Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der große musikalische Rückblick 2013, Teil 11: Good ol' times!

(mk/sf) Mario Knapp aka Mobile Ethnic Minority ist Akkordarbeiter und lebt in München.

Sein kommendes drittes Album 'Soul' wird sicher bald in der Sparte 'Singer/Songwriter' geführt werden. Mit neuer Musik hat es Mario nicht so; deswegen erhaltet Ihr heute einen Rückblick der etwas anderen Art:

http://www.vocesabia.net/


Man sagt, das MusicBiz sei tot und die Künstler wollen nicht wahrhaben, dass Alben genau wie alte Schreibmaschinen überholt und überflüssig sind, weil sich niemand mehr hinsetzt und Alben hört.

Ich glaube aber, Musik, die Seele hat, ist ansteckend und gute Geschichten werden die Herzen der Leute immer berühren.

Man sagt, die Künstler jammern und hinken dem Publikum hinterher, anstatt ihm voraus zu sein. Als Künstler will ich aber nicht 'hinterher' oder 'voraus', sondern 'mit' dem Publikum sein.

Bist du also nicht nur 'in it for the fame', muss dir klar sein, dass es die Musikindustrie ist, die immer hinterher hinkt. Denn die Musikindustrie will gar nicht im Musikgeschäft sein, sondern im Stargeschäft.

Deshalb hier drei Alben, die die Industrie als Flops abgehakt hat:

Brian Eno: Ambient4/On Land (1982), als 'Ambient' noch komplett handgemacht war, man während der Aufnahme am Equalizer rumgeschraubt und Bänder mit weißem Marker und Schere auseinandergeschnippelt und anders wieder zusammengeklebt – Verzeihung – editiert hat. Einfach das Gegenteil von Computer-programmierter Chillout-Music.


Talk Talk: Spirit Of Eden (1988), Wikipedia sagt: 'Das Album wird gemeinhin als Meilenstein der Popmusik des ausgehenden 20. Jahrhunderts angesehen... Die Instrumentierung mit zahlreichen Orchesterinstrumenten, die allerdings äußerst sparsam eingesetzt wurden, um im Zusammenspiel mit der Band ausufernde Klangteppiche zu erzeugen, war äußerst progressiv, aber wenig kommerziell.'
Die Plattenfirma wollte andere Songs, manche Kritiker sprachen damals von 'sinnlosem Genudel'.




Richard Hawley: Truelove's Gutter (2009), das Wort 'Crooner' wird ihm nicht gerecht, ausserdem wird es in Deutschland leider meistens missverstanden und in die 'Easy Listening'-Schublade gesteckt. Die Ruhe, die Tiefe, die Texte (niemand sonst kriegt das hin und darf es sich erlauben, 'never say goodbye, you're the apple of my eye' zu singen ohne dass es peinlich wird), die ungewöhnliche Instrumentierung (neben Gitarren u.a. Glass Harmonica, Waterphone, Dulcimer...), die Sanftheit seiner tiefen Stimme, machen es schlicht zu einem Meisterwerk.




Als Bonus präsentiert Euch die Luserlounge noch einen Song von Mobile Ethnic Minority:

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