Montag, 27. April 2026

Live in Bremen: Blond

Foto: luserlounge
(Ms) Ich habe mich taufen lassen! Die Religion hat viele Gotteshäuser. Oder viel mehr GöttInnenhäuser. Und sie hat viele AnhängerInnen. Textsicher, gut gekleidet, freundlich, rücksichtsvoll und ausgelassener Stimmung.

Ich habe mich zum Blondinator taufen lassen. Nun bin ich ein Anhänger der Formation Blond. Und das durch einen fulminanten Abend in Bremen!

Viel habe ich über die Gruppe Blond gelesen. Jedoch wenig gehört. Verrückt, ist aber so. Eine Band, die irgendwie an meinem alltäglichen Musikhören vorbei gegangen ist. Das hat sich nun, seit dem gestrigen Abend, definitiv geändert. Wenn sie dann schon mal in Bremen spielen, heißt es: Hin da!
Dass der Bahnhof Bremen-Neustadt seit vielen Wochen gesperrt ist, ist für den Abend unglücklich, aber auch Busse und Bahnen fahren zum Modernes. Richtig guter Laden aus mehreren Gründen. Zum einen geht es entspannt bergab, sodass von überall eine gute Sicht herrscht. Kein Pfand auf Getränke. Die legendäre Luke unter der Decke, die sich zwischen Support und Blond öffnete.

Sonntagskonzerte sind so eine Sache. Man kann sie sehr gut gestalten, indem man sie einfach früh stattfinden lässt. 18 Uhr Einlass, 19 Uhr Beginn. Wie geil kann es bitte sein?! Eben! Pünktlich um sieben enternte Mariybu die Bühne, die mit ordentlichem Techno-Rap-Geballer die Wände erzittern ließ. Inhaltlich fand ich das schon ganz gut, doch musikalisch hat mich das null abgeholt. Super sympathisch, aber bleibt leider nicht hängen.

Eine Stunde später. Der GöttInnendienst beginnt. Unter tosenden Gesängen ging das Licht langsam aus, die Strahler an und damit auch der Rausch unterm Tüllhimmel. Was in den gut zwei Stunden danach passiert ist, ist schwer in Worte zu fassen. Ekstase. Ausrasten. Entertainment. Feministische Standpauken. Tanzen. Kompletter Eskapismus. Insbesondere bei einer Band, die ich noch nie live gesehen habe und von denen ich gerade mal ein, zwei Tracks kenne, bin ich gespannt, wann es so richtig kickt. Fakt ist: Ab dem ersten Takt. Klar, es gibt immer Lieder, die mehr oder weniger knallen. Doch bei Blond war es schon fast ein permanentes Hoch. Zwischen den Stücken wussten Nina und Lotta Kummer schon sehr gut, wie die knapp 1000 BesucherInnen im ausverkaufen Modernes zu unterhalten sind. Ein nicht enden wollendes Grinsen auf allen Gesichtern weit und breit. Dazu noch ein Ohne Dich-Cover der Münchener Freiheit mitten im Publikum, Kunststücke im Circlepit, Schilderschau und so richtig krasse Technonummern. Ob es um die Periode oder Spinat zwischen den Zähnen geht - egal - diese Formation kann alles. Und Johann kann wirklich immer rauchen. Immer. Geil.

Ja, das ist jetzt Song-inhaltlich nicht so tief hier. Aber das war wirklich irre. Ich bin sehr begeistert. Und komme gerne wieder. Nun als Blondinator!

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