Freitag, 20. Dezember 2013

Der große musikalische Rückblick 2013, Teil 22: Ganz schön okay!

(bu/lp) Nachdem aufgrund des vorweihnachtlichen Stress das gestrige Türchen unwiderruflich geschlossen bleibt, geht's heute unvermittelt mit dem 22. Kalenderblättchen weiter. Beschwerden können gerne eingereicht werden, sind aber wohl sinnlos. Heute gibt sich Viola die Ehre - Psychologiestudentin in Österreich und eigentlich aus dem Süden Deutschlands stammend. Et voilà!
Quelle: http://www.skylinetradeshowtips.com


Lieblingsalbum 2013:


OK KID - OK KID





Zugegebenermaßen hab ich mich bisher weitestgehend gegen deutschsprachige Musik gewehrt. Bei diesem Album war das vorerst auch so. Ein Freund hat mir „Kaffee warm“ empfohlen und mir mal das Album gegeben. Ich habs mir angehört und dachte mir „nä“, und es nie mehr angerührt. Doch wie das Leben so spielt, trifft man irgendwann auf Menschen, die einem zur richtigen Zeit am richtigen Ort Dinge nahebringen, die man vorher nie weiter beachtet hat. Also, Album doch nochmal gehört, und dann hats von 0 auf 100 Boom gemacht. Der Song, der dafür gesorgt hat, war „Verschwende mich“. Ein Song übers sich-seelisch-aussaugen lassen -der Kopf weiß es, aber das Herz langt einfach noch 10mal auf die heiße Herdplatte (und hat auch noch Spaß daran??). Die Band hat einfach  gute Texte, die weder ein dummes, stumpfes Hau-Drauf sind, noch ein immerwährendes Heiter-Sonnenschein-Getue. Was die da singen/rappen, ist einfach echt, gut, lebensnah. Manchmal hart (so wie das Leben eben ist), aber auch immer mit viel Herz und einer gewissen Verletzlichkeit. Dazu noch ein paar Beats, die mich an Awolnation  erinnern, und an richtiger Stelle nur ein kleines, leises „bing“. Krönender Abschluss für mich persönlich dann das Konzert in einem kleinen Club. Das Handtuch des Sängers landete direkt in meinem Auge, dafür gabs Entschädigungs-Waldmeisterschnaps (Leute, der ist echt gut, den solltet ihr euch nicht entgehen lassen) und ein Original Schweine-Autogramm auf meinem neuen OK-KID Shirt. Seither bin ich vollends in love. Super Typen, und schön auf dem Boden geblieben. Hoffe, das bleibt so. 


Lieblingssongs 2013: 


Der richtige Song für Tage, an denen man sich denkt „scheiße, scheiße, einfach scheiße“. Die Strophen, so melancholisch hoffnungslos, erzählen vom auf die Fresse fliegen, ziehen einen irgendwie runter, alles so unmotiviert, irgendwie taub, resigniert. Und dann – der Refrain: Der dir sagt: „Ey, am Ende wird alles wieder gut, und wenns dir grad nicht gut geht, dann ist das hier einfach noch nicht das Ende, ganz easy!“  Ich persönlich bin allerdings kein Fan davon, immer von anderen zu hören „ach das wird schon“, wenn grad mal wirklich alles den Bach runtergeht (nein verdammt, manchmal wird’s einfach nicht!) – deshalb macht die Stelle „und wenn es uns nicht gut geht, ham‘ wir auch kein Problem“  das ganze so schön menschlich.  Wenn man nix dagegen machen kann, ja, mei. Dann isses halt so, dann scheiß ich halt drauf. Ok, vielleicht nicht immer die weiseste Option, aber zeitweise sicherlich hilfreich. Auf jeden Fall ein Lied, das einen in den Himmel hochziehen kann und ein bisschen frische Lebensenergie und Motivation ins Blut pumpt.
 


Bin durch Zufall auf den Song gestoßen und habe ihn sofort geliebt und in Dauerschleife gehört, weil er mir irgendwie gute Laune macht.  Klingt für mich irgendwie nach Urlaub, und ich mag Vance Joys unschuldige Stimme total gern. Süße Hommage an eine ominöse Frau, die aussieht wie Michelle Pfeiffer und zur dunklen Seite übergegangen ist, und das auch noch von einem kleinen australischen Lockenkopf, der eigentlich Angst vor hübschen Mädchen und der Dunkelheit hat. Ist wohl ein besonders kühner junger Mann.



Als riesiger QOTSA Fan hab ich natürlich sehnlichst aufs neue Album gewartet, und dann gleich so ein Opener! Wäre „The Fog – Nebel des Grauens“ ein guter Film gewesen, wäre das der perfekte Soundtrack dazu.  Der Song beginnt gleich so „wabernd-bedrohlich“, wie irgendwas, was langsam auf einen zuschleicht und ziemlich unheimlich ist. Seit ich von meinem Bruder meine geile Surroundsoundanlage geschenkt bekommen hab, kann ich genau solche Sounds noch viel mehr genießen, diese tiefe Gitarre, so schön dunkel und eindringlich, dass mich gern mal die Gänsehaut überkommt. Gabs beim Konzert eigentlich ne Nebelmaschine? Wär auf jeden Fall ne Idee. 
…if life is but a dream wake me up!
 



PS: Es gibt noch einen Song, der hier eigentlich mal erwähnt gehört,  zu dem man aber nun wirklich keinen längeren emotionsgeschwängerten Text schreiben kann. Aber mal ganz ehrlich – ist irgendwer nicht voll dazu abgegangen?? Blurred Lines – stumpf und schwanzgesteuert wie Sau, aber vielleicht auch deswegen schon wieder supergeil. Und er verbindet uns alle. Selbst die Radiohasser, strikten Rockfans und Pseudointellektuellen haben diesen Sommer dazu unter der Dusche getanzt 
(Ich weiß es).
 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen