Donnerstag, 22. Januar 2015

WANDA im INTERVIEW! Special Feature von: Hoamat Heroes. Amore.





(mb) 2015 wird das Jahr von vielen österreichischen Bands sein! WANDA stechen jetzt schon hervor, die fünfköpfige Kapelle aus Wien ist derzeit in aller Munde. Kein Wunder, denn ihre Erfolgssingle „Bologna“ belegte Spitzenplatzierungen in allen relevanten Indie-Charts und das Debütalbum „Amore“ ist seit der Veröffentlichung in den Verkaufscharts vertreten. Kaum ein Konzert ihrer aktuellen Tour ist nicht ausverkauft und die Tageszeitung derStandard bezeichnet sie sogar als „augenblicklich beste Wiener Band der Welt". Miriam von der  fantastischen Website HOAMAT HEROES, die sich  dezidiert, intelligent und spannend mit der österreichischen Musikszene befasst, hat Marco Michael Wanda, Sänger der Band, getroffen und interviewt. Wir haben die Ehre und dürfen das geführte Geplauder exklusiv mit Euch teilen, sowie Hoamat Heroes allen Austro-affinen Musikliebhaber wärmstens ans Herz legen:



Wie erklärst du dir den plötzlichen Senkrechtstart von Wanda? Was ist euer Geheimnis?
Ich denke, das Ausschlaggebende sind die fünf irrsinnig feschen, ehrlichen Typen in Lederjacken. Zwei von uns sind nämlich wirklich hübsch, drei sind annehmbar. Ja, es sind die Lederjacken und die feschen Typen.

Das Thema „Amore“ zieht sich wie ein roter Faden durch euer erstes Album. Warum habt ihr genau diese Thematik gewählt? Ihr hättet ja z.B. auch über den Weltfrieden singen können…
So etwas wie das Thema Weltfrieden ist zu kompliziert. Wir haben uns Dinge ausgesucht, die vorrangig im Unterbewusstsein passieren. Ich kenne das von mir, weil ich z.B. nicht in politischen Zusammenhängen träume. Ich will über das schreiben, was im Traum funktioniert - also große, wahrhaftige Gefühle und Ängste - und nicht über weitreichende, intellektuelle Zusammenhänge oder so. Es gibt einen Teil in der menschlichen Seele, der zeitraumrelativ ist und mehr mit Gefühlen zu tun hat, als mit der Welt, in der wir leben. Wenn Nietzsche sagt: „Gedanken sind die Schatten der Empfindungen“, dann schreiben wir glaube ich mehr über Empfindungen als über Gedanken.

Beschäftigst du dich viel mit solchen Dingen?
Nein - nicht mehr. Ich halte mich sehr bewusst dumm, weil ich gar nicht zu viel wissen will. Andererseits muss ich viel wissen. Ich weiß auf jeden Fall genug.



Zurück zu eurer Musik. Warum habt ihr euch für euren aktuellen Song „Bologna“ genau diese Stadt ausgesucht?
Das ist schwer zu sagen. Es geht eher mehr darum, dass sich das wahre Menschentrauma in sehr austauschbaren Städten abspielt. Wenn es in der griechischen Tragödie Athen war, dann ist es bei uns jetzt tausende Jahre später Bologna und irgendwann wird es eine andere Stadt sein. Das sind alles nur Orte. Wichtig ist das Menschliche, das sich in diesen Orten abspielt. Für mich ist es einfach ein gutes Poplied.

Haben die Leute in Bologna mitbekommen, dass es ein Lied über ihre Stadt gibt?
Ja, das haben sie. Wir waren auch in den örtlichen Zeitungen und ich glaube, die Menschen fühlen sich sehr geschmeichelt. Ich würde mich auch geschmeichelt fühlen, wenn jemand, der in Bologna lebt, über Wien singt.

Wer ist eigentlich dieser Thomas, dessen Name in ein paar eurer Songs vorkommt?
Für diesen Thomas gibt es keine reale Vorlage. Ich glaube, ich kenne nicht einmal so viele Thomasse.  Er hat aber sicher Anteile von Säufern oder Männern mit gebrochenen Herzen im Beisl. Außerdem singen sich alle diese Selbstlaute sehr schön: „Thomas“, „Luzia“, „Bologna“. (lacht)



Als österreichische Band in Deutschland ausverkaufte Konzerte zu spielen ist heutzutage der Traum vieler heimischer Musiker. Bei euch ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Was funktioniert in Deutschland in dieser Hinsicht besser als in Österreich? 
Dieses „Österreichische Musiker gehen nach Deutschland und versuchen ihr Glück“  hat irgendwie Tradition. Von Falco über Hallucination Company, Fendrich oder Ambros waren dort alle sehr erfolgreich. Man merkt irgendwie, dass auch sehr viel Raum für Provokation im Mainstream vorhanden ist. „Bologna“ wird von österreichischen Massenradiosendern relativ tot geschwiegen, aber in Deutschland sind wir beispielsweise bei Eins Live und beim WDR in Rotation. Die decken viel mehr Marktanteil ab, als Ö3 in Österreich hat. Große Radiosender in Deutschland haben keine Probleme damit, Lieder zu spielen in denen Sänger mit ihren Cousinen schlafen wollen. Ich habe aber weder in den österreichischen, noch in den deutschen Musikmarkt viel Einblick und beschäftige mich auch nicht allzu viel damit. Ich glaube, dass man auch entgegen einer widrigen Infrastruktur etwas erreichen kann, wenn man gut ist. Darum geht es im Wesentlichen.

