Samstag, 3. Dezember 2016

Adventskalender, Türchen Nummer 4: Babymetal at Wembley

Quelle: gigwise.com
(sf) Der 2. April 2016 ging in die Annalen der japanischen Musikgeschichte ein, denn erstmals gelang es einem Künstler des Landes, die SSE Arena Wembley in London auszuverkaufen. Mehr als 12.000 Menschen strömten in die renommierte Konzerthalle und brachen ganz nebenbei noch einen weiteren Rekord: noch nie wurden an einem einzigen Tag so viele Merchandising-Artikel verkauft wie an jenem geschichtsträchtigen Tag. Aber um wen dreht es sich denn eigentlich? Die verblüffende Antwort: BABYMETAL!

BABYMETAL? Klingt komisch, ist aber so! Gehört hatte ich den Namen schon, so wirklich etwas drunter vorstellen konnte und wollte ich jedoch nicht, doch nun bot sich unverhofft die Möglichkeit, das neue Live-Album zu ergattern und die Neugierde war plötzlich doch geweckt. Vor dem erstmaligen Einlegen der CD noch kurz checken, was mich da erwartet: aha, Metal (wenig überraschend bei dem Bandnamen), drei junge Mädchen (wenig überraschend bei Japan) und viele poppige Elemente. Hm, gut, dann hören wir uns den Spaß doch mal an...

"Live at Wembley" war für mich persönlich bisher in erster Linie mit Fußball konnotiert, doch schon die ersten Klänge des Albums lassen erahnen, dass der Tontechniker seinen Job beherrscht und dass es wohl laut werden wird. Ein paar Minuten später bich ich enttäuscht, denn der Metal ist zwar nice, von den Mädels hört man aber so gut wie gar nichts und ich denke mir insgeheim: "Aha, habens also drei Schnitten hingestellt, damit die Metaller was zum Anschauen haben, wenn sie beim Headbangen gerade mal ne Pause brauchen".

Dann aber gehts richtig los und Su-Metal, MoaMetal und YuiMetal dürfen tatsächlich singen und screamen und können das auch richtig gut. "Awadama Fever" hämmert sich brachial ins Hirn, ist trotz Metal-Begleitung ein ganz fieser Ohrwurm und will einfach nicht mehr verschwinden. Ich möchte jetzt nicht so weit gehen zu sagen, dass mich jeder Track des Live-Albums restlos überzeugt, aber ich werde immer wieder positiv überrascht und finde es insgesamt schon ziemlich geil. Hätte ich nicht für möglich gehalten und vielleicht gehts mir in ein paar Wochen schon wieder gewaltig auf den Zeiger, aber jetzt gerade feier ich es schon ziemlich und während der Autofahrten in die Arbeit und zurück kommt das richtig gut. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass BABYMETAL ihren kompletten Zauber erst dann entfalten, wenn man sie nicht nur hört, sondern auch die Show dazu sieht, denn die ist gigantisch.

Quelle: upsetmagazine.com
In Japan sind die drei Mädels Superstars, Top 5-Platzierungen in den dortigen Charts sind Normalität und auch fernab der Heimat stellen sich immer größere Erfolge ein: im UK stürmte das Studio-Album "Metal Resistance" direkt auf Platz 15 und markierte somit die höchste Chartposition, die je ein japanischer Act auf der Insel erreichen konnte. Hierzulande reichte es immerhin für die Top 40 und selbst in den USA stieg das Album auf #39 ein und machte BABYMETAL damit zu den ersten japanischen Künstlern seit 53 Jahren, die die Billboard Charts erreichten und überhaupt erst zum zweiten japanischen Act, dem dies gelang.

Natürlich entging dieser Erfolg auch den ganz großen der Branche nicht und so werden BABYMETAL im Dezember 2016 die RED HOT CHILI PEPPERS im UK und im Januar 2017 niemand Geringeren als GUNS N' ROSES auf deren Japan-Tour begleiten. Da gehts einiges im fernen Osten!



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