Donnerstag, 9. Februar 2017

Louka - "Flimmern" EP

Hübsch und nachdenklich. Foto: Four Music
(ms) Es ist eigentlich ein altes Thema. Doch gerade wegen seiner Brisanz und täglicher Aktualität, sollte es in den Mittelpunkt gestellt werden. Denn auch in der (Pop-)Musikwelt haben Frauen oft das Nachsehen. Es ist ein ziemlich männerdominantes Geschäft. Schaut man sich nur das Plakat eines mittelgroßen Festivals wie - beispielsweise - das des Open Flairs mit den Künstlern für dieses Jahr an, stellt man fest, dass äußerst wenig Frauen daran beteiligt sind. Aktuell sind es: The Baboon Show, Blues Pills und July Talk. Erschreckend wenig.
Das liegt keineswegs daran, dass Frauen am Mikrophon qualitativ schlechter sind, das wäre hanebüchen. Nehmen wir außerhalb des ganz großen Glamour-Geschäfts mit Rihanna oder Lady Gaga ein paar ernstzunehmende Beispiele. Da ist die wunderbar sympathische Cherilyn MacNeil von Dear Reader, die seit Jahren konstant gefühlvolle Musik macht, sich von Südafrika nach Berlin aufgemacht hat und seitdem eine große Fanschar um sich gebildet hat und in wenigen Tagen ihr viertes Album auf den Markt bringt. Da ist Kat Frankie, die manchmal androgyn auftritt und so eine schier unfassbare Stimme hat, dass Mann und Frau nur so dahinschmelzen möchten. Dazu beherrscht sie das Loopen in Reinform! Letztes Beispiel: Alin Coen, die nicht nur sehr hübsch ist, sondern zarte, direkte Musik macht mit Texten, die aufhorchen lassen. Und das sind nur drei Frauen, die sich mühelos im Indiepop-Business etabliert haben.



Diesen Weg hat Louka noch vor sich. Doch dieser ist fest und gut bereitet mit ihrer EP "Flimmern", die letzten Freitag erschienen ist. Sie lebt in Berlin - natürlich - und begann sich dort zu vernetzen. Die Download-EP bietet vier Songs. Alle mit Band und als Akustikversion. Sie vereint mehrere Elemente miteinander, die ihr in diesem frühen Stadium schon Alleinstellungsmerkmale bieten. Das ist zum einen die Musik: Manchmal ist sie minimalistisch im Hintergrund und dezent verteilt mit Synthie-Beats und feinen Percussions; und dann spielt sie sich wieder flächendeckend in den Vordergrund. Dazu kommt ihre herrliche Stimme. Von den oben genannten Künstlerinnen kommt sie vielleicht Kat Frankie am nähesten (was ein absolutes Kompliment sein soll), hat doch auch eigenen, souligen Charakter. Zuletzt sind es ihre Texte, die doch sehr persönlich sind, sich um Beziehungen und Zwischenmenschliches drehen, Situationen aufbauen, die wirklich jeder kennt und daher gut verständlich, nicht zu abstrakt sind.
Es sind vier Songs auf der "Flimmern"-EP, die erahnen lassen, wohin der Weg geht.
Hier kann man Louka bald live sehen und wir sind ganz kribbelig und gespannt, wie es mit ihr weitergeht!

11.02. - Heidelberg - Kulturfenster
27.03. - Köln - Yuca
28.03. - München - Kranhalle
29.03. - Berlin - Grüner Salon
30.03. - Hamburg - Kleiner Donner
22.04. - Stade - Hanse Song Festival




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