Freitag, 15. Mai 2026

KW 20, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com/freepik
Na, Sommer, versteckst du dich noch? Oder bin ich es einfach schon gewohnt, dass du dich schon Mitte Mai zeigst, die ersten Strahlen ausschickst und uns einen warmen, wohligen Vorgeschmack gibst? Was hemmt dich? Hast du auch die Weltlage satt? Bist du auch etwas vorsichtiger optimistisch? Oder sparst du dir nur deine Energie, bis du so richtig loslegen kannst? Aber Schnee in den höheren Lagen Mitte Mai? Ach, irgendwie auch schön, oder? Regen an Himmelfahrt? Auch irgendwie schön. Ich fand es gut, wie viele Leute gestern dem Wetter getrotzt haben. Poncho an, Bier auf und los. Oder einfach mal zu Hause den Tag auf der Couch verbringen und ab und zu nach draußen gucken. Zwischendurch regenfeste Kleidung an und ab durch die herbstlich anmutende Natur. Aber hey, Sommer: So langsam kannst du den grünen Knopf drücken, okay? Ich glaube, wir sind bereit!

Angus & Julia Stone
(Ms) Vor 16 (!) Jahren erschien Big Jet Plane von Angus & Julia Stone. Und ich kann mich noch daran erinnern, wie ich von einem Festival nach Hause fuhr, angenehm gerädert, voll mit Eindrücken und guten Momenten und dann lief dieses Lied im Radio (!). Es war der perfekte Song, um nach Hause zu fahren. Wie schön, dass die Geschwister immer noch zusammen Musik machen und auch solo so erfolgreich sind. Entspannt, wie ihre Lieder seit eh und je klangen, geht es weiter. Karaoke Bar heißt die neuste Single und kommt mit genau so einem Video daher. Wunderbar ruhige Popmusik mit einer dezenten Dramatik, viel Schönheit und euphorischen Melodien, die aber irgendwie immer auf dem Teppich bleiben. Der Track ist so herrlich eingängig, dass er einfach gut tut. Der die wuselige Welt für 3 Minuten und 24 Sekunden einmal abschaltet und uns einen Moment im Hier und Jetzt schenkt. Danke.
Das zur Single gleichnamige Album erscheint am 4. September!

25.06. Dresden, Junge Garde
26.06. Hamburg, Stadtpark
27.07. Stuttgart, Bürger Freilichtbühne Killesberg


Angora Club
(Ms) Wenn in der Stimme schon so viel Dringlichkeit steckt und die Gitarren wunderbar melodisch nach vorne preschen, dann ist Faszination und Gutfinden gar nicht weit weg. Herz Voran heißt das dritte Album von Angora Club und erscheint kommende Woche (22. Mai). 15 Stücke, die teils ein wenig turbostaatig nebulös getextet und arrangiert sind, machen gehörig Bock! Da steckt so viel Liebe und Sinn für Details drin - Wahnsinn! Allein der kurz zu hörende Chor am Ende von Pepsicolon ist so wirkmächtig, dass die Gänsehaut knallhart zuschlägt. Ja, die Grundstimmung auf diesem Album ist schon eher melancholisch und andächtig. Doch es leuchtet auch viel Zuversicht und Trotzdem durch die Takte und Verse, dass diese Musik auf jeden Fall als aufbauend zu bezeichnen ist. Die Vorstellung zu diesen Liedern vor einer Bühne zu schwitzen und alles zu geben, erhöht die Vorfreude auf ein immenses Album!

29.05.26 - Flensburg, Volksbad
28.11.26 - Husum, Speicher


Die Behörde
(Ms) Punkrock muss schnell sein. Punkrock muss wütend sein. Punkrock muss direkt sein. Ach, so ein Quatsch! Wenn Punkrock irgendetwas muss, dann ist es gar nichts. Dennoch stimmt es immer wieder. Und deshalb macht es so wahnsinnig viel Spaß. Katharsis an allen Ecken und Enden, wenn Die Behörde zum Termin lädt. Das Quintett aus Bremen serviert am 12. Juni ihr erstes Album mit dem sehr guten Titel Der Letzte Arbeitgeber. Darauf enthalten sind acht Lektionen mit einer Spielzeit von 18 Minuten und 26 Sekunden. Mehr muss es oft gar nicht sein. Acht kluge Songs zwischen Wahn an den Grenzen, Wahn zwischen den Geschlechtern, Wahn bei einer angeblichen Zufriedenheit. Wenn man vorher noch nicht zornig auf den Status Quo ist, wird man es spätestens mit dieser Platte. Und das ist sehr gut so!

13.06. Bremen, Release Party, Altes Sportamt (mit Marderschaden und weiteren)
08.08. Geestland, Frida Rockt (Festival)


Fir Cone Children
(Ms) Warum machen Menschen eigentlich Musik? Wozu der ganze Budenzauber? Weshalb all die Mühe, die Skizzen, verworfenen Melodien, der ausbleibende Erfolg, die geringen Streaming-Abschläge? Klar, auf der einen Seite ist es die große Freude, der irre Spaß, die Katharsis, der Genuss an der Kunst, ein Katalysator all der Gedanken, von Trauer und Freude. Oder ganzer, spezieller Themen: Alexander Donat hat mehrere Musikprojekte und eines widmet er dem Großwerden seiner Töchter. Daher auch der Name Fir Cone Children. Vergangene Woche ist das neue, zwölfte Album erschienen und trägt den wunderbaren Titel Vs The Real World. Logisch, dass es um pubertierende Kinder geht. Und hört mal rein: Wenn da keine Leidenschaft drin steckt, weiß ich auch nicht weiter. Ein Sound, der irgendwo zwischen Blur, Schrammelpunk und LoFi anzusiedeln ist, ist perfekt geeignet, diese Energien zwischen Autonomiewünschen, Hormonkarussell und Kein Bock einzufangen. 12 Songs, 32 Minuten heißt: Es geht schnell zur Sache. Wenn mein Papa solche Musik für mich machen würde, würde ich sicher erstmal zweifelnd schauen und ihm danach freudestrahlend um den Hals fallen.

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