Welchen Einfluss hat die Radiopräsenz bei den Massenradiosendern – speziell in Österreich - auf den Erfolg von Musikern?
Wanda ist ein Beispiel dafür, dass man auch bekannt werden kann, wenn man von diesen Sendern nicht gespielt wird. Wir befinden uns gerade in einer herrlichen Situation und können eigentlich auf alles scheißen. Unseren Lebensentwurf haben wir bereits jetzt realisiert und wir haben außerdem eine begeisterte Anhängerschaft, die ich unglaublich toll finde. Ich bin jedes Mal bei den Konzerten überrascht, welche erdigen, coolen Männer und Frauen unter unseren Fans sind  – und auch Kinder und Greise. Die Leute lachen und tanzen viel. Das ist schön.



Der Begriff Austro-Pop fällt oft im Zusammenhang mit eurer Musik. Seht ihr euch als Austro-Pop-Band?
Das ist schwierig. Ich konnte ihn nie fragen, aber ich würde unsere Musik als das bezeichnen, als was Hansi Lang seine Musik bezeichnet hätte. Ich glaube nicht, dass wir eine Austro-Pop-Band sind. Das ist meiner Meinung nach eine abgeschlossene Epoche. Wir machen einfach Pop- und Rockmusik.

Ich habe euch zum ersten Mal im April 2014 bei den Nirvana-Tribute-Konzerten im Wiener Weberknecht gesehen. Welchen Bezug habt ihr zu Nirvana?
Unser Gitarrist sagt, er hat von Kurt Cobain Gitarre spielen gelernt. Durch diese einfachen, immer wiederkehrenden Akkorde weiß man danach alles, was man wissen muss. Ich habe als Teenager auch sehr viel Nirvana gehört - als ich viel getrunken habe und sehr weltverdrossen war. Das waren für mich einfach Kinderlieder zum Mitsingen.

Was hörst du privat gerne?
Ich höre fast keine Musik mehr. Ich lese sehr viel und bin auf Wohnungssuche, weil ich derzeit quasi obdachlos bin. Wenn ich etwas höre, dann Schubert, die Beatles, The Doors und Hansi Lang.

Dieses Jahr findet der Eurovision Song Contest in Wien statt. Wer wäre deiner Meinung nach ein würdiger Vertreter für Österreich?
Eine gute Frage. Ich weiß nicht, wer blöd genug ist, das zu machen. Allen, die ich kenne und schätze, wünsche ich das nicht. Nach Conchita Wurst kann man sich meiner Meinung nach nur ganz schwer blamieren, weil das wahrscheinlich der mutigste Beitrag in der Geschichte des Song Contests war. Ich bin aber generell sehr unkritisch veranlagt und mir ist auch alles viel zu sehr egal. Ich bin wenn dann mit persönlichen Inhalten beschäftigt: Wohnung suchen, Emails schreiben, dem Erfolgsdruck standhalten. (lacht)

Euer Album „Amore“ ist seit der Veröffentlichung in den österreichischen Albumcharts vertreten, die Single „Bologna“ war bzw. ist auf den ersten Plätzen aller relevanten Indie-Charts. Lastet da hinsichtlich des zweiten Albums nicht ein gewisser Druck auf euch?
Man kann Amore nicht wiederholen, aber man kann ein sehr gutes zweites Album machen. Das würde mir reichen.

Arbeitet ihr schon an einem zweiten Album?
Wir sind damit schon fast fertig. Und ich glaube, es wird ein sehr gutes zweites Album. (lacht) Die Inhalte sind im Wesentlichen fast dieselben, wie beim ersten Album. Ich freue mich schon auf die Reaktionen.



Hoamat Heroes:


Nächste Konzerttermine WANDA:
27.01. Linz, Posthof
28.01. Graz, Postagarage (AUSVERKAUFT)
29.01. Krems, Kesselhaus (AUSVERKAUFT)
31.01. München – Muffatwerk
01.02. Pfarrkirchen - Club Bogaloo
02.02. Passau - Zeughaus
04.02. Nürnberg - MUZ
06.02. Hildesheim - Kufa Löseke
07.02. Köln - King Georg (AUSVERKAUFT)
08.02. Hamburg – Molotow (AUSVERKAUFT)
10.02. Leipzig - Werk 2
11.02. Essen - Hotel Shanghai
12.02. Berlin – Badehaus (AUSVERKAUFT)
13.02. Berlin - Badehaus (AUSVERKAUFT)
15.02. Berlin - Badehaus (Zusatz-Konzert)
19.02. Timelkam - GEI
20.02. Ebensee, Kino Ebensee
28.03. Neumarkt, Volksheim, RitterRock
09.04. Salzburg, Rockhouse
10.04. Offenburg Spitalkeller
11.04. Dornbirn, Dynamo Festival (Spielboden)
17.04. Wien, Gasometer Bank Austria/Planet tt.-Halle
18.04. Oslip, Young & Free Festival
25.04. Innsbruck, Weekender
27.04 St. Pölten, Warehouse
29.04. Zürich, Bogen F
30.04. St. Gallen, Grabenhalle
21.05. Schorndorf, Manufaktur
23.05. Straubing, Pfingst Open Air
24.05. Mannheim, Maifeld Derby
31.07. Oberammergau, Heimatsound-Festival


Foto-Quellen:
Wolfgang Seehofer, Florian Senekowitsch
https://www.facebook.com/wandamusik

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