Sonntag, 25. Oktober 2015

ticktickboom und Audiolith: Warum Rap der neue Punk ist! 1/2

Wirklich?! Quelle: warestock.co.uk

(ms) Okay, vielleicht ist Feine Sahne Fischfilet die letzte politische Punkband, die es aktuell noch gut. Na gut, die Donots haben auf ihrem "Karacho"-Album auch eine kleine politische Ader pulsieren lassen. Doch danach wird es ziemlich dünn, bis man auf Adam Angst und Turbostaat stößt. Okay. Jetzt ist wirklich Schluss. Mir fällt keine deutschsprachige Punkband mehr ein, die im Jahre 2015 wirklich politische Texte schreibt. Auf den Konzerten ist das etwas anderes. Da sind Statements gegen Rassismus, Pegida und den ganzen Idiotenschwachsinn selbstverständlich. Farin Urlaub lässt immer wieder seine (gute) Meinungen verlauten, doch seine Texte und Lieder sind Unterhaltung, mehr nicht.

Schaut man in den Sampler "Kein Mensch ist illegal", der die Tage rausgekommen ist und dessen Erlös zu 100% an ProAsyl geht, sieht man ein ähnliches Bild. Natürlich legen wir jedem ans Herz, sich diese Scheibe zuzulegen und etwas Gutes zu tun!
Viele großartige Künstler, von denen wir viele wirklich lieben, haben sich darauf versammelt. Doch die wirklich immer politisch gewesene Musikrichtung Punk ist als solche kaum vertreten bis auf einzelne oben genannte Bands. Dazu haben sich viele andere gesellt wie Thees Uhlmann, Annenmaykantereit, Madsen, K.I.Z., Jan Delay, Kante oder Niels Frevert. Alles spitzen Musiker, keine Punks und textlich auch nicht politisch. Piano-Poet Enno Bunger hat mit "Wo bleiben die Beschwerden" ein wichtiges Lied geschrieben, das leider auf dem Sampler nicht zu finden ist. Doch hat er auch keine lila gefärbten Haare und eine alte Weste mit Patches drauf an. Egotronic sind seit ein, zwei Jahren auch Punk, haben ihre Wurzeln aber im Elektro, politisch waren sie immer; allein aus Torsuns Selbstverständnis heraus.
Jetzt darf man auch die Frage stellen, ob diese Künstler alle denn überhaupt mit ihrer Musik im Jahre 2015 Stellung beziehen müssen zu den aktuellen schwierigen und beängstigenden Situationen in Köln oder Dresden. Ja, müssen sie. Die Kulturschaffenden und intelligenten Musiker dieses Landes haben eine enorm hohe Resonanz, Reichweite und vielleicht dringen sie zu mehr Leuten durch als irgendein Bundestagsabgeordneter. Ein Lied würde ja vielleicht reichen. Dann müssen sie nicht alle auf den Bühnen des Landes das gleiche sagen. Ihre guten und richtigen Äußerungen sollen in ihrer Häufigkeit und doch Gleichheit kein Vorwurf sein. Sie können auch ihr künstlerisches Schaffen dazu nutzen. Eventuell ist das viel emotionaler.

Nicht falsch verstehen: Laute antifaschistische, antirassistische Äußerungen auf den Bühnen sind goldrichtig und ein Muss. Sie können auch mit Tönen unterlegt sein. Die Instrumente sind sowieso daneben.

Womit wir zu der Musikrichtung kommen, die immer schon politisch war und es heute mit einigen Künstlern immer noch und erst recht ist: Dem Hip Hop. Rap-Musik. Heute das Maß der Dinge. In Teil 2!




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