Mittwoch, 21. September 2016

Hamilton Leithauser und Rostam: Die größte Ode an die Liebe

Rostam und Leithauser.. Foto: Josh Goleman.
(ms) Bitte tief durchatmen. Es kommt der Konjunktiv.
Man könnte erwähnen, wie großartig Vampire Weekend sind und ihr Bedeutung im 00er-Jahre Indie-Sound. Man könnte auch sagen, dass The Walkmen eine wirklich enorm starke Band sind. Man könnte große Augen bekommen, als bekannt wurde, dass Rostam (ehemals Vampire Weekend) und Hamilton Leithauser (Walkmen) jetzt zusammen Musik machen. Man könnte detailreich und hypegesteuert sagen, dass da etwas Supergroup-mäßiges um die Ecke kommt. Man könnte sich intensiv mit dem musikalischen Werdegang beider auseinandersetzen und vermuten, was dabei denn so herauskommen mag. Man könnte erstaunt gucken, warum die beiden sich nicht einen neuen Namen für diese brilliante Scheibe ausgesucht haben, keine Ahnung.
Dabei gibt es nur eine Sache, die man zwingend tun muss:
Am Freitag den Plattenhändler seines Vertrauens aufsuchen, ihn oder sie stark damit nerven, dass man ganz dringend das Album "I Had A Dream That You Were Mine" von den beiden oben Genannten haben muss, zurück nach Hause, CD einlegen, Platte auflegen, wahnsinnig laut drehen und dann eine der besten Scheiben dieses Jahres genießen.
Unter anderem deswegen:




Scheiße, noch eins, wo hat der Typ denn diese Stimme her?!
Dieser Song, diese Single, "1000 Times" - das muss man sagen - ist das erste und beste Lied vom diesen Freitag erscheinenden Album. Daran reihen sich jedoch noch weitere Perlen wie "Peaceful Morning" oder den letzten Track "1959".

Worum es aber eigentlich hier gehen soll.
Die zehn Songs auf "I Had A Dream That You Were Mine" erzählen einen wundervoll emotionale Geschichte einer Liebe, wie sie der Titel suggeriert. Und jeder kennt es! Man erblickt eine außergewöhnliche Schönheit (egal ob Männlein oder Weiblein), starrt ihr wie nicht gescheit hinterher, dann ist sie weg. Möglicherweise sieht man sie erneut und fängt an zu träumen: Was würde ich nicht alles geben, um ihr den Himmel auf Erden zu holen. Neue Frisur, schick kleiden, endlich lernen richtig gut zu kochen, Socken bügeln, jeden Tag frische Blumen (wie herrlich kitschig). Würde. Konjunktiv.
Aber entweder traut man sich nicht, weil die Schönheit ja - so angenommen - sowieso in festen Händen ist, den ersten oder irgendeinen Schritt zu machen oder man wird verrückt. Oder beides gleichzeitig. Dazu kommt dieser herrlich knarzig-kneipenartige Sound! Noch nie hat es ein Album geschafft, dieses Gefühl so herausragend auf den Punkt zu bringen.

Wir hoffen, dass die beiden in Bandbesetzung nach Deutschland, Österreich, Schweiz kommen, um diese Energie live darzubieten.

Man wird sich umgucken, ob bald etwas Vergleichbares kommt.
Wir zweifeln dran.

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