Freitag, 23. September 2011

The Kooks. Knastbrüder. Einmal bücken, bitte!

(mb) Kürzlich ist das dritte Studioalbum "Junk of the Heart" von The Kooks erschienen. Nachdem das Zweitwerk "Konk" allenfalls mit der etwas verspulten B-Seite überzeugen konnte, setzt das neue Album der vier Briten neue Maßstäbe in Sachen Einfallsarmut, Langeweile und Sell - Out.
Die gleichnamige Vorabsingle "Junk of the Heart ( Happy )" ließ schon dudligen Radiopop vermuten, es sollte sich auf das gesamte Album ausdehnen. Die Lyrics sind so grauenvoll kindlich, so folkloristisch - kitschig angehaucht, dass man Luke Pritchard als den nächste Schlagerbarden deklarieren könnte. Im besten Falle als missratenen, minder - intelektuellen kleinen Bruder eines Alex Turner, der es mit seiner Band Arctic Monkeys Album für Album versteht, nicht nur musikalisch, sondern auch textlich zu überzeugen.
Wo versteckt sich die Vielschichtigkeit, Frechheit und Unangepasstheit des Debütalbums "Inside in / Inside out"? Die Band kündigte an, mehr elektronische Elemente einfließen lassen zu wollen,  Oberflächlichkeit wurde nicht nur hier ausgelebt. Vielmehr klimpern Song für Song sich ähnelnde Melodien vor sich hin, die untermalt mit einer Lukas Podolski anmutenden Rhetorik auch nicht wirklich zu lyrischen Leckerbissen werden. Zugegebenermaßen, ein, zwei Songs verstehen es im Ohr zu bleiben, wenn auch nur kurzweilig ( Mr.Nice Guy, Petulia ).
Die LP gleicht einem Stück heruntergefallener Seife in einer Knastdusche. Luke Pritchard bück dich bitte, aber lass dich nicht von den beiden Knastbrüdern Kommerz und Plattenfirma in den Allerwertesten betören. Uuups, zu spät. Mensch Junge! Das Bäumchen - wechsel - dich Spielchen mit deinen Knastfreunden (Bandmitglieder) hat euch musikalisch anscheinend nicht  auf eine Ebene gebracht. Wobei die in letzter Zeit veröffentlichen Coversongs durchaus überzeugen und euch als annehmbare Musiker darstellen. Aber du warst dann halt doch mal nett zu deiner Plattenfirma, Mr. Nice Guy grüßt recht schön.
Repeat drücke ich nur noch, um mich zu überzeugen, dass das Album wirklich so unglaublich unglaubwürdig schlecht ist. Dennoch: Mit ziemlicher Gewissheit wird das Album trotzalledem Erfolg haben. Knastbruder Kommerz grüßt recht schön. Knastbruder Ideologie steht traurig in der Ecke. Ich verbeuge mich, Respekt für so viel Mut. Aber verbeugen ist immer noch angenehmer als bücken.
 


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