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Quelle: fr.wikipedia.org |
Juli Gilde
(Ms) Hey deutschsprachige Popmusik! Wo stehst du eigentlich? Wie klingst du gerade? Wer schreibt dich und wo bist du zu hören? Pop klingt ja immer schon ein wenig groß. Aber es ist doch die sanfte, gute Musik, die immer wieder das Herz berührt. Das Genre lässt sich immer weiter unterteilen, muss aber gar nicht sein. Auf Indie-Pop würde ich mich noch einlassen. Da steckt für mich noch ein wenig mehr Herz drin. Viel derzeitigen Pop wie Berq, Ennio oder Dominik Hartz ist mir viel zu aufgeladen. Viel zu gewollt, dem fehlt die feine Ader, das Gespür, das Gefühl. Das ist direkt ganz groß. Muss doch gar nicht sein.
All das, was mir dort fehlt, finde ich bei Juli Gilde, die schon seit einiger Zeit richtig tolle Musik macht. Ihre Lieder sind nicht so breit arrangiert, dafür mit mehr Herznote versetzt, empatischer. Sie erzählt auch feine Geschichten, in denen ich mich wiedersehen kann. Irgendwo zwischen Bosse und Judith Holofernes. Das ist aufrecht, schön, zum träumen und tanzen. Pop, wie er einfach gut tut und die Seele streichelt. Seit letzter Woche ist ihr Album It‘s Hard To Be A Blizzard draußen und damit geht sie hier auf Tour:
09.03.25 Düsseldorf - zakk
10.03.25 Münster - Pension Schmidt
12.03.25 Heidelberg - Karlstorbahnhof
13.03.25 Freiburg - Jazzhaus
14.03.25 München - Pasinger Fabrik
15.03.25 Bayreuth - Neuneinhalb
09.04.25 Nürnberg - MUZclub
11.04.25 Esslingen - Kulturzentrum Dieselstrasse
20.-22.06.25 Duisburg - Traumzeit Festival
05.07.25 Dresden - Come To The Woods Festival
11.07.25 Großkmehlen - Kmehlen Klänge Festival
Laut Fragen
(Ms) Wer hat jetzt nochmal was gesagt? Wer hat welche Koalition eingegangen oder aufgelöst? Welche Reform gilt nochmal wo und für wen? Welche europäischen Gesetze gelten nun hier? Alter… ich weiß es manchmal alles nicht mehr so genau. Es ist zu viel. Natürlich: Ich könnte auch einfach weniger aufs blöde Handy gucken, aber das ist leichter gesagt als getan. Irgendwie fühlt man sich auch danach, als ob man alles mitbekommen müsste, oder?
Ich Weiss Es Nicht sagen daher Laut Fragen aus Wien. Das Duo beschäftigt sich auf seinen Stücken seit jeher mit viel Gegenwartsbewältigung. Das geschieht oft sehr experimentell, manchmal zwischen New Wave, Electro und Punk. Das hat viel Wumms in sich, tut manchmal weh, aber dieser Schmerz ist genau richtig. Denn er kitzelt wach. Nächste Woche veröffentlichen sie eine neue EP mit dem Namen Ich Weiss Es Nicht. Drei neue Tracks gibt es auf die Ohren. Die intellektuelle Herausforderung ist mit einem satten Beat unterlegt und obendrein sehr wichtig!
08.03. - Wien, Café Carina
20.04. - St. Michael/Hattendorf, Container 25
Ira B. & Die Dystopanier
(Ms) Grenzenlosigkeit. Keine Schubladen. Keine Genres. Keine Labels. Keine Vorgaben. Absolute Freiheit. Wenn Musik keine Regeln kennt, dann wird sie schnell genial, lässt aufhorchen, auch wenn sie dann ein bisschen sperrig werden kann. Und schon sind wir bei Ira B. & Die Dystopanier. Ira Blazejewska ist in München groß geworden und Musik ist eine ihrer vielen Ausdrucksmöglichkeiten, neben Tanz und Malerei singt sie. Und wie! Ihre Stimme ist ein ungewöhnliches Phänomen in der Popwelt. Ja, ist das denn Pop, was sie macht? Schwer zu beschreiben, dafür ist ihr Sound viel zu frei. Auf ihrer neuen Single Uwe treffen Chanson auf kräftige Rockgitarren und Industrial-Beats und Trompeten! Das ist viel, aber nicht überfordernd. Uwe ist eine Geschichte eines Abgehängten, der sich mit weiteren zusammen tut und „von braun-blauen Zeiten träumt“. Ein Track gegen Rassisten, Queerfeinde, Ignorante, Inhumane. Trifft den Zeitgeist und das Trommelfell! In diesem Jahr soll noch Ira B.s erstes Album Dystopaniern erscheinen!
Sebastian Block
(Ms) Ganz schön poppig hier heute! Aber auch ganz schön gut! Ab und zu ist es richtig gut, über Texte nachzugrübeln. Was mag es bedeuten? Wie kann ich mir das Lied aneignen? Was sehe ich in den Zeilen? Das sind aber feine Nuancen, bis es nervig werden kann (siehe aktuelles Turbostaat-Album). Oft sind die klaren, scheinbar einfachen Zeilen genau die, die gerade gut tun. Und meistens soll Musik doch gut tun, oder? Genau, das denke ich auch. Und da sind wir bei Sebastian Block, der am 14. Februar sein neues Album Ganz Kaputt veröffentlicht hat. Zehn Lieder, die eine halbe Stunde des Tages definitiv besser machen! Die große Stärke seiner Musik ist die scheinbare Einfachheit. Scheinbar. Denn einen Text zu schreiben, der direkt klar ist, ist gar nicht so leicht. Dafür mussten bestimmt tonnenweise Worte abgewogen werden, bis sie ersten mal so passen, dass sie schnell ihre Wirkung entfalten, eine Situation erschaffen und wirken können. Genau das tut auf dieser Platte richtig gut!
Yann Tiersen
(Ms) Dieses ganze Neoklassik-Genre ist echt schwer zu fassen, weil es so viele Spielarten mit sich bringt. Natürlich ist es schön, dass es so divers ausgeformt wird. Möchte man es jedoch jemandem erklären, dann müssen viele KünstlerInnen herangezogen werden. Bis jetzt. Jetzt geht das mit einem einzigen Album. Und es kommt vom Großmeister persönlich: Yann Tiersen veröffentlicht am 4. April sein neues Album Rathlin from a Distance | The Liquid Hour. Wie schon graphisch klar zu erkennen ist, besteht die Platte aus zwei Teilen. Der erste ist sanft, seicht, zart, klar, bedacht und reduziert. Klavierklänge, ein bisschen ausgeschmückt zum Teil, aber wirklich sehr ruhig, meditativ. Der zweite Teil der Platte ist genau die andere Seite der Neoklassik-Medaille. Satte Beats, tiefe elektronische Arrangements, tanzbarer Rausch! Aus diesem Part gibt es nun eine neue Single, sie heißt Arne und knartscht an einigen Stellen, bis die zerrenden Töne durch den Gesang von Quinquis aufgelöst werden. Das ist ungeheuer gut gemacht, schön düster, verbindet wohltuende Melodien mit markantem Beat! Obacht vor dieser Platte - sie wird sehr gut!
Xxx
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