Montag, 27. Januar 2020

Live in München: Heinz aus Wien

Michi (Heinz aus Wien) & luserlounge
(sb) 5382 Tage, knapp 15 Jahre - so lange musste ich warten, bis ich Heinz aus Wien endlich wieder live erleben durfte. Damals, am 30.04.2005 fuhren wir zu dritt aus Bayern in die österreichische Metropole, um die Heinzen bei ihrem Heimspiel im Tanzpalast zu Baden zu sehen, nun folgte also endlich der Gegenbesuch in München. Wie die Zeit doch vergeht...

Kurzer Flashback: März 2017, die Karten fürs Heinz-Konzert im Dornbirner Conrad Sohm hatte ich seit Wochen in der Tasche, die Vorfreude war riesig, doch dann die Ernüchterung: nur wenige Stunden vor dem Gig kam die Nachricht, dass die Band nicht auftreten werde - offiziell aus gesundheitlichen Gründen, bei der Rückgabe der Tickets ließ der Veranstalter jedoch auch durchscheinen, dass der Vorverkauf richtig mies gelaufen war. Natürlich ein sehr schwacher Trost und die Hoffnung, Heinz jemals wieder live zu sehen, schwand gewaltig, zumal sich die Herren Gaissmaier, Dix & Co. zunehmend rar machten und Konzerte in meinen Breitengeraden quasi nicht stattfanden.

So, nun also München. Freitag Abend. Wieder wurden die Tickets frühzeitig geordert, wieder konnte ich den Tag des Konzerts kaum erwarten. Und dann: mittags posteten Heinz, dass sie mit einem geplatzten Reifen irgendwo in Österreich auf der Autobahn festhängen und nun auf den ARBÖ (der österreichische ADAC) warten müssen. Das kann doch alles nicht wahr sein, oder? Kurze Zeit später aber Entwarnung: Neuer Reifen ist aufgezogen, weiter gehts und man wird pünktlich da sein. Hurra!

Ich verließ meinen Schreibtisch also auch überpünktlich und die knapp 2 1/2 Stunden Fahrt in meine Geburtsstadt vergingen dank Heinz-Beschallung aus den Boxen wie im Flug. Aber mal ganz ehrlich: in einer Millionenstadt möchte ich so rein verkehrstechnisch nie wieder wohnen! Nachdem ich das Auto in einen winzigen Parkplatz gezirkelt hatte, um nur Sekunden später festzustellen, dass da nur Anwohner parken dürfen (aber egal, Strafzettel wäre ähnlich teuer wie Parkschein und außerdem: Leben am Limit!), überbrückte ich die letzten paar Meter zum Milla in der Holzstraße. Netter kleiner Schuppen mit hoher Aufkleberdichte.

Live on stage
Bereits nach wenigen Minuten lief mir Sportfreunde-Drummer Flo Weber über den Weg, den ich ja nun auch schon gut zwanzig Jahre kenne und so erzählten wir uns massenhaft Geschichten aus lang vergangenen Zeiten. Kurzzeitig kursierte im Vorfeld das Gerücht, die Sportis würden vielleicht sogar als Vorband auftreten, was er aber sofort entkräftete. War auch insofern glaubhaft, alsdass nach dem Heinz-Konzert um 23 Uhr noch eine weitere Veranstaltung im Milla stattfinden sollte. Schade eigentlich, denn vor zig Jahren war es durchaus üblich, dass die Sportfreunde und Heinz sich gegenseitig supporteten. Kommerziell so richtig geschafft haben es dann leider (?) nur die Herren Brugger, Linhof und Weber, aber das ist eine andere Geschichte...

Setlist: überragend!
Um 20 Uhr gings dann endlich los und Wahnsinn, was für ein unglaublich gutes Set! Heinz aus Wien machten sich gar nicht erst die Mühe, Songs aus ihrem letzten Album (2017) zu spielen, sondern gaben der Masse, was sie wollte: Klassiker und das reichlich! Es ist immer wieder erstaunlich, zu was ein menschliches Hirn so in der Lage ist, denn obwohl ich (mit Ausnahme der Hinfahrt) seit Ewigkeiten kein Heinz-Album gehört hatte, konnte ich jedes Lied mitsingen und fühlte mich gut 15 Jahre zurückversetzt, als die Wiener bei mir rauf und runter liefen.

Fußballspielen, Lieb im Prinzip, Zeiten mit Dir, Hardrock Cafè, Johnny Depp - was für Hymnen! Und dann war der erste Teil des Konzerts auch schon vorbei und Durchschnaufen war angesagt. Schon zu diesem Zeitpunkt waren alle Erwartungen übertroffen worden; die Ansagen waren (wie gewohnt) legendär, die Riffs saßen und musikalisch war es so viel besser und mitreißender als erwartet.

Den ersten Zugabenblock eröffnete Sänger/Gitarrist Michi Gaissmaier solo mit Mono, einem meiner Lieblingssongs von Heinz. Gänsehaut, Baby. Mit Du bist der Grund folgte das neueste Lied des Sets - und das hat auch zarte acht Jahre auf dem Buckel, entpuppte sich jedoch überraschenderweise auch als Publikumsliebling, ehe Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken das Milla zum Kochen brachte. Wieder Pause.

Die Heinzen und der Sportflo
Als die Band anschließend nur zu dritt (ohne Drummer) zurückkam, ahnte man schon, was folgen würde und tatsächlich wurde Flo Weber auf die Bühne gebeten, um sich der Trommeln anzunehmen. Etwas widerwillig kam er der Einladung nach, durfte als Belohnung mit Wunderbaren Jahren jedoch einen Song der Sportfreunde Stiller drummen - für viele Besucher sicher der emotionale Höhepunkt des Abends und in der Tat auch eine ganz hervorragende Konstellation.

Mit Ringelnattern und Mit Dir ist es Einfach... (Scheiße) beendeten Heinz aus Wien ein wundervolles Konzert, das die Besucher, deren Durchschnittsalter übrigens so um die 35-40 lag, nicht nur in Erinnerungen schwelgen ließ, sondern auch davon überzeugte, dass die Band es immer noch kann und Spaß daran hat, Musik zu machen. Schön wars! Und bitte lasst uns jetzt nicht wieder so lange warten, bis Ihr nach München kommt.






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