![]() |
| Foto: luserlounge |
Bevor am Samstag der Sielwall grün-weiß geflutet wird und während DJ Bobo in der ÖVB Arena spielt, passieren im Lagerhaus ganz andere, wunderbare Dinge. Voodoo Jürgens ist nämlich auf Tour und hat wieder im Viertel Halt gemacht, so wie zu den letzten beiden Alben auch schon. Gschnas heißt die aktuelle Platte und irgendwie ist die Veröffentlichung komplett an mir vorbei gegangen. Ich kannte bis zum Konzert kein einziges Lied. Und das bei einer Band, die mir doch sehr am Herzen liegt. Sachen gibt‘s…
Gschnas ist nicht nur ein tolles Wort und das neue Voodoo-Album, sonders es bezeichnet einen ausgelassenen Maskenball. Nein, maskiert war niemand im zu zwei Dritteln gefüllten Lagerhaus. Aber der Abend begann in jedem Fall gewissermaßen mysteriös.
Palinstar eröffneten einen wilden, tanzlastigen Abend. Das Schweizer Duo bestand aus Drummer und Sängerin/Gitarristin und ich bin mir nicht so sicher, ob beide selbst wussten, was in ihren Liedern genau passiert. Sicher hatte das alles einen Plan, aber einen derart scheinbar improvisierten Auftritt habe ich noch nie gesehen. Mal wuchtig, mal irre verträumt, mal zart und dann wieder kräftig. Viel verschobene Rhythmen, viele gebrochene Verse, aber wunderschönerweise insgesamt doch sehr harmonisch und melodisch. Die beiden haben irgendwie gezaubert. Das war toll!
Toll war auch, was gut 100 Minuten danach passiert ist. Alle, die Voodoo Jürgens und seine unglaubliche Band, die Ansa Panier, schon mal live gesehen haben, wissen, was für ein Spektakel lauert. Nein, es ist nicht immer alles zu verstehen. Doch das entspannte Nachlesen seiner Texte lohnt sehr! Denn Voodoo Jürgens ist nicht nur ein guter Showman, ein toller Tänzer und Sänger mit unverwechselbarer Stimme, sondern auch ein begabter Lyriker und Poet. Ist so! So spielen seine Geschichten oft in den abseitigen Straßen und Lebenswegen, in Kneipen, am Telefon, im Casino, auf dem Friedhof, in der Nacht.
Akkurat und ohne anbiedernd genau zu sein, spielt seine Band. Diese fünf Musiker verdienen ein großes Lob. Sie tragen den österreichischen Wahnsinnspolka mit Inbrunst und viel, viel musikalischer Raffinesse! Wow! Zu erleben gab es ein sehr gutes Potpourri von neuen Hits und alten Gassenhauern. Ob Vaschwindn, Federkleid, Es Geht Ma Ned Ei, Angst Haums, 2l Eistee, Tulln oder Heite Grob Ma Tote Aus ist… es ist fast egal. Da schwirrt die Luft auf der Bühne. Und davor auch. Ein Auftritt von Voodoo Jürgens ist große Show, sehr viel Herz, viel geile Verrücktheit, großes Entertainment, feinster Humor, Liebe zur Musik und eine Einladung zum Eskapismus. Wer da nicht hingeht, ist selbst Schuld.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (siehe Blog-Startseite unten) und in der Datenschutzerklärung von Google.