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| Foto: luserlounge |
Vorfreude. Als Die Sterne im Januar ihre neue Platte Wenn Es Liebe Ist veröffentlichten, freute ich mich irre auf die anstehende Tour, denn das Album hat mich ganz schön angefixt. Der Sound, die Energie, der Witz. Da kribbelte es schon in meinen Fingern, konnte es kaum abwarten, bis sie endlich an die Weser kommen. In meinen Gedanken war es schon ein abgemachtes Highlight des Frühjahrs.
Warten. Durchaus kurios an dem Datum war ja, dass es Karfreitag war. In Niedersachsen oder Hamburg hätte dieses Konzert an diesem Tag gar nicht stattfinden können, da das sogenannte Tanzverbot dem ein Riegel vorgeschoben hätte. Doch Bremen hat die kürzeste Stillezeit überhaupt, um 21 Uhr kann alles wieder wie gewohnt rundgehen. Also stellte sich vorher die Frage, ob Resi Reiner, die den Abend eröffnete, erst um 21 Uhr anfängt. Ach, ganz so eng hat man es dann doch nicht genommen und gegen viertel nach acht ging es los. Licht aus, Spot an.
Neugier. Die Wiener Musikerin kam auf die Bühne, platzierte sich zwischen Keyboard und Drumcomputer und ließ ihren Elektropop durch das ausverkaufte Lagerhaus schallen. Charme, Witz, sich selbst nicht allzu ernst nehmen - das stand im Vordergrund. Und die BremerInnen haben es dankend angenommen, die Menschen setzten sich in Bewegung, fingen an zu schmunzeln, ließen sich durch ihre Lieder tragen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein kurzweiliger Auftritt, der mir persönlich Lust auf mehr ausgelöst hat - da könnte noch sehr viel Tolles kommen von der Dame mit den irren Augen!
Langeweile. Ja, das dieses Wort hier überhaupt auftritt, hätte ich im Vorhinein auch nicht gedacht. Aber - um es direkt vorweg zu nehmen - der Auftritt von Die Sterne hat mich schlussendlich gelangweilt. Uninspiriert und matt schienen die MusikerInnen auf der Bühne. Müde gar. Vor zwei Jahren sah ich sie noch beim Watt En Schlick, es war energiegeladen und tanzbar! Woran hat es gelegen? Wahrscheinlich an einem Mix. Es war schon spannend, dass Frank Spilker solo und mit Akustikgitarre Universal Tellerwäscher als Start darbot. Das war ungewohnt, aber irgendwie gut. Danach kam die Band auf die Bühne und sie spielten das aktuelle Album in Gänze. Nicht ganz von vorne bis hinten, aber weitestgehend. Doch da stimmte was nicht - waren die Instrumente nicht richtig eingestellt? Das Keyboard zu dominant, die Gitarre zu leise? Ach, ich weiß es nicht. Der Funke sprang nicht über. Tatsächlich sah man das den Menschen auf der Bühne aber auch an. Da fand wenig Austausch statt. Jeder bleib ein wenig bei sich, als Band waren diese vier Menschen irgendwie nicht aufgetreten. Klar, es legte sich, als sie später Was Hat Dich Bloß So Ruiniert oder Du Musst Gar Nichts gespielt haben. Da kam mehr Energie. Aber das großartige GNZRZND oder Fan Von Irgendwas schienen nur so runtergespult. Bei Hallo Euphoria bleib letztere irgendwo in der Luft hängen.
Ratlosigkeit. Ging das jetzt nur mit so? Der Applaus sagte etwas anderes. Doch ein paar andere Stimmen aus unserer Gruppe gingen in eine ähnliche Richtung. Das ist natürlich immer etwas enttäuschend. Aber es kann ja auch nicht immer alles großartig, perfekt, ideal, wahnsinnig, umwerfend, bäääm sein! Ob es nun am Sound oder an der schon etwas anhaltenden Tour der Band liegt - keine Ahnung. Was mir bleibt, ist, dass ich Resi Reiner als tolle Musikerin entdeckt habe, bei der es sich sehr lohnt zu schauen, was als nächstes kommt.

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