Freitag, 19. Juni 2026

KW 25, 2026: Die luserlounge selektiert

Quelle: flaticon.com / Rooman12
„Ihr müsst 15% Zoll zahlen und wir nichts.“ - „Ja, okay, so machen wir das.“
So oder so ähnlich muss es ja zwischen Ursula von der Leyen und dem orangenen Mann zugegangen sein, als der Zolldeal zwischen der EU und den USA beschlossen worden ist. Dann las ich noch ein paar Stimmen zu diesem erpresserischen Handelsdeal und viele sagen, dass das die bestmögliche Version innerhalb einer völlig verkorksten Abmachung sei. Ja, soweit vollkommen nachvollziehbar. Denn die USA sind halt immer noch am wesentlich längeren Hebel. Sie könnten ja die ganze militärische Unterstützung hier runterfahren und dann steht die EU plötzlich ziemlich blöd da. So lange diese Archillesferse besteht, wird die EU sich bestimmt auf vieles einlassen. Dennoch gilt: innereuropäischen Handel stärken, andere Allianzen finden, unabhängiger vom Wahnsinn hinter dem Teich werden.

Nichtseattle 
(Ms) Konzerte, die zu Tränen rühren, bleiben besonders stark im Gedächtnis. Im November 2024 spielte Katharina Kollmann aka Nichtseattle im Bremer Schlachthof. Ich bin eh schon ein wenig emotional-schwankend angekommen und dieses Konzert hat mich stark getroffen. Aber auf einer wunderbaren, zarten, direkten, sehr poetischen Weise. Sehr menschlich, musikalisch wunderschön. Nun gibt es gute Nachrichten: denn zusammen mit ihrer Band hat sie ein neues Album eingespielt. Große Liebe heißt es und wird am 25. September erscheinen. Neue Stücke, die sich um die Liebe drehen werden. Doch wenn Katharina Kollmann textet, ist auch klar, dass sie so scharfsinnig schreibt, sich so gute, tiefgehende Gedanken macht, feministische obendrein, dass es nicht nur rosarot wird. Liebe kann viel, auch weh tun und verzweifeln lassen. Und Liebe wem gegenüber? Auch sich selbst. Darüber geht es in der ersten Single Dallas, die seit einigen Tagen draußen ist. Auf sich aufpassen, Selbstfürsorge, irgendwelche Mittel und Wege finden, um dem hellen Wahnsinn in der Welt zu ertragen. Nicht nur im Text, sondern auch in dem tollen, neuen Video. Hui, die Vorfreude auf dieses Album ist sehr groß!

07.08.26 Joachimsthal, Reclaim Festival
05.09.26 Pünderich, Oben Air
06.09.26 Dresden, The Sound of Bronkow
03.11.26 Kiel, Hansa48
04.11.26 Hamburg, Knust
05.11.26 Osnabrück, Kleine Freiheit
06.11.26 Langenberg, KGB
07.11.26 Leipzig, UT Connewitz
08.11.26 Berlin, Großer Sendesaal des rbb
09.11.26 München, Feierwerk (Kranhalle)
10.11.26 AT-Vienna, Club Lucia
12.11.26 Regensburg, Alte Mälzerei
13.11.26 Frankfurt, Brotfabrik
14.11.26 Köln, Artheater


Schluma
(Ms) Passt auf - es wird richtig genial, gewissermaßen nostalgisch, voller Tatendrang, ein bisschen bekloppt und vielleicht ist es wirklich die beste, frische Band seit langem: Schluma aus Hamburg. Wer den Kosmos vom Grandhotel van Cleef folgt, hat den Namen der Band schon gelesen, sie gehören nun zur Familie. Zudem haben sie letztens den Krach+Getöse-Preis der Hansestadt gewonnen. Dabei haben sie gerade mal drei Singles veröffentlicht. Egal, ist ja eh super! Indierock ohne glattgebügelte Arrangements. Gitarrengeschrammel, der hart an die frühen Tocotronic erinnert. Lieder über die Bandmitglieder. Peter an der Gitarre hat Ich Bin Ein Außenseiter Dieser Republik über Sänger und Bassist Lenny geschrieben, die 25 Jahre trennen. Vielleicht ist die Selbstexklusion in politischer Hinsicht ein gutes Mittel, um derzeit nicht durchzudrehen. Schluma bieten den Soundtrack und veröffentlichen am 4. September ihr Debut Heulen Am Wasser. Das ganze wird groß aufgefahren mit einem Festival über zwei Tage im Indra, für das sie einfach neu gewonnene Freunde, Bands undundund eingeladen haben. Voller Tatendrang eben… das wird guuuuuut!

