Sonntag, 22. April 2012

Domi Chansorn, ein vielversprechender Schweizer Newcomer. Kein Käse.


(lp) Die Tage werden wieder länger, der wie immer viel zu lange Winter uneinholbar und nun endgültig vorbei. Das Leben wird ein Stück weit einfacher, unbeschwerter, um nicht zu sagen wieder schöner. Draußen sitzen und den Tagen zusehen wie sie Stück für Stück länger werden. Traumhafte Sache, dürfte man meinen. Doch selbst die Jahreszeit der vermeintlichen und unaufhaltsamen Glückseligkeit hat nicht gerade selten ihre Schattenseiten und lässt die Sonne an so manchem Tag schlichtweg schadenfroh scheinen und erscheinen. Eine am Bodensatz heftende Melancholie lässt sich eben selbst nicht von Frühlingsgefühlen vertreiben.

Der 23-jährige Schweizer Domi Chansorn bringt diesen Sachverhalt mit dem Titel seines Debüts „Bright Times Can Be Dark As Well“ zielgenau auf den Punkt. 15 Lieder, 57 Minuten und 37 Sekunden liefern ein durchgängiges, stimmungsvolles  und abwechslungsreiches Ambiente. Doch läuft Domi Chansorn garantiert nicht Gefahr, jemals in einem Bierzelt aus den Lautsprechern zu dröhnen. Nüchternheit und Intimität anstelle wildem und alkoholisiertem Bussieren mit der scheinbar attraktiven Unbekannten vom Nachbartisch.
Ohne nur einen Ton gehört zu haben und mit seinen extravagant wirkendem Aussehen, dürfte nun bereits die Vorahnung im Raum stehen, dass Domi Chansorn nach vielem klingt, aber auf keinem Fall eintönig. Das musikalische Multitalent aus Huttwil lässt die oft zitierten musikalischen Grenzen hinter sich und darf demnach Einflüsse aus Soul, Ambient, Jazz, Alternative-Rock und Shoegaze sein Eigen nennen. Gesammelte Erfahrungen, wie Tourdrummer von Sophie Hunger, Kornettist beim aufstrebenden Mundart-Rapper Knackeboul oder die zahlreichen weiteren Studio- und Liveprojekte haben ihren signifikanten Teil dazu beigetragen . Und ob dies nicht schon genug gewesen wäre, stammt vom ersten verfassten Wort seiner Texte bis hin zum Artwork - eben ganz der alten DIY-Punkmanier nach - alles vom Schweizer selbst. Wo Domi Chansorn draufsteht, ist eben auch Domi Chansorn drin!

So ist es ihm auch verzeihbar, dass nach der schier endlos erscheinenden Kreativphase sein Erstlingswerk doch noch erschienen ist. Ein Album, bei welchem getrost die Deaktivierung der Dauerschleife vergessen werden darf und so musikalische Perlen wie „The Hunter“, "All of a Sudden" und „So Many Times“ wieder und wieder den Weg in den Gehörgang finden werden. So abwechslungsreich, dass eine detaillierte Analyse wohl deinen Geduldsfaden irreperabel und abrupt reißen lassen würde. Dass so viel Talent nicht lange ignoriert werden kann, erkennt man an der "Demo Of The Year 2012" Auszeichnung, welche Domi unlängst im Rahmen von m4musik erhalten hat und dementsprechend nun den Titel des vielversprechendsten Schweizer Newcomers innehat. Recht so, meint die luserlounge und so darf mit Vorfreude festgehalten werden, dass bereits am zweiten Album gewerkelt wird! Bis dahin bleibt „Bright Times Can Be Dark As Well“, welches nach einem Klick auf www.domichansorn.com kostenlos zum Download bereit steht, ein tolles Erstlingswerk, welches freiwillig mit der ein oder anderen Spende unterstützt werden darf , damit eure Luser auch weiterhin von dem jungen Schweizer verwöhnt werden können. Ladies and Gentlemen, Domi Chansorn! – Ein Name, den man sich merken sollte...


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