Mittwoch, 12. August 2015

Frittenbude - "Küken des Orion"

Quelle: audiolith.net

(ms) Butter bei die Fische: Wie verreißt man am besten und sympathischsten ein Album? Und das nicht aus Hass, Antipathie, Ablehnung oder aus wütendem Bock? Oft artet sowas in eine gequält gute Rezension aus wo am Ende dann doch noch kommt, dass dem Autor das Album nicht so gut gefällt, aber objektiv doch ganz okay sei. Ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Daher kommt es jetzt knüppeldicke: Das neue Frittenbude-Album "Küken des Orion" ist enttäuschend.
Das ist nicht mal verwunderlich.
Denn seit dem ersten Album wird die Band immer schlechter. Textlich, musikalisch, komplett. Dabei erscheinen sie auf den Bühnen (den Hurricane-Auftritt kann man sich online angucken) irgendwie arrogant, selbstverliebt und sehr von sich überzeugt.
Dass das neue Album nach den Titeln "Nachtigall", "Katzengold", "Delfinarium" nun "Küken des Orion" heißt, ist nicht verwunderlich. Dieses Tier-Motiv muss durchgezogen werden. Ist das süß? Ist das cool? Es scheint einfallslos und gezwungen, dass das so weitergehen muss. Das spiegelt sich auch auf den Titeln des Silberlings wieder: Army of Küken, Die Möglichkeit eines Lamas. Das ist nicht mal Dialektik oder Dadaismus. Schwer zu verstehen, was ein Kükenorion sein soll.


Es gibt jedoch einen kleinen Schimmer Hoffnung. Das sind die Beats. Die sind zum großen Teil wirklich gelungen. Aber Frittenbude stehen seit ihrer Gründung für die Texte, ihre Positionen, ihre Aussagen, ihre klare antifaschistische Grundhaltung. Klar, das unterstützen wir auch, logisch.
Die Texte scheinen aber aus einem Textegenerator zu kommen.
Dieser Textegenerator spuckt halbe Sätze, einfache Aussagen, rhetorische Fragen und Idealismus aus. Das nervt spätestens beim dritten Song. Da hilft auch ein Feature mit Dirk von Lowtzow auch nix. Nicht mal Michael Jackson.
Es gibt Alben und Bands, die man gut finden will, weil man sie immer gut fand und es schwierig ist, sich einzugestehen, dass sie eine seltsame Wendung genommen haben. Bei Frittenbude ist das der Fall.



Live kann man sich das trotzdem hier angucken:

14.08. - Highfield Festival
21.08. - Frequency
22.08. - Chiemsee Summer
30.09. - Wolfsburg - Hallenbad
01.10 - Köln - Live Music Hall
02.10. - Münster - Sputnikhalle
03.10. - Wiesbaden - Schlachthof
04.10. - Trier - Exhaus
06.10. - Saarbrücken - Kulturfabrik
07.10. - Heidelberg - Halle 02
08.10. - Bern - Dachstock
09.10. - Zürich - Dynamo
10.10. - Stuttgart - Im Wizemann
11.10. - Würzburg - Posthalle
13.10. - Hannover - Faust
14.10. - Dortmund - FZW
15.10. - Kiel - Pumpe
16.10. - Hamburg - Große Freiheit
17.10. - Bremen - Modernes

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