02.07. Rømø, Cruise van Cleef (Support für Madsen)
11.07. Hamburg, 25 Jahre Stilbruch
04.-05.09. Hamburg, Indra – 10.000 Leute Festival, Album-Release-Show
01.-03.10. A-Wien, Waves Vienna


Kabinett
(Ms) Manchmal sind es ja nur zwei, drei Takte, die aufzeigen: Oha - hier kommt was ganz großes! Das ist mit Kabinett und ihrer neuen Single Call My Name definitiv der Fall! Die Band aus Mannheim setzt direkt auf große Melodien und Arrangements und der Plan geht gewaltig auf! Hört man die aktuelle Single und schließt dazu die Augen, sieht man sich versetzt auf ein großes Festival am frühen Abend, es wird schon etwas dunkel, überall sind freudestrahlende Gesichter zu sehen und dann führen diese Hooks und diese Energie dazu, dass Fäuste in die Luft gereckt werden und der Puls nochmal erheblich steigt. Die Single beschreibt das verflixte Gefangensein in einer Beziehung, die beide eigentlich nicht mehr wollen, sich aber auch nicht trennen können. Puh. Es ist der erste von vier Tracks, die die Band dieses Jahr noch veröffentlichen wird, bevor im kommenden Frühjahr dann ihr erstes Album erscheinen wird. Das. Wird. Richtig. Gut!


Eels
(Ms) Über einige Bands und KünstlerInnen würde ich hier manchmal gern andere, wesentlich kompetentere Leute schreiben lassen. Eels zum Beispiel. Logisch, kein unbekannter Name, aber außer über die wunderbare Stimme und die sehr harmonischen Arrangements seiner Songs kann ich über gar nichts berichten. Also beschränke ich mich mal darauf. Mark Oliver Everett wusste immer schon, sehr gute Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel auf seiner neuen Single Cap In Hand. Ein Lied über die vielleicht größte Geste, zu der wir Menschen fähig sind: Einsicht zeigen, Fehler zugeben, Besserung versuchen. Das ist ein ganz schön harter Schritt, aber er tut halt auch wirklich gut. Getrieben wird der Track von einem markanten Bass. Zudem ist die Ambivalenz des menschlichen Wesens aus der Erzählung super im Timbre seiner Stimme aufgehoben. Wow - wie schön! Damit kündigt er sein 16.(!) Album an. Cookie Happened wird am 16. Oktober erschienen. Heißt: vier Monate Vorfreude!


Tramhaus
(Ms) Gerne schaue ich mir Tourplanungen unterschiedlicher Bands an. Wolang fahren sie? In welchen der Läden war ich auch schon? Welche Länder werden abgeklappert und wie viele Konzerte spielen sie überhaupt? Schaut man sich den Tourkalender der Band Tramhaus an, könnte man denken: Wow, warum sind die an mir vorbei gegangen? Die spielen ja europaweit überall. Und/oder: Was sind das für wahnsinnige Musiknarren, die das alles durchziehen?! Geil! Irgendwo zwischen Shoegaze und wildem Indierockgeschrammel macht diese Band aus Rotterdam seit sechs Jahren Musik, die es in sich hat. Coolness, Drive, Druck. Alles dabei. Allein nach ihrem Debut spielten sie 125 Gigs in 22 Ländern. Irre! Wenn dann ihre aktuelle Single Plovdiv aus dem kommenden Album Blister (9. Oktober) läuft, schwappt eine Ahnung der Energie, die sie auf der Bühne auffahren können, aus den Lautsprechern. Die Gitarren voll aufgedreht, das Schlagzeug scheppert, die Stimmbänder ächzen. Woah, das macht Bock!

09. Juli - Dresden, Ostpol
12. Juli - Dellach, Gailklang Festival
18. Juli - Wasserburg, Bums on Wheels
01. August - Erbach, Heimspiel Knyphausen
20. November - Schorndorf, Manufaktur
09. Februar - Berlin, Neue Zukunft
10. Februar - Oberhausen, Gdanska
18. Februar - Münster, Gleis22
27. März - Luzern, Schüür
06. April - München, Import Export
07. April - Wien, tba
25. April - Hamburg, Betty

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