Donnerstag, 1. Dezember 2016

Adventskalender, Türchen Nummer 1: Hurra, Weihnachszeit - Take Off Your Shirts!





(sf) Na, hat Euch der Titel angesprochen und Ihr hofft nun insgeheim auf knackige Sixpacks oder ordentliche Dekolletés? Wenn dem so ist, muss ich Euch leider enttäuschen, darf Euch aber stattdessen eine junge Band aus der Oberpfalz vorstellen: TAKE OFF YOUR SHIRTS Cham (ich zahl freiwillig 5 € in die Schlechte Wortspiel-Kasse wegen des unsachgemäßen Gebrauchs der Heimatstadt der Jungs), sah und zog nach Regensburg, um dort zu studieren und nebenher die musikalische Karriere voranzutreiben. Im Oktober veröffentlichten Timo, Markus, Flo und Georg ihre "Noah EP" und hatten kurz darauf die Möglichkeit, als Support von Thees Uhlmann aufzutreten. Eine interessante Kombination, wie ich finde, da der Ex-Tomte-Sänger meist doch etwas bedächtiger unterwegs ist, während TOYS durchaus Gas geben.

Wenn diese vier ganz in schwarz gekleideten jungen Herren die Bühne betreten, ist eines klar: es wird laut. Und das schon seit 2009, als die Band TAKE OFF YOUR SHIRTS in Cham gegründet wurde. Seitdem hat sich einiges getan: neben dem bereits erwähnten Umzug nach Regensburg veröffentlichte die Band mehrere Musikvideos und zwei CDs und absolvierte nebenher noch über 150 Konzerte in ganz Bayern – unter anderem auch auf namhaften Festivals wie dem Pfingst Open Air in Straubing und dem Utopia Island in Moosburg bei Freising. Doch eines ist über die Jahre immer gleich geblieben: die Band erledigt mit großem Engagement alles selbst, angefangen vom Komponieren der Songs bis hin zu Tonstudioaufnahmen und Organisation der Auftritte. Das Ergebnis ist aktuell die neue, zweite CD „Noah“, deren absoluter Höhepunkt der Track "The Blossom of the Evening" darstellt. Nach dem ersten Lied dachte ich mir noch "Fuck, was soll ich da jetzt schreiben? Gefällt mir nicht.", aber dann wird es kontinuierlich besser und man merkt durchaus, dass die Burschen nicht erst seit gestern Musik machen. Das flexible und abwechslungsreiche Songwriting ist sicher ein großer Pluspunkt der Band. Nach zwei Jahren harter Arbeit in kompletter Eigenregie sind die Jungs um Frontmann Timo stolz, ihren Fans mit „Noah“ ein Stück vertonte Bandgeschichte präsentieren zu können, bei dem den Hörer handgemachte, ehrliche, gitarrenlastige Musik erwartet, fernab vom klassischen Pop und dennoch eingängig und - wenn man im Gegensatz zu mir auch nur ansatzweise Talent dafür hat - tanzbar.

Wir haben die Jungs für Euch interviewt und klären gleich mal die Frage aller Fragen:

Zunächst interessiert mich einmal Eure Bandgeschichte. Und wie kam es zu dem Bandnamen „Take Off Your Shirts“?

Das ist jetzt schon einige Jahre her. Ende 2009 habe ich mit ein paar engen Freunden eine Band gegründet, um eigene Songs zu schreiben. Wir probten damals immer auf einem Dachboden, dort hatte es an heißen Sommertagen gefühlte 40 Grad und wir zogen bei den Bandproben immer unsere Shirts aus. So entstand „Take Off Your Shirts“ und der Name steht mittlerweile nicht mehr nur für verschwitzte Bandproben, sondern für über sechs Jahre Entwicklung, bei der wir einige Besetzungswechsel erlebt haben, aber bei der wir auch vielen Dingen treu geblieben sind.

Am 2. Oktober erschien Eure neue CD „Noah“. Wie beschreibt Ihr den Charakter der Platte? 

Die wichtigste Eigenschaft der Platte ist, dass jeder einzelne Song seinen ganz eigenständigen, vielseitigen Charakter hat und sich für uns komplett von jedem der anderen Songs unterscheidet. Der erste Song "Misty Eyes" ist bewusst roh und rauh produziert, was die härtere Grundstimmung des Liedes unterstreicht. "Masquerade" und "Addictive Skin" hingegen sind etwas runder, man könnte fast sagen poppiger produziert. "Days of Desire" klingt düster und verworren. Abgerundet wird die CD von "The Blossom of the Evening", einem klassischen Rocksong. Alles in allem kann man die CD als gitarrenlastige, ehrliche und handgemachte Musik bezeichnen, bei der vor allem viel Wert auf gutes Songwriting gelegt wurde.

Wie lange habt Ihr an der CD „Noah“ gearbeitet?

Wir haben die letzten beiden Jahre intensiv an der CD gefeilt, bis wir endlich an einem Punkt waren, an dem wir uns mit gutem Gewissen davon losreißen konnten. Die Platte ist also weniger eine Momentaufnahme, sondern mehr ein Stück vertonte Bandgeschichte über unsere Entwicklung in den letzten Jahren.

Welcher Song gefällt Euch selbst am besten auf der Scheibe?
 
Puh, das kommt wahrscheinlich ganz darauf an, welches Bandmitglied man fragt. Für mich persönlich ist es schwierig, mich auf einen Einzelnen festzulegen, weil die Lieder auf der EP gezielt zu einer Einheit verschmolzen sind und somit zusammengehören und als Gesamtes ihre Aussage vermitteln.

