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| Foto: Rahi Rezvani |
Eine Verbandelung von Kang und Emotion steht für mich seit Ewigkeiten bei den Editors ganz weit vorn. Eine Energie, die mich packt, die mich die Faust ballen lässt und in der einfach unglaublich viel Wucht steckt. Es sind die Songs, bei denen Tom Smith auf der Bühne auch völlig freidreht. Da sind Tracks wie Smokers Outside The Hospital Door, The Racing Rats, Papillon, Formaldehyde oder Marching Orders, die ganz viel Glanz haben. In diesen (und vielen anderen) steckt eine Energie, die das Leben bereichert und schlechte Tage ganz schnell vergessen lässt. Auch die elektronische Wandlung der Band finde ich absolut nachvollziehbar und stark!
Nun erscheint mit Surface, Echo & Sound eine neue Platte. Seit 23 Jahren gibt es diese Band, es ist ihr achtes Album. Und es klingt vollkommen anders. Sämtliche Synthesizer sind verschwunden, auch die E-Gitarren knallen hier nicht so, wie man es eventuell vermuten würde. Schon auf seinem Solo-Album hat Tom Smith einen eher reduzierten Ansatz verfolgt. Den hat er auch mit seiner Band nun umgesetzt. Tatsächlich weiß ich nicht genau, was ich davon halten soll. Denn da sind zwei Dinge: Möchte ich, dass diese mir so wichtige Band gewissermaßen immer das Gleiche oder Erwartbare macht oder lasse ich mich auch auf eine so verhältnismäßig sanfte Platte ein? Es nicht zu tun, wäre etwas zu versnobt. Doch eine dezente Enttäuschung liegt bei mir schon in der Luft.
Ja, das Album hat definitiv schöne Lieder zu bieten. Eine der ersten Singles, Call It In, weist einen spürbaren Drive auf. Nur halt ohne den absoluten, ausbrechenden Höhepunkt. Stattdessen treibt hier die Akustikgitarre. Zu Beginn von The Rush dachte ich tatsächlich, dass Coldplay hier am Werke seien, doch wurde wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Ja, Surface, Echo & Sound ist definitiv ein Album, auf dem Tom Smiths Stimme mehr im Vordergrund steht. In einer emotional nahbareren Variante, nicht so nach vorn strebend, aber definitiv auch schön!
Ja, Shadow ist berührend, baut sich ganz toll auf. Und da kommen sie, die klassischen Editors-Momente. Wo es kribbelt. Wo der Puls steigt. Nur halt irgendwie klanglich gedämpft.
Doch die britische Band zeigt auch, welcher Klang ihr so eine beeindruckende Karriere verschafft hat. Es ist ein Klang, der auf Happiness in Ansätzen zu finden ist. Wenn Melodien und Gesangslinien sich ineinander verschlingen und Tom Smiths Stimme anfängt zu beben. Hier steigt doch der Puls, oder?! Es ist ein starker, verwunschener Song! Und ja, der Bass rollt plötzlich auch wieder. Wie auf Much Love. So lau - in meinen Ohren - die Platte auch begonnen hat, so nimmt sie auch Fahrt auch. Nicht so wie auf den ersten drei Alben. Anders. Aber durchaus ansteckend. Auch Seriously ist zweifelsohne ein wunderschönes, ja Hoffnung bringendes Lied. Und hier kommt dann eine Facette dieses Albums zu tragen, die ich erst spät verstanden habe. Es glänzt ein wenig mehr. Weniger Dramatik. Mehr organische Musik. Mehr Wärme auch gewissermaßen. Und das ist eine wirklich schöne Erkenntnis, so sollte dieses Album sicher einzuordnen sein. Eine warme Decke, die diese Musik über uns legt. Beruhigend, besänftigend, mitunter tröstend. Nur sind das Attribute, die ich der Band im Vorhinein niemals zugeschrieben hätte.
Ja, Surface, Echo & Sound klingt ganz anders als alles zuvor. Doch - wenn wir ehrlich sind - war das nicht bei den Editors sowieso immer schon der Fall?! So ist es die weicheste Platte in einer beeindruckenden Diskographie. Vielleicht ja genau der Aspekt, der dem Wirken dieser Gruppe halt noch gefehlt hat. Dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Wucht gewünscht.
08.02.2027 AT_Wien - Gasometer
11.02.2027 Berlin - Columbiahalle - SOLD OUT
14.02.2027 Köln - Palladium- SOLD OUT
16.02.2027 Leipzig - Felsenkeller
20.02.2027 Hamburg - Inselpark Arena - SOLD OUT

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