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| Foto: Jenna March |
Erschaffen hat diese Musik Káryyn. Was für ein sehr spannender Name: Die Künstlerin hat Wurzeln in Amerika, Armenien und Syrien. Zum Teil macht sich das auch in ihrer Musik bemerkbar. Nun, am 29. Mai, veröffentlicht sie ihr neues Album Physics Universal Love Language (PULL).
Den Beginn macht direkt eines der stärksten Lieder der Platte. Collapse Phase heißt es. Sofort zeigt sie, was für eine kräftige, aber auch wunderschöne Stimme sie hat. Langsam baut sich das Stück auf, rhythmische Spielereien bauen Spannung auf. Nach dem ersten Refrain zeigt sie, wie groß ihr Sinn für große Töne ist. Mit viel Bass und allerhand Synthie-Kniffelei baut sie wirklich große Flächen auf und lässt sie wieder einstürzen. Das kann sonst nur Björk. Natürlich hinkt der Vergleich, doch Káryyns Musik ist so einzigartig, dass er irgendwie hinhaut.
Elsewhen ist wirklich großer Pop. Ganz, ganz großer. In seiner angenehmen Schlichtheit, aber auch in seiner elektrisierenden Eingängigkeit. Auch auf Further We Fall zeigt sie, was für einen irren Stimmumfang sie hat und wie präzise sie ihn einsetzen kann. Hier ist klar: Die Künstlerin hat nicht nur sehr viel Know-How bezüglich intensiver Arrangements, sondern sie ist auch wahre Musikerin. Irre! Viel Spannung liegt auch wieder bei Ground in der Luft. Die Takte flirren und erneut sind es zahlreiche rhythmische Elemente, die den Hörgenuss sehr weit nach oben schrauben. Das macht ungeheuer viel Spaß! Auf Pull zeigt Káryyn, dass neben Pop auch Techno geht. Über sechs Minuten erstreckt sich dieses Stück und es geht immer mehr in die Beine, baut sich hervorragend auf, gönnt sich ein paar Pausen und hält ständig die Intensität hoch. Das geht auch deswegen, da es nicht immer harmonisch und in Dur sein muss. Es darf gerne mal knarzen und in Schieflage geraten.
Das Album folgt einem klaren Plan. Es ist auf 432 Hertz gepolt. Die Frequenz, der man nachsagt, sie heile durch ihre Schwingungen. Ist PULL also Arznei? Ja, gewissermaßen schon. Diese Musik strahlt ganz viel Kraft aus, viele große Flächen, viel Herz, viel Energie. Es ist deutlich zu vernehmen, dass die Künstlerin in den Stücken ihr ganzes Selbst gelassen hat. Keeper ist so ein Song, der durch seine Dichte und Dringlichkeit stellvertretend dafür stehen kann. Irre.
So zeigt Káryyn, wie variabel und wenig festgelegt Pop sein kann. Tanzbar, mitunter aufputschend, beruhigend. Heilbar, ja. Das ist - zusammengefasst - sehr gut!

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