Sonntag, 12. April 2015

Live: Deichkind in den Westfalenhallen Dortmund

(cg) Gestern Abend fand das Deichkind Konzert im Rahmen der 'Niveau, weshalb, warum' Tour in den Dortmunder Westfalenhallen statt. Natürlich war die Luserlounge am Start und wir haben uns nicht lumpen lassen reichlich Bilder zu schießen und Eindrücke zu sammeln. Da blieb kein Körperteil trocken. Unseren Artikel über ihr neustes gleichnamiges Album findet ihr hier







Schon auf dem Weg zu den Westfalenhallen war klar, wer hinfährt und wer nicht. Unbeteiligte Passanten wunderten sich auf den Straßen und in der U-Bahn über die Flut an bunt bemalten, blinkenden und verkleideten Konzertgänger. Da kann man auch schonmal bei Regen und Sturm die LED-Sonnenbrille tragen.

Die Show war ausverkauft, dementsprechend war die Halle prall gefüllt und die Lufttemperatur nahm tropische Ausmaße an. Dichtes Gedränge, erste Bierlachen, Laute Stimmen, Brezel für 3€. Auf einer großen Leinwand auf der Bühne lief ein Film mit epischen Naturaufnahmen. Grüne Landschaften, Luftaufnahmen über tiefen Canyons und Tropische Pflanzen und Tiere. Dann die Deichkinder mit Dreieckshüten und viel Bier, Party Videos und Tourfotos. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern, die Spannung stieg und dann, wumms, dröhn, Auftakt.


Jemand springt auf die Bühne, die ersten Beats von 'So ne Musik' erklingen und die Menge begann sich zu bewegen. Das Bühnenbild ist noch sehr schlicht, genau wie die Stimmung, die nicht so recht aufkommen will. Alles wirkt ein bisschen lieblos, die Band leiert die Songzeilen runter und es folgt das zweite Lied, 'Denken sie groß', einer der stärkeren Songs der neuen Platte.



Dennoch ist weiterhin ein verhaltenes Publikum zu beobachten. Die Stimmung wird auch nicht viel besser bei 'mehr als Lebensgefährlich' und 'Naschfuchs'. Klar müssen die neuen Songs präsentiert werden aber irgendwie...ne. Es ist einfach komische Stimmung. Aber dann! 'Befehl von ganz unten', es bewegt sich was, zum ersten mal springt die ganze Halle und man kann von einem leichten Ausrasten sprechen.

Es folgen 'Bück dich hoch' und 'Leider geil', zwei Kracher vom 2012er Album 'Befehl von ganz unten' die die Stimmung wenigstens auf einem Level halten.


Danach eine kurze Ansage der Band, der erste Publikumskontakt und 'Hauptsache nichts mit Menschen'. Dabei springt die Band tatsächlich von der Bühne und bewegt sich durch die ersten Publikumsreihen. Es folgen 'Like mich am Arsch', 'Die Welt ist fertig', 'Porzellan und Elefanten', 'Hovercraft' (hier wurde wieder wild getanzt), 'Powered bei Emotion' und 'Illegale Fans'.


Das war der Hauptteil der Show und ja, ich hatte tatsächlich die ganze Zeit kein Problem auf dem Handy zu tippen und die Songtitel mitzuschreiben. Stimmung insgesamt eher Mau, sowohl beim Publikum als auch bei der Band. Kein Wunder bei 6 Shows pro Woche und jeden Abend Vollgas. Trotzdem sehr schade, Deichkind war immer ein Garant für ne Hammer Show mit richtig Stimmung und ausrasterei. Mir fehlten bis hier hin eindeutig die Klassiker, man kommt ja auch irgendwie dafür. Der Applaus und die Rufe nach einer Zugabe waren irgendwie auch nicht so sehr überzeugend.

Dann doch die (erste!) Zugabe. Schwacher Start mit 'Oma gib Handtasche', aber man sah schon auf dem hinteren Teil der Bühne die Vorbereitungen für folgendes: 'Arbeit nervt', 'Wir haben Ferris', 'Egolution', 'Luftbahn', 'komm schon!', 'Bon Voyage', 'Reimemonster' von Afrob fest. Ferris MC. Geil! Endlich richtig gute Stimmung in der Halle.



Die Performance war eindeutig besser als im Hauptteil, Band und Publikum hatten Spaß aneinander. Dann kurz völlige Dunkelheit, großer Applaus, Geschrei, Licht und DAS FASS! Der absolute Deichkind Showklassiker, 'Roll das Fass rein', richtig fetter Abriss, Party im Publikum, Bierdusche, Nice! (Ich konnte sogar das Fass berühren, yeah!)


Weiter ging's mit 'Niveau, weshalb, warum?' und 'Hört ihr die Signale', dazu gab's dann auch Bier für die Leute ganz vorne, frisch vom Fass natürlich! Dann wurde 'the Power of Love' gecovert, was doch sehr überraschend kam. Alles gipfelte in 'Prost!' und zum Schluss 'Limit'.



Die Halle ging gut ab und ich fühlte mich endlich wie bei Deichkind. Durchgeschwitzt, voller Bier und im Geiste vereint mit all den anderen nassen, singenden und feiernden Leuten. Als die Bühne leer war wurde dieses Mal sehr laut applaudiert und massive Sprechchöre forderten die Band wieder auf die Bühne.

Die zweite Zugabe gab dann nochmal alles und auf der Bühne wurde fett gefeiert. Federn, Ballons, Fahnen, Trampolin, Glitzer Glitzer, alle möglichen Party Gadgets waren zu sehen und performt wurde 'Remmidemmi'! Ein passender Abschluss, doch noch die Befriedigung im Ohr. Die Band verabschiedete sich, Danke ans Publikum, Abschiedsfoto, Applaus, nach Haus. Gut 2,5 Stunden ging das Konzert, 29 Songs gespielt.


Insgesamt war die erste Hälfte des Konzertes enttäuschend, man weiß nicht genau woran es lag aber der Funke sprang einfach nicht über. Zwischendurch ein paar gute Momente, aber so richtig halten wollte sich die Stimmung dann nicht. Die zweite Hälfte war da schon viel besser und verdient hier doch lobende Worte. Klassiker, voller Einsatz, das wofür ich gekommen bin, obwohl ich auch auf die neuen Songs sehr gespannt war. Doch hier bestätigte sich leider meine Befürchtung, dass sie Qualität des neuen Albums sich auch auf die Show überträgt. Trotzdem ein gutes Gefühl am Ende der Show und ich freue mich auch auf das nächste Deichkind Konzert!


Hier nochmal die komplette Setlist:

So ne Musik

Denken sie groß

Mehr als lebensgefährlich

Naschfuchs

Befehl von ganz unten

Bück dich hoch

Leider geil

Hauptsache nichts mit Menschen

Like mich am Arsch

Die Welt ist fertig

Hovercraft

Porzellan und Elefanten

Powered by Emotion

Illegale Fans


Erste Zugabe:

Oma gib Handtasche

Arbeit nervt

Wir haben Ferris

Egolution

Luftbahn

Komm schon!

Bon Voyage

Reimemonster

Roll das Fass rein

Niveau, weshalb, warum?

Hört ihr die Signale

The Power of Love

Prost!

Limit


Zweite Zugabe:

Remmidemmi




nächste Tourdaten:

14.04. Hannover, Swiss Life Hall

16.04. Neu-Ulm, Ratiopharm Arena

19.04. Freiburg, Zäpfle Club

21.04. Augsburg, Kongress Park

26.04. München, Zenith

28.04. Berlin, Max-Schmeling-Halle

29.04. Flensburg, FlensArena

30.04. Aurich, Sparkassen Arena

01.05. Hamburg, o2 World

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