Freitag, 22. April 2016

Live und stark: Element of Crime in Münster

Ilja, Regener, Pappik, Theobald, Young. Foto: luserlounge
(ms) Stark!
"Ja, stark" waren die ersten Worte, mit denen Sven Regener auf die Bühne im Münsteraner Jovel gekommen ist. Regener hat es geschafft dieses Wort zu prägen. Stark. Dabei hat er pünktlich um 20 Uhr vorerst die famosen Von Wegen Lisbeth angekündigt. Was für eine feine Wahl für eine Vorband! Die fünf Berliner supporten bald auch AnnenMayKantereit. Erst die alteingesessenen Rocker und dann die neuen Emporkömmlinge mit der Reibeisenenstimme.
Von Wegen Lisbeth: Ein guter Name! Zudem haben sie in ihren Kinderzimmern allerhand lustige Instrumente gefunden, die sie in ihre Songs einbauen. Eine Mischung aus Pop, Funk, Rock mit akzentuiertem Bass, richtig gut. Da schwingt das Bein, davon will man mehr. Das nächste große Ding?!

Das Publikum mit einem ungelogenen Altersdurchschnitt von Ende 40 hat sich hingegen enorm gefreut, als es danach stark mit Element of Crime weiterging.
Die Wahlberliner, mit denen man seltsamerweise eher Hamburg oder Bremen assoziiert, machen seit 31 Jahren konstant gute Musik. Krude Texte, einfache Instrumentalisierung, eine gewisse Kautzigkeit und fertig ist die Kultband. Dabei ist das Publikum gar nicht mal so gespannt auf die neuen Lieder. Wobei. Die sind ja auch schon zwei Jahre alt. Auch sind es nicht zwingend die Klassiker. Viel mehr macht die Band das Gesamtbild aus: Ansagen, die sitzen, ein astreines Trompetenspiel von Regener, stoische Ruhe von David Young am Bass, filigranes Spiel von Jakob Ilja an der Gitarre und Richard Pappik ein Uhrwerk am Schlagwerk. Zudem begleitet sie auf der Tour Rainer Theobald am Tenorsaxophon und der Klarinette. Das schafft einen noch breiteren, wärmeren Klang. Stark!
Die heimlichen Highlights waren dann doch die alten Klassiker: "Mehr als sie erlaubt", "Weißes Papier", "Blaulicht und Zwielicht". Natürlich kamen auch "Immer da wo du bist bin ich nie", "Delmenhorst" (die inoffizielle Hymne für das Oldenburger Umland), "Mittelpunkt der Welt", "Hotdog unten am Hafen". Nach über dreißig Jahren muss man sich auch nicht zu schade sein, andere zu covern, zum Beispiel mit "Surabaya Johnny".

Element of Crime.
Eine Band, die wirklich eine sichere Bank ist für ein konstant gutes Konzert, Sympathie ohne Ende und ein feines Händchen eine Vorband mit enormen Potential mit auf Tour zu nehmen!



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