Montag, 11. Juli 2011

Lieber Fred Durst, du bist ja immer noch der Alte. Ein persönlicher Brief.

(mb) Lieber Fred Durst,
Vorfreude ist meist die schönste Freude, nach mehrmaligen Hören von der "Gold Cobra" LP weiß ich nun auch wieso. Nach schier endlose Verzögerungen hast du mit deiner Band Ende Juni euer neues Album veröffentlicht. Trägst du eigentlich dein rotes Baseball Cap immer noch nach hinten? Wundern würde es mich nicht, musikalisch ist ja fast alles noch beim Alten. Deine Reime lassen mich, wie du zu sagen pflegst, jedoch kälter als das Wetter in Sibirien.

Nun ja, es ist immerhin schön zu hören, dass du dich niemals in eine Schlange stellen musst, denn du stehst ja weltweit überall auf der Gästeliste und knallst immer die heißeste - Verzeihung -  Biatch. Natürlich ist das so. Du bist nämlich nicht nur schlau und lustig, sondern mit deinen 1,65m auch äußerst attraktiv, insbesondere für Models. Etliche Repeats deines neuen Albums auf meinem mp3- Player später, muss ich meine Sterne neu ordnen, solch lyrische Leckerbissen liegen mir dermaßen schwer im Magen, dass ich schon überlege, ein neues kulturwissenschaftliches Zeitalter der Poesie zu begründen. Ich weiß, du warst nie anders. In Zeiten als ich hüpfend durch mein Kinderzimmer von Akne gepeinigt und mit Stimmbändern beglückt war, die in einem Satz beinahe jede Tonalität trafen, fand ich das auch irgendwie noch in Ordnung. Nimms mir nicht übel, ich hab mich einfach verändert. Ich höre die alten Scheiben á la "Break Stuff" und "Take a look around" immer noch gerne, alleine der Reminiszenz halber in Gedenken an altehrwürdige jugendliche Feiereskapaden. Aber schön zu wissen, das Einer in der sich ständig verändernden, schnell lebigen Zeit noch der Alte ist. Nie würde ich dir mit dem neuen Album Kalkül, geschweige denn Geldgier unterstellen wollen. Du bist doch nicht Grieche, oder?
Mir kannst du aber nichts vormachen. Ich merke schon, dass du in die Jahre gekommen bist. Es ist irgendwie so wie wenn ich von Copa America auf Frauenfußball WM umschalte, irgendwie haben die Songs nicht mehr den nötigen Biss und Energie. Ich weiß, du hast das schon ein wenig selbst erkannt, get a fucking life, man!
Fred, ich mach mir langsam wirklich ernsthafte Sorgen um dich. Ich will keine rosberg´schen paraolympischen Vergleiche schüren geschweige denn Öl ins Feuer gießen. Aber unter uns, in einem so persönlichen Brief: Dir fehlt doch was, iss mal wieder vernünftig. Nächste Woche solls im Tourbus was mit Nüssen geben, hab ich gehört. Du bist doch nicht allergisch, oder? Ich hab gehört die regen die Blutzirkulation im Hirn an. Das wär doch was!
Bis bald und viele Grüße!


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