Mittwoch, 24. August 2016

Phia - "The Ocean of Everything" - Bällebad für Erwachsene

Sophia Exiner aka Phia.
(ms) Ich war schon lange nicht mehr bei Ikea. Eigentlich finden ja alle den schwedischen Möbelriesen und Kötbullar-Verticker gleichermaßen gut wie schlimm. Am Ende des Tages geht man sowieso mit einer Monatspackung Hafer-Schoko-Kekse und 100 neuen Teelichtern nach Hause, die man ganz dringend benötigt. Stichwort Hamsterkäufe.
Einen großen, tollen Vorteil hat das Shoppingparadies allerdings nur Kindern vorbehalten: Das gute, alte Bällebad! "Der kleine Tobias möchte bitte aus dem Smaland abgeholt werden."
Jetzt kommt die entscheidende Frage: Warum gibt es das nicht für ausgewachsene Mädels und Jungs ab - sagen wir mal - 25? Während Freude und Familie sich durch Wohnzimmer und Bäder quetschen - es ist ja immer voll - kann man selbst ganz entspannt rutschen, mit Bauklötzen spielen oder ins sagenumwobene Bällebad abtauchen. Vielleicht kann man auch eine Erwachsenen-Version daraus bauen mit ein wenig mehr Spannung, Action und Bespaßung. Ich wäre jeden Tag bei Ikea.


Wie komme ich jetzt zu Sophia Exiner?
Phia, wie sie sich als Musikerin nennt, spielt den Soundtrack zu obrigem Szenario. Mit "The Ocean Of Everything" erscheint diesen Freitag über Labelship ihr Debutalbum. Die elf Songs sind so abwechslungsreich, wie verspielt und aufmunternd. Was das ganze noch spannender macht, ist, dass die junge Australierin live mit Kalimba und Loop-Pedal spielt. Insbesondere der Kalimba-Sound bestimmt den Klang des Albums.
Das durchweg freudvolle Klangbild spiegelt auch das Wesen von Exiner wieder. Vor fünf Jahren buchte sie sich ein One-Way-Ticket von Melbourne nach Berlin und verweilt seitdem in der Hauptstadt. Mit Joshua Teicher und Eli Crews formte sie die Tracks zu einem sehr runden, kurzweiligen Album. Es ist ein schönes Wechselspiel von einzelnen Instrumenten und ihrer weichen, klaren Stimme geworden.
Als Aushängeschild kann man die Songs "Open/Closed" und "Do You Ever?" nehmen. Beide wurden auch als Single ausgekoppelt und stehen repräsentativ für den eigens erzeugten Klang. Erwachsener geht es dann auf dem Schlussspurt zu. Der letzte Song, "End Of The Day", wirkt groß, etwas unheimlich, druckvoll. Er erdet das Album aber auch in ungewöhnlicher Weise.
"The Ocean Of Everything" ist ein wundervolles, leises, verspieltes Album geworden, das es sich lohnt anzuhören, wenn man dem stressigen Erwachsenen-Alltag etwas entfliehen will.



Wer sich vom Looping-Spiel von Phia live überzeugen will, kann das hier tun:

13.09. Köln, Blue Shell
14.09. Halle, Objekt 5
15.09. Magdeburg, Theater in der grünen Zitadelle
16.09. Berlin, Privatclub
17.09. Erfurt, Franz Mehlhose
20.09. Dresden, Ostpol
22.09. Leipzig, Noch Besser Leben
23.09. Saalfeld, Forty One
24.09. Radebeul, Herbst- und Weinfest

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