Dienstag, 13. Februar 2018

Great News - Wonderfault

Das Hipseroutfit hört man zum Glück nicht in ihrer Musik: Great News. Foto: Linn Heidi Stokkedal
(ms) From Bergen to the world.
Bei aller Bescheidenheit ist das kurioserweise noch nicht mal das Ziel der drei Norweger Even Kjelby, Ole Kristian Einarsen und Kim Age Furuhaug. Dabei haben sie sich doch als Musiker den etwas größenwahnsinnigen Namen Great News gegeben. Spätestens nach dem Hören ihres Erstlings, das am kommenden Freitag über das Label Eget Selskap das Licht der Welt erblickt, bekommt der Name Berechtigung.
Dazu muss man auf jeden Fall wissen: Sie sind Musiknerds im allerbesten Sinne; ihr Hipsteroutfit lassen wir dabei mal außen vor. Mit unterbezahlten Jobs, die ausschließlich dafür dienen, den eigenen Lebensunterhalt so gut es geht zu bewerkstelligen, sorgen sie dafür, dass sie nebenbei ihrem Traum nachträumen können. Der wird mit Wonderfault nun Realität. Zusätzlich sind Kjelby, Einarsen und Furuhaug Idealisten: "Wenn wir eine Person mit unserer Musik berühren, dann ist unsere Mission erfüllt."
So eine Aussage als Musiker! Jeder, der sich vornimmt ernsthaft Melodien, Harmonien und Texte zusammen zu basteln und auf eine Platte pressen zu lassen, hat ja per Definition das Bedürfnis, dies auf der Bühne auszuleben. Die wenigsten werden sich mit einem Hörer zufriedengeben. Also große Neuigkeiten an alles Enden und Ecken.

Wie klingen die Leidenschaftler denn?
Mit Überzeugung, steif und fest kann man behaupten: Nach einer fantastischen Mischung aus 80s, Britpop und elektronischem Indierock. Sie selbst bezeichnen ihren Sound als Daze Pop. Catchige Gitarrenläufe, große Hymnen und der einnehmende Gesang wirken schnell. Es ist im besten Sinne eingängig und entfacht immer wieder eine enorme Kraft, die zum Tanzen oder Faust-in-die-Luft-Recken bewegt.
Der Opener Sleep It Off ist schon ein herrliches Beispiel, wie die Nordlichter ticken. Ein ruhiger, angenehmer Start, der in der 51. Sekunde völlig aus sich bricht und groß, gitarrenlastig, ja beinahe hitverdächtig wird. Da ist es kaum schon zu glauben, dass sie diesen Sound zu dritt erzeugen. An vielen Stellen fühlt man sich an die große Namen aus dem Indie-Brit-Pop erinnert, ohne konkret eine spezifische Band nennen zu können. Einnehmend sind Tracks wie Never Get My Love, die zusätzlich mit Percussion und mehrstimmigem Gesang einen psychedelischen Rausch erzeugen können. Die Leichtigkeit von Secrets macht einem nahezu Angst, kommt aus dem Norden doch meist nur knochenharter Metal, der schaurige Geschichten über den Tod und das Leiden erzählt. Mit dem Rausschmeißer It's Easy, der immer weiter fortschreitend eine ungeheure Energie und Macht entwickelt, fällt es einem wirklich extrem leicht diese Platte und die Band schnell zu mögen.

Zum Schluss noch eine schwierige Frage: Wohin mit all den großartigen, innovativen, unbeschwerten Bands, die leider so klein sind, dass sie voraussichtlich eher auf einem schmucken Indie-Festival spielen anstatt die Aufmerksamkeit inklusive Zuschauerzahlen bekommen, die sie verdienen? Einfache Antwort: Solange sie sich mit einem ergriffenen Hörer zufrieden geben und dann die Mission erfüllt ist, ist alles gut. Idealisten halt.

Die Band heißt Great News und kommt aus Bergen, Norwegen.
Das Album Wonderfault ist ein Wirklichkeit gewordener Musikertraum!
Gebt ihnen eine Chance, hört Euch durch und lasst euch mitreißen!

In Holland und Norwegen spielen sie demnächst:
19.-21.04. - Motel Mozaique Festival - Rotterdam, Niederlande
26.-28.07. - Fres Festival - Fresvik, Norwegen
07.-11.08. - Øya Festival - Oslo, Norwegen




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