Montag, 21. Januar 2013

Friska Viljor - Name unbedingt merken!

(sf) - Remember Our Name - so der Titel des am Freitag erschienenen Albums der Schweden Friska Viljor und wie sollte man die beiden sympathischen Musiker aus dem hohen Norden jemals vergessen, wenn man sie mal gehört oder gar live gesehen hat?

Zwei Männer, zwei gebrochene Herzen, sehr viel Alkohol - meist endet diese verhängnisvolle Kombination in der Ausnüchterungszelle, nicht aber im Fall von Joakim Sveningsson und Daniel Johansson, die anno 2005 die brilliante Idee hatten, eine feuchtfröhliche Zechtour durch Stockholm im Tonstudio enden zu lassen, um dort ihrem Frust in Form einiger Songs freien Lauf zu lassen. Diese einmalige Mischung aus melancholischen Texten und absolut lebensbejahenden Melodien ließ damals nicht nur Mädchenherzen höherschlagen, sondern katapultierte das daraus resultierende Album Bravo! in Schweden direkt in die Charts.

Der Grundstein einer erfolgreichen Karriere war also gelegt und die Fanbasis durch exzessives Touren und ein geradezu unfassbar sympathisches Auftreten auf und jenseits der Bühne ausgebaut, doch nach dem nicht minder erfolgreichen Zweitalbum Tour De Hearts war das "Verlassen sein"-Thema doch ein wenig ausgelutscht und Friska Viljor brachen auf zu neuen Ufern. Die Texte wurden deutlich vielschichtiger und abwechslungsreicher (wenn auch intellektuell nicht unbedingt fordernd), die catchy Melodien hingegen blieben und funktionieren nach wie vor ganz hervorragend.

Nach For New Beginnings (2009) und The Beginning Of The Beginning Of The End (2011) liegt nun also der fünfte Streich der Stockholmer vor und kann hoffentlich wieder voll überzeugen.


Ich werde mir Remember Our Name nun zum ersten Mal anhören, live rezensieren und bin gespannt wie Bolle...


1. Did You Ever
Na klar, ein massentauglicher Mitsing-Refrain zum Einstieg, aber insgesamt noch recht verhalten und ein wenig langsam. Könnte mir gut vorstellen, dass das Tempo dann beim zweiten Track anzieht.

2. Stalker
Richtig getippt und irgendein lustiges Intsrument hat sich auch reingeschmuggelt - ganz typisch für Friska Viljor, die auch schon mit Glockenspielen und zerbrochenen Gitarren experimentiert haben. Das Thema "Liebe" ist wie schon beim ersten Lied des Albums präsent, aber das muss ja nichts Schlechtes sein...

3. Bite Your Head Off
Even if I could, I would not help you on your way back up - auch mal ein Statement. Und sie schaffen es wieder einmal, solche Gemeinheiten tanzbar zu machen, sodass mir hier auf der Couch die Füsse zucken und ich am liebsten aufstehen würde, um mich zu bewegen. Eigentlich fast a Frechheit!

4. Boom Boom
Ui, eine Einleitung, die ganz böse nach 80er Jahre klingt! Jawoll, der Refrain bringt den lange erwarteten Falsett-Chor! Wird sicher nicht mein Friska Viljor-Lieblingslied, kann aber live richtig gut zünden und die Mädchen werden schmachten.

5. Easy Is Hard
It's easy to feel love when you got someone to love. Diese Aussage ist einfach und richtig. Wieso hat das eigentlich noch keiner ausgesprochen? Großartiges Lied, tolle Melodie, schöner Text und ein wunderbarer Refrain; bisher mein Favorit auf diesem Album!

6. I'm Not Done
Hoppla, klingt wie die Kings of Covenience! Gewinnt seinen Reiz definitiv daraus, dass es eben sehr untypisch für Friska Viljor ist, aber hat echt was. Ich glaube, das wird mir immer besser gefallen, je öfter ich es höre.

7. Streetlights
Ein Banjo zum Einstieg, wenn ich mich nicht irre. Nice. Und als Ratschlag gegen das Alleinsein zuhause wird Ausgehen und Trinken vorgeschlagen - gekauft! Taugt mir richtig, richtig gut in seiner um sich greifenden Melancholie und Hoffnungslosigkeit. Jetzt auch noch Bläsereinsatz! Ein Traum!

8. The F
Kann mit Track 7 leider nicht mal ansatzweise mithalten. Für sich sicher kein schlechtes Lied, aber fällt im Vergleich zu sehr ab. Obwohl: gegen Ende hin hats mich dann zugegebenermaßen doch ein wenig gepackt...

9. Until The End
Ich mag es wirklich sehr gerne, dass die Herren keine perfekten Stimmen haben und mitunter sehr zerbrechlich klingen. Dieser Song ist wieder ein gutes Beispiel dafür, wie man diese vermeintliche Schwäche zu einer Stärke umwandeln kann. Dazu noch the return of the Falsett und fertig ist ein ruhiger und doch ungemein beschwingter Hit!

10. Flageoletten
Der Titel klingt a bisserl nach Adiletten und lässt auf einen schwedischen Text hoffen, aber auch hier wird leider(?) englisch gesungen. Wieder eine interessante instrumentale Begleitung! Holla, jetzt wirds laut und schnell - sehr schön, das braucht dieses Lied, sonst wäre fast ein "langweilig" in diese Rezension eingeflossen. So aber durchaus ein abwechslungsreicher Song, der live großartig funktionieren wird.

11. Remember My Name
I'll watch you as you walk through life, I know you'll be fine.
I just wish I could stay down here with you to hold your hand.
And even if I'm gone I'll still be with you, believe me.
I will follow every step you take, cause I got your back.

Schöner Albumabschluss mit dem Titeltrack, der sich natürlich auch als Rausschmeißer bei Konzerten anbietet.


Apropos Konzerte:
Friska Viljor kommen demnächst auf Tour und ich kann Euch nur empfehlen, Euch diese Chance nicht entgehen zu lassen, denn Konzerte der Herren sind ein wahrer Quell der Glückseligkeit und des fröhlichen Miteinanders. Hier die Tourdaten:

26.01. - Wien (AUT), FM4 Geburtstagsfest
11.02. - Rostock, Mau
12.02. - Nürnberg, Hirsch
13.02. - Graz (AUT), PPC
14.02. - Innsbruck (AUT), Weekender
15.02. - St Gallen (CH), Grabenhalle
16.02. - Bern (CH), Bierhübeli
17.02. - Zürich (CH), Mascotte
18.02. - Karlsruhe, Substage
20.02. - Frankfurt, Batschkapp
21.02. - München, Theaterfabrik
22.02. - Dresden, Beatpol
23.02. - Berlin, Huxleys
24.02. - Köln, Stollwerk
25.02. - Münster, Sputnik
26.02. - Luxembourg (LUX), Rockhal Club
27.02. - Groningen (NL), Vera
28.02. - Amsterdam (NL), Bitterzoet
21.-23.06. - Hurricane / Southside






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