Sonntag, 11. Dezember 2016

Adventskalender, Türchen Nummer 11: Tausend Donots!

Foto: luserlounge
(ms) Letztes Jahr die Donots auf dem Open Flair gesehen und begeistert gewesen. Dieses Jahr die Donots in Essen gesehen und begeistert gewesen. Logische Konsequenz: Dieses Jahr auch zum großen Münster Slam gehen: Das (ungefähr) 1000. Konzert der Donots überhaupt. Zweiundzwanzig Jahre Bandgeschichte in einer großen Eskalation.
Gestern Nachmittag war die Euphorie und der Bock grenzenlos.
Heute herrscht eigenwillige Katerstimmung. Das liegt nicht am Bier, sondern an etwas Anderem.
Frage also: Was ist passiert?
Ich versuche das hier in Worte zu fassen.

Wie in den letzten Jahren bei den großen Münster-Konzerten zum Jahresende, haben sich die fünf Ibbenbürener tolle Gäste geladen. Dieses Mal: Adam Angst und Olli Schulz.
Erstere haben früh begonnen und mit mächtig Wumms aufgefahren. Es fehlte soundtechnisch ein wenig Klarheit und ein paar Dezibel, machte aber Laune. Songs wie "Jesus Christus", "Ja, Ja, Ich Weiß" oder "Professoren" waren sogar bei vielen bekannt. Daher gab es entsprechend viel und berechtigten Applaus.
Mit frischem Bier ging es für Olli Schulz weiter nach vorne und alle Befürchtungen wurden erfüllt. Olli Schulz ist ein großartiger Songwriter, ein wirklich guter Musiker. Er ist auch ein wahnsinniger Entertainer, mittlerweile sehr bekannt durchs Fernsehen. Und so dauerte es nicht lang, bis aus der zweiten Reihe "Ficki, Ficki"-Rufe kamen.
Foto: luserlounge
Wirklich ein bisschen traurig. Natürlich hat Schulz auch abgeliefert, ein paar starke Geschichten erzählt und "Phase", "Spielerfrau", "Halt die Fresse, krieg' 'nen Kind" oder "Song ohne Grund" zum besten gegeben.
Es ist anzunehmen, dass das alle wussten und er vielleicht auch deswegen eingeladen worden ist, nicht nur als langjähriger Begleiter und Freund der Donots, sondern auch als jemand, der die Leute anzieht!
Danach wieder zum Klo und noch ein Bier geholt. By the way: Diese Rucksack-Zapf-Eimer sind echt übel, ganz ganz übel.
Und dann wieder in gute Position bringen, um die Helden des Abends zu begrüßen. Die fünf Freunde hatten bereits vorher über die digitalen Kanäle der Social Media verkünden lassen, dass sie brennen vor Bock, Freude und Überraschungen.
Damit haben sie auch nicht gegeizt. Ab der ersten Minute Vollgas! Es folge ein druckvolles Best Of aus allen Alben, Zeiten, Singles und Höhepunkten. Vorne im Pulk ging es ab wie Sau. Ein schöner Pogo, wo Brillen und Biere vernichtet worden sind und alle Hingefallenen aufgehoben. Die entsprechenden Ansagen von der Bühne durften nicht fehlen, sowie erwartungsgemäße politische Statements gegen rechts. Später machte das auch ein riesiges durchgestrichenes Hakenkreuz als Banner mehr als deutlich.
Überraschungen: Die Antilopen Gang sprang für ein Lied mit auf die Bühne und kurze Zeit später verschwanden alle Protagonisten von der Bühne. Nur um kurz danach auf einem kleinen Podest mitten in der großen Halle (gut 6000 Leute waren wohl da) wieder aufzutauchen.
Und dann passierte es.
Zack.
Kurz noch ein Bier geholt und dann:
Keine Lust mehr.
Nada. Null. Nix mehr.
Wieso? Keine Ahnung.
Eventuell kam das Feuer nicht mehr bei mir an. Bei allen anderen offensichtlich schon. Seltsam.
Dann haben sie noch Die Ärzte gecovert. Wieso das denn bitte? Das haben die Donots nicht nötig.
Tatsächlich bin ich dann vor Ende des Konzert gegangen. Es hatte keinen Sinn mehr.
Im Nachhinein dachte ich, dass ich vielleicht ein wenig konzertmüde bin. Kann aber nicht sein. Vielleicht lag es auch an der Halle. Bereits bei Deichkind ging es mir in der Halle Münsterland ähnlich.
Nun gut.
Einen schönen dritten Advent.

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