Sonntag, 7. Mai 2017

Live in Dortmund: Michael Wollny und Konstantin Gropper

Wollny & Gropper. Foto: Facebook
(ms) Dieser kurze Artikel wird unzulänglich sein und von vorne hinein nur einem der beiden Künstler gerecht werden können. Denn über Michael Wollny hat der Verfasser nur mal einen kleinen Beitrag im ZEIT Magazin gelesen sowie sich vor dem Konzert in aller Kürze via Wikipedia schlau gemacht.
Wollny stand an diesem Abend jedoch im Fokus, da er im Rahmen der sogenannten Zeitreise im Konzerthaus Dortmund sechs Konzerte in drei Tagen spielt. Und auch, da er der aktuell renommierteste Jazzpianist dieser Lande ist. Sein Werk kann hier also nur im absoluten Mindestmaß gewürdigt werden.
Das Tun von Konstantin Gropper hat der Verfasser jedoch schon seit seinem Debut verfolgt und ihn als Band Get Well Soon zwölf Mal erleben dürfen. Seine Virtuosität, seine Kreativität und musikalische Leistung bringt er auf jedem seiner Veröffentlichungen zur Bestform, ebenso auf der Bühne.
Zwei Mal war er schon im Konzerthaus im Rahmen des Pop Abo, einmal mit Streicher- und Bläserquartett, im letzten Jahr in Bandbesetzung mit Hackbrett!
Nun also sind sie zu zweit, zwei musikalische Ausnahmekünstler, die einen Liederabend veranstalten. Kennen tun sie sich schon länger, standen in Heidelberg bereits gemeinsam auf der Bühne und haben vor Weihnachten den gestrigen Abend geplant. Als Grundlage diente Franz Schuberts "Winterreise", das 24 Lieder umfasst und melancholische Traurigkeit verspricht. Da Wollny an dem Abend schon gespielt hat, begonnen sie erst gegen viertel vor elf, angesetzt war eine Stunde.
Die Winterreise wurde jedoch famos variiert. Den Startschuss gab "We Are Safe Inside While They Burn Down Our House" von Groppers Erstling. Es folgten Schubert-Originale und sicher haben die beiden sich vorgenommen auch das Publikum zu unterhalten. Beide haben jedoch bekennen müssen, dass sie es als Comedy-Duo nicht besonders weit brächten. Recht haben sie und so gingen die Lieder mit berechtigten Applauspausen ineinander über. Genauso taten es die Musiker. Gitarre, Klavier und Stimme bildeten schon nach kurzer Zeit eine Einheit. Man könnte die Instrumentalisierung als minimalistisch bezeichnen, was sie jedoch an Klang, Sound und Wucht entfalten konnten, war beeindruckend. Genauso die leisen, andächtigen, ruhigen Parts; Qualität war ja in ausreichendem Maße vorhanden.
So konnten sie es sich auch leisten Madonnas "Frozen" zu spielen, jedoch in einer noch nie da gewesenen Art und Weise. Was dabei einzelne Besucher veranlasste, die Veranstaltung zu verlassen, bleibt ein Rätsel. Es folgten noch "Age 14, Kumping Off The Parents' Mazzanine" von Groppers "Henry"-EP. Unter großem Beifall der ungefähr 400 Gäste ging die Stunde schnell vorbei. Ein letztes Lied hatten sie noch, das zum Entstehungszeitraum des Sets gehörte. Ja, es war ein Weihnachtslied und es war herzzerreißend schön! So wurden die aufmerksamen Zuhörer mit "Frohe Feiertage" in den Dortmunder Abend entlassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen