Sonntag, 8. März 2026

Live in Köln: Psychlona

Foto: luserlounge 
(Ms) Über einen Abend, der so gar nicht geplant war und mit der Erkenntnis, dass harter Stonerrock recht entspannend sein kann.

Dieser Konzertbesuch war gar nicht angedacht. Es war die beste Alternative. Denn eigentlich wollten wir in Köln Portugal. The Man sehen. Lange haben sie nicht hierzulande gespielt, zudem mag ich die Band schon seit über fünfzehn Jahren und sah sie diverse Male live. Als letztes Jahr einige Deutschlandtermine angekündigt worden sind, war schnell klar: Hin da, ab nach Köln, das wird ja eh immer gut. Dann wurde die gesamte Tour vor gut gut einem Monat komplett in den Herbst geschoben. Schade, aber besser als alles abzusagen. Dennoch war alles vor Ort gebucht, Zug, Unterkunft, Bingo. Nach der Enttäuschung darüber, kam natürlich schnell die Suche nach dem, was dennoch am Rhein geht. Und an einem Tag in Köln kann man locker zehn verschiedene Konzerte sehen - Wahnsinn!

Hier und da habe ich reingehört und die Entscheidung war schnell getroffen: Mit Stonerrock ist verhältnismäßig wenig falsch zu machen. Die britische Band Psychlona machte Halt in den Garagen in Ehrenfeld und beim Vorabhören wippte der Kopf schnell mit. Also: Tickets geholt und hin da. Ehrenfeld ist ja eh ein Schmelztigel der Kultur. Irre, was da überall los ist. Ein Eldorado für Nachtschwärmer. Der Garagen Club ist genau das, was er sagt: Eine alte Garage mit einem großen Platz davor, wo es sich schön lümmeln lässt. Der Innenraum ist sehr übersichtlich, aber mit allem Nötigen gestaltet: Bühne, Bar, fertig. Also noch ein Getränk geholt, den Außenbereich genossen und pünktlich um 19.30 Uhr bretterte von drinnen ein gewaltiger Sound los. Die Dortmunder Band, die tatsächlich den glamourösen Namen Kardeathian trägt, eröffnete den Abend mit massigem, gesanglosem Stonerrock, der weit in den Metalbereich reindriftete. Schwere Gitarren, langsame Bewegungen, aber viel Freude dabei. Der Lärm schließt nicht aus, dass es Spaß macht - das sah man insbesondere der Band selbst an.
Eine Stunde später trat dann die vierköpfige Band Psychlona auf und ging musikalisch in eine ähnliche Richtung, aber in meinen Ohren etwas runder, etwas abwechslungsreicher und vor allem mit Gesang. Das ist bei einem Genre, das schon auch monoton ist und auch sein will (so weit lehre ich mich mal aus dem Fenster), kein unwesentliches Element. Dann ist während ihres Auftritts - das sage ich hier als Nichtkenner der Gruppe und auch im Genre bin ich wenig sattelfest - wenig passiert. Es war laut und doll und aber auch vor allem gut. Das ist ja sehr verrückt: Die circa 100 Anwesenden wippen im Takt der Musik mit, einige gestikulieren mit der Gitarre und immer wieder war eine anerkennende Geste zu sehen - die ausgestreckte Bierflasche oder Faust als Gruß an die Band. Beides bedeutet: Yeah, das gefällt sehr! Und diese Musik beruhigt irgendwie. Wahrscheinlich durch die Eintönigkeit, aber auch durch die angenehme Schwere. Man sieht es den Menschen vor Ort an: Denen geht es wirklich sehr gut an diesem Abend!

So bastelte sich von allein ein guter musikalischer Abend zusammen. Wahrscheinlich werde ich beide Bands nicht allzu oft privat hören, weil es vor allem nicht mein bevorzugtes Genre ist. Dennoch fand ich es sehr lohnenswert, Neues kennenzulernen: zwei Bands und ein Club, in dem ich noch nie war. Ergibt zusammen einen sehr kurzweiligen Abend. Psychlona sind noch für einige Konzerte hierzulande unterwegs!

Und im November dann an dieser Stelle: Die Review zu Portugal. The Man!


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