Freitag, 23. Dezember 2016

Adventskalender, Türchen Nummer 23: Live is live!

austintexas.org
(ms) So kurz vor Weihnachten hört man auch Weihnachtsmusik. Da geht ja kein Weg dran vorbei. Ob im Radio oder beim Last-Minute-Gutscheinkauf in den Konsumhöllen unserer Innenstädte (Anmerkung: Vielleicht ist der einzige Vorteil des Onlinebestellens, dass da keine nervige Musik läuft). Leider tönen nicht überall Erdmöbel aus dem Boxen.
Man möchte es gemütlich haben. Besinnlich. Ruhig. Weihnachtlich. Das geht mit der Standard-Weihnachtsmusik oder auch anders. Zum Beispiel mit ruhigen Interpretationen von Musik, die man sowieso hört. Das Transportmedium dafür heißt: Live-Album!
Nicht nur die klassischen MTV-Unplugged-Alben können überzeugen sondern auch mittlerweile zahlreiche Kooperationen mit Orchestern oder die Reihe der FM4-Aktionen.
Diese Möglichkeiten gibt es:
1.) Normales Live-Album: Aufnahme eines Konzertes oder Mitschnitte einer Tour.
2.) Unplugged-Live-Album: Strom raus, Akustik auf!
3.) Live-Album mit Orchester und Band: Alles wie immer nur mit 50 Leuten mehr und leiser.
4.) Live-Album nur mit Orchester, ohne Band: noch leiser, aber aufwendiger.

Als Sammler und Fan greift man da natürlich auch zu. So finde ich ad hoc in meinem Regal Live-Ausgaben von: Dendemann, PeterLicht, Die Fantastischen Vier, Sportfreunde Stiller, Get Well Soon, Nada Surf, Erdmöbel, Kettcar und Rantanplan.
Oft haben diese einen Beigeschmack als Best-Of.
Wenn die Band sonst nicht viel von sich verlauten lässt, kommt der geneigte Hörer auch schnell auf den Gedanken, dass eine Live-Aufnahme das baldige Ende der Karriere ankündigt. Das ist bei keinen der oben genannten Bands der Fall gewesen. Gemunkelt hat man dennoch.
Die Bandbreite der Ausgaben macht eine Gegenüberstellung von Dendemanns "abersowasvonlive" mit Get Well Soons "Vexations16" deutlich.
Dende: Live-Auftritt mitgeschnitten mit ein paar unterhaltsamen Ansagen, Interaktionen mit Publikum und Beats, die man auf Platte nicht findet. Da Dendemann ein wahrer Sprachakrobat ist, ist dies sogar ein Vergnügen. Nichts besonders, aber schön.
Get Well Soon: Wie der Titel anmuten lässt, verbirgt sich dahinter eine Neueinspielung des 2010er-Albums. Dies war schon sehr episch in der Instrumentalisierung. Nun wurde die Band weggelassen und für einen einzigen Abend in Mannheim mit großem Orchester aufgefahren. Es wurde wesentlich fulminanter, als es ohnehin schon gewesen ist. Groppers und die Stimme seiner Schwester Verena kamen da noch purer zum Vorschein als sonst schon. Hier muss man richtig laut aufdrehen, erst dann ist der vollkommene Genuss erreichbar. Es ist zu hören, wie groß der Aufwand des kompletten Orchestersatzes war: Umwerfend!

P.S.: Viele Live-Editionen gibt es auch als DVD. Aber im Ernst: Wer schaut sich das denn komplett an?

Und: In der ersten, zehnten oder fünfzigsten Reihe ist es immer noch direkter als auf jeder kaufbaren Scheibe.

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