Donnerstag, 1. Oktober 2015

Clara Luzia - "Here's To Nemesis"

Quelle: Promo
(ms) Eine kleine Zeitreise. In die internetlose Zeit. Da, wo man als geneigter Musikhörer fast keine Informationen zu irgendwelchen Künstlern bekommen hat, außer dem, was man in einem Fachmagazin erhaschen konnte oder den Booklets - wenn vorhanden - entnehmen konnte. Heute bekommt man mit zwei, drei Klicks alles, aber wirklich alles raus über irgendwelche Musiker, Bekanntheitsgrad völlig egal. Umkehrschluss: Nerdwissen , Biographie und Projekte überstrahlen die eigentliche Musik, weshalb man ja ursprünglich mal den Künstler gut fand.
Ja, wahrscheinlich geht uns wegen der immensen Informationsflut über Musiker und Künstler der Bezug zu ihrem Werk verloren. Die schlimmste Konsequenz daraus sind Deppen bei Konzerten, die an der Theke stehen und ununterbrochen reden, andere, die pausenlos auf ihr Smartphone starren, alles mitfilmen oder permanent Fotos machen.
Es geht hier um Musik. Es geht um Töne, Klänge, Texte, Rhythmen, Stimmen, Stimmungen, Träumerei, Tanzen, sich verlieren. Es geht um ein Werk, wo viele Menschen viel Energie, Kraft, Zeit, Geld und Ideen reingesteckt haben.
Daher versuchen wir das mal anzuwenden auf das neue, herausragende Album der Österreicherin Clara Luzia. Tu mir weh!


Es beginnt mir einem wirklich starken Song: Cosmic Bruise. Beat, Gitarre, Schlagzeug und ein Refrain, der so schnell nicht aus dem Ohr geht. Vielleicht ist dieser erste Track schon der beste vom ganzen Album. Mit "The Drugs To Work" geht es etwas leiser und entspannter weiter, die Gitarre bestimmt den Rhythmus, Klaschgeräusche erahnen, dass das Lied fürs Publikum gemacht ist. "Bite The Hand That Feeds" klingt es bei "Frowned Upon" am Anfang aus den Boxen. Statt Rebellion sollte man lieber auf den Gedanken kommen, dazu zu tanzen! Denn dieser Indie-Pop-Rock macht richtig Laune. Claras klare, aber auch oft laute und bestimmende Stimme ziehen den Hörer in einen sehr groovigen Sog, wenn man das so sagen kann, ohne doof zu klingen. Das ist genau die Marschroute für "Fat Yellow Moon": "I Don't Give A Fuck!" Dabei ist eines der beiden Lieder, das Clara nicht selbst geschrieben hat (Kein Nerdwissen, steht im Booklet!). Den nächsten Knaller liefert "As Long As We Get By": Strophen zum lockeren Kopfnicken, Refrain zum Toben! Ein richtiges Rock-Brett darf auf "Here's To Nemesis" nicht fehlen: "West Coast". Es ist das zweite Lied aus fremder Feder, von Lana Del Rey, dieses Mal. Verdammt gut umgesetzt. Auch "This House" brüllt nochmal die volle Energie raus, die Clara und ihre Band in ihre Instrumente und Stimmen stecken können.

Liebe Leser und künftige Hörer dieses Albums. Es lohnt sich richtig. Nicht nur die Anschaffung des sechsten Werkes von Clara Luzia. Sondern auch das reine Genießen dieser zehn Songs, die unter 40 Minuten um die Ohren fliegen. Ein sehr ausgewogenes, mal raues, rockiges, rundes Album. Kauftipp. Und anschauen könnt ihr sie euch an folgenden Tagen in diesen Läden:

28.10. - Wien - WUK
29.10. - Graz - PPC
12.11. - St. Pölten - Cinema Paradiso
13.11. - Mödling - Red Box
14.11. - Linz - Posthof
10.12. - Salzburg - ARGE
11.12. - Dornbirn - Spielboden
12.12. - Innsbruck - Weekender
15.12. - Dresden - Ostpol
16.12. - Stuttgart - Café Galao
17.12. - München - Milla
25.01 - Leipzig - naTo
26.01. - Berlin - Privatclub
27.01. - Hamburg - Kleiner Donner
28.01. - Frankfurt - Das Bett
29.01. - Thun - Mokka
30.01. - Karlruhe - Kohi

"Here's To Nemesis" erscheint am 9. Oktober 2015.

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