht nur dass Sie sich mit ihrer Geilheit auf Beef ins eigene Bein sgeschossen hat, Sie schafft es auch nicht, ein Album in einer vorgegebenen Zeitspanne zu produzieren. Die Veröffentlichung für ihr Debütalbum wurde von Februar 2013 auf unbekannte Zeit verschoben. Insider meinen zu wissen, dass kein Album mehr zustande kommen wird und Universal die Kapriolen der 21-jährigen Diva Leid ist. Was könnte da helfen? Mhm, Konfliktmanagement auf RTL2 wäre sicher eine gute Option.


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