Sonntag, 7. August 2016

40 Jahre Knust mit Kettcar, Adam Angst, Fortuna Ehrenfeld, Liza & Kay

In 15 Minuten viele neue Fans: Der Hamburger Kneipenchor
(ms) Liebes Knust,
In Zeiten, wo das Molotow umziehen musste und der Golden Pudel Club zum Großteil abgebrannt ist, ist es wirklich angebracht den eigenen Geburtstag ausgiebig zu feiern. Daher: Herzlichen Glückwunsch. Vor 40 Jahren war ich nicht mal auf der Welt und Du beglückst heute Leute von nah und fern mit einem außergewöhnlich guten Booking. Aus Hamburg komme ich auch nicht, war nur ein Mal im Knust (Tributabend für Nils Koppruch) und habe den Freitag bei Dir sehr genossen.
Schon vor dem Beginn um 17 Uhr tummelten sich Besucher, Bekannte und Musiker auf dem Lattenplatz, es herrschte eine sehr familiäre Stimmung. Dass der Tag ausverkauft war lag auch an Kettcar, die für dieses Jahr ihre bislang einzige Show gespielt haben.

Fangen wir aber bei Liza & Kay an: Die beiden haben auf dem locker gefüllten Platz schnell gute Laune verbreitet. Mit ihren feinen, ruhigen und schön getexteten Pop-Songs war es ihnen eine große Ehre den Tag eröffnen zu können. Und spätestens am Ende bei "Sandburgen" - was für ein schönes Lied - wurde fleißig mitgesungen.
Etwas anders ging es dann bei Fortuna Ehrenfeld zu. Das Trio um Martin Bechler aus Köln ist musikalisch schwer einzuordnen, wahrscheinlich wollen sie das gar nicht, so wie ihnen auch viele andere Dinge aus den Sack gehen. Sympathisch. Sound-Schnipsel, Gitarre, Keyboard und Schlagwerk; daraus entstehen kleine Episoden, große Geschichten, humorvolle Einlagen, beste Unterhaltung also. Wirklich stark. Spätestens bei "Pizzablitz, bring Bier" waren alle Herzen erobert, um mal etwas pathetisch zu wirken.
Mit Symapthieproblemen hatte Adam Angst keine Auseinandersetzungen. Die lauteste und härteste Band des Abends wusste um ihr Kontrastprogramm, aber das Grand Hotel van Cleef - ihr Label - ist ja nur zwanzig, dreißig Meter entfernt.. Felix Schönfuss und Co. ließen die Leute tanzen, rissen die Besucher mit "Professoren" oder "Ja, Ja, ich weiß" mit. Das auch vollkommen zurecht. Sogar neues Material wurde präsentiert. Nach der Ankündigung, den neuen Track als Probe vorzustellen, haben sie weiter komplett abgerissen und Hoffnungen auf ein zweites, starkes Album gemacht.

Kettcar. Wenn wir ein professioneller Blog wären, gäbe es auch bessere Fotos.
Kurz vor dem eigentlichen Höhepunkt, gab es einen Auftritt, der lange in Erinnerung bleiben wird: Der Hamburger Kneipenchor betrat die Bühne. Sichtlich aufgeregt waren die Mädels und Jungs, hatten aber keinen Grund dazu. Der Auftakt mit "God Knows" gelang wunderbar und anschließend durften sie den massiven Applaus genießen! Die Idee einfach so Indie-Klassiker als Chor zu singen ist so genial wie einfach. Und sie funktioniert stark. Im Gedächtnis geblieben: Das Hamburger Medley mit "Ahnma", "Landungsbrücken raus" bis zu Shanty-Oldies.
Dann: Kettcar.
Kleine persönliche Anmerkung: Sie sind meines Erachtens die größte Band, ihretwegen bin ich gekommen und wieder einmal belohnt geworden. Das Motto des Abends war eigentlich 4 x 40 Minuten als Zeiten für die Bands. Das ist so nicht aufgegangen, Kettcar haben gut eine Stunde gespielt, zur Beglückung aller Anwesenden. Gespielt wurde ein kleines Best-Of von "Deiche" bis "Rettung" und als Sahnehäubchen am Ende noch "Mein Skateboard kriegt mein Zahnarzt", das gibt es nicht alle Tage. Als Bonmot haben sie noch verkünden lassen, dass die Band gerade an neuem Material arbeitet. Das haben sie letztes Jahr in Bremen auch schon, stimmen wird es trotzdem; gut Ding will Weile haben. Sie sind halt eine sichere Bank, was gute Konzerte anbelangt. Das will bestimmt keine Band über sich lesen, stimmen tut es trotzdem.

Knust, macht weiter so.
Der Weg aus Westfalen lohnt sich!
Danke für einen feinen Tag mit guten Menschen.

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