Wie entstehen Eure Songs?

Völlig unvoreingenommen und ungezwungen. Am Anfang ist es nicht das Ziel, dass der Song wie eine konkrete Vorstellung klingen muss, sondern der Song entwickelt sich von alleine in eine ganz eigene Richtung. Daraus ergibt sich auch unser abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Man hat ständig unterschiedliche Einflüsse und dementsprechend entstehen auch ganz unterbewusst ständig unterschiedliche Songs.

Wie ist es eigentlich genau, wenn man zu Euch auf Konzerte kommt? Auf was darf sich der Zuhörer einstellen?

Wie schon gesagt, unser Programm ist sehr abwechslungsreich. Wir versuchen, möglichst zeitlose, ehrliche, handgemachte Musik zu machen – eher abseits vom klassischen Pop, aber trotzdem tanzbar und eingängig. Vom Genre her ist es schwer, uns klar einzuordnen. Alternative, Rock-Pop, Stoner-Rock könnte man es nennen, von allem ist etwas mit dabei. Das Wichtigste: Die Musik kommt vom Herzen und spricht uns direkt aus der Seele.


Eure älteren Songs klingen ja nochmal anders. Inwiefern packt Ihr die alten Songs auch jetzt live in ein neues Gewand?

Die Melodien und Texte sind zwar die gleichen geblieben, aber gerade dadurch, wie wir einen Song spielen und an welcher Stelle im Set, bekommt er dann doch eine neue Wirkung. Obwohl der ein oder andere Song mittlerweile knapp sechs Jahre alt ist, andere aber erst ein paar Monate, fügt sich das Ganze stimmig zusammen. Außerdem entwickeln sich unsere Geschmäcker und Einflüsse stetig weiter, wodurch auch teilweise sehr unterschiedliche Lieder entstehen. Und genau das darf man auch merken. Dass eine Band zusammen über Jahre hinweg durch dick und dünn geht und das gemeinsame Projekt sich stetig weiterentwickelt.

Ihr macht ja alles in Eigenregie ohne Unterstützung eines Labels. Ist das so von Euch gewollt oder hat sich einfach noch keine passende Zusammenarbeit ergeben?

Momentaner Stand ist, dass das bewusst von uns so entschieden wurde, dass wir vorerst alles in Eigenregie durchziehen wollen, damit wir wirklich über alles die Kontrolle haben. Natürlich ist das mit sehr viel Arbeitsaufwand verbunden, wenn man angefangen vom Komponieren der Songs bis hin zu Tonstudioaufnahmen und Organisation der Auftritte alles selbst erledigt. Aber mit klarer Aufgabenverteilung innerhalb der Band und vor allem mit der Unterstützung von vielen guten Freunden und der Familie lässt sich das schon ganz gut bewältigen.

Ihr seid ja dann schon länger in der Musik-Szene unterwegs. Welche Entwicklung seht Ihr selbst, wenn Ihr einen Meilenstein herauspicken müsstet, der Euch als Musiker stark geprägt hat?

Es sind gar nicht so sehr einzelne Meilensteine, sondern eher insgesamt die Erfahrungen und Erlebnisse, die man über die Zeit sammelt und uns unterbewusst aber doch stetig zu der Band werden lassen, die wir heute sind.

Hört sich das nur so an oder läufts bei Euch aktuell wirklich so rund?

Die letzte Zeit war wirklich sehr schön. Wir haben hart gearbeitet, viele Konzerte gespielt und vor allem viele nette Menschen kennenlernen dürfen. Unter anderem durften wir auf dem Utopia Island Festival oder als Support von Thees Uhlmann spielen und waren bei egoFM zu Gast. Diese Events gehören definitiv zu den Highlights des bisherigen Jahres und sind unglaublich wertvolle Erfahrungen, die zusätzlich motivieren, weiterhin alles zu geben.

Die Supportshow mit Thees Uhlmann ist ja eigentlich noch ganz frisch. Welche Eindrücke habt Ihr beispielsweise dort oder auf dem Utopia Island Festival gesammelt?

Natürlich ist es ein großartiges Gefühl, wenn man plötzlich jemanden, dessen Band oder dessen Soloalbum man selber früher rauf und runtergehört hat, persönlich kennenlernen darf. Ich hatte ja Geburtstag an dem Tag und für mich persönlich war es das beste Geschenk und die beste Feier überhaupt. Vor allem, als er ein Ständchen für mich gesungen hat und das ganze Cappuccino (Anmerkung: das war der Veranstaltungsort in Furth im Wald) eingestimmt hat.
Auf so einer großen Bühne wie der Mainstage des Utopia Island Festivals zu stehen und die eigenen Songs spielen zu dürfen ist sensationell. Die anderen Bands waren spitze und wir haben neue Kontakte knüpfen können.
Vor allem aber waren beide Veranstaltungen für uns eine Art Kulturreise und Weiterbildung, weil man sich mit Menschen unterhalten kann, die schon Jahrzehnte im Musikgeschäft unterwegs sind und von denen man so einiges lernen kann.

Wo kann man Euch in der nächsten Zeit live sehen und hören?

Für 2017 ist eine neue CD geplant und wir werden wieder massenhaft Konzerte spielen. Kurz gesagt: wir machen genau so engagiert weiter wie bisher. Weitere Infos, Konzerte und Hörbeispiele finden sich auf unserer Homepage.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen