Freitag, 13. März 2026

Live in Bremen: Shatten & MPC Lafote

Foto: luserlounge
(Ms) Es ist leicht, schnell das Schlechte zu sehen. Dieses Gefahrenerkennungssystem ist uns einprogrammiert, aber glücklich macht es nicht. So ließe sich ja einfach sagen: Wie schade, dass nicht so viele Leute gestern beim Konzert im Eisen waren. Auf der anderen Seite: Die, die da waren, hatten einen einen großartigen Abend. Und viele andere haben das halt verpasst. So nämlich.

Doch besser vorne anfangen.
Die Band Shatten hat letzte Woche ihr neues Album Gegenwart rausgebracht (hier unsere Review). Es ist wirklich ganz großartig! Gestern ging dann ihre Tour los und sie haben niemand geringeren als MPC Lafote als Support mit dabei - was für eine großartige Kombination! Zusammen sind sie nach Bremen gefahren, um im Eisen zu spielen. Was für phantastische Bands Nando in diese Kneipe holt, verdient eigentlich eine eigene Würdigung. Es hat wirklich viel mit einem Wohlgefühl zu tun. Im Eisen ist es halt super entspannt. Vor und hinter der Theke nur gute Menschen, die gelassen und rücksichtsvoll sind. Wer will da nicht gern spielen?! Eben! 

MPC Lafote spielte schon letztes Jahr mit Drummer im Horner Eckhaus, das war enorm elektrisierend. Und genauso ging es los, als die Einmannband loslegte. Zahlreiche Sampler, elektronische Spielereien, Drehknöpfe, Synthies, Kabel. Dahinter am Mikro ein Typ, der wohl mal in einen musikalischen Zaubertrank gefallen ist und einen großen Schluck genommen hat. Wenn es ein Motto des Abends gab, dann ist es: Energie! MPC Lafote ist musikgewordene Präsenz, Tanzbarkeit, kluge Texte und eine gehörige Portion Freude an dem, was er da tut. Die aufmerksamen Menschen im Eisen honorieren es mit Tanzen, Applaus und gebanntem Zuhören. Die Ironie der Musik: Dass ausgerechnet beim Track Sabot die Boxen knarrten. Insbesondere die Tracks, bei denen ein Hintergrundchor aus den Boxen knallt, lassen die Luft flirren.

Foto: luserlounge
Kurze Umbaupause und um viertel nach neun starteten Shatten. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard, Stimme. Das ist Rockmusik mit verspielten Keyboardelementen, mit Druck und Aussage. Es dauerte nicht lange, und die Hamburger Band versprühte Energiefunken im Publikum, die schnell anstecken. Der Fokus lag klar auf den neuen Tracks und insbesondere Paranoia, das auf dem Album schon so gut ist, erlebt live noch eine ganz neue Qualität. Obendrein nimmt die Band den Raum ein, der Sänger geht über Tische und Bänke, hat Bock. Damit ist er aber zum Glück nicht allein, alle anderen vier strotzen nur so vor Drang und Spielfreude! Hier spielt eine Band, die mindestens die zehnfache Aufmerksamkeit verdient hat. Aber nicht alles so schlecht sehen: Auch wenn das Eisen „nur“ eine Kneipe ist, für mindestens einen Abend ist es die größte Bühne der Welt.

Am Ende muss ich mir das nicht-alles-so-schlecht-sehen selbst noch einreden: Der Zug rief mit blöder Abfahrtszeit, sodass ich den Auftritt nicht bis zum Ende sehen konnte. Aber das, was ich sah, war überragend. Schaut euch diese Band an - es wird großartig!

13.03.2026 - Flensburg, Volksbad
14.03.2026 - Lübeck, Blauer Engel
20.03.2026 - Berlin, Roter Salon
21.03.2026 - Hamburg, Molotow
09.04.2026 - Bonn, Bla
10.04.2026 - Mühlheim, Das Kaff
11.04.2026 - Oldenburg, Alhambra



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