Donnerstag, 13. August 2015

Sven van Thom - "So geht gute Laune"

Quelle: svenvanthom.de
(ms) In jedermanns Lieblingsenzyklopädie Wikipedia steht im Artikel zu Sven van Thom, dass sein Künstlername ein Wortspiel mit dem Begriff "Phantom" sei. Also, Wikipedia, danke für diese hilfreiche Information. Da wäre so manch ein Liedermacherfreund sicherlich nicht drauf gekommen. Diese Info ist ja ziemlich unlustig und plump. Und damit genau das Gegenteil vom Künstler selbst und seinem neuen Album "So geht gute Laune", das nächste Woche Freitag das Licht der Welt erblicken wird. Sven wer?! wird man sich vielleicht zu Beginn fragen. Doch eigentlich hat Sven Rathke eine ganz bewegte Karriere hinter sich. Früher war er Sänger von Sofaplanet (alle 90er wissen Bescheid beim Stichwort "Liebficken"), mittlerweile solo ganz gut unterwegs. Die neue Scheibe ist seine dritte als Solokünstler; bei TV Noir war er schon, auf Tour geht's auch demnächst. Mit "Tiere streicheln Menschen" hat er ein respektables Neben- oder Hauptprojekt, wie man will. Und wir wollen euch einen Besuch seiner Konzerte dringend ans Herz legen. Nicht nur, weil es schöne kleine Geschichten mit Gitarre gibt, sondern es geht äußerst heiter zu bei all den Anekdoten und aberwitzigen Lyrics.


"So geht gute Laune". Was für ein abgründiger Name für ein Liedermacher-Singer/Songwriter-Album. Da schunkelt man ja schon fast automatisch drauf los, sieht sich in großen Festzelten bei schalem Bier und mieser Musik. Und diese Feiermentalität wird auch im gleichnamigen Song aufs Korn genommen. Ja, schmunzelnd muss man dieses Album hören. Es wird dabei nicht laut gelacht. Bei leiser Beobachtung der Texte ist erkennbar, dass es zum Teil tragikomisch, autobiographisch, dörflich und rauschhaft zugeht. Die meisten Instrumente - Gitarre, Bass, Percussion, Blockflöte (!) - hat der 38-jährige auch selbst eingespielt. Es hat natürlich ein wenig Hilfe beim Album gebraucht. Aber solo funktioniert das ziemlich gut. Der Opener "Gut für gar nichts" hat über drei Jahre warten dürfen, bis er nun aufs Album durfte. Zu recht, gut Ding will Weile haben. Die Singleauskopplung "Nicht schon wieder Sommer" dürfte in diesen teils recht heiße Tagen manch einem Nörgler wie eine prophetische Wahrheit um die Ecke kommen. Ein Wikipediaschlager über Chrysanthemen ist allein schon der Idee des Songs wegen ein Hit. Im Netz surfen, was Banales nehmen und ein Lied drüber schreiben. Ideal, komisch, einfallsreich. Ein kleiner Hit aufgrund seiner Derbheit ist "Dröge Jugend": Ein Portrait der aus Langeweile fickenden Dorfjugend; schräg, aber genial. Ein Liebeslied für all die Jungs, wie mal wieder Mist gebraut haben und denken, dass seine wunderbare Freundin einen nicht verdient hat, schafft es mit "Was willst du denn mit dem?" auch aufs Album.
16 Songs, einige sehr stark, andere vielleicht Füllmaterial - nicht jedes Wortspiel sitzt astrein - aber unter dem Strich bleibt ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Gitarrenpopalbum, das Laune macht. So richtig gute Laune.

Hier ist Sven van Thom demnächst live zu sehen.
Die luserlounge sagt: Hingehen!

19.08. - Berlin - Birgit & Bier 
09.09. - Hamburg - Molotow
11.09. - Dresden - Scheune
10.10. - Leipzig - Horns Erben
15.10. - Magdeburg - Moritzhof
24.10. - Halle - Drushba
31.10. - Helmstedt - Kulturcafé
02.12. - Berlin - Quatsch Comedy Club
03.12. - Berlin - Quatsch Comedy Club
04.12. - Berlin - Quatsch Comedy Club
05.12. - Berlin - Quatsch Comedy Club
05.02.2016 - Zwickau - Gasometer
06.02.2016 - Nürnberg - Club Stereo
07.02.2016 - Stuttgart - Merlin
16.02.2016 - Oberhausen - Druckluft

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