Samstag, 20. Dezember 2014

Der große musikalische Rückblick 2014, Teil 20: Tausende Perlen und keine Sau in Sicht!

(ms) Liebe Freunde!
2014 war musikalisch für mich ein wahnsinnig vielfältiges Jahr. Ein bisschen Hip Hop, viel Indie-Pop wie ich ihn liebe, ein bisschen elektronische Musik, Folk, wenig Metal (den ich sonst auch so gern hab). Zum Glück ist meine Mittelalterrockmusikphase vorbei. Eine Entscheidung zu treffen, um ein Album zum Album des Jahres zu küren ist mit Abstand das schwerste, was mir seit langem aufgetragen wurde (nicht zu reden von Zeug in der Uni, den ich niemals verstehen werde). Daher nehme ich andere Faktoren dazu plus eine andere Reihenfolge.

Fangen wir an mit den besten Livemomenten 2014:
3.) Annenmaykantereit! Entdeckt dieses Jahr und umgehend in mein Herz geschlossen. Endlich live gesehen bei meinem Lieblingsfestival, den Open Flair. Es war am frühen Abend (gegen 17 Uhr) im E-Werk. Die Typen sind ja auch alle erst Anfang Zwanzig und machen Karrire, als ob ihnen Apple gehören würde. Im Vorhinein ein paar Songs gehört, dann treten die auf die Bühne und mir fällt die Kinnlade runter, ich drehe mich um zu meinen Freunden und ticke total aus, dass der Sänger wirklich so eine Tom Waits-Stimme hat, aber aussieht, als ob er gerade Fahrradfahren gelernt hat. Umwerfend.
2.) Hauschka! Traumzeit Festival in Duisburg, ein Liebhaber-Festival mit einem gigantisch abwechslungsreichen Line-Up. Ich bin ja Fußball-Fan, aber diesen Länderwettbewerben kann ich nicht viel abverlangen. Daher sind wir auch von der Übertragung Deutschland vs. Ghana weggegangen und haben uns Hauschka angesehen. Aufgrund meiner musiklaischen Biographie (Instrument, Gesang) bin ich sehr der klassischen Musik zugewandt. Und Hauschka hat mich aus den Latschen gekickt! Ein offener Flügel, in dem Tischtennisbälle herum fliegen. Da hatte er mich!
1.) Es muss so sein, es gibt keine andere Wahl. Auch wenn ich vier Mal Marcus Wíebusch gesehen habe dieses Jahr, war das Highlight leicht angetrunken Bratzes letztes Konzert im Hamburger Uebel & Gefärhlich zu sehen. Reine Ekstase, hunderprozent nach vorne, Bock ein letztes gigantisches Konzert abzufeiern. Vollgeschwitzt, pleite, fertig. Was für ein Konzert!


Top 5 Songs 2014
5.) Alt- J - Every Other Freckle
Hammer Song, noch besseres Video in zwei Geschlechterversionen.

4.) Kobito - Lummerland
Was für eine Hymne auf die Veränderungen, die wir Menschen machen von der Kindheit bis zur Berufstätigkeit mit ständiger Erinnerung an all die wilden Sachen, die man gemacht hat, als man sechs war.

3.) Egotronic - Die Band der Vollidioten (feat. Crackhuren-Chor)
Eine Lanze brechen gegen das ganze nationale Schwachsinns-Gedankengut. Wer außer Egotronic macht es so schön gegen Frei.Wild? Niemand! Eben! Live immer noch ein großer Hit!

2.) Niels Frevert - Das mit dem glücklich sein ist relativ
Den sympathischen Hamburger, der aussieht, als ob er drei Tage nicht geschlafen, aber in der gleichen Zeit zeh Flaschen Whiskey getrunken hat, habe ich erst dieses Jahr für mich entdeckt. Und dann mit so einem umwerfenden Lied, einer Lobeshymne auf die Liebe. Yes!

1.) Marcus Wiebusch - Der Tag wird kommen
Es muss der wichtigste Song des Jahres sein. Allein die Medienresonanz war überwältigend. In kürzester Zeit über eine halbe Millionen Klicks bei YouTube. Dann später noch dieses nahegehende Video. Mensch Wiebusch, du alter Punk-Hase, seit Jahren ist für mich Kettcar die wichtigste deutschsprachige Band und das setzt dem Schaffen von Wiebusch die Krone auf, inhaltlich ist er Kollege Uhlmann meilenweit voraus. Danke für dieses Lied sage ich als Fußball-Fan und als Bekannter eines homosexuellen Pärchens.


Das Album des Jahres:

Spaceman Spiff - Endlich nichts

Es war wirklich schwer. Im Ernst! Zur Auswahl standen: Marcus Wiebusch "Konfetti", Dad Rocks! "Year of the flesh", Elephant "Sky Swimming".
Und ich habe mich durchgedrungen Spaceman Spiff zu wählen, bürgerlich Hannes Widmer. Es begann im Frühjahr in meinem Plattenladen des Vertrauens, da hat mich diese Scheibe angelacht, ich habe sie mitgenommen und sie dreht sich Regelmäßig zu Hause oder auf den Wegen durch die Stadt über Kopfhörer. Der erste Gedanke war, dass es der kleine Bruder von Gisbert zu Knyphausen sein muss. Aber weit gefehlt. Spaceman Spiff verströmt viel eigenen Charme, Tiefe in den Texten die vom Leben, der Liebe, dem Kater danach oder Han Solo sprechen. Fein abgestimmte Texte, etwas mehr Intrumentalisierung als auf dem Vorgängeralbum und unheimlich viel Sympathie werden ihm reichen, um in Hamburg sich einen festen Platz in der Szene ganz weit oben zu sichern, da gehe ich stark von aus. Insbesondere die tolle Tour zusammen mit Enno Bunger zeigt, dass Hannes nicht nur gut, sondern auch enorm viel Spaß und Bock hat, seine Musik raus in die Welt zu tragen.
Ein grandioser, spannender Künstler, dem noch einiges bevorsteht! Frohes Neues!


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