Freitag, 31. März 2017

Claire - Tides



Albumcover "Tides"
(sf) Nur ein Jahr nach Bandgründung landeten CLAIRE aus München mit ihrem Debüt “The Great Escape” (VÖ 2013) direkt auf Platz 38 der Deutschen Albumcharts und etablierten sich so bereits als einer der aufregendsten Newcomer-Acts Deutschlands. Es folgten Support-Shows u.a. für WOODKID und BASTILLE, eine restlos ausverkaufte Deutschlandtour, aber auch internationale Auftritte wie beim renommierten Kunst- und Musikfestival „SXSW“ in Austin oder beim New Yorker “CMJ Festival”. Für ihr zweites Studioalbum “Tides” kooperierte die Band u.a. mit Produzent Dave McCracken (Depeche Mode, Florence + The Machine). Ab 07.04. ist das Album erhältlich, wir haben heute schon mal für Euch reingehört.

Elektropop klingt ja zunächst mal nicht so sexy und arg nach 80’s, dazu noch die Info, dass die Sängerin einst bei einer Casting-Show mitgemacht hat – was kann man da schon erwarten? Aber hey, Klischees sind da, um sie zu kicken und CLAIRE gelingt es schon beim Album-Opener „Friendly Fire“, meine Füße und Hüfte in Bewegung zu versetzen. Glaubt mir, ich bin überzeugter Nichttänzer, aber ja, das gefällt mir. „End Up Here“ kannte ich vorher schon und fand es von Beginn an geil – sehr sphärisch, sehr atmosphärisch, sehr eingängig. Die Stimme von Josie-Claire Bürkle veredelt die Klänge ihrer vier Mitstreiter perfekt und verleiht dem Sound den noch fehlenden Schliff. Das ist großes Synchronschwimmen, echt.

Ich würde jetzt lügen, wenn ich behauptete, dass mir jeder Song des Albums voll zusagt, aber insgesamt bin ich megaüberrascht, dass ich mit „Tides“ als Gesamtwerk so viel anfangen kann. Für mich lebt Musik von Gitarren und/oder guten Texten - Erstere kommen selten vor, auf Zweitere habe ich bisher nicht geachtet, aber das Gesamtbild ist verdammt stimmig und den Münchnern gelingt es durchgängig, mich als kritischen Hörer zu fesseln. Wie konnte das nur geschehen?

Foto: Christoph Schaller (Universal Music)
Auf „Tides“ kreieren sich CLAIRE ihre eigene Soundwelt. Nachdem dem Quintett während seiner
UK-Konzertreise im September 2014 in London der Bandbus samt komplettem Equipment gestohlen wurde, geht man mit frischen Inspirationen neue Wege und hat Software gegen Hardware, und digitale Rechner gegen analoge Synthesizer ausgetauscht. Konsequenz: ein organisches, warmes und kantigeres Klangbild. „Wir arbeiten heute auf eine komplett andere Art, als auf unserem Debüt“, erklärt Keyboarder Nepomuk Heller. „Wir haben mit diesen alten Maschinen sehr viel rumgetüftelt. Alles braucht viel länger, als auf digitalem Weg. Doch auf diese Art muss man sich gezwungenermaßen sehr viel Zeit für ein Lied nehmen und sich viel intensiver mit den Stücken beschäftigen, als wenn die Songs am Rechner entstehen. Wir haben uns die Zeit genommen, die Songs reifen und sich entwickeln zu lassen; ihnen Luft zum Atmen gegeben. Es war uns wichtig, ein Stück eine gewisse Zeit liegen zu lassen, um es dann mit ‚neuen Ohren‘ zu hören. Dafür klingt heute alles lebendiger und echter. An einigen Stellen rauscht und brummt es; wir haben diesmal viele Fehler und Nebengeräusche einfach drin gelassen, weil sie den besonderen Charakter des Albums ausmachen.“

Da hat er Recht, der gute Mann. Das klingt gut, das klingt charismatisch und das ist kaufenswert!

In Kürze habt Ihr zudem die Möglichkeit, CLAIRE auch live zu erleben:

27.04.2017   Frankfurt – Zoom
28.04.2017   Köln – Luxorbereits
29.04.2017   Dresden – Beatpol
01.05.2017   Leipzig – Naumanns
02.05.2017   Hamburg – Mojo Club
03.05.2017   Berlin – BiNuu
05.05.2017   München – Muffathalle
06.05.2017   Stuttgart – Im Wizemann Club
08.05.2017   Nürnberg – Hirsch
11.05.2017   Mannheim – Feuerwache
12.05.2017   Regensburg – Mischwerk


 

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