Samstag, 23. Juli 2016

Jenny Weisgerber - "Ashes To Stardust"

Jenny Weisgerber, Foto: Arthur Brell.
(ms) Es gibt so viele unglaublich anstrengende Wochen. Man bekommt überhaupt nichts hin, ist im Stress. Dann warten zu Hause noch tausend Sachen, die auch noch erledigt werden wollen, Bad putzen, Wäsche waschen, sich um seine Liebsten kümmern. Aber am Ende des Tages bleibt nichts anderes, als faul in der Gegend rumzuhängen, und einfach nichts zu machen. Am liebsten möchte man auch gar nicht an den nächsten Tag mit all seinen Aufgaben und Erledigungen denken. Ich bin mir sicher, dass es jedem mal so geht. Klar, solche Phasen kommen und gehen. Doch wenn sie da sind, wird es arg.

Als Alternative zu einem faulen Abend möchten wir Euch das neue Album von Jenny Weisgerber ans Herz legen. Denn davon ist ganz viel in diesen vierzehn Stücken, die zusammen den Namen "Ashes To Stardust" tragen.
Es sind einzelne Kapitel, die dem Hörer Welten öffnen, in die man sich ohne großes Zaudern fallen lassen kann. Sie sind mysteriös, manchmal etwas dunkel und schwer zu durchschauen, dann wieder glasklar, hell und voller Freude. Die Intensität der Bilder, die beim Hören aufkommen lässt sich daher begründen, da die Stücke wahnsinnig minimalistisch instrumentalisiert sind. Fragt hier jemand nach einem Genre, eine Antwort wäre wirklich schwer. Weisgerbers Stimme zittert manchmal bewusst, dann ist sie wieder sanft und im nächsten Moment wieder geheimnisvoll.
"Ashes To Stardust" ist ein ruhiges, aber kein langweiliges Album.
Die Settings der einzelnen Lieder sind gut gewählt. Mit pompösen Besetzungen wird gespart. Mal brilliert eine Trompete, mal ein Cello. Doch im Fokus steht ständig die sanft gespielte Akustikgitarre und ihre Stimme. Schlagzeug? Ja, aber sehr sehr selten,

Der Opener "House on the Hill" zeigt schon sofort, wie Weisgerber ihre Art Musik machen zu wollen, umsetzt. Es stimmt perfekt auf das Album ein. Die Texte schaffen Bilder, sie sind weit, man gehen sie etwas bergab, werden aber wieder aufgefangen. Die Grundstimmung ist leicht melancholisch, dennoch locker, erinnert manchmal an Sehnsucht, wird jedoch nie kitschig. Der harmonisch-eingängige Klang wird ab und an gebrochen, hier muss man zuhören, aufmerksam sein, denn da passiert was. Bei "Hummingbird" hört man im Hintergrund spannende Töne und Klanglandschaften, die einen auch in die Lüfte katapultieren können. Der Titeltrack als Herzstück des Albums wartet mit großem Programm auf, Jenny Weisgerber stürzt sich hier in hohe stimmliche Höhen. Auch groß: "Time has no Lover".

Die Texte sind in den letzten Jahren auf dem ganzen Globus entstanden. Nach ihrem Debut und einer EP hat es sich auf Bühnen überall auf der Welt gebracht. So weltenbummlerisch das klingt ist ihre Musik dabei gar nicht. Und das soll hier als Kompliment aufgefasst werden.
Zu ihrer Musik passt ein guter Wein, ein edles Bier, Ruhe, Gelassenheit und schon ist man mittendrin!

Die Tour zum Album folgt im Herbst.
Wir halten Euch auf dem Laufenden.


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