Donnerstag, 26. Januar 2017

Foreign Diplomats - "Princess Flash"

Foreign Diplomats machen es sich gemütlich. Foto: Kelly Jacob
(ms) Hier ein persönlicher Einstieg:
In den 00er-Jahres dieses Jahrtausends war vielleicht der Höhepunkt des Indie-Rock-Pop erreicht. Die ganzen Bands, die wir heute noch lieben, haben dort ihre großen Zeiten gehabt wie die Killers, Franz Ferdinand, Editors oder halt auch MGMT. Mit schöner Regelmäßigkeit durfte man den nächsten großen Wurf eines Musikkollektivs erwarten, das einem wieder mal Hörkanäle wegpustet. Zu dieser Zeit hat das Visions-Magazin eine Party- und Konzertreihe in Bielefeld organisiert, die es heute dort leider nicht mehr gibt (nur noch in München, Berlin, Dortmund).
Bevor man auf der Tanzfläche bis in die frühen Stunden schöne Menschen bewegen sah, haben zwei oder drei Bands gespielt. Unter anderem haben wir für sehr schmales Geld gesehen: Nada Surf, Portugal. The Man, Blackmail, Friska Viljor, Herrenmagazin, This Will Destroy You oder Escapardo. Tatsächlich: In der ostwestfälischen Provinz in einem Club - dem Forum - dem wir zu Füßen lagen.
Was hat nun die Ankündigung des Albums "Princess Flash" der kanadischen Band Foreign Diplomats damit zu tun?



Es wirkt zweitausendundsiebzehn wie etwas aus der Zeit gefallen mit der tanzbaren Energie und den Gitarrenriffs, die man heute nur noch auf Indie-00er-Jahre-Partys hört. Das ist ihr erster großer Vorteil, um auch hier Bekanntheit zu erreichen, da die Zielgruppe schon vorhanden ist. Wer die Kaiser Chiefs, Maximo Park oder The Rifles mag, ist hier genau an der richtigen Adresse. In ihrer Heimat ist das 11-Song starke Album schon im vergangenen Jahr erschienen. Hier ist es ab kommendem Freitag (27.01) via R.D.S. zu erhalten.
Zusammengefunden haben sich Élie, Thomas, Antoine, Charles und Emmanuel vor sieben Jahren in Québec, wie die Namen erahnen lassen. Seit einiger Zeit wohnen sie in Montreal und sind da schon der neue, heiße Scheiß!
"Princess Flash" hat die Abwechslung zwischen laut und tanzbar mit leicht melancholisch und ruhig verinnerlicht. Das macht die Platte angenehm ausgeglichen. Neben der klassischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Besetzung sorgen Tamburin und Synthies für klangliche Finessen. Das macht sich schon beim ersten Track und ersten Single "Lies (Of November)" bemerkbar. Er arbeitet mit Effekten, leisem Gesang, der zu zerbrechen droht und dann doch in einen energischen Refrain mündet. Das Lied braucht etwas Zeit, man würde am Anfang fast skippen, bis er sich in eine tolle Nummer verwandelt. Das Steigerungsmotiv ist auch bei "Color" zu finden, beziehungsweise zu hören, das mit einem zarten Gitarrenzupfen anfängt, traumwandlerisch wird, ab 1 Minute und 8 Sekunden Fahrt aufnimmt und eine "Ahhhhahhhhahhh"-Melodie mit sich bringt, die es schnell zum Ohrwurm schafft. Schlussendlich setzen noch Bläser ein. Das ist klug komponiert. "Mexico" hingegen ist dann einer der Songs, die bald in eurem Lieblingsclub gespielt werden, wenn der DJ up to date ist, da Tempo und Riff zum Tanzen einladen.

Hier wird das Rad nicht neu erfunden. Es wird aber weiter gedreht.
Die Foreign Diplomats werden in drei, vier Jahren keinen hohen Slot beim Hurricane oder Highfield bekommen. Sicher jedoch aber beim Reeperbahn Festival, dem Immergut, Haldern Pop, Dockville oder Way Back When spielen. Genau da gehören sie ihn!

Hier sind sie in den nächsten Wochen schon zu hören/sehen:

20.01. - Berlin - Lido
01.02. - Nürnberg - MuZ
02.02. - Stuttgart - ,Goldmarks
03.02. - Freiburg -Swamp
06.02. - Dresden - Ostpol
09.02. - Haldern - Haldern Pop Bar
10.02. - Bensheim - Musiktheater Rex
11.02. - Hamburg - Molotow
19.04. - München - Milla
22.04. - Osnabrück - Popsalon
23.04. - Offenbach - Hafen 